Roman Scherer

Der verlorene Sohn

Die Morettis waren eine glĂŒckliche Familie, Karl und Anna, seine Ehefrau, sowie die beiden Söhnen, Sven und Moritz. Sie lebten in einer kleinen Stadt namens Sulzbach. Sulzbach war ein kleines IndustriestĂ€dtchen nahe bei SaarbrĂŒcken gelegen. Sven, der jĂŒngere der beiden Söhnen, war gerade achtzehn und volljĂ€hrig geworden. Eines Tages ging er zu seinem Vater und bat ihn: „Vater, bitte, gib mir das von meinem Erbteil, was mir gesetzmĂ€ĂŸig zusteht!“

 

Im ersten Moment war der alte Moretti etwas perplex. Er wusste ja nicht, was sein jĂŒngster Sohn mit dem vielen Geld aus seinem Erbteil anfangen wollte. „Was hast du mit dem Geld vor zu tun?“ Wollte Karl Moretti von Sven schließlich wissen. Karl sprach anfĂ€nglich noch sehr leise.

 

„Ich brauch es eben“, war Svens kurz angebundene Antwort. Sven war meistens sehr kurz angebunden, denn er redete nicht besonders viel und nicht sehr gerne.

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Weil der Sohn ihm nicht sagen wollte, warum er sein Erbteil benötigte, wurde der alte Moretti ein wenig ungehalten. „Warum brauchst du solch eine Menge Geld? Solange du deine FĂŒĂŸe unter meinen Tisch streckst, brauchst du nicht so viel!“ Karl Moretti wurde mit einem Schlag so zornig, dass sein Gesicht ganz dunkelrot anlief und seine Halsschlagadern heftig zu pochen begannen.

 

Sven Moretti dagegen blieb ruhig und gelassen. „Gibst du mir nun mein Erbteil oder nicht?“ Fragte er in leisem Ton. Es war fast schon zu leise.

 

„Was ist, wenn ich ‚nein’ sage?“

 

„Weil ich meinen Anteil unbedingt brauche, werde ich es gerichtlich anfechten.“

 

Damit hatte nun der alte Moretti nicht gerechnet. Vor allem, was mit dem Gericht oder mit der Polizei zu tun hatte, von denen hatte er irgendwie Respