Andreas Rüdig

Radevormwalder Raserei

 

Das Heimatmuseum Radevormwald bietet eine ortsgeschichtliche Ausstellung zur Stadtgeschichte und Wohnkultur. Das Vereinsleben ist genauso zu sehen wie Handel, Handwerk und Landwirtschaft. Sonderausstellungen kommen hinzu. Glaubt man dem Faltblatt, gibt es einen Kälberstrick ebenso wie eine Feilenhaumaschine, eine Bartbinde, einen Radfahr-Erlaubnisschein und eine durchsichtige Bilora-Kamera.

 

(am Ende der Führung) ... so, meine lieben Damen und Herren, und nun sind wir am Ende unserer kleinen Führung. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und verabschiede mich von Ihnen. Bitte trödeln sie jetzt beim Verlassen des Museums nicht. Wir schließen in wenigen Minuten, wenn nicht gar schon Sekunden ... haha ... kleiner Scherz am Rande.

 

(Besucher) Ich habe heute Morgen zu viel Kaffee getrunken. Es drückt... Ich muß auf Klo ... (wenige Minuten später) Uff, jetzt bin ich erleichtert. Mal sehen, wo die anderen sind. (Türgeklapper) Ich habe aufgeschlossen. Wieso geht die Tür jetzt nicht auf? (rüttel rüttel) Klemmt sie? Drückt jemand von außen dagegen? (Klopf klopf) Hört mich jemand?

 

(Reiseleiter) Wo ist Bertram? Hat jemand Bertram gesehen? Nein? Naja, er wird schon wieder zu uns stoßen.

 

(bei der nächsten Führung) Wie gewünscht werfen wir jetzt noch einen Blick auf die Sanitäranlagen aus Uromas Tagen. Hier bitte. Huch, die Tür klemmt. (Heftiges Gezerre. Plötzlich hält der Führer die Türklinke in der Hand. Er sieht verdutzt aus. Die Tür geht knarrend auf.) Sie sehen: es ist ein ganz normales Klo. Das Sklett heißt Betram. Es ist nicht echt und sitzt dort nur zur Dekoration.

 

Anfang des vorletzten Jahrhunderts begann die Firma Johann Wülfing & Sohn und andere Firmen an der Wupper das Gesicht der Ortschaften an diesem Fluß zu prägen. Das Johann Wülfing & Sohn Museum zeigt in den Räumen einer über 160 Jahre alten Tuchfabrik Exponate zur Geschichte der Textilindustrie an der Wupper.

Das Museum befindet sich im Aufbau. Es sind aber heute schon verschiedene Arbeitsbereiche zu sehen. Der Bereich Energie zeigt die größte Dampfmaschine des Bergischen Landes (Baujahr 1891), einen Drehstromgenerator aus dem Jahre 1901 und eine Wasserturbine aus dem Jahre 1921. Die Textile Fertigung zeigt Dessinatur (Entwicklung modischer Stoffe), eine Musterweberei (Maschinen zur Anfertigung der Muster) sowie die Textilprüfung (Prüfgeräte für Fasern, Garne und Gewebe).

 

(Radevormwalder Rasendes Radieschen)

Zu einer spektakulären Rettungsaktion kam es gestern in unserem Radevormwalder Industriemuseum. Dort wurde gestern die lang erwartete Mediathek eröffnet. Nachdem er seine Aufnahmen getätigt hatte, ging unser Fotoreporter Hildebrand Huj noch auf ein stilles Örtchen. Er muß dort wohl eingeschlafen sein - auf jeden Fall schaffte er es, dort eingeschlossen zu werden. Geräusche waren nicht mehr zu hören; offensichtlich war niemand mehr im Haus. Da fiel Huj sein Fotohandy ein. Schnell schrieb er eine Nachricht auf einen Zettel: "Wer diesen Zettel findet, rufe bitte sofort die Nummer 0149 - 0123 34 56 an." Dann transferierte er sich mittels eines Fotos in seinen Taschenfotoapparat.

Was er dabei nicht bedachte: Als ihm das Fotohandy aus der Hand glitt, fiel das Gerät nicht auf den Fußboden (wo es möglicherweise zerbrochen wäre). Mit einem lauten Platschgeräusch landete es vielmehr im Wasser der Toilette. Die Folg: Am folgenden Morgen fand die Putzfrau zwar die Nachricht, nicht aber das Handy. Verwirrt, wie sie war, machte sie sich erst einmal an die Reinigungsarbeiten. Beim Spülvorgang verursachte sie dann prompt eine Verstopfung. Als der herbeigerufene Hausmeister die Verstopfung bekämpfte, drückte er sie glücklicherweise nicht in Richtung Kanalisation; er saugte sie vielmehr in Richtung Oberfläche. Als Hausmeister und Reinigungskraft das Mobiltelefon entdeckten, fiel endlich der sprichtwörtliche Groschen. Sie riefen unseren Großrechner an und transferierten Huj mitsamt seiner Fotos dorthin. Warum uns Hujs Verschwinden nicht früher aufgefallen war, sei einmal dahingestellt; Aufgrund unserer neuen Beamtechnik (Raumschiff Enterprise sei Dank!) konnten wir unseren Pressefotographen jedenfalls ganz schnell wieder reaktivieren.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.06.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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