Jessica Scharf

Miyu-a real Life 6

Die Nacht hatte ihr Federkleid über alle Dächer hinweg gelegt und Miyu hatte Sebastian endlich gegen drei Uhr Nacht dazu bewegen können, zu gehen! Ihre Augen waren schwer und ihr Verstand wollte sie am liebsten zu sich nach Hause geleiten, tippelte jedoch nur brav mit ihm mit.
Eine enge Treppe führte durch den Hausflur hoch zum obersten Stockwerk, wo Sebastian zwei Räume(die einzigen Oben) sein eigenes Reich nennen konnte.
Doch jeder der diese drei Räume betritt, würde wahrscheinlich ein Herzimpfakt bekommen!
Ein alte Spüle, die ihre besten Tage wahrscheinlich in einem anderen Leben besaß, stand neben dem Fenster, ihr gegenüber ein altes langes blaues Sofa, was alleine vom äußerlichen her schon den Eindruck vermittelte, das sie drum bettelte sich nicht auf ihr zu setzen, so versüfft war sie, was logischerweise mit ein paar Wolldecken, die über ihr gelegt waren, von ablenken sollte.
Dazu ein kleiner Tisch, wo man die Glasplatte nicht mehr wirklich sehen konnte, so voll gestellt war der!
Und der Teppich?! Dazu nur so viel, das man raten musste welche Farbe er mal besessen hatte.
Deprimiert ging Miyus Blick durch die andere Tür zum Schlafzimmer, mit dem Gedanke nur noch auf dieses große Bett Ruhe zu finden und friedlich zu schlafen.
„ruf mal dein Onkel an Schatz, frag mal was er macht!“ leierte Sebastian Miyu plötzlich von der Seite an, bestgelaunt und noch in Feierlaune
„sag mal, hast du sie noch alle? Ich denke mal er wird schlafen“
„stell dich nicht so an , los mach!“ wollte seine Birne nicht raffen, das um diese Uhrzeit andere Menschen schlafen, erst recht wenn Kinder vorhanden waren.
„Nein und außerdem bin ich müde!“
„Ja , haste wieder was zu motzen ja?“ schlang er wieder die arme in einander
„Sebastian!“ zuckten Miyus Augenbraue verärgert
„Ja komm, meckere schon, ja los mecker!“ wusste Sebastian gar nicht auf wie dünnes Glatteis er sich in diesen Moment befand.
Vom ersten Tag an hatte er Miyu gegenüber sich schon so aufgeführt und sie mit diesem Satz angegriffen. Doch Sebastian schien nicht zu realisieren das Miyu mittlerweile ihm gegenüber nicht mehr so weich war.
„Sebastian lass es lieber“ sprach sie es ganz langsam und tief
„ja willste wieder motzen hä?“ machte er weiter „ja komm schon, ´mach schon, mecker wieder“
-komm sag es noch einmal, einmal!- verengten sich ihre Augen
„ja los mach schon!“ leierte er weiter
„pass man auf Junge!“ erschrocken sah Sebastian sie an, noch nie hatte er sie mit einer der artigen rauen Stimme reden gehört
„wenn du nicht gleich mal wieder von deinem Trip runter kommst, dann schwöre ich dir, das ich dich runter hohle!
Sag mal wie kleingeistig bist du eigentlich? Geht es dir dort oben noch gut! Was meinste wie du mit mir umgehen kannst, ich bin nicht eine deiner Freunde oder sonst wenn“ Sebastians Blick war nicht verstehend, angepisst aber unrealisierend
„ach weißte was, vergiss es“ machte sie mit der Hand eine abwendende Bewegung und ging einfach raus.

Miyu wusste nicht wie sie drauf gekommen war, doch sie hatte wirklich als sie kurz vor Kaufland war, ihren Onkel und ihre Tante angerufen, in der Hoffnung, da es Wochenende war, sie würden noch wach sein und sie waren es auch!
