Dagmar Senff

Nur einTraum?

 

Vor einiger Zeit, gar nicht so lang her, lebten ein Mann und eine Frau…..

So könnte ein Märchen anfangen.  Könnte – aber es ist noch nichts vergangen.

 

Die Geschichte erzählt von einer Begegnung, die sich wie ein Märchen unserer Zeit liest.

Sie erzählt von zwei Menschen, die sich vielleicht nicht auf eine außergewöhnliche Weise, aber auf eine intensive Art begegnet sind.

 

Ein Mann und eine Frau, ein jeder in einem anderen Teil des Landes lebend, lernen sich über ein gemeinsames Hobby virtuell kennen. In der heutigen Zeit nicht unüblich.

Das gemeinsame Hobby gilt der Fotografie. In einer Community stellen beide ihre fotografischen Arbeiten zur Diskussion.

Eines Tages, die Frau, nennen wir sie Magda, sieht sich die neu veröffentlichten Aufnahmen der Fotografen an,  ihr Blick bleibt an einem Bild haften, dass sie besonders fasziniert. Es stellt ein wunderschönes Motiv in sehr guter Qualität dar. Sie entschließt sich, diese Fotografie, im dafür vorgesehenen Teil, zu kommentieren. Der Fotograf hat ihr Interesse geweckt und so verfolgt sie seine weiteren Veröffentlichungen mit Kommentaren.

 

Ihre Arbeiten haben bei weitem nicht dies hohe Niveau, das er erreicht, aber sie ist Anfängerin und verfügt auch nicht über ein hochwertiges Equipment zum Ausführen ihres Hobbys.

Sie schreibt gerne Gedichte und findet zu dem ein- oder anderen Bild schon mal die richtigen Zeilen oder Verse. Diese veröffentlicht sie dann mit ihrer Fotografie.

Vielleicht durch ihre freundliche Art des Kommentierens seiner Fotografien oder durch ihre Verse, wird der Fotograf auf sie aufmerksam.

Er wird neugierig auf die Frau die dahinter steht. Irgendwann liest er ihre Profilangaben und ist beeindruckt.  Die Verbindung ist hergestellt.

 

Auch er, wir nennen ihn Paul, beginnt nun regelmäßig ihre Arbeiten in sehr netter Art zu bewerten.

Nach einigen Wochen ergibt sich durch einen Zufall der direkte E-Mail Kontakt zu einander.  Ein lockerer Schriftverkehr wechselt. Beim Schreiben stellen beide fest, dass das gemeinsame Interessenpotenzial sehr hoch ist. Der Gesprächsstoff geht ihnen auch nach vielen geschriebenen Zeilen nicht aus. Immer faszinierender wirken sie aufeinander. Immer mehr wollen sie erfahren und scheuen nicht davor zurück, einander danach zu fragen.

Immer noch nicht wissen sie, wie der Andere aussieht, oder wie sein Charakter ist. Aber die Angaben in den geschriebenen Briefen, deuten darauf hin, dass jeder für sich einen bedeutenden Menschen kennengelernt hat.

Es entsteht eine merkwürdige Vertrautheit zwischen Beiden.  Eine Vertrautheit die sie so noch nicht erfahren haben, die sie aber dennoch nicht unsicher macht. Sie lassen es zu.

Der Schriftwechsel verdichtet sich, bis irgendwann täglich der Tagesverlauf eines Jeden, dem Anderen mitgeteilt wird.

 

Eine außergewöhnliche Freundschaft ist entstanden. Unbekümmert geht Magda damit um. Sie ist die offene Kraft dieser Verbindung. Durch ihre offensiven Sätze, macht sie Paul Mut sich, trotz seiner Vorbehalte zum Mail –Kontakt, zu öffnen und seine Persönlichkeit zu offenbaren.

Es fällt ihm nicht schwer, zu seiner eigenen Verwunderung!

 

Zeitweise kann sie den Zeilen des Absenders eine neue Form der Vertrautheit entnehmen. Eine Form, die sie zunächst für sich als Fehleinschätzung interpretiert. 

Hat er sie in der letzten Mitteilung nicht mehr bei ihrem Namen angesprochen, sondern ein liebevolles Kosewort verwendet?

Waren da Worte zu lesen, wie: „ich habe Dich lieb gewonnen“ oder „ich mag auf Dich nicht mehr verzichten“?

Irritiert schiebt sie diese Gedanken beiseite, obwohl sie diese Mitteilung gerne liest und gerne aufnimmt.

