Es war ein schöner sonniger Tag und geplant war ein Ausflug zum See.
Doch Tochter Lily, ich vermutete es schon immer ein wenig, anscheinend etwas wasserscheu, stand morgens dann schon jammernd in der Küche. „Aua!!, ich kann kaum laufen, mein Fuß tut so weh.“
Ich etwas skeptisch, schaute mir ihren schmerzenden Fuß an und musste feststellen, dass er angeschwollen war.
Vorsichtshalber entschied ich einen Arzt aufzusuchen und bot an, sie zu begleiten.
Lily, noch nicht ganz achtzehn Jahre alt, war noch Patientin beim Kinderarzt. In dessen Wartesaal, wie sollte es anders sein, warteten schätzungsweise bereits dreihundertvierundzwanzig tollende Kinder vor uns.
Dieser Tag war also spätestens zu diesem Zeitpunkt zum Scheitern verurteilt. Da saßen wir nun, ich bereits völlig entnervt und direkt neben uns, ein in den höchsten Tönen schreiendes Kind. Vor lauter Verzweiflung schaute ich mich im Wartezimmer genauer um.
Da waren sie. Vier quietschegelbe kleine Enten und zwei hellbraune Hundewelpen.
Für mich als Tiernärrin im Grunde eine süße Angelegenheit. Wenn es da nicht ein Problem gegeben hätte.
Alle sechs Tierchen saßen mit ihren groß guckenden Kulleraugen vor einem Fressnapf.
Vor einem leeren Fressnapf!
Oder einfach nur einem Wassernapf, der als solches dann jedoch nicht zu erkennen war.
Ich zeigte das ganz entsetzt meiner Tochter und sagte: „Neeeeeeeeeeeeee, so geht das aber nicht!“
Das musste unverzüglich geändert werden. Lily hatte die Aufgabe, die Schwester abzulenken, während ich mich in die Anmeldung schleichen wollte, um Materialien für die Vollverpflegung der Tiere zu entwenden. (Sorry, leihweise auszuborgen).
Die Ausführung war nicht einfach, denn es tauchte ganz plötzlich von Irgendwoher eine zweite Schwester auf, die nun auch noch abgelenkt werden musste. Wir hatten jedoch Glück, denn Schwester Nummer Zwei lief in den Spritzenraum.
Nun konnte unser Vorhaben rasch in die Tat umgesetzt werden.
Ich mopste aus dem Anmeldezimmer zwei farbige Stifte.
Und dann kam das nächste Problem. Viele kleine Kinder mit dazu gehöriger Mami oder dazugehörigem Papi. In Einzelfällen waren sogar brav und fürsorglich beide Elternteile anwesend. Glücklicherweise waren alle genügend beschäftigt. Entweder es wurde erzählt, gespielt, gemalt oder mit Bobbycar´s über nicht schnell genug weichende Füße gefahren. So nahm niemand große Notiz von uns und unserem Tun. Wir gingen nahtlos zur Ausführung des eigentlichen Planes über.
Ich tat, was getan werden musste.
Keine zwei Minuten später war alles wie zuvor.
Fast alles.
Reges Treiben vieler Kinder, ich mit Tochter noch immer wartend. (Am Ende stellte sich eine Zerrung des Fußes heraus.)
Das zuvor noch schreiende Kind schaute mucksmäuschenstill auf das große, mitten im Raum hängende Plakat, mit den sechs niedlichen Tieren, deren Futternapf ab sofort immer randvoll gefüllt sein würde.
***
(Und die zwei stibitzen Stifte lagen, wie sollte es anders sein, dank fein säuberlich ausgearbeitetem Plan, wie immer an Ort und Stelle.)
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.06.2009.
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