Burkhardt Brinkmann

Mit Baedeker und Buschzulage

Idyllen und Figuren vom Saaleufer und anderen Orten

Bitter kalt war es in jenen Tage Anfang Januar 1993, als meine Frau und ich Erfurt durchstreiften. Im Mittelalter war die Stadt durch die Waidpflanze mit ihrem blauen Farbstoff reich geworden. Später wurde der Anbau eingestellt, weil es inzwischen gelungen war, die Farbe Blau als Abfallprodukt aus dem Betrieb von Zweitaktern herzustellen. Auch jetzt noch waren hier und da blaue Rauchwölkchen in den Straßen zu sehen, freilich in der Intensität gegenüber unserem ersten (privaten) Besuch zwei Jahre früher schon deutlich reduziert. Zusammen mit der in den Haushalten verheizten Braunkohle gaben sie der Stadt ein unverwechselbares Aroma, doch als Bewohner Frankfurts waren wir olfaktorisch hoechst abgehärtet.

Wir waren gemeinsam gekommen mit dem Entschluss, unsere Bahncard und die damals noch deutlich niedrigeren Bahntarife zu nutzen und die „Buschzulage“ in den Aufbau der Neuen Bundesländer zu reinvestieren. Während meiner Schulzeit in den 50er und 60er Jahre war die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung noch sehr lebendig gewesen (zumindest in den Lehrplänen), und geographisch und historisch (literaturgeschichtlich sowieso) waren mir die Städte der DDR ebenso vertraut wie „unsere“. Nur für das Auge war die DDR eben „terra incognita“, welche wir nunmehr an den Wochenenden erforschen würden.

Zunächst aber suchten wir vor der klirrenden Kälte dankbar Schutz in einem privaten Aquarien- und Terrarienclub, der offenbar noch vor der Wende entstanden war und in seiner Schlichtheit eine heimelig-private Atmosphäre ausstrahlte. Auge in Auge mit der Boa constrictor tranken wir dort Kaffee zwischen Kobras und Piranhas. Dabei erwärmte uns auch die Diskussion, ob die Schlangen, sollte ein Erdbeben die Terrarienscheiben zerspringen lassen, mehr Angst oder mehr Hunger haben würden.

Die Verwaltung im Arbeitsamt Erfurt hatte eine für uns ideale Unterkunft, eine schnuckelige „Datsche“ im Garten eines Einfamilienhauses in einem Vorort der Stadt, gefunden. Dort wurden wir freundlich und mit gemütlicher Wärme, gleichzeitig aus einem Elektrospeicher- und einem Ölofen gespeist, empfangen.

Am nächsten Morgen auf dem Weg zum Amt blickte ich dem menschenverachtenden Gesicht des Kapitalismus ins Auge. Der hatte zwar die herrlichen Fachwerkbauten der Erfurter Altstadt, welche in ihrem Verfall das ästhetische Empfinden der Bourgeoisie beleidigen, schon weitgehend restauriert. Für die Straßenbahnen jedoch, mit denen Kapitalisten ohnehin nicht fahren, blieb nicht mehr genug Geld übrig, um alle alten (tschechischen) Waggons auszutauschen. Nun sind im Sozialismus (ähnlich wie in der richtigen Religion) die hoch gesteckten Ziele nicht immer voll zu erreichen. Die Türen der alten Straßenbahnwagen z.B. waren zwar ihrem Wesen nach Türen, indem sie für die Fahrgäste den Ein- und Ausgang frei gaben oder verschlossen. Der Zustand der Geschlossenheit war indes relativer Natur, weil ein großzügig konstruiertes Spaltmaß den ungehinderten Luftaustausch zwischen drinnen und draußen sicherte. So bibberte der Mensch beim Transport durch die froststarre Natur.

Rein abstrakt betrachtet, ist es paradox, wenn ausgerechnet jene, deren Wirken sich auf eine Hilfsfunktion innerhalb des marktwirtschaftlichen Selbstregelmechanismus beschränkt, bzw. bestimmte, als Funktionsmängel des Marktes empfundene Zustände zu korrigieren sucht, in einer Gesellschaft eine Verwaltung aufbauen wollen, welche den Markt an sich schon durch eine Verwaltung zu ersetzen versucht hatte. Das wäre ja bereits eine höhere bürokratische Entwicklungsstufe der Gesellschaft.

Wie auch immer: meine angstvoll-antizipatorische Suche nach dem richtigen Rollenverständnis erwies sich als unbegründet. Das Arbeitsamt funktionierte bereits ohne meine Hilfe (wenn auch im Kantinenbereich noch mit Alu-Bestecken). Mutige Pioniere waren mir voraus gegangen; im wesentlichen aber hatten meine neuen Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeitsplätze selbst aufgebaut. In der Qualifikation und Motivation der entsandten Helfer hatte es wohl gewisse Unterschiede gegeben; einige wurden sehr positiv bewertet, andere Fälle bereicherten meinen sprachlichen Horizont um die Vorstellung, dass man in einer Pfeife auch Leute rauchen kann.

So wurde auch der Neue aus dem Westen zunächst etwas abwartend beäugt (‚Was für einen Typ hat man uns diesmal wohl geschickt‘?), aber eigentlich nicht dringend gebraucht. Der Aufbauhelfer seinerseits fand die kulturellen Unterschiede nicht sehr groß, musste aber doch lernen, dass hier der ‚Kunde‘ (nicht immer zu seinem Vorteil) ‚Bürger‘ war. Und dass man sich zur Lösung von Problemen den Kopf nicht zerbrechen, sondern sich einen solchen überhaupt erst einmal machen sollte, gell? (Pardon: „nu?“ wollte ich natürlich sagen!). Ein freundschaftlicher Kontakt war rasch hergestellt, und Arbeit fand sich auch.

Schon daheim hatte ich bemerkt, dass die Bearbeitung von Haftungsfällen auch eine philosophische Dimension hat. Ich will damit sagen, dass diese Fälle im Warten auf ihre finale Bearbeitung eine größere Geduld zeigen als die meisten anderen Vorgänge. Dieses stoische Beharrungsvermögen führt gelegentlich zu einem dialektischen Umschlag von Qualität in Quantität, so dass auch hier die Vorräte nicht gänzlich erschöpft waren.

Arbeit ist das halbe Leben; die andere Hälfte sind die Wochenenden. Auch dort lief von „A“ wie Arnstadt bis „W“ wie Wernigerode alles nach Plan, bzw., um es vielleicht weniger missverständlich zu sagen, alles klappte ausgezeichnet.

Ganz oben auf unserer touristischen Prioritätenliste stand der Harz mit seinen Dampflok getriebenen Schmalspurbahnen. Einer dieser nostalgischen Oldtimer trug uns von Nordhausen nach Wernigerode. Die Bausubstanz dieses sehr reizvollen Fachwerkstädtchens am Harzrand war von den meist privaten Eigentümern schon zu DDR-Zeiten gepflegt worden; auch (bzw.: gerade) damals war die Stadt ein beliebter Ferienort. Klar, dass an so einem schönen Ort früher auch Feudalherren hausten, in einer Burg hoch über der Stadt natürlich. Leider waren die Fürsten zu Stolberg-Wernigerode, die die Burg noch bis nach dem 1. Weltkrieg bewohnten, im 19. Jh. wohlhabend genug, um sie neugotisch zu verhunzen. Das hat dem Schloss zwar 2 Sterne im Baedeker eingebracht, aber auch den treffenden Spitznamen „Neuschwanstein des Harz“. Da lob ich mir die Burg Falkenstein – auch wenn ich sie nur von Fotos kenne. In der DDR wurde – im Rahmen der ökonomischen Möglichkeiten – das historische Erbe liebevoll gepflegt, aber natürlich auch ideologisch richtig eingeordnet. Mit ihren 250 Räumen konnten die Fürsten mehr Plunder ansammeln, als wir in unserem ganzen Leben auf Flohmärkten zusammentragen werden. Deshalb hatte der Arbeiter- und Bauern-Staat das Schloss zu einem „Museum für feudale Wohnkultur“ gemacht.

Ein anderes Wochenende führte uns mit der Selketalbahn nach Gernrode, und von dort weiter nach Quedlinburg. Nicht direkt am Harz gelegen, war es als Urlaubsziel vielleicht weniger populär gewesen als Wernigerode. Jedenfalls gab es hier im Gewimmel seiner mannigfaltigen (jetzt: Weltkulturerbe-) Fachwerkhäuser deutlich mehr Verfall als dort. Wir fanden eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten in einem gut erhaltenen alten Haus, und morgens ein Frühstück ‚mit Familienanschluss‘ und einer riesigen Marmeladenauswahl.

Der landschaftliche Reiz des Unterharz hält sich in Grenzen. Abwechslung brachte auf der Rückfahrt ein Stückchen Asche, das aus dem Schornstein der Lok in das Auge meiner Frau flog. Dieses Ereignis verhalf uns zu einer Tour durch Nordhausen, eine am Ende des 2. Weltkrieges durch Bomben entkernte Mittelstadt. Zwischenzeitlich wurde sie zwar wieder aufgebaut, fristet im Reiseführer seither jedoch ein sternloses Dasein. Tatsächlich erwiesen sich die Stadt im Allgemeinen und das Hospital im Besonderen touristisch als unergiebig. Und Korn hatten wir ja schon im Auge; da mussten die Kehlen trocken bleiben.

Nach Lage und Bausubstanz ein wahres Kleinod im Harz ist Stolberg, das wir allerdings erst einige Jahre später kennen lernten. Dort wurde vor gut 500 Jahren Thomas Mün(t)zer geboren, revolutionärer Theologe und theologisch motivierter Revolutionär. 1525 wollte er von Mühlhausen aus mit den aufständischen Bauern gegen ein Heer der Fürsten kämpfen. Die mangelnde Wehrtüchtigkeit der Ackersmänner machte das Turnier aber zu einer recht einseitigen Veranstaltung. Münzer wurde gejagt, gefangen, gefoltert und geköpft. Diesen Ereignissen verdankt nicht nur Bad Frankenhausen sein „Elefantenklo“ (da ich es nicht gesehen habe, kann ich Ihnen diesen Begriff leider nicht erklären), sondern auch Mühlhausen hat vom damaligen Elend der frühbürgerlichen Revolution profitiert. Die Stadtväter (o.k.: meinetwegen auch –mütter) durften kräftig Nachschlag aus dem Topf des Staates löffeln. So hatten sie schon vor der Wende die alten Bauten in Schuss gehalten. Trotzdem ist es eine Stadt, die ich nicht gleich bei der ersten Begegnung ins Herz schließen konnte.

Diesen Satz hätte ich auch für meinen Dresden-Abschnitt reservieren können, wo jedenfalls die „Prager Straße“ zwischen dem Hauptbahnhof und der Altstadt keinerlei Assoziationen an das ‚Goldene Prag‘ aufkommen lässt. Wir hatten in Dresden eine Verabredung mit einer Madonna und ein paar Engeln, die sich ohne unseren Besuch zweifellos gelangweilt hätten. Es war immer noch kalt, und normale Touristen blieben daheim. Was wir ihnen keineswegs übel nahmen.

In der Altstadt wurde viel gebaut, und mit meinem Schuhwerk hätten die Sicherheitsvorschriften der Bau-Berufsgenossenschaft sicherlich auch mir den Zutritt zu den Baustellen gestattet. Für einen Opernbesuch dagegen war mein Outfit möglicherweise nicht optimal, doch legte man uns die Semper-Oper mit solch herzlich begeistertem Lokalpatriotismus ans Herz, dass wir schließlich doch Karten für „La Cenerentola“ kauften. In kulinarischer Hinsicht freilich wandten wir den Tournedos des Maestro Rossini den Rücken zu und speisten auf schottische Art, also bei diesem Mäck Dingsbums, Beinahnahrung (in dem heute üblichen Kauderwelsch zwischen Deutsch und Englisch meist als „fast Food“ bezeichnet). Dort begegnen sich Arbeiter des Kopfes (z.B. der Vf.) und Arbeiter der Faust, britische Bauarbeiter z.B. Da mir die Nouvelle Cuisine verschlossen blieb, begnügte ich mich damit, ein historisches Apercu zusammen zu stellen: Gut nur, dass heutzutage jedenfalls in unseren Gegenden ABM-Maßnahmen mit Zeitzünder aus der Mode gekommen sind. (Man kommt halt in Gedanken nie ganz von der Arbeit los!)

Auch ohne lukullische Extravaganzen war unser Westexperte für Konkursausfallgeld nach der 1. Halbzeit pleite. Die auf der Expedition mitgeführten Barvorräte waren aufgebraucht, und eine Auffüllung scheiterte an der hartnäckigen Weigerung sämtlicher Erfurter Geldautomaten, die EC-Karte aus dem vergangenen Jahr zu honorieren. Moderne Kommunikationstechniken der Sparkassen untereinander bewahrten uns dann doch davor, zum „Auftanken“ in die Heimat reisen und dadurch kostbarste Freizeit vergeuden zu müssen. Die zusätzlichen Gebühren wurden unter der Buchungsstelle „Lehrgeld“ passiviert, und die Reiserei konnte weiter gehen.

Nach Naumburg z.B., mehr oder weniger am Strand der Saale gelegen. Die Gebäude um den Marktplatz waren hübsch renoviert, und das Café war auch preislich schon auf Westniveau. Zwei Gassen weiter sah es noch aus wie frisch nach einem Bombenangriff. Entwändete Häuser enthüllten dort die Konstruktionsprinzipien des deutschen Fachwerkbaus und reckten ihre entziegelten Dachsparren gespenstisch in den kristallklaren Winterhimmel (eigentlich war es eher trüb, aber schwarze Dachsparren passen doch besser zu blauem Himmel, nu?). Trotzdem regten sich in Naumburg nicht nur die Tauben. Auffallend waren die zahlreichen und modern eingerichteten Buchläden. Die meisten Inhaber dürften bei Ernst Bloch Philosophie studiert haben. Zumindest haben sie wohl sein Hauptwerk gelesen: „Das Prinzip Hoffnung“.

Wir waren allerdings wegen der Steinfiguren gekommen, die im Westchor des Naumburger Domes im Dutzend herumstehen. Falls Sie Nachwuchs erwarten, können Sie dort Ihr Reservoir an Vornamen aufnorden: Gepa, Thimo, Syzzo, Regelindis und Gerburg sind leider gänzlich ausgestorben. Ekkehard hat – zusammen mit einigen Mutanten – überlebt. Am berühmtesten ist Uta, wohl eine Vorläuferin unserer heutigen Uten. Für uns waren sie allesamt zeitlich und räumlich zu weit weg, und außerdem etwas unterbeleuchtet. Kunstfreunde kauften Postkarten, im fortgeschrittenen Stadium auch Bücher, wir dagegen verließen den Dom mit leeren Händen. Nicht aber die Stadt: in einer Gasse entdeckten wir ein kleines Häuschen mit einem winzigen Bürstenladen, welcher in seiner Verpuppung sogar die sukzessiven Expropriationen der Expropriateure verschlafen hatte. Die Preise waren zwar auch hier schon aufgewacht, und der ‚EVP‘ (für Wessis: Einzelverkaufspreis) war ausgelöscht. Da jedoch im Westen die kapitalistischen Marktmechanismen den reinen Rosshaarbürsten gänzlich gegen den Strich gehen, und jeder gute Konsument weiß, dass er nur sparen kann, wenn er genügend Geld ausgibt („spar dich reich“), griff ich in dankbarem Überschwang gleich doppelt zu.