„na sicher kannst du vorbei kommen“ lachte Uwe ins Telefon rein
„stör ich auch nicht?“
„ach was wo…“ lachte Uwe, als Elas Stimme Miyus Ohr erreichte
„kehr gib mal her da!“ nahm Ela ihren Mann das Telefon ab
„also du hast gehört, beweg dein Hintern hier her, aber dalli“
„ja Ela“ musste Miyu unwillkürlich lachen
„ich muss aber erst mein Fahrrad hohlen ja, ich sag mal bis gleich ja..“ legte Miyu auf und verschmälerte ihren Schritt…
„Jens?“ wurde Miyus Schritt langsamer, bis sie vor Jens zum Stehen kam. Er saß weinend unten vor der Haustür der beiden und schien völlig am Boden zerstört zu sein
„was ist los?“ fragte sie ihn vorsichtig
„ich versuche die ganze Zeit Angie schon an zu rufen, doch die drückt mich immer nur weg und auf machen tut sie auch nicht, kann du mir mal sagen was der Scheiß soll? Sie könnte wenigstens mit mir reden oder?“ stand Jens auf, immer noch mit Tränen in den Augen
„was ist den passiert?“
„ja ich weiß auch nicht so recht, sie schien ein Problem mit ner Freundin von mir zu haben und ach kein Plan ja!“
„ja davon hatte Angie mir auch erzählt, du warst mal mit der zusammen richtig?“
„ja und? Darf man trotzdem nicht befreundet sein?“ wurde Jens plötzlich garstig
„rede vernünftig mit mir ja“ und Miyu darauf hin rau, sie hatte heute schon genug davon, das man ihr gegen über so auf tritt
„entschuldige man, aber ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll“
„also Jens ich würde an ihrer Stelle nicht anders reagieren! Aber pass auf, ich rede mal mir ihr okay!“
„ja man bitte !“ hoffte Jens das Miyu ihm helfen könnte, den bis her konnte sie es immer!
Miyu hatte Angie darauf hin angerufen, damit sie auch aufmacht(es gab nur einen Schlüssel)
„hi“ empfing Angie sie auch schon oben an der Tür
„Jens sitzt unten und ist am weinen“ ging Miyu in die Wohnung rein und setzte sich ruhig wirkend auf das Sofa
„ist mir egal“
„Angie der ist wirklich am Weinen, rede wenigstens mit ihm“
„ich kann nicht mehr, bitte ich schaff das nicht“ war ihre Stimme dünn
„du liebst ihn doch oder?“ sah Miyu sie ernst an
„ja aber…“
„nein nicht aber, wenn du ihn nicht verlieren willst, musst du mit ihm reden. Angie er ist wirklich fertig und er liebt dich, bitte rede wenigstens mit ihm“ , still sah Angie auf dem Boden, sie stand mitten im Raum und musste gegen ihre Tränen kämpfen, sie wollte ja mit ihm reden, doch was würde es bringen? Er würde ihr nur weiter wieder wehtun
„bitte ich möchte das nicht!“ versuchte Angie ihr klar zu machen das sie es nicht schafft, ihre Hände zitterten und es gelang ihr nur noch gerade so eben nicht in Tränen aus zu brechen
„willst du ihn einfach so aufgeben`?“ fragte Miyu deswegen verzweifelt, ihr war es nicht entgangen das Angie kurz vorm weinen war, weswegen sie Angie behutsam im Arm schloss
„soll ich uns eine Zigarette machen?“ lachte diese jedoch nur und tat auf stark
-irgendwie scheint es keinen Sinn mehr zu machen!- nickte Miyu stumm zu, sie versuchte sich ja ein zu reden, das die beiden es schaffen würden mit einander glücklich zu werden, doch sie waren gerade mal zwei Monate zusammen und schon schien der schlimmste Krieg immer zwischen den beiden zu hausen und eine andere Frau spielte schon eine Mit- Rolle! Sollte es da wirkliche eine ehrliche Chance für beide geben?
„willst du nicht wenigstens versuchen mit ihm zu reden!“ wollte Miyu gar nicht erst auf ihre Logik hören, nein sie sah zwei Menschen die sich liebten und Leidteten weil sie nicht zusammen sind und das wollte sie ändern!
- wie heißt es, aus wie mach drei?- lachte ihr Herz, auch wenn sie nicht wusste wie sie in diesem Moment auf so einen dummen Spruch kam.
„Angie?“ deutete Miyu ihre Frage noch mal an, als diese mit einer Zigarette in der Hand und Aschenbecher sich zu ihr setzte
„was würde es bringen?“ lächelte sie schwach und doch sanft, wobei sie die Zigarette an machte und Miyu reichte.
Eine eigenartige Angewohnheit sich immer eine Zigarette zu teilen, aber so machte das rauchen auch mehr Spaß, musste Miyu innerlich grinsen und zog an der Zigarette
„was es bringen soll? Na das ihr wieder zusammen kommt? Weil ihr euch liebt?“
„es endet sowieso nur wieder im Streit, vielleicht geht es wieder ein zwei Tage gut und dann fängt es wieder an“ redete Angie dagegen, auch wenn sie am liebsten einfach nach geben würde und den Streit vergessen will
„ja, aber wenn du es nicht versuchst wirst du es nie heraus finden. Sehe es doch mal Logisch, vielleicht wird es auch besser?“
„ich weiß nicht Miyu“ klang ihre Stimme hilflos
„bitte versuche es wenigstens“
„okay.. aber erst rauchen wir auf ja“, lachend nickte Miyu zu und reichte Angie die Zigarette
„ich muss aber jetzt auch wieder ja, habe gerade Ela versprochen vorbei zu kommen, schicke dir Jens dann hoch ja!“
„Okay, aber pass auf dich auf ja!“
„mach ich doch immer“ lachte Miyu, gab Angie einen Kuss auf die Wange und flitzte runter, wo sie Jens dann hoch schickte.

Das Fahrrad aus dem Keller geholt. War Jens auch schon oben!
„hi“ kam Jens hoch, Angie sah ihn nur Wortlos an und ließ ihn in die Wohnung rein. Sie war immer noch sauer und das konnte man an ihrer Haltung auch deutlich wieder erkennen.
„ich möchte nicht mehr mit dir streiten“ blieb er im Wohnzimmer stehen
„ja aber wieso bist du heute erst so spät gekommen?“ wollte Angie nicht locker lassen, den es war abgemacht gewesen das er gegen neun Uhr(Morgens) kommt und er kam erst kurz vor zwölf
„weil ich Jenica noch am Berlinaplatz getroffen hatte!“
„und warum hast du mir nicht wenigstens Bescheid gesagt?“ sprach Angie zwar lieb und ganz vorsichtig, doch innerlich war sie wegen diesem Name wieder am kochen
„ weil ich auch mal wieder was allein machen will und kein Aufpasser oder so was brauche „
„ne kleine sms hätte gereicht ..“ versuchte Angie weiterhin lieb zu reden, auch wenn Jens seine Stimme schon wieder garstig war
„du hättes mich eh wieder angerufen und ich müsste dir alles stundenlang erzählen“ wurde seine Laune immer dunkler und seine Art zu reden immer aggressiver
„danke“ gab Angie deswegen patzig von sich, sie hatte von dieser Janice wirklich die Schnauze voll und bereute es wieder in hoch gelassen zu haben.
„bis du behindert warum danke? Nur weil ich mal mit ihr allein sein wollte“ wurde Jens laut
-mit ihr?- wurden ihre Augen groß, er wollte mit ihr alleine sein? Sie war seine Freundin und durfte sich so was nun anhören?
„na okay, mach was du willst, aber lass mich und mein Herz da raus –„ war sie den Tränen wieder nah
„ich scheiß auf dich und dein Herz“ funkelten seine Augen zornig auf, womit er ihr einen festen Hieb ins Herz verpasste, tief und sauber geschnitten, eine Wunde die so schnell nicht mehr heilen würde
-wieso tust du das?- sah sie ihn zerbrochen an, Angie wünschte sich doch nur das es wieder wie am Anfang ist, das er wieder so lieb und fröhlich wäre, doch diese kleine Schlampe Jenica hatte ihn total verändert.