Zwischenzeitlich ist auch bei ihr das wahre Leben nicht stehen geblieben. Etwa zur gleichen Zeit als sich die traumhafte Brieffreundschaft entwickelt, entwickelt sich auch eine neue Bekanntschaft zu einem „wirklichen“ Mann. Einem dem sie im realen Leben begegnet ist. 

Ein Gewissenskonflikt entsteht in ihr.  Sie beginnt die eine, wie die andere Situation zu hinterfragen.

Immer wieder versucht sie Realität und Traum zu vergleichen. Sie wird kritisch im Umgang mit der Realität. Um dem Traum erliegen zu können?

Nur zu gerne würde sie es.

Eine geraume Zeit lässt sie so vergehen, in der Hoffnung, die Dinge mögen sich selber regeln, wie so oft im Leben.

Doch der Traum wird immer mehr zur Wirklichkeit, weil auch sie die zärtlichen Schriften mit ihrem heimlichen nicht forcierten Gefühl  beantwortet. Eine nicht zu beschreibende Tiefe erreicht die Verbindung der zwei bekannten Unbekannten über diese Ebene.

Die Sehnsucht und das Verlangen nacheinander führen dazu, dass sie beginnen miteinander zu telefonieren. Telefonate, die keinen Zweifel daran lassen, dass alles gut ist so wie es ist.

 

Die Realität beginnt an Bedeutung zu verlieren, die neue Beziehung zum wirklichen Mann gerät ins Wanken und findet keinen Bestand mehr.

Der Traum hat gesiegt.

Wie lange kann ein Mensch träumen? Wer will schon einen Traum beenden. Welche Wege muss man gehen um nie aufzuwachen? Kann man einen Traum leben?

 

Gedanken kreisen in Magdas und Pauls Köpfen. Überlegungen werden ad absurdum geführt und der Macht der Emotionen nachgegeben.

Entsteht eine Liebe, oder ist eine Liebe entstanden?

Keiner der beiden kann diese Fragen beantworten. Die Möglichkeit der persönlichen Begegnung ist gering, allein durch die räumliche Distanz.  Selbst wenn es  diese Möglichkeit gäbe, ließe sich dann der Traum fortsetzen?

Es erscheint schwer für das Paar damit umzugehen.

 

Jedoch - die Sehnsucht bleibt.  Sie wird den Träumenden helfen, sich zu spüren, wann immer sie wollen – ohne Grenzen. Einer wird dem Anderen so nahe sein können, wie es die Realität nie ermöglichen könnte.

 Emotionen werden so groß und schön, wie nur Pflanzen in wilder Natur gedeihen, weil sie nicht wissen wo sie heran wachsen.  

 

Träume sind unsere Hoffnung, das Licht der Seele und des Herzens. Sie sind grenzenlos. Nie sollten wir aufhören zu träumen!

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Während eines Berlinaufenthalts lockt eine schöne Unbekannte den Schriftsteller Alexander Veldo in die Räume einer Vernissage. Dort wird er mit einem Bild konfrontiert, das ihn völlig in den Bann schlägt. Am nächsten Morgen ist das Gemälde verschwunden. Die Suche nach dem Bild führt Veldo tief in die faszinierende und vielfältige Welt der Kunst. Im Kunstmilieu selbst begegnen ihm Anne, Julia und Antonie, drei sehr eigenwillige Frauen, mit denen bald ein verwirrendes Beziehungsspiel beginnt. Im Hintergrund des Geschehens agiert der Händler Panduli, der Veldo für seine zwielichtigen Kunstgeschäfte zu nutzen sucht. Veldo macht sich in seinem Auftrag mit Julia auf die Suche nach dem verlorenen Bild. Auf der Reise intensiviert sich das kunstvolle Spiel ihrer Verbindung. Doch bald zerstören Pandulis dunkle Geschäfte die Idylle. Julia verlässt ihn und Veldo lebt kurz mit Anne und dann mit Antonie zusammen. Eine unbestimmte Drohung lastet über den Beziehungen, vor der Veldo nach Ägypten flieht. Vergeblich, denn während einer Schiffsfahrt auf dem Nil treten ihm erneut Anne, Antonie und Julia entgegen und Veldo verliert sich mit ihnen in einer surrealen, Angst erfüllten Traumwelt, aus der er nur mit Mühen entkommt. Schließlich kehrt er mit Anne nach Deutschland zurück, aber ihre Beziehung scheitert erneut. Monate vergehen, die er mit der Verarbeitung und der Niederschrift seiner seltsamen Erlebnisse verbringt. Und eines Tages macht Veldo eine eigenartige Entdeckung.

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