Yvonne Asch

Jägerin der Nacht *Das erste Mal* Kapitel 2

 

*Das erste Mal* Kapitel 2

Sie war die letzte, die den Raum betrat, und alle Augen richteten sich auf sie. Zehn Köpfe waren es mit ihr zusammen, einer fehlte, und es war nicht schwer herauszufinden, welcher. Sicherlich war Daniel noch unterwegs, um einen Auftrag ausführen, also musste sie auf seine Anwesenheit leider erst einmal verzichten.
Lana verkroch sich in eine Ecke, lehnte sich an die Wand und sah dem Geschehen zu, sie unterhielten sich alle, die meisten kannte sie, war schon allen vorgeführt worden, aber trotzdem erinnerte sie an keinen einzigen Namen außer dem von Daniel, denn er war derjenige, der am ehrlichsten und am nettesten war.
John unterhielt sich mit einer Blondine, die eine wirklich schöne Figur hatte und ihre Ausstrahlung erst einmal, sie wirkte stark und erfahren, sie war einer der ältesten hier. Dann schaute John zu Lana hinüber, er verließ Maria, gesellte sich nun zu Lana und lächelte sie charmant an. „Schön dich hier zu treffen, wirklich schön...“ Hatte ich ’ne andere Wahl? „Hab doch gesagt, dass ich komme!“, meinte sie nur. Er nickte und ließ seinen Blick an ihr heruntergleiten, sie trug eine verwaschene Jeans und ein schwarzes Schlabber-T-Shirt, als wollte sie ihre wunderbare Figur verstecken. „Soll ich dir deinen Auftrag geben?“, fragte er sie, während sein Blick immer noch auf ihrer wunderbaren Taille ruhte. „Meinetwegen…“, murmelte sie leicht grimmig, ihr passte das alles immer noch nicht. Doch John ignorierte ihren grimmigen Ton und schenkte ihr stattdessen ein Lächeln. „Es wird eine leichte Aufgabe für dich sein, eine wirklich leichte, wir wollen dich ja nicht gleich überfordern.“ Wie nett von dir… Voller Ironie blickte sie ihn an.
Er reichte ihr einen Zettel, auf dem eine Adresse stand und zwei Uhrzeiten. Sie schaute ihn fragend an und warf dann noch einmal einen Blick drauf.
„Das ist die Adresse, das Haus ist ein Einfamilienhaus, es gehört einem sehr reichen Geschäftsmann, ein Safe befindet sich im Schlafzimmer, du wirst den ganzen Inhalt mitnehmen. Um 22 Uhr verlässt er das Haus, um seine Frau und die Kinder von der Großmutter abzuholen, du hast bis halb zwei Zeit, dann dürfte er frühestens wieder da sein…“, John erzählte das alles so, als wäre es das normalste auf der Welt, Häuser auszurauben und als hätte er das schon jahrelang gemacht.
Lana schaute mit ihren grünen Katzenaugen zu ihm empor, und man konnte aus ihnen lesen, wie wenig ihr dies doch passte. „Ich werde dir ein Auto zur Verfügung stellen, sozusagen ein Geschäftsauto, du hast doch den Führerschein oder?“ Ein Auto??! Obwohl sie es eigentlich vermeiden wollte, fingen ihre Augen an zu funkeln, sie liebte es Auto zu fahren, aber sie kam nicht oft dazu, das Auto ihrer Mutter durfte sie nur selten benutzen, und ein eigenes hatte sie nicht. „Ja klar“, sagte sie fast zu glücklich, was auch John bemerkte und ihm ein Grinsen aufs Gesicht zauberte. „Er wird dir gehören, so lange du für mich arbeitest! Du wirst natürlich für jeden Auftrag eine Menge Geld bekommen, schließlich sollst du auch etwas Luxus genießen dürfen. Was meinst du, schaffst du das?“, fragte er sie dann völlig ernst. Was hatte sie für eine Wahl? Würde sie dies nicht machen, würde man sie aus dieser Gruppe verbannen, dann war sie auf sich alleine gestellt und hätte ihren Dämon unmöglich unter Kontrolle, sie brauchte die Hilfe von John, auch wenn es ihr überhaupt nicht passte, und er wusste dies.
„Ich denke, ich packe es, aber was wenn er eine Alarmanlage hat?“, fragte sie sorgenvoll, denn sie malte sich gerade aus, wie die Polizei sie schnappte, und dann würde man ihre Mutter benachrichtigen, dass sie im Gefängnis saß. Sie schluckte.
John bemerkte, wie blass ihr schönes Gesicht plötzlich wurde, und er streichelte ihr ganz zärtlich über die Wange, was sie sofort wieder aus ihren Gedanken zurückholte. „Lana, du brauchst dir keine Sorgen zu machen, mit den Kräften, die nun in dir stecken wird dir nichts und niemand etwas anhaben können. Und sollte dir die Polizei in die Quere kommen, so wirst du selbst mit denen fertigwerden… Aber zu deiner Beruhigung, es gibt keine Alarmanlage in diesem Haus“, er versuchte sie zu besänftigen, fast jeder hatte beim ersten Mal Angst, seine Schützlinge mussten einfach selber merken, welch Kräfte in ihnen steckten und zu was sie fähig waren.
Sie atmete ruhig ein. „Wann geht’s los?“ „Es hat bereits begonnen!“, er warf ihr einen Autoschlüssel zu und lächelte sie an. „Auf der Rückbank findest du Kleidung, zieh’ die an, damit man dich nicht identifizieren kann.“
Verdattert sah sie ihn an, sollte es jetzt wirklich schon beginnen? „Du kommst doch mit oder?“, fragte sie unsicher.
„Nein, das kannst du ganz sicher alleine, du weißt, wie du mit dem Dämonen eins werden kannst, wie du ihn zu dir rufen kannst, mehr brauchst du nicht. Und beeil’ dich, es ist schon halb elf, und um halb zwei sind sie wieder da!“ Er wandte ihr einfach den Rücken zu und ging weg von ihr.
„John?!“, rief sie ihm bittend hinterher, sie war noch nicht bereit dafür, den Dämonen wieder heraus zu lassen, sie wusste nicht, ob sie schaffen würde, dass er zwar heraus kam, aber sie dennoch sie selbst blieb und ihn solange gefangen halten konnte, wie sie ihn brauchte. Angst überkam sie, schreckliche Angst, sie dachte an die Schmerzen, an das Zerreißen ihres Leibes, sie wollte das nicht wieder durchmachen. John blickte kurz über die Schulter hinweg zu ihr, sah deutlich ihren verzweifelten und flehenden Ausdruck, die panischen grünen Augen. „Ach Kätzchen, du schaffst das, ich weiß es!“ Das war alles was er sagte, dann mischte er sich einfach unter die anderen, und Lana war auf einmal klar, dass es nun ernst wurde, dass sie nun keinen Ausweg mehr hatte und sie mitten im Spiel war. Einen Rückzieher machen? Nein, das kam nicht in Frage.
Sie drückte auf den Knopf des Schlüssels für die Zentralverriegelung, um zu sehen, welches nun ihr Auto sein würde, ein schwarzer kleiner Geländewagen blinkte, und sie konnte nicht anders als lächeln, als sie auf das Auto zuging, es war ein wirklich schöner Wagen. Eifrig stieg sie ein, begutachtete die Innenausstattung, schlicht gehalten war sie – aber einen CD Player gab es, und selbst ein Navigationsgerät war vorhanden. Doch sie durfte keine Zeit verlieren, es war nun soweit, wenn sie noch länger hier rum stehen würde, würde sie noch mehr Zeit verschwenden. Sie blickte auf die Rückbank, ihre Augen erfassten eine Maske, eine rot-goldene mit Federn verzierte Maske, einer dieser Masken, die man in Venedig beim Carneval trug, sie sah hübsch aus, aber auch kitschig. Und damit sollte sie irgendwo einbrechen gehen?
Lana krabbelte auf die Rückbank und betrachtete auch die anderen Sachen, die sie als Verbrecherin tragen sollte, hoffentlich waren sie nicht zu kitschig, sie stand nicht so besonders auf Kitschgramm.
Als sie die schwarze enge Hose angezogen hatte, die sich perfekt an ihre Beine schmiegte – und auch das enge schwarze Top – kam sie sich vor wie in einem Agentenfilm, sie seufzte auf, sie wollte das alles nicht, und schon gar nicht wollte sie diese alberne Maske aufsetzen, mit der sie aussah wie eine Verbrecherin, die eine leichte Macke hatte, wer würde sie damit schon ernst nehmen? Also nahm sie die sicherlich kostbare Maske wieder ab und legte sie vorsichtig auf den Sitz, stattdessen griff sie nach ihrem schwarzen Schlabber-T-Shirt und riss es in Stücke, um sich dann eine Maske draus zu machen, wie Zorro sie trug.
Es war nicht schwer gewesen, das Haus zu finden, dank dem Navi, nun parkte sie vor der Einfahrt. Ein komisches Gefühl beschlich sie, das Haus war dunkel, kein Zeichen von Leben regte sich, und Nachbarhäuser waren auch nicht in der Nähe, das Haus stand sehr einsam und verlassen da, man könnte meinen es wartete nur darauf, dass mal ein Einbrecher vorbei schaute. Lana versuchte ruhig zu atmen, ein Blick auf die Uhr, und sie erkannte, dass sie gerade mal eine Stunde Zeit hatte. Nicht viel...
„Dämon….“, nuschelte sie vor sich hin,  um sich ins Gedächtnis zu rufen, weswegen sie hier war.
Sie schnallte sich los und stieg dann aus dem Auto, die frische Abendbrise wehte ihr entgegen, und sie atmete tief ein. „Wie um alles in der Welt…“, fragte sie sich laut. Wie war es ihr möglich, den Dämonen hinaus zu lassen. Sie versuchte sich an ihr erstes Mal zu erinnern.
Ruhig atmen… an die Elemente denken... Feuer….Wasser….Erde… Luft…. In sich gehen….

Die Kraft spüren…den fremden Körper fühlen… Wie in einer Beschwörung holte sie jeden Schritt in ihre Gedanken zurück, und als sie die Augen schloss, spürte sie tatsächlich dieses Wesen, sie fühlte wie es anfing, innen gegen ihre Haut zu kratzen, wie es danach verlangte hinaus zu kommen, sie fühlte wie ihr Körper anfing zu kribbeln, wie ihr Blut dickflüssiger und zäher wurde, wie es in ihrem Kopf anfing zu hämmern – und dann war da nur noch dieser Schmerz, dieser schreckliche Schmerz, als würde man von innen ihren Körper in Stücke reißen, als würde man ihre Haut zerreißen, und er mischte sich mit einer Hitze, einer unerträglichen Hitze, als würde ihr ganzer Körper in Flammen stehen. Sie biss ihre Zähne aufeinander, beim allerersten Mal hatte sie fürchterlich angefangen zu schreien und zu weinen, aber jetzt musste sie sich beherrschen, sie musste an den Käfig denken, an die unsichtbaren Gitterstäbe, die um ihren Körper herum waren, wenn sie nur fest genug an diese Stäbe dachte, würde sie es schaffen, den Dämonen unter Kontrolle zu halten und sich ihm nicht zu unterwerfen. Aus ihrem Körper drang Blut, aus jeder kleinsten Hautpore drang die dickflüssige Masse, ein Außenstehender hätte bestimmt gedacht, sie würde verbluten, aber das Blut war nur ein Zeichen dafür, dass der Dämon sich nun auf ihrem ganzen Körper verteilte und sie nun seine Kräfte freigesetzt hatte, eine Waffe gegen die niemand etwas ausrichten konnte.
Sie spürte das Blut an ihrem Körper. Dann dachte sie an Wasser, an klares sauberes Wasser, welches ihren Körper umhüllte, und sie öffnete vorsichtig ihre Augen, ganz sachte und langsam und schaute an sich herunter. Das Blut war verschwunden, hatte sich einfach aufgelöst, als wäre es niemals da gewesen, doch Lana wusste es besser, noch eben hatte es an ihrem Körper geklebt, sie spürte diese wilde Kraft, mit der sie stärker als jeder Sterbliche war, sie spürte, dass sie schneller war als sonst, und sie fühlte ihn, er war ganz tief in ihr, sie fühlte sein Verlangen, mehr von ihrem Körper zu bekommen, doch das bekam er nicht, niemals würde er dies bekommen!

Sie schaute die Tür ganz genau an, ihre Hände waren mit schwarzen Handschuhen bekleidet, sie tastete den Türknauf ab, wie sollte sie nur hinein kommen? Verdammt, sie war doch kein Profi, sie war noch nie irgendwo eingebrochen, nirgendwo und niemals zuvor, und sie hatte es auch nie vorgehabt. Dreh ihn einfach… Dreh ihn erst nach links dann nach rechts und dann zieh die Tür an dich heran! Erschrocken zuckte sie zusammen, diese kalte kaum beschreibbare Stimme in ihren Kopf… Sie gehört ihm, dem Dämon... .versuchte sie es sich zu erklären, und sie tat, was er ihr sagte, sie spürte die Energie, die durch ihre Handfläche strömte, sie konnte fühlen wie das Schloss klackte, und es wunderte sie keineswegs, als die Tür aufsprang und ihr Eintritt gewährte. „Aber??...“, flüsterte sie fassungslos und trat dann hinein in den Raum. Alles war dunkel, nichts regte sich. Sie hasste die Dunkelheit, sie hatte schon immer Angst im dunkeln gehabt, und obwohl sie jetzt mächtig war und Kräfte besaß, die kein Sterblicher jemals haben würde, fürchtete sie sich noch immer. So stand sie kurze Zeit einfach nur so da, und erst als ihre Augen sich allmählich an die Finsternis gewöhnt hatten, zog sie vorsichtig die Tür hinter sich ins Schloss.
Eine Treppe befand sich direkt links von der Tür, sie hatte nicht vor, sich länger hier aufzuhalten, in den meisten Häusern war das Schlafzimmer oben, also hoffte sie, dass dies auch hier der Fall war. Sie ging die Treppe hinauf, hielt sich am Geländer fest, da sie nur schwer die Umrisse erkennen konnte. Ein unbehagliches Gefühl in ihrem Inneren hielt sie noch immer umfangen, und sie würde es erst verlieren, wenn sie sich wieder im Schutze des Autos befand.
Im ganzen Haus roch es neu, und der Hauch von frischer Farbe lag noch in der Luft, das Haus war sicherlich nicht einmal ein Jahr alt!
Endlich hatte sie die letzte Stufe hinter sich gebracht und stand nun in einem viereckigen Raum, an jeder Wand befand sich eine Tür, außer da wo die Treppe war, also standen ihr insgesamt drei Türen zur Verfügung. Da sie überhaupt keine Ahnung hatte, hinter welcher sich nun das gesuchte Zimmer befand, öffnete sie einfach eine Tür nach der anderen, und bei der letzten hatte sie Glück, es war das Schlafzimmer, und zu ihrer Zufriedenheit brannte dort eine blaue Lichterkette, die ihr somit ein bisschen Helligkeit gewährte. Sie schloss die Tür hinter sich, das Schlafzimmer war ordentlich und wirkte freundlich, hier könnte man sich wohlfühlen, das große Ehebett war gemacht, und an einer Wand hingen viele Bilder von der Familie, insbesondere von zwei Mädchen, sicherlich die Töchter das Ehepaares. Sie seufzte, als sie sich die glücklichen Familienbilder näher anschaute, die ganze Familie strahlte pure Freude aus, und der dicke Mann hatte stets ein warmes Lächeln auf dem Gesicht. Das machte es Lana nicht gerade einfacher die Familie zu bestehlen, aber sie hatte nun mal keine andere Wahl.
Nirgendwo konnte sie den Safe entdecken, und langsam wurde sie ungeduldig, was war wenn die Familie früher nach Hause kommen würde?
Denk an die Filme, wo waren da immer die Safes versteckt…. Hinter Bildern!
Jetzt hatte sie fast jedes Bild umgedreht, auch das kleinste, aber kein Safe. Sie wurde immer ungeduldiger, die Bilder umzudrehen und wieder richtig hinzuhängen, hatte Zeit gekostet.
In Schränken! Schoss es ihr durch den Kopf, sofort ging sie zu dem riesigen Kleiderschrank hinüber und öffnete die Türen, hinter der vierten Tür fand sie endlich das, was sie gesucht hatte, nämlich einen kleinen glänzenden Safe, der mit einem Zahlenschloss versehen war.
Welcher Code? Verdammt! Woher soll ich denn wissen, was er als Zahlencode eingeben hat? Es könnte alles sein…
Aus Zufall wanderte ihr Blick wieder zu dem Familienporträt, und sie sah wieder das glückliche Strahlen dieses reichen Geschäftsmanns, der gleichzeitig auch Ehemann war…
Der Geburtstag eines seiner Kinder? Oder seiner Frau?
Schnell lief sie zu dem Schreibtisch hinüber, wühlte in den Schubladen nach etwas, was ihr das Geburtstagsdatum eines Familienmitgliedes verraten könnte, doch nichts, nur ein Haufen Akten und Rechnungen. Sie seufzte auf, immer banger wurde ihr zumute.
Die Zeit rannte ihr davon, und sie hatte keinerlei Ahnung wie sie auf diesen blöden Code kommen sollte. Gerade als sie sich verzweifelt auf den Drehstuhl fallen lassen wollte, stieß sie mit dem Arm an einen Bilderrahmen, der auf dem Schreibtisch stand, und dieser fiel mit einem lauten Scheppern zu Boden, Lana zuckte zusammen. Ihr Blick wurde fast panisch, der Krach erschien ihr furchtbar, aber wer sollte das schon gehört haben? Keiner war im Haus und Nachbarn gab es hier auch nicht. Sie blickte hinunter zu dem Bild und stellte fest dass der Rahmen und das Glas kaputt gegangen waren. Traurig hob sie es auf, reichte es nicht, dass sie diese Leute bestahl. Musste sie auch noch ihre Sachen zerstören?
Sie schaute das Foto an, welches das Hochzeitsfoto zu sein schien. Die Frau küsste ihren Mann auf die Wange, er streckte der Kamera grade die Zunge raus und verzog leicht sein rundes Gesicht, Beide wirkten glücklich. 08.06.2002… Es musste ein heißer Sommertag gewesen sein.
Wie glücklich beide aussehen und wie hübsch sie ist… Wie benommen legte sie das Bild auf den Schreibtisch zurück.
Plötzlich sprang sie vom Drehstuhl auf, dieser rollte dadurch nach hinten, fast bis zum Bett hin. Schnell eilte sie zum Safe hinüber. „Oh bitte, bitte lass es klappen!“, betete sie still während sie die 08 eintippte. Es klickte… Die 06… wieder ein Klicken…. Und dann die 20… Ende, die letzten zwei Zahlen  nahm er nicht an. Sie grübelte, die ersten beiden stimmten schon mal, schließlich gab sie die 02 ein, und zu ihrer Erleichterung hörte sie wieder ein leises Klicken – und der Safe öffnete sich. Ihr Herz pochte wie verrückt, sie hatte es wirklich geschafft. Was würde sich wohl im Safe befinden?
Ein kleines Holzschächtelchen und ein großer brauner Umschlag kamen zum Vorschein. Aber obwohl sie wirklich neugierig darauf, was sich in beiden befand, wollte sie einfach nur raus hier. Also nahm sie die Sachen an sich, verließ hastig das Zimmer und stürmte regelrecht aus den Haus heraus.
Rannte zu ihrem Auto, und erst als sie einige Kilometer gefahren war, hielt sie an einem Waldstück an, griff nach der Schachtel auf dem Beifahrersitz und öffnete die handgearbeitete Schachtel. Eine wunderschöne Diamantkette kam zum Vorschein, sie war fein gearbeitet, und der Anhänger bestand aus zwei Herzen, die ineinander übergingen. Dort wo sie sich miteinander verbanden, war ein großer Diamant in Dreiecksform eingearbeitet. Diese Kette, die wohl aus puren Diamanten und aus Weißgold bestand, war atemberaubend schön und musste ein Vermögen wert sein, voller Staunen klappte sie die Schachtel wieder zu und legte sie zurück, dann griff sie nach dem Umschlag und warf einen kurzen Blick hinein, er genügte ihr, um zu wissen, dass sie ihn zurückbringen musste zu seinen Besitzern, lauter Fotos, Fotos von strahlenden und glücklichen Gesichtern. Sie schluckte, hätte sie doch bloß vorher hineingeschaut, jetzt konnte sie nicht zum Haus zurück fahren, es war bereits fünf vor halb zwei.
Sie würde es aber so bald es ging nachholen, man durfte sie nur nicht dabei erwischen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.07.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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