Klaus Lutz

Arztbesuche 9 (zwei Texte)

Der Arztbesuch 39

Ich liege auf dieser Pritsche, Stunde um Stunde.
Geniesse die Sonne. Das Licht. Die Geräusche,
die ich vom Flur höre. Und werfe ein paar Ge-
danken in die Luft. Aber keine von Ihnen kann
fliegen. Alle fallen zur Erde. Sie fallen zur
Erde. Nichts in meinem Leben ist mehr leicht.
Es ist das leben, so wie ich es genommen habe.
So wie ich es gelebt habe. Stunden, Tage, Jahre.
Und dabei habe ich es einfach vergessen. Was
das ist: "Stunden! Tage! Jahre!" Was die Zeit
ist!" Stunden! Tage! Jahre!" Einfach gelebt. Und
dabei vergessen, was das Leben ist. Stunden! Tage!
Jahre! Einfach gelebt. Und dabei vergessen wer
ich bin. Und das ist es. Um so mehr ich verges-
sen habe, um so fetter bin ich geworden. Und um
so mehr ich vergessen habe, um so kränker bin
ich geworden. Und um so mehr ich vergessen habe,
um so Obrflächlicher bin ich geworden.

Was ist eine Stunde? Was ist ein Tag? Das ist
die Diät von mir. Um so klarer ich mir wieder
darüber werde. Um so mehr Gewicht verliere ich.
Um so leichter werden wieder meine Gedanken.
Um so schneller bekommen sie wieder Flügel. Die
Stille dieser Zelle. Ich muß sie wieder sehen.
Ich muß sie wieder richtig finden. Ich muß sie
wieder richtig verstehen. Dann wird sie zu
meiner Stille. Mit der ich die Stunden wieder
höre. Mit der ich die Tage wieder höre. Mit der
ich, die Jahre wieder höre. Dann wird sie zu
meiner Stille. Mit der mein Leben wieder be-
ginnt. Die Stunden lehren mich wieder zu lieben.
Die Tage lehren mich wieder zu leben. Und die
Jahre lehren mich wieder zu verstehen. Die Zeit,
wo ich wieder verstehe. Sie beginnt, bei den
Stunden wo ich liebe. Bei den Tagen wo ich lebe.
Und bei den Jahren, wo ich wieder verstehe. Ich
muß die Stille wieder finden. Die Stunden voller
Frieden. Die Tage voller Glück. Und die Jahre
voller Leben. Dann fliegen meine Gedanken wieder.
Dann lebe ich wieder. Dann bin ich wieder da.
Dann bin ich wieder Mensch.

Heute gab es auch die Neuigkeit. Von einem Wärter.
Es sind auch andere Bewohner meines Hauses hier.
Und Sie sind hier alte Bekannte. Drehtürinsassen!
Sie werden entlassen. Und wieder in Zwangsquaran-
täne gesteckt. Auch die Vollschlanke ist da! Die
ich dreimal dabei ertappt habe, wie sie meine Wohn-
ungstür öffnen wollte. Schon damals, war es mir
irgendwie klar. Diese Augen! Dieses Gesicht. Das
ganze Verhalten. Dieses Stottern. Und selbst dann
noch, als ich Sie ertappt habe, all das Verlogene.
Das war mehr als ein krimineller Mensch. Das war
eine Schwachsinnige. Der ganze Ausdruck! Die ganze
Erscheinung. Der Tonfall. Die Blicke. Das war eine
Wahnsinnige. Eine verrückte mit jedem Gramn ihres
Körpers. 150 kilo Körper. Und 150 Kilo Wahnsinn.
Alles nur Masse des Wahnsins. In der schlichten Er-
scheinung kleinbürgerlicher Vollkommenheit. Und sie
war hier eine alte Bekannte. Unheilbar verrückt!

Auch der Techniker war da. Er hatte kenntnisse in
Elektronik. Und kennt sich auch bei Computern gut
aus. Auf jeden fall, konnte er mir immer sagen, wel-
che Seiten ich gerade besucht hatte. Und das tat er
auch unverblümt. Auch, wenn andere Bewohner dabei
waren: "Er hat das in den Browser eingegeben!" Aber
bei ihm war ich immer Sprachlos. Ich war ohne jede
Idee. Wer oder was diese Persönlichkeit ist. Es war
einfach nichts zu finden. Nichts besonderes. Kein
eigener Gedanke. Keine eigene Idee. Das waren die
Begegnungen mit Ihm. Er war Glücklich. Wenn er et-
was wußte. Welche Seite ich gerade besucht hatte.
Wenn er Leute ausspionieren konnte. Und etwas fand,
über das er sich freuen konnte. Das lustig für ihn war.
Mehr gab es bei ihm einfach nicht. Mehr war nicht da.
Für mehr reichte es einfach nicht. Er war ein guter
Hacker. Und er wußte, was ich im Internet aufsuche.
Das war es dann. Das wußte er wahrscheinlich auch von
Anderen. Und damit war er Glücklich. Das ist so das
Leben, wenn es sonst nichts hat. Und er Glücklich ist.
Mit dem was sein Leben ist. Wie nichtig, das auch sein
mag

Auch eine andere Frau aus dieser Truppe war da. Auch
bei ihr war es nicht anders. Wenn ich sie fragte:
"Warum bist Du anders gekleidet als alle Anderen!" Dann
kam die Antwort: "Bin ich anders gekleidet als alle
anderen! So so für Dich bin ich also anders geklei-
det!" Dann lächelte sie tief in sich hinein. In das
was nicht anders war. Und der Ausdruck dieses Lächelns
war so anders wie ihre Kleidung. Weit weg. Irgendwo
im nichts. Es war nicht da! Das, was so den Unter-
schied erkennt: "Ich bin anders gekleidet. Das ist
rot. Das ist Grün. Das ist bunt!" Bei ihr gab es nur
schwarz weiß. Und so waren ihre Sätze. Die Gespräche
mir ihr! Ohne den klang einer eigenen Idee. Ohne den
Klang von Leben. Ohne den Klang von Wissen. Ohne das,
was selbst auf dem kleinsten Nenner, hätte das Leben
sein können. Schwarz und Weiß. Ohne jede Farbe. Ohne
eine Schwingung, die an etwas lebendiges erinnert. Sie
war mehr wie der Besuch auf einem Friedhof im Frühling.
Die schönsten Blumen! Nichts kann die Toten wieder
lebendig machen. Sie erinnerte daran! Es gibt Menschen
denen ist nicht zu helfen. Auch sie war hier. In Wahr-
heit total Wahnsinnig! Eine Verrrückte!

Auch der Ausländer war da. Er hatte mich am Anfang im-
mer heimlich durch das Fenster im Wohnzimmer beobach-
tet. Aber so ungeschickt, das es mir auffiel. Ich habe
einfach gewartet, was sich da ergibt. Aber dann habe
ich zu spät erkannt. Wie kriminell und hinterhältig die-
ser Mensch ist. Ich denke, es ist dieses Haus. Es ist
gerade zu dazu angelegt, das sich Gruppen bilden. Und
diese Gruppen bilden dann eine ganz eigene Dynamik.
Wenn es Gruppen mit Menschen sind, die irgendwelche
besonderen Fähigkeiten besitzen. Oder irgend ein
besonderes Wissen. Oder besondere Interessen. Dann
ergibt sich da ein interessanter Austausch. Wenn aber
all das fehlt. Wie es bei dieser Gruppe, in diesem
Haus war. Dann treffen sich nur Menschen mit Frust.
Mit Aggressionen. Mit Langeweile. Mit Haß. Und dann
will diese Gruppe nur eins finden. Irgend etwas wo sie
diesen Haß abladen kann. und so unfähig wie diese
Gruppe war. Um in einen vernünftigen Dialog mit etwas
zu treten. So fähig war sie Ihr richtiges Opfer zu finden.
Auf dem sie all ihr versagen. All ihr Fantasie aus Dumm-
heit, Hass und Kleinkariertheit los werden konnte. In
diesem Haus war es der Behinderte. Diese Menschen hat-
ten so wenig besonderes erlebt, das der schwerbehin-
derte für Sie: Das Besondere war!" Und da ihnen alles an-
dere verbaut war. Durch fehlendes Wissen! Durch fehl-
endes Leben. Wollten sie Ihn erleben, das was für sie
das Besondere war. Und nun waren sie alle hier! In die-
ser Anstalt Das Besondere, das sie erlebt hatten, hatte
Sie in den Wahnsinn geführt. Sie waren einfach nicht da-
für geschaffen. Für Sie gab es nichts besonderes. Für
sie gab es nur das einfachste Leben. Alles andere führte
sie in den Wahnsinn. Und sie waren es immer schon,
auch bevor sie mich kannten.

