Margit Farwig

Menschen im Hotel VII

 

 

In der Hotelhalle wird es laut. Der Portier bemüht sich um Fassung. Ein Gast, ein zerknautschter Typ etwa um die siebzig, zerrt seinen Hund zur Tür. Hunde dürfen hier logieren. Der Hund bellt, als wenn es um seinen Hals geht.

„Nero ist so friedlich, ein Lamm“, beruhigt der Besitzer den Portier, „nichtwahr, Nero?“

Dieser knurrt zustimmend und fletscht die Zähne. Er will seinen Hund beruhigen und erklärt: „Er beißt auch nicht!“

In diesem Moment schnappt der ach so friedliche Hund nach der Hand seines Herrn und beißt  eben hinein. Nero nickt zustimmend und beißt noch einmal in die dargereichte Hand.

„Das hast du sicher nicht so gemeint“, beruhigt er sich und seinen Hund.

Unmissverständlich widerspricht Nero. Dem Portier ist, als wenn dieser Köter die Sprache seinen Herrn  versteht.

Das Herrchen versteckt seine Hand in der Manteltasche und zieht den Hund tapfer zur Hoteltür.

„Sicher muss Nero frische Luft schnappen!“

Unter den Blicken der Hotelgäste verschwinden Hund und Herr wie sie gekommen sind. Laut.

 

© Margit Farwig 

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