Thomas Siegele

Der weiße Wolf Teil II

 

Disclaimer: Die literarische Figur des Weißen Wolfes ist geistiges Eigentum von Mathias G. (www.whitewolf.net.tc).
Ich bin nicht der geistige Schöpfer des Weißen Wolfes!



Wie der weiße Wolf seine Gefährtin kennen lernte

 

Der weiße Wolf war müde von seinen nie endend wollenden Kämpfen. Er hatte soeben wieder eine Ausgeburt der Hölle vernichtet und lag nun erschöpft im weichen Gras und leckte  seine Wunden. Wie sehr wünschte er sich eine Gefährtin, die ihm beistand und sein Leben mit ihm verbringen wollte.

Doch er wusste, dass er der letzte seiner Art war. Er sah sie alle tot auf dem Schlachtfeld liegen. Alle gefallen bei der letzten großen Schlacht gegen die Dämonen. Seither beherrschen diese die Erde und haben die Menschen, seine Schützlinge versklavt. Er konnte ihnen nicht helfen. Ein kleiner Wolf gegen abertausende von Dämonen! Natürlich war er ein mächtiges Wesen, von den Göttern auserkoren, doch ohne sein Rudel konnte er nichts ausrichten.

Während er so dalag, seinen tristen Gedanken nachhing und immer wieder das Schlachtfeld vor Augen hatte, wo sein gesamtes Rudel starb, sah er in der Ferne ein schwarzes Schimmern und er witterte bald darauf einen Wolf, eine schwarzen Wolf, gesandt vom Herrn der Finsternis, um die weißen Wölfe endgültig zu vernichten. Sofort sprang er auf seine Beine und ließ ein furchtbares, tiefes Heulen ertönen. Doch der schwarze Wolf kam immer näher, bis der weiße Wolf erkannte, dass er eine Wölfin vor sich hatte.

Sie rief ihm zu: „Friede, oh edler Lichtbote! Ich komme in Frieden!“

 

Der weiße Wolf rief zurück: „Warum soll ich dir glauben, du Ausgeburt der Hölle?“, stieß ein böses Knurren aus und begab sich in Kampfposition.

Die Wölfin aber legte sich auf den Rücken und bat ihm ihren schönen Hals dar.

„Ich will wirklich nicht gegen dich kämpfen!“, rief sie mit Verzweiflung in ihrer Stimme.

Da wusste der Wolf, dass sie es ernst meinte, denn diese Geste gilt bei allen Wölfen, seien es nun himmlische Wesen oder nicht, als bedingungslose Kapitulation. Also ging der Wolf vorsichtig näher, denn einem Wesen der Finsternis darf man nie trauen, und beschnupperte sie. Ach wie gut sie doch roch… Irgendwie freute sich der weiße Wolf nun doch eine Genossin zu treffen, auch wenn sie eine Dunkle war. Schließlich forderte er sie auf: „Steh auf! Was willst du eigentlich von mir?“ Erleichtert stand sie also auf und schüttelte sich die Erde aus ihrem glänzenden, schwarzen Fell.

Schließlich antwortete sie: „Ich habe dein weißes Leuchten auf der anderen Seite des Hügels gesehen und dein Heulen gehört, also habe ich beschlossen dich kennen zu lernen, auch wenn du ein Lichter bist. Ich bin ganz allein und habe in einem Traum gesehen, wie ein Wächter des Lichts mit mir durch die Wälder streifte.“

Dem weißen Wolf gefiel diese Wölfin immer mehr und wollte wissen, wieso sie denn alleine sei und wo ihr Rudel sei.

Die Wölfin senkte traurig ihren Kopf und begann seufzend zu erzählen: „Als der Herr der Finsternis glaubte alle weißen Wölfe seien besiegt und ihm die Weltherrschaft sicher erschien, beschloss er auch alle Wächter der Dunkelheit zu vernichten und ließ Feuer vom Himmel fallen. Auch mein Rudel wurde dadurch getötet, nur ich hatte Glück, da mir das Feuer nichts anhaben konnte, da mein Vater ein weißer Wolf war. Siehst du da? Dieser weiße Fleck hier an meinem Fell stammt von meinem Vater.“

Sie hob den Kopf und zeigte ihm die besagte Stelle. Der Wolf staunte nicht schlecht als er ihre Geschichte zu Ende gehört hatte. Er wusste von keinem Fall, dass sich jemals ein weißer Wolf in eine schwarze Wölfin verliebt hätte und er glaubt die Geschichte der lichten Wölfe gut zu kennen.

Konnte es sein, dass er gerade dabei war sich in eine Dunkle zu verlieben?

Ein Teil in ihm sträubte sich gegen diesen Gedanken und flüsterte: „Sie ist deine Feindin!“

Doch es gab auch noch einen anderen Teil, der immer stärker wurde in ihm, und der sagte: „Ihr seid die letzten eurer Art, sie ist nicht mehr deine Feindin!“

Diese Stimme gewann schließlich überhand und so lud der Lichtbote die Wächterin der Dunkelheit in seine unweit entfernte Höhle ein. Auf dem Weg dorthin erzählte er ihr von seinem Rudel, wie er als Einziger schwerverletzt entkommen konnte und von seinen nie endend wollenden Kämpfen gegen die Dämonen. In der Höhle angekommen durchlebten die beiden die erotischste Nacht ihres Lebens. Sie war immer begeisterter von diesem muskulösen, schönen Wolf und genoss jede Sekunde dieser Nacht mit ihm. Er wusste wo er sei berühren musste noch bevor sie es selbst ahnte und nach ein paar Stunden schliefen sie glücklich neben einander ein. Um Mitternacht erwachten beide, setzten sich vor des weißen Wolfs Höhle und stimmten in ein wunderschön-schauriges Geheul ein.

Von diesem Tag an hatte sich der Wunsch des weißen Wolfes erfüllt. Er war nun glücklich mit seiner neuen Gefährtin und sie gingen nun auch immer gemeinsam auf Dämonenjagd unter Tags und durchlebten wundervolle, romantische und erotische Nächte miteinander. Als Duo waren die beiden bei der Dämonenjagd fast unbesiegbar und so gelang es ihnen bald mit Hilfe der Götter das Dämonenreich auf Erden einzudämmen und so viele Menschen zu retten.

Wenig später bekamen die beiden einen Sohn, einen schönen, gesunden, weißen Wolf mit einem schwarzen Fleck an der Kehle.

Dieser sollte dann der Stammhalter der neuen Beschützer der Menschen werden, denen es dann in einer großen Schlacht gelang die Dämonen endgültig zu besiegen und eine schöne Welt voller Freude, Liebe und Licht zu schaffen in denen die „neuen“ weißen als auch schwarzen Wölfe den Menschen dienten.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.06.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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