Margit Farwig

Menschen im Hotel IV

 

 

Das Zimmermädchen Elise kommt mit verweinten Augen aus Nr. 11. Angela, die Aushilfe auf dieser Etage, sieht Elise, stutzt und bleibt stehen.

„Was ist denn mit dir los, was hat die alte Giftnudel dir dieses Mal angetan?“

„Schon wieder schikaniert sie mich, ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich denke, ältere Damen sind nett und gütig. Da muss ich mich gewaltig geirrt haben.“

„Nee, gut und edel sind die nicht mehr. Die bringen es fertig, Menschen in die andere Welt zu befördern, nur damit sie ihre Schadenfreude befriedigen können. Ich kenne da auch so eine Kneifzange. Immer tut die freundlich und wenn keiner mehr mit einer Schikane rechnet, setzt sie voll ein und verletzt die von ihr gehasste Person. Am liebsten immer dieselbe, aber sie hakt eigentlich überall ein, nur um dieses schadenfrohe Grinsen ins Gesicht zu bekommen. Dann bleckt sie mit demselben Lächeln in die Runde, ob das nicht auch noch ein anderer mitbekommen hat. Wenn nicht, wiehert sie noch einmal Es muss auch nicht stimmen, was sie erzählt. Jedes Mittel ist ihr recht. Sie sind zum Glück nicht alle so.“

Wieder lächelnd fragt sie: „Ja, was will sie denn von dir?“

„Ich soll die Unterwäsche von unten nach oben einräumen, sie käme besser heran. Dabei habe ich sie gestern erst von oben nach unten packen müssen. Die Schuhe will sie alle unterm Bett stehen haben, obwohl sie gestern noch ausdrücklich erklärte, die Schuhe müssten exakt im zweiten Fach von links oben stehen. Außerdem bemängelt sie, dass das Waschbecken nicht sauber genug ist. Ich solle mir mehr Mühe geben.“

Angela nimmt ihre Kollegin in den Arm.

„Weißt du was, denk einfach, die Frau ist krank, sie hat was an den Nerven, kann nichts dafür. Dann siehst du alles viel freundlicher. Sie kann dich mal, na, du weißt schon was!“

„Nicht schlecht, Angela, ich will es versuchen. Danke, dass du mir beistehst! Was würde ich nur machen ohne dich?“

„Schon gut, wenn ich ein Problem habe, komme ich zu dir, abgemacht?“

„Abgemacht!“

Erleichtert klopft Elise an der nächsten Tür...

 

© Margit Farwig

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.07.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Seit ihrer schlimmen Kindheit ist Kim davon überzeugt, dass es das Übersinnliches und Geister wirklich gibt. Als sie Pam kennenlernt, die kurz darauf in einem herunter gekommenen maroden Haus einzieht, nehmen die seltsamen Ereignisse ihren Lauf. Bei der ersten Besichtigung des alten Gemäuers überkommt Kim ein merkwürdiges Gefühl. Als sie dann noch eine scheinbar liegengelassene Fotografie in die Hand nimmt, durchzuckt sie eine Art Stromschlag, und augenblicklich erscheint eine unheildrohende Frau vor ihrem geistigen Auge. Sie will das Haus sofort verlassen und vorerst nicht wiederkommen. Doch noch kann Pam nicht nachempfinden, warum Kim diese ahnungsvollen Ängste in sich trägt, sie ist Heidin und besitzt keinen Glauben. Nachdem Kim das Tagebuch, der scheinbar verwirrten Hauseigentümerin findet und ließt, spürt sie tief in ihrem Inneren, dass etwas Schreckliches passieren wird. Selbst nach mehreren seltsamen Unfällen am Haus will Pam ihre Warnungen nicht ernst nehmen. Erst nachdem ihr, als sie sich nachts allein im Haus befindet, eine unbekannte mysteriöse Frau erscheint, bekommt sie Panik und bittet Kim um Hilfe. Aber da ist es bereits zu spät.

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