„wieso tust du das?“ wollte sie nun endlich Antwort auf ihre Gedanken, als Jens sein Handy plötzlich anfing zu klingeln. Angie konnte nur noch hören wie Jenica an der anderen Leitung meinte sie hätte Hunger, ob er ihr ne Pommes hohlen könne, weil sie nicht raus kann, da ihre kleine Tochter schläft. Es war grausam für Angie mit an zu sehen, wie er von einem Moment auf dem anderen, plötzlich wieder total freundlich sein konnte, zuckersüß, auch wenn er zum Telefonieren in die Küche gegangen war, konnte Angie alles genau mit hören(sein Handy war laut) und ihr Herz sackte immer tiefer.
„merkt du gar nicht das unsere Beziehung kaputt geht?“ ging Angie in die Küche rein, als Jens auf gelegt hatte und gerade wieder gehen wollte
„nein sie geht nicht durch sie kaputt“ so ermutigend wie der Satz für sich auch klingt, passte seine Stimme einfach nicht dazu
„ne hast recht, ist sie ja auch schon“ trotzte Angie dieser Tatsache getroffen
„du spinnst“ musste Jens sich zusammen reißen um nicht zu schreien
„nein du, weil du unsere Beziehung kaputt machst“
„ich mach gar nichts kaputt ,du hast sie doch wohl nicht mehr alle …ach komm halt die fresse“ schrie er nun wirklich
„ziehst du mir diese Schlampe vor?“ war der Hass langsam in Angies Augen zu sehen, sie standen sich so voller Hass nun in der Küche gegenüber, das man sich gar nicht mehr vorstellen konnte, das mal eine wirkliche liebevolle Art zwischen den beiden existierte. Doch Angie hatte diese Art nicht vergessen und ihr Herz auch nicht, was noch immer nicht wahr haben wollte, das er nicht mehr der Jens war, den sie kennen gelernt hatte.
„ich zieh die gar nix vor, ehrlich du solltest dich selber mal ankucken, dann weist du wer ne schlampe ist“ ließ Jens nichts auf Jenica kommen
-ich hasse dich!- sprach Angie ihn innerlich an, so laut und klar wie es nur ging, wobei sie dicken Tränen vor Verzweiflung weinte, doch von all dem war nach außen hin nicht zu sehen, nein sie sah ihn nur verbissen an
„Okay Jens ... wenn du meinst das ich eine bin und sie nicht, dann sag mir doch mal bitte wer von uns beiden hier Tagtäglich mit ner anderen reinkommt und sich vor den Augen der Freundin mit einer anderen vergnügt?“ Sarkasmus war nicht der richtige Ausdruck, doch Angie griff ihn damit an, das sie es ins lächerliche ziehen wollte und über ihn lachte. Dabei war es nur eine Maske die davon ablenken sollte, wie fertig sie wirklich war
„ich komm nicht jeden Tag mit der rein und vergnügen tu ich mich auch nicht“ versuchte Jens sich aus der Lage raus zu holen, ein Teil von ihm wollte den Streit beenden und bei ihr sein und der andere zu Jenica, wo alles andere keine Bedeutung mehr hatte
„nein was ist das den??? Das Händchen halten, das kitzeln, oder das necken? .. sry Jens in meinen Augen bist du einfach nix mehr wert, einfach was übles billiges das nicht wert is geliebt zu werden“ sprach sie endlich aus was sie wirklich dachte, ja Angie dachte so von Jens, sie wünschte sich das ihm mal jemand genau so weh tun würde wie er ihr.
„du kannst mich mal“ konnte man nun nur noch die Türen knallen hören, womit Angie wieder allein war!
„du scheiß Schlampe!“ brach sie danach vollkommen zusammen, nun brauchte sie nicht mehr stark tun.



