Hella S.

Der letzte Gast

Endlich mal wieder eine Party, vor drei Jahren war die letzte. Inzwischen bin ich 24 Jahre alt geworden und meine Mutter sagt: „Jetzt sieh mal zu, dass Du einen jungen Mann an Land ziehst, es wird Zeit, dass Du heiratest. Du  wirst noch eine alte Jungfer.“ Wenn meine Mutter jetzt meine Gedanken lesen könnte wäre sie wahrscheinlich entsetzt. Denn nachdem ich ein paar Mal unglücklich verliebt war, habe ich mich entschlossen, ein Kind zu bekommen. Ich  bin schließlich Kindergärtnerin und kann das Kind auch ohne Mann großziehen.

So habe ich mir das ausgemalt, ich könnte das Kind mit in den Kindergarten nehmen. Der Mann von dem ich das Kind haben möchte müsste nett, intelligent und gut aussehend sein. Der Charakter spielt nicht so eine große Rolle in diesem Fall.

Diese Party kommt mir gerade recht. 50 Leute sollen kommen. Ich lasse meine Blicke schweifen, kein Mann, der meinen Kriterien entspricht. Die Stunden gehen dahin, Tänzer habe ich genug, doch ist nichts Interessantes dabei.

Müde setze ich mich in eine Ecke und lasse die Party an mir vorbeirauschen. Als ich erwache, steht meine Freundin Doris vor mir und sagt: „Na, willst Du nicht so langsam ins Bett? Du könntest ja bei mir schlafen, aber da ist noch Johannes, er ist der letzte unserer Gäste und wird im Gästezimmer schlafen, Du musst ja nur eine Treppe tiefer. Bevor Du gehst, kannst Du mir helfen, ihn ins Gästezimmer zu bringen“? Ein Blick auf den selig im Sessel schlafenden Mann reichte aus. Das war der Mann, den ich gesucht hatte.

Am nächsten Morgen klingelte ich mit Brötchen bei Doris und wir frühstückten zu dritt. Was soll ich sagen, ich lernte Jo kennen und lieben und wir haben schließlich geheiratet zum Ärger meiner Mutter, denn er ist Musiker, ein Mensch ohne anständigen Beruf also. 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.05.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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