Wilhelm Westerkamp

Der Universalmensch(Fragment)

In der Ferne des Himmels an einem sonnigen Tag(der Himmel dann so blau wie

das Meer), durchfluten die Sonnenstrahlen die Einöde des blauen Rubins der At-

mosphäre mit harter Hand und die Engel mit blonden Haaren aus göttlichen Ge-

filden, umschmeicheln zwar den Himmel zärtlich erhabend, werden aber von der

Macht der blanken Sonne verschmolzen, zu einem „Ganzen“, ja, zu einer Einheit

blinder Vertrautheit.

Der Mensch, der Herrscher der Natur(so versteht er sich), der durch glänzende Au-

genpaare leuchtet, im lauen Duft des menschlichen Triebes, der kommunizierend,

weniger aber dem Schwefel des Instinktes folgend, errötet, wenn die Enge ihn

schmälert, ihn den „Großartigen“ die Blüte der Vernunft zu rauben scheint, wird

aus ihm nun der „Universalmensch“ geboren.

Das Universum wird unendlich sein, dass nackt blickend, nicht die Güte des Ab-

lebens kennt, dem Menschen konträr in die Seele tragend, seine Geringfügigkeit

bewusster werden lässt, die belehrend im Raume steht und die ihn umfassend ver-

hüllt, bis zur Unkenntlichkeit.

Die wärmende Sonne, sollte sie im Zenit von oben herab auf uns strahlen, ver-

birgt hinter ihrer Kraft und Anmut, die globale Verfinsterung.

Die Finsternis in tiefer Nacht schleicht der Katze voraus, im Nebel des Dunkles

und bellt nach innen hinein, den Schrei der Fledermäuse. Sollten wir etwas da-

gegen haben? Der Universalmensch wird herzlich lachen, sollte er dies erkennen,

denn sein Blick ergibt einen Weitwinkel, der beinahe grenzenlos die Steppe ab-

sucht(mit erweiterten Radius sozusagen, die gute Laune heraufbeschwört) um den

Mensch der Moderne todesmutig zu umzingeln, der sich nun seiner Freiheit beraubt

fühlt und vom Geflecht der globalen Verschwörer aufgesogen wird, die auch schwa-

rze Tinte im Nu verschwinden lässt.

Der Aussatz des Globalen, der Träger der allumfassenden Meinungsphilister, jen-

seits von Gut und Böse; ihr die Fackelträger unter gleicher Fackel, ihr Brüder un-

ter Brüdern, ihr Schwestern unter Schwestern, seit das Dreigestirn einfältiger

Schwermut, eingetaucht in ein farbloses Einerlei, bitter schmeckend mit den ka-

lten Augen des Haies und ledern wie eine Schlange, die giftig den Zorn der Engel

im Teufelskleid untreu verkündet, strandet ihr am Tor der Gefühle im Einheitsge-

wandt, um darin endgültig zu versinken. Das Tor zur Hölle habt ihr aufgestoßen,

seht und dass ihr nicht darin hinabtaucht wie schwarze Pest, die zähflüssig an euch

haftet und einen unansehnlichen Klumpen bildet, der an Umfang schnell gewinnt

und euch die Luft zum Atmen nimmt.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.08.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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