Die Fahrt mit dem Fahrrad führte Miyu aus Oer-Erkenschwick raus zum Winkel hin, anfangs Datteln, wo sie auf der Landstraße und an einer Strecke vorbei fahren musste wo auf beiden Seiten Wald war und somit auch keine Laternen! Sollte man Angst haben von einem Auto erfasst zu werden? Weil es einen zu spät sehen könnte? Vielleicht hatte Miyu ja auch an ihrem Fahrrad das Licht an machen sollen! Wenn da nicht die Tatsache wäre das die Birne kaputt war!
Trotzdem hatte Miyu die Strecke mit einem Mulmigen Gefühl hinter sich gelassen und kam vor dem Haus mit der Nummer Acht zum Stehen.
Trotz der Müdigkeit die sich langsam schon breit machte, schellt Miyu gleich Sturm, so wie man es gewöhnt von ihr war.
Den Atem angehalten, weil der Nachtbar im Erdgeschoss(die alte Sau) mal wieder dafür gesorgt hatte, das es im ganzen Hausflur stinkt, machte Miyu das sie schnell sie Treppen hoch kam
„na du“ lachte ihr Ela oben an der Tür entgegen
„das stinkt!“ beschwerte Miyu sich über die Belästigung ihrer Nase
„die alte Surge hat mal wieder im besoffenen Zustand im Hausflur gepisst“
„wieso schmeißt der Vermieter den nicht raus?“ betrat Miyu die Wohnung
„weiß der Schinder wieso!“
„Uweeeeee“
„na meine Maus“ war auf Uwes Gesicht wie immer ein lächeln.
„Miyu“ meldete sich auch gleich eine andere Stimme zu Wort, wo Miyu am liebsten drüber hinweg gehört hätte, aber nur lieb lächelte.
„hallo Jenny!“
„und ich bekomm kein Hallo“ sah Noel sie auffordernd an, der auf dem Sofa direkt neben Jenny saß, die selbst wie eine Klette an ihm zu kleben schien
„ja doch, Hallo!“ grinste Miyu um gleich wieder auf völlige Ignoranz zu gehen.
Sich ebenfalls auf dem Sofa nieder gelassen, dachte Miyu nicht recht zu sehen!
-hat der mir gerade wirklich die Zunge raus gestreckt?- klimperte sie irritiert mit den Augen
„hey lass das, das ist meine Cousine, niemand darf sie ärgern!“ hatte auch Jenny es mit bekommen und somit bestätigt das Miyu sich das nicht eingebildet hatte
„meinst du dass sie sich nicht selber verteidigen kann?“ grinste Noel, für ihn war es witzig Miyu in Verlegenheit zu bringen
„lass gut sein Jenny“ grinste nun auch Miyu, wenn er spielen wollte, das konnte er haben, flüsterte ihre schwache Wut,
„genau Jenny!“ lachte Noel, als ob er Miyu wie ein Papagei mit eignenden Worten nach machen würde
„oh wie ich sehe kannst du dir Namen merken?“ sah Miyu ihn unschuldig an, auch seine verdammt hell blauen Augen würden ihm nicht dabei helfen Miyu sanft zu stimmen
„ja für gewöhnlich schon, nur sorry, deinen konnte ich mir nicht merken, zu dumm auch, dabei vergesse ich wichtige Sachen eigentlich nicht. Oh ja jetzt hab ich es, vielleicht bist du ja nicht wichtig genug!“ war aus seinen gerade noch offenen Grinsen ein dreistes geworden
- Arschloch!- sah Miyu ihn eingeschnappt an und wollte erst aufstehen, stattdessen antwortete sie jedoch nur unwillkürlich
„ ja dieselbe Ausrede nehme ich auch mal, dein Name ist mir leider auch wieder entfallen! Schuldige, aber ich merke mir halt auch nur wichtiges“
„ihr seid doof!“ musste auch Jenny ihren Kommentar hinzu geben, die mit dem Rücken an Noel gelehnt, düster Miyu anschaute. Es passte ihr nämlich überhaupt nicht das Noel sich so mit Miyu beschäftigte und wenn Blicke töten könnten, würde Miyu sicherlich schon lange leblos auf dem Boden liegen.
