Thomas Siegele

Der weiße Wolf Teil I


Disclaimer: Die literarische Figur des weißen Wolfes ist geistiges Eigentum von Mathias G. (www.whitewolf.net.tc).
Ich bin nicht der geistige Schöpfer des weißen Wolfes!



Von den Anfängen bis zur letzten großen Schlacht gegen die Dämonen


Als die Götter die 4 Ebenen (das Reich des Lichts, wo sie selbst wohnten, die Erde, die Zwischenwelt, die das Reich der Toten ist und eine weitere Schicht) geschaffen hatten, begehrte sich der Herr der Finsternis gegen den König der Götter auf und wurde mit einem Drittel der Lichtboten in die 4. Schicht, die ab sofort den Namen „Reich der Schatten“ tragen sollte, verbannt. Zu jener Zeit sah der König der Götter auf die Erde, um „seine“ Menschen zu beobachten. Mit Schrecken stellte er fest, dass die Hoffnungslosigkeit überhand nahm und seine Schützlinge immer unglücklicher wurden.

„Das ist sicher das Werk des Herrn der Finsternis“, dachte er betrübt

Also beschloss er den Rat der Götter einzuberufen, um mit ihm darüber zu beratschlagen, wie man diese untragbare Situation entschärfen könne. Denn von der Hoffnungslosigkeit ist es nicht mehr weit zur Verzweiflung und von dort nur mehr ein Katzensprung zum Neid. Neid jedoch ist gleichzusetzen mit Missgunst und daraus entsteht schnell ein Stellvertreterkrieg, wie ihn das Böse so gerne anzettelt. Der Einsatz sind die Seelen der Gefallenen. Wer mehr davon hat, wird die letzte Schlacht um die Herrschaft über die Erde erlangen. Gut gegen Böse – dieser Kampf wird noch Jahrtausende geführt werden, dessen war sich der König der Götter sicher.

Es wurde nun also der Rat der Götter einberufen – alle 100 Gottheiten erschienen im Palast des Königs, um zu beratschlagen was zu tun sei. Nach einer langen Sitzung mit schier endlos scheinenden Diskussionen kamen die Götter zu folgendem Ergebnis: Es war ja jedem von ihnen bekannt, dass sie selbst nicht heruntersteigen konnten, um ihren Schützlingen zu helfen, da im Großen Vertrag zwischen Gut und Böse geregelt war, dass alle 4 Ebenen mit einer für beide Seiten unüberwindbaren Mauer versehen war.

Also beschlossen sie Lichtboten in der Gestalt von Weißen Wölfen auf die Erde zu senden. Diese sollen für die Menschen eine Quelle des Lichts sein und die Hoffnungslosen aus ihrer Hoffnungslosigkeit zu befreien. So hofften die Götter weniger Menschen an das Böse zu verlieren, die reihenweise begannen in ihrer Verzweiflung Pakte mit den Bösen schon zu ihren Lebzeiten zu schließen (denn das war immer schon möglich gewesen!) und gegen die wenigen Götterergebenen zu kämpfen. Man hatte in der Zwischenzeit auch schon herausgefunden wie das Böse zu seinen Pakten mit den Menschen kam: Es war dem Licht wieder einmal einen Schritt voraus und hatte Schattenkrieger in der Gestalt von Schwarzen Wölfen auf die Erde hinauf gesandt, die diesen den leichteren Weg des Bösen schmackhaft machen sollten - und das machten sie augenscheinlich mit großem Erfolg!

Der Ratschluss der Götter stand nun also fest: Sogleich wurden 13 Lichtbotenfamilien ausgewählt, in 13 Wolfrudel verwandelt und auf die Erde hinab gesandt.

So beginnt auch die Geschichte des Weißen Wolfs. Er wurde mit seiner Familie als 11. Kind, und somit aus als einer der  jüngsten Lichtboten, auf die Erde gesandt. Er war schön, muskulös und groß gewachsen. Kurzum, ein Paradebeispiel eines Lichtboten. An der Akademie, wo man seinen Gefährten und ihm das Kämpfen gegen das Böse in Wolfsgestalt beigebracht hatte, war er einer der besten und geschicktesten Krieger.

