Norbert Wittke

Im Großen Basar von Istanbul


In der Vorweihnachtszeit hatten wir kurzentschlossen im Jahre 1995 eine
Kurzflugreise mit drei Übernachtungen nach Istanbul gebucht. Durch die
Tatsache, dass Istanbul im Jahre 2010 Europäische Kulturhauptstadt wird,
habe ich mich gerne an diese Reise zurück erinnert. Istanbul, das ehemalige
Konstantinopel bis 1930, davor das antike Byzans, die erste und einzige
Europäische Kulturhauptstadt auf zwei Kontinenten, hat diese Auszeichnung
hoch verdient. Die ersten Eindrücke von dieser Stadt erhielt ich bei einer
Schiffsreise. Eine einmaliger Eindruck diese Stadt vom Schiff aus nachts
in vollem Glanz zu sehen. Im Jahre 1993 erhielt ich so den ersten kurzen
Eindruck dieser Vielvölker- und Millionenstadt von rd. 13 Mio. geschätzten
Einwohnern. 1993 und 1995 ließen wir selbstverständlich die Besichtigung
der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und des Sultanspalastes  nicht aus.
Für jeden Besucher sind diese Orte ein Muss.

Aber auf dieser zweiten Kurzreise 1995 wollten wir auch den Großen Basar
eingehend besichtigen. Mit über 4000 Geschäften und der Vielfalt an Waren-
angeboten ist er fast einzigartig. Straßen durchqueren den ganzen Markt, meist
benannt nach den Waren, die dort verkauft werden. Teppich- Antiquitäten,
Textil und Allerleigeschäfte bestimmen das Bild. Besonders beeindruckt
im Zentrum des 31 Hektar großen Marktes der Eski Bedesten- ursprünglich
sollte es die Schatzkammer des Sultans Mehmet Faith werden- unter dessen
Kuppel sich an die zweihundert Gold- und Silbergeschäfte befinden.

Während meine Mitreisenden einschließlich meiner Frau sich in einem Textil-
geschäft befanden, schaute ich mir die Auslagen eines Juweliers an. Schmuck-
stücke von den Frau und Mann nur träumen kann. Ein Armband mit Saphiren
Rubinen in 750 iger Gold fiel mir besonders ins Auge. Meine Faszination
hatte der Juwelier wohl bemerkt. In perfektem Deutsch sprach er mich an,
als er aus seinem Laden kam. "Sie Schauen so interessiert. Was verdient in
der Auslage ihr besonderes Interesse?"
Ich zeigte auf das Armband und fragte: "Wo haben sie so gut Deutsch sprechen
gelernt?" Er: "Nun,  ich habe meiner Ausbildung einige Jahre in Pforzheim und in
Idar-Oberstein zum Juwelier gemacht, da habe ich es natürlich richtig gelernt.
Sind sie interessiert an dem Armband."
"An sich würde es mir schon gefallen. Ich schätze es nach den Preisen bei uns
auf etwa 14.000 DM." "Oh, sagte er da liegen sie fast genau richtig. Wir haben
es nach einem Katalogstück von Christ nach empfunden. Da ist es mit 14.500 DM
angesetzt, aber wir könnten anfangen bei 7.000 DM zu handeln."
Ich meinte darauf: "So viel Geld habe ich nicht dabei, außerdem habe ich auch
noch meine Pistole vergessen." Er: "Ist nicht so schlimm, ich könnte ihnen meine
ausborgen."
Wir mussten beide herzhaft lachen. Ich habe mich dann von ihm verabschiedet,
um wieder zu meiner Frau und den anderen Mitreisenden zu stoßen.
Wir haben schöne drei Tage in Istanbul verlebt. Besonders aufgefallen ist uns
dabei die große Weltoffenheit der meisten Türken hier, kein Vergleich zu
den touristischen Provinzorten.

07.07.2009                Norbert Wittke

 

 



 

 

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