Bei all dem was ich erlebt habe. Weiß ich es, jeden Ander-
en hätten sie in den Selbstmord getrieben. Ohne Pardon!
Und das waren diese 5-6 Leute in Wahrheit. Sie waren
von ihrer Psyche, von ihrer ganzen Veranlagung her Mörder!
Das hat mich interessiert. Deswegen erwähne ich das. Ich
kenne Gruppenprozesse, mit ihrer ganzen Dynamik nur
vom beobachten. Aber für die Forschung wäre so ein
Haus interessant. Was ist das Ergebnis wenn sich eine
Gruppe von 5-6 Leuten trifft, die nie eine eigene idee hatten.
Die nie ein eigenes Leben hatten. Ohne besondere Fähig-
keiten und Interessen. Das Ergebnis ist der Haß. Den Krieg,
den sie dem Leben erklären. In Form von irgendeiner Per-
son. Und dem müssen Sie überlegen sein. Grenzenlos über-
legen sein. Diese Person muß also schwach sein: "Krank
und ohne Energie. Den gegen alles andere würde diese
Gruppe ihren Krieg verlieren. Denn in Wahrheit ist jeder
Einzelne von Ihnen ein Verlierer.

Ich habe jetzt drei Leute dieser Gruppe beschrieben. Ich
weiß nicht, soll ich das weiter ausführen. Es ist der Wahn-
sinn. Es hätte damit zu tun, was vier Wochen nach meinem
Einzug in diese Wohnung begann. Es verschwanden Sach-
en. Neu gekaufte Kleidung für damals noch 500 dm. Es ver-
schwand ein schnurloses Telefon. Es verschwand Geld.
Diese Frau, die ich an der Wohnugstür vorfand habe ich
schon erwähnt. Also die dreimal versucht hat meine Wohn-
ung zu kommen. Dann kam ich auch vom einkauf Heim.
Bin in die Küche. Und hinter meinem Rücken läuft jemand
zur Wohnugstür raus. Die Wohnungstür öffnete sich. Und
mit einem lauten knall flog sie wieder zu. Genau vier Wo-
chen nach dem Einzug begannen auch ständige Erkrank-
ungen. Es wurde einfach, an meinen kathedersachen et-
was manipuliert. Im Detail ist es so, das ich immer abge-
kochtes Wasser benötige. zum Kathedern. Und das war
kontaminiert. Das alles ist Realität. So krank wie es ist.
So wahr ist es. Das interessante wäre auch noch, bei
einem Gespräch mit einer Frau wurde eines klar. Sie wus-
ste genau was ich am Telefon erzählt habe. Was sie da
erwähnte war exakt das, was ich am Telefon gesagt habe.
Und vor Jahren, habe ich mir auch mal ein Callgirl geruf-
en. Und immer exakt 10 Minuten nach dem Anruf, saß
meine Gruppe im Innenhof! Also wussten sie immer alles
über meine Gespräche.

Wenn ich nun hier so liege! Auf dieser Pritsche. In die-
ser Anstalt. Dann wird mir eines klar. Niemand kann
sich das ausdenken, was das Leben so bietet. Es über-
steigt die Phantasie von Allem. Was Menschen in ihr-
en kranken Köpfen, alles als normal empfinden. Das ist
mehr als ein Schriftsteller sich ausdenken kann. Und
dieser Haß war mehr, als sich jeder hätte ausdenken
können. Es war die Phantasie und die Dummeheit
von 5-6 Leuten, die ich 15 Jahre ausgehalten habe.
Und die jeden anderen getötet hätte. Der Pfleger hat
es mir auch angedeutet! Und damit etwas korrigiert.
Was mich klar sehen und Sprachlos werden läßt.
Mit all meinen Krankheiten, habe ich mich in diesem
Haus infiziert. Es war schon verseucht bevor ich
einzog.