So erinnern mich noch heute 2 Bürsten nicht nur an die berühmten Stifterfiguren im Naumburger Dom. Vielmehr entfaltet sich jetzt beim Bürsten zugleich mein gesellschaftliches Bewusstsein: ob ich hier die Produkte jener in den Händen halte, welche wegen ihrer fortschrittsfeindlichen Umtriebe in ihrer räumlichen Bewegungsfreiheit für eine gewisse Zeit noch erheblich mehr eingeschränkt wurden, als der Rest der Bürger, und dadurch auch ihre Produktivkräfte nur begrenzt entfalten konnten?

Ein Reisender aber darf niemals verweilen: muss zum nächsten Zug, nach Arnstadt, eilen. Auch dies eine nette Kleinstadt, und sogar ältest beurkundeter Ort der Neuen Bundesländer. Johann Sebastian Bach hat es hier trotzdem nur ein paar Jahre ausgehalten, aber das reicht immerhin für eine werbewirksame Gedenkstätte und Konzerte. Frust hatten wohl auch die Jugendlichen, die kurz vor unserem Besuch einen städtischen Anlagenschützer zu Tode getrampelt hatten.

Früher war alles anders. Graf Anton Günter der Zweite (= Fürst Anton Günter der Erste) sammelte Münzen. Ein friedliches, ein schönes Hobby, das auch ich gern pflegen würde. Nur kommen mir die Dinger immer gleich wieder abhanden. So erging es auch seiner Gemahlin Auguste Dorothea von Braunschweig, die sich im übrigen aber sehr um die Stadt verdient gemacht hat. Sie setzte die Langeweile ihres Hofstaates kreativ ein und beschäftigte ihre Hofdamen mit der Herstellung von Puppenstuben. Über 80 Stück mit ca. 400 Puppen sollen ein bis ins kleinste Detail getreues Abbild des Lebens aller Stände ihrer Zeit geben. Nachprüfen konnten wir die Richtigkeit dieser Behauptung freilich nicht, denn aus konservatorischen Gründen waren diese kulturgeschichtlichen Raritäten nur schwach ausgeleuchtet. Trotzdem: während ihr Mann später die Lust am Münzensammeln verlor und die Dinger verkaufte, hat sie der Stadt eine bleibende Investition hinterlassen.

Richtig: Nach Saalfeld sind wir ja auch noch gefahren. Leider hielten die Feen in ihren dortigen Grotten gerade Winterschlaf. So durchstreiften wir die Stadt und umrundeten die Reste der Stadtmauern. Beim „Hohen Schwarm“ (ungefähr) entdeckten wir eine wilde Mülldeponie; eine Volks-Müllhalde, so zu sagen. Wer die kapitalistische Besitzgier der (teils mehr, teils weniger) gebildeten Wessis aller Schichten und Stände kennt (Beispiel: „Sorry, euer Land haben wir zwar damals ziemlich verwüstet. Aber den Goldschatz von Troja hätten wir doch ganz gern wieder zurück.“), wird sich nicht wundern, dass auch die von uns dort beobachteten beiden Exemplare den spätneuzeitlichen Tumulus ohne schuldbewusstes Zögern durch eine archäologische Raubgrabung mit Händen und Astgabeln profanierten. Wie das im Leben so geht, ward dem frevelhaften Tun der unverdiente Lohn. Gleich in der archäologischen Schicht ‚Depoja 1‘ trat ein emailliertes Blechregal zu Tage, wie man es Dezennien vor der Zeitrechnung Proper in den Küchen über die Spülsteine zu hängen pflegte. Die zugehörigen Behälter mit den Aufschriften „Sand“ und „Seife“ waren auch dabei. Der dritte im Bunde, „Soda“ nämlich, fehlte. Macht aber nichts: wir hatten eh‘ keinen Whiskey im Rucksack.

Sechs Wochen Aufbaueinsatz Ost waren wie im Flug enteilt. Herzlich verabschiedet, und zum Ausstand mit einem prächtigen Bildband von Thüringen beschenkt, machten wir uns auf die Heimreise. Wir wären zwar gern noch geblieben, aber die Eisenbahn rollt ... .

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.11.2002. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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