„Miyu möchtest du eine Bratwurst oder so was?“ kam Ela hinzu, die wie gewohnt mal wieder was am Kochen war, oder bloß etwas grillte.
„nein danke Ela!“ lächelte Miyu lieb als Danke
„hast du heute schon was gegessen?“ sahen Elas braune Augen sie abschätzend an, nein Miyu hatte noch nichts gegessen, doch Hunger hatte sie auch nicht.
„ja hab ich Ela“ log sie und versuchte ihrer Tante dabei nicht direkt in die Augen zu sehen.
„scheinst nicht gut lügen zu können was?“ flüsterte Noel leise, als Ela wieder zurück in die Küche gegangen war
„was?“ sah sie ihn deswegen verdattert an, Jenny musste total anfangen zu lachen
„wieso soll sie lügen?“ konnte sie sich jedoch die Frage auch nicht verkneifen
„weil man es ihr ansieht, kleine!. Alleine das sie der Ela nicht in die Augen sehen konnte, hat sie schon verraten „ versuchte Noel es plausibel zu erklären und Miyu wusste das er recht hatte, sie war nicht gut im Lügen und wollte es auch nie sein. Aber irgendwie scheint man ohne gelegentliche Lügen überhaupt nicht aus zu kommen.
„und wie geht es deinen Freund?“ sprang Noel von einem Thema auf das andere. Miyu verkrampfte, das Wort Freund schien plötzlich so unreal zu wirken, dabei war er aber genau das, noch ihr so gesehener Freund.
„warum? Interesse an ihm?“ konnte sie sich das Lachen nicht verkneifen
„ach wo, ist ja schon langweilig, hatte ich ja schon“ ging Noel drauf ein und machte sich ein Spaß raus, Jenny nicht gleich zu erklären das es ein Witz war, weil diese ihn nun total verdutzt ansah
„das du ihn hattest ist mir schon klar, aber wieso nur einmal?“ sprach Miyu ernst, als ob sie es wirklich so meinte und Jenny machte die Augen immer größter, wobei ihr Mund sich ungewollt vor Schock öffnete
„na sagte ich doch, weil er langweilig wird!“ grinste Noel
Ohne ein weiteres Wort erhob Miyu sich und steuerte die Küche an, wo Ela immer noch vor dem Elektrogrill zu Gange war
„na Ela“ versuchte sie gute Laune vor zu spielen, was nicht ganz so gelingen wollte
„alles in Ordnung?“, erschrocken drehte Miyu sich um und sah in direkt in Noels Augen hinein, wobei sie gespielt lächelte
„na sicher, wieso sollte nicht?“ spielte sie ihre Maske gut, Miyu konnte schon immer ein Lachen vorspielen, obwohl es ihr schlecht ging. Sie zeigte anderen nur das was sie wollte das sie es sehen, ihr letzter Ton in einem Lachen klang nicht traurig wenn sie es war, ihre Körpersprache verriet sie nicht! Nein sie hatte zu lange Menschen beobachtet und wusste worauf man achten musste, als das sie sich durch solche Dinge verraten würde.
„wieder eine Lüge?“ fragte er leise, als Ela in diesem Moment an ihm vorbei ging, aus die Küche raus
„was willst du von mir Noel?“ sah Miyu ihn nun düster an, Noel grinste, steckte beide Hände in die Hosentaschen und sah sie einen Moment Wortlos an
„sag mal rede ich mit ner Wand?“ wurde Miyu ungeduldig, Noel zuckte grinsend mit den Schultern.