Ich bin am Ende. Ich bin zerstört. Es ist dieses Le-
ben. Der ganze Wahnsinn. Es kennt keine Gnade. Und
es zeigt mir keine Gnade. Ich sehe, wie es in die-
sem Raum langsam Dunkel wird. Wie der Tag geht. Aber
nichts wird mit Ihm gehen. Ich würde so gerne aufwa-
chen. Und eine neue Welt sehen. Ein neues Leben. Ich
würde so gerne sehen: "Es war die Nacht. Es wahren
all ihre Träume. Und die sind wahr geworden!" Etwas
neues beginnt. Es beginnt das Wissen. Es beginnt das
verstehen! Das Leben! Die Liebe. Ich würde so gerne
aufwachen und es Wissen. Die Träume haben gesiegt.
Ein neuer Tag beginnt. All die Träume der Menschen
sind wahr geworden. Es ist das Erkennen der Sterblich-
keit. Und es ist die Zeit, die einen neuen Wert be-
kommt. Es ist das Wissen, um was es geht. Das Leben
zu sehen. Das Glück zu greifen. Und das Leben zu fei-
ern. Mit jedem Gedanken. Mit jedem Wort. Mit jeder
Begegnung. Mit jedem Funken an Liebe, den es gibt.
Alles sagt! Alles denkt: "Laßt uns das Leben feiern!"
Wo auch immer! Laßt es uns feiern. Mit allem, was wir
sind! Mit allem, was wir haben! Mit allem, was wir wol-
len. Laßt uns neu beginnen. Ich würde so gerne Morgens
erwachen. Und es wissen: "Es kommen andere Tage!" Es
kommen Tage wo wir es wissen, wieviel das Leben ist. Es
kommen Tage, wo wir es wissen. Wieviel das Leben
sein kann. Es kommen Tage, wo wir es sehen, das es
soviel mehr sein kann. Es kommen Tage, wo wir sehen
was das leben bieten kann. An Freiheit! An Erkenntnis!
An Wahrheit! Es kommen Tage wo wir eine neue Zeit
sehen! Es kommen andere Tage!!!

Der Arztbesuch 40

Ich bin jetzt 12 Tage in dieser Zelle. Und es ist
dieses allein sein. Es führt mich an Gedanken an
Gefühle. Die, der Himmel und die Abgründe sind.
Es läßt mich Denken, was ist Gott für ein Idiot. Und
läßt mich mit der Angst vor Gott da stehen. Es läßt
mich denken, was ist Gott für eine Liebe. Und es
läßt mich mit aller Unbegreiflickeit da stehen.
Es ist dieses Allein sein. Diese letzten 12 Tage.
Stunden und Stunden auf dieser Pritsche. Es macht
mir klar welche Ärsche ich gekannt habe. Welche
Vollidioten ich toleriert habe. Und läßt mich
fragen: "Warum!" Und läßt mich unbegreiflich da
stehen. Und es sagt mir Versuche mit allen das
Beste. Und läßt mich hilflos da stehen. Es ist
dieses allein sein. Es läßt mich das Licht anbe-
ten. Die Sonne, die durch das Fenster scheint.
Und es läßt mich die Augen schliessen. Vor allem
was dieses Licht mir zeigt: "Mein Körper"! Diese
Welt! Der Mensch!" Es ist dieses allein sein. Es
läßt mich warten bis sich die Tür öffnet. Und es
läßt mich hassen, was ich sehe. Diese Gleichgül-
tigkeit. Dieses Leben so leer und ohne alles. Das
nur funktioniert. Es ist dieses allein sein. Es
gibt mir Träume. Es läßt mich das Paradies sehen.
Es läßt mich das Glück! Den Frieden sehen. Und
einen Himmel. Groß! Blau! Der die Welt wie ein
Lächeln bedeckt. Und das Beste zeigt. Und das
Beste denken läßt. Und es ist dieser Blick, der
all das vergißt. Nur klar die Welt sieht. Den Men-
schen. Den Neid! Die Gier! Das Unersättliche! Es
ist dieses Allein sein, das durch die Jahrhunderte
geht. Und nur Kriege, Verwüstungen, Armut und
Elend sieht. Krankheit und Leiden. Und Menschen
die einfach damit Leben. Und es ist dieses allein
sein. Das durch die Zukunft geht. Das mehr sieht.
Das sieht, wie der Mensch mehr geworden ist. Das
sieht, wie der Mensch gerecht geworden ist. Das der
Mensch die Wahrheit geworden ist. Das der Mensch
etwas verstanden hat. Es ist dieses allein sein,
das durch die Zukunft geht und mehr sieht. Mehr
Liebe. Mehr Verständnis. Keine Kriege! Kein Elend!
Das Menschen sieht die Denken. Die einfach etwas
verstehen. Und denen nicht alles glechgültig ist.
Ich bin nun 12 Tage in dieser Zelle. Ich bin nun
12 Tage allein. Ich rede mit mir. Und die Gesprä-
che werden immer besser. Ich erzähle mir etwas.
Und die Geschichten werde immer besser. Ich denke
mit mir. Und ich denke immer klarer. Es ist die-
ses allein sein. Ich nehme alles was es mir zeigt.
Alles was es gibt. Alles was das Leben ist. Der
Wahnsinn. Die Normalität. Das Wissen! Das Kluge.
Das, was ich weiß. Das, was ich nicht weiß. Was mir
fremd ist. Das Neue, dass ich betrete. Das Unbekann-
te. Und ich denke mir, das ist alles Leben. Al-
les Leben ist Poesie, wenn ich es richtig sehe.
Und kann sein dieses allein sein ist auch der
Weg, das richtig zu sehen.

Immer wieder denke ich an dieses Haus, in dem ich
15 Jahre gelebt habe. An all das Teuflische. An die
Lügen. An die Hinterhältigkeiten. Immer wieder denke
ich an die 5-6 Menschen. An den Wahnsinn dieser Men-
schen. An diesen Wahnsinn. Den ganzen Wahsnin der
Welt. Das was diese Menschen sind. Die Lüge! Der
Krieg! Der Untergang! Das Eiskalte. Das alle Gefühle
ermordet. Das alles Denken ermordet. Das alle Phan-
tasie ermordet. Die Falschheit, so rein das sie die
Hölle zeigt. Und es kann sein, das es in dieser
Zelle, in dieser Anstalt, genau so ist wie in die-
sem Haus. Das auch dieser Computer ausspioniert wird.
Und in dem Moment wo ich das schreibe, es bereits
wo anders ist. An einem anderen Ort. Und vernichtet
wird. So wie in diesem Haus. Und es mir einfach ge-
nommen und geklaut wurde. Und unverfroren mit aller
Kälte. Von Menschen ohne Herz. Ohne all das was das
Mensch sein ist. Und das ist, was der Mensch ist.
Wenn er Mensch ist. Wenn er denkt, fühlt und liebt.
Ich liege in dieser Zelle. Und das Unendliche und
das Vergängliche. Das hier und das nirgendwo ist so
nah. Das jede Sekunde alles ist. Und jede Sekunde
nichts ist. Und ich sehe nur eine Rettung. Wenn et-
was sein soll. Dann ist es und kann es nur sein. Wenn
es Liebe sein kann. Wenn es Liebe ist. Dann ist es
das Leben. Dann ist es das, was das Leben ist. Ich
denke an dieses Leben. Es ist betrogen und belogen
worden. Es ist ausgenutzt und verraten worden. Es
hat nur Zerstörung erfahren. Es ist immer zerstört
worden. Ich sehe dieses Leben es war immer allein.
Es sind diese 12 Tage in dieser Zelle. Wo ich zum
erstenmal mit allem allein bin. Ohne ein Cafe. Ohne
ein Buch. Ohne Menschen. Ohne mein Fenster. An dem
ich jeden Morgen saß. Ohne den Baum, der mich
jeden Morgen begrüßt hat. Ich bin allein mit mir, mit
meinem Denken, mit meiner Liebe. Mit meiner Phantasie.
Und noch habe ich die Liebe. Mit der es diese Augen-
blicke gibt wo ich lebe. Wo alles unendlich schön
ist. Liebe mich Welt. Liebe mich Leben. Liebe mich
Gott. Ic bin da. So nahe am nichts. So nahe am alles.
So nah. Winzig und nichtig! An allem und nichts.
Ich liebe dich Leben: "Ich liebe Dich! Ich liebe
Dich! Ich liebe Dich!

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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