Sein Rudel und er breiteten sich also über die gesamte Erde aus und halfen den Menschen in ihrer Verzweiflung und Trostlosigkeit. Nachdem sich die weißen Wölfe bei den Menschen vorgestellt hatten, waren sie sehr willkommen und genossen großes Ansehen bei jenen.

Viele Jahre zogen vorbei und der Weiße Wolf und sein Rudel konnten viele Menschen retten und sie für den Weg des Lichts gewinnen. Nur selten begegneten sie Schwarzen Wölfen. Die Auseinandersetzungen mit diesen waren jedoch brutal und oft für beide Seiten verlustreich. Eines Tages jedoch traf die Familie des Weißen Wolfs auf ein Rudel Schwarzer Wölfe, deren Kampf mit ihnen noch beiden Seiten lange in Erinnerung bleiben wird:

Es war ein heißer Tag vergangen und der Abend versprach angenehme Kühle zu verschaffen. Der Weiße Wolf war gerade dabei gemeinsam mit seiner Familie aus einer Stadt in Richtung ihr Revier zu ziehen. Es war ihnen heute gelungen alle Bewohner jener Stadt zum Licht zu bekehren und ihnen Glaube, Hoffnung, Zuversicht und Liebe zu schenken.

„Solche Tage sollte es mehr geben“, seufzte der Weiße Wolf glücklich.

Als er so seinem Glücksgefühl nachhing, wurde er jäh vom Warngeheul des Alphawolfes aus seinen Gedanken gerissen.

„Das kann nur ein eins bedeuten, ein Rudel Schwarzer Wölfe ist auf dem Weg!“, dachte sich der Weiße Wolf über diesen Umstand verärgert und gleichzeitig seinem zerstörten Tagtraum nachtrauernd.

In der Hoffnung, dass ihre Feinde aus Angst vor einer Überzahl, und somit einer Niederlage, umkehrten, stimmten alle zwölf Wölfe in des Alphawolfes Geheul ein. Doch, wie bereits vom Weißen Wolf geahnt, ließen sich ihre Feinde davon wenig beeinflussen und kamen immer näher.

„Das wir ein harter Kampf“, darin waren sich alle Lichtboten einig.

Sie waren müde und erschöpft vom Zuhören der Probleme der Menschen und dem Ratschläge geben an diese. Die schwarzen Wölfe jedoch schienen bisher noch nicht viel getan zu haben, denn sie wirkten noch sehr frisch und vor allem extrem Angriffslustig! Es kam tatsächlich zu einem schweren Kampf. Beide Seiten schienen aber, trotz der Müdigkeit der Weißen Wölfe, gleich stark zu sein. Es gab auf beiden Seiten nur leichte Verletzungen und ein Sieg einer Seite schien unmöglich. Gerade war der Weiße Wolf wieder zähnefletschend und knurrend dabei einem Boten der Dunkelheit an die Kehle zu gehen, als er irritiert zur Seite blickte. Hatte er da nicht gerade ein weißes Schimmern, das wie das eines Weißen Wolfes aussah, an der Schwarzen Wölfin neben ihm gesehen? Lange Zeit um darüber nachzusinnen blieb ihm jedoch nicht, denn schon ging sein Gegner zum Gegenangriff über, den er geschickt parierte.

„Nein, “ dachte er, „ich muss mich getäuscht haben. Das ist einfach nicht möglich!“

Es war nun nämlich nichts mehr zu sehen von jenem Schimmer. Schließlich stürzte er sich wieder in den Kampf, denn neben ihm war sein Cousin arg in Bedrängnis geraten! Gerade als die beiden den entscheidenden Biss am schwer verwundeten Schwarzen Wolf vornehmen wollten, erschallte ein ohrenbetäubend lautes Geräusch. Die weißen Wölfe fielen vor Schmerz zu Boden und hielten sich mit ihren Vorderpfoten die Ohren zu. Kurze Zeit später verstummte das Geräusch genauso rasch wieder, wie es ertönt war. Immer noch winselnd vor Schmerz und Schreck richtete sich der Weiße Wolf auf und erkannte, dass die Schattenkrieger alle verschwunden waren.

Als sich alle einigermaßen von ihrem Schreck erholt hatten, ging er Weiße Wolf zum Wolfsältesten und fragte diesen: „Oh edler Meister, könnt Ihr uns sagen, was das eben war?“

Mit düsterer Stimme antwortete dieser: „Höret mich an, meine Brüder und Schwestern, die Prophezeiung ist wahr geworden. Da Böse hat den Vertrag gebrochen und der Herr der Finsternis einen Weg gefunden die Welt der Menschen zu betreten. Hiermit hat die letzte Schlacht begonnen. Mach euch bereit!“

Ein erschrockenes Raunen ging durch die Reihe der Wölfe: „Das Böse ist hier? Wie sollen wir sie ohne Hilfe der Götter besiegen? Jene sind ja nicht fähig Verträge zu brechen oder auch nur zu lügen.“

Schließlich gab der Wächterwolf des Lichts, aus der Zwischenwelt stammend, auf Befehl des Alphawolfes, dem weißen Wolf das Portal ins Reich des Lichts, um den König der Götter schnell zu fragen, wie nun weiter vorgehen zu sei.

Sogleich war er in seinem zu Hause, dem Reich des Lichts, doch er konnte sich nicht lange darüber freuen, denn der Gott der Weisheit und Prophezeiung erwartete ihn bereits mit sehr schlechten Nachrichten. Das Reich des Lichts würde die Erde für viele Jahre an die Dämonen verlieren. Und er gab ihm auch sofort den Befehl des Königs mit, nämlich dass die Weißen Wölfe evakuiert werden sollten, und zwar sofort.

Rasch kehrte er auf die Erde zurück. Doch als er aus dem Portal trat, was musste er sehen? Sein ganzes Rudel, ja alle Weißen Wölfe lagen neben wenigen Schattenkriegern tot in auf der blutdurchtränkten Erde. Zu seiner Trauer und Verzweiflung mischte sich Verzweiflung und schließlich Hass und Rachgelüste. Er war nun ganz allein!!

Er machte sich also auf jene zu suchen und zu töten, die seine Familie getötet hatten. Er braucht auch gar nicht weit zu laufen, da kam er auch schon zu einem riesigen Lager der Schattendämonen, das von einigen Schwarzen Wölfen bewacht wurde. Blindlings rannte er in das Lager und zerfetzte wutentbrannt die beiden Wachen, die ihm am nächsten waren. Da jedoch die Weißen Wölfe ihre Kraft aus der Liebe, der Zuversicht und der Hoffnung schöpfen, im Gegensatz zu ihren schwarzen Artgenossen, verlor er diesen Kampf, zudem waren es einfach zu viele Schattendämonen. Mit letzter Kraft öffnete er das Portal und entschwand in die Zwischenwelt. Lange lag er dort im braunen Gras und wollte nur noch sterben, da erschien ihm plötzlich ein Lichtbote, bestärkte ihn und richtete ihn auf und brachte ihn zum Brunnen des Lichts. Davon trank der Wolf und bald darauf leuchtete sein Fell genauso gleißend hell wie vorher.

Viele Jahre zogen vorbei in der der Weiße Wolf Seelen in der Zwischenwelt für das Licht gewann – alles neue Lichtboten!

Dadurch, dass er so ausgerastet war und blindlings vor Rache in das Lager der Schattendämonen eingedrungen war, wurde ihm der Eintritt in das Reich des Lichts verwehrt, obwohl er aus dem Brunnen des Lichts getrunken hatte. Doch der schwarze Fleck an seiner Kehle blieb. Er war nun gezeichnet für die Ewigkeit als ein Lichtbote, der schon Nahe an der Schwelle zum Dunkel stand.

Als er nun schon viele Jahre seine neue Aufgabe als Wächter des Lichts ausgeübt hatte, erschien ihm eines Tages ein anderer Lichtbote:

Er sei befördert worden und solle nun auf die Erde zurückkehren, um diese von den Dämonen zu säubern. Traurig verabschiedete sich der Weiße Wolf von seiner ihm mittlerweile liebgewonnen Zwischenwelt und entschwand durch das Portal in Richtung Erde.

„Diese Aufgabe ist unlösbar für mich, ich kann doch nicht allein die Welt vor dem Bösen retten! Vielleicht erlöst mich ja der Tod?“, dachte er verzweifelt und betrübt zugleich.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.06.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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