„hat mein Satz dir gerade wehgetan Miyu?“
„was? Bitte?“ tat Miyu auf doof, nein sie würde ihn sicherlich nicht erlauben mit ihr zu spielen
„ich habe es gerade gesagt weil ich nur so der kleinen nicht wehtat“
„wird doch glücklich mit deiner kl…“ Miyu schaffte es gerade so eben noch ihren Satz ab zu brechen, als genau diese kleine nun ebenfalls in die Küche kam
„ach hier bist du Noel, hab mir schon Sorgen um dich gemacht“ klammerte sie sich gleich wieder an Noels Arm und ließ ihr Blick durchbohrend zu Miyu gehen
„Sorgen?“ fragte Miyu den Kopf etwas gehoben, genervt davon das Jenny gerade in diesem Augenblick rein kam
„ja, weil er eigentlich nur was zu trinken holen wollte“ zickte Jenny Miyu an, aber auf sehr gespitzter freundlicher Art
„pass auf wie du mit mir redest Jenny“ warnte Miyu sie und ging an den beiden vorbei, wieder zurück ins Wohnzimmer, wo sie sich genervt hinsetzte
„du bist süß wenn du dich ärgerst“ flüsterte Noel Miyu leise zu, als er sich mit Jenny auch wieder hinsetzte.
Entsetzt starrte Miyu den Schrank geradeaus an, hatte er das gerade wirklich gesagt?
-wird ich rot?-
„Miyu bleibst du heute auch hier?“
„bitte?“ hatte Miyu zwar mit bekommen das Jenny etwas sagte, aber nicht realisiert was
„ob du heute auch hier bleibst?“ wiederholte sie ihre Frage, wobei auch Noel sie abwartend auf die Antwort ansah
„nein ich fahre gleich wieder los“ blockte Miyu und sah gleich wieder weg
„ich glaube Miyu hat Sehnsucht nach ihren Freund Jenny“ zog Noel es provokant ins lächerliche
„wie witzig!“ brummte Miyu deswegen und setzte sich noch ein Stückchen zu Seite weg, damit auch ja viel Platz zwischen ihr und Noel war, bevor sie auf dumme Ideen kommen würde und ihre Schuhe in seinem Gesicht absetzt!
„hast du jetzt Angst das ich dich beiße? „ Noel hatte richtigen Spaß daran sie zu necken und auf die Palme zu bringen. Eigentlich etwas was er zuletzt während der Schulzeit gemacht hatte und nun wieder merkte wie viel Spaß es doch machen konnte.
„Miyu dein Handy!“ machte Jenny sie auf das Klingeln aufmerksam, was aus ihrer Jackentasche kam, wo die Jeansjacke selbst über den Stuhl hing.
Es schnell raus geholt, bevor das Klingeln wieder verstummt, konnte Miyu gleich Angies Name auf dem Display ablesen.
„ja?“ ging sie rüber ins Schlafzimmer um ungestört reden zu können
„er ist wieder bei ihr!“ erklang Angies Stimme heiser, was verriet das sie geweint haben musste
„was?“ hätte Miyu es fast ins Handy rein geschrien, sie hatte ihn doch zu ihr hoch geschickt, wenn er doch so am Ende war, wie er sagte, wieso war er jetzt den wieder bei dieser Jenica?
„ich halte das nicht mehr aus Miyu!“ konnte man Angies Stimme zittern hören
„warte ich komm nach Hause ja“
„okay, danke Miyu“
„hey ist doch normal oder?“ versuchte Miyu zu lächeln, auch wenn es schwer viel.

 „Ela, ich muss wieder nach Hause ja!“ stand Ela im Wohnzimmer am Tisch als Miyu aus dem Schlafzimmer kam
„jetzt schon? Wieso?“ fragte Ela neugierig
„Angie geht es nicht gut“ gab Miyu knapp Antwort, schnappte sich ihre Jacke und wollte gerade gehen, als Noel plötzlich an der Tür hinter ihr stand
„und gehste wieder zu deinem Freund?“
„nein!“ sah sie ihn mit dunklen Schatten in den Augen an und ließ ihn dort stehen.

Fortsetzung folgt^^...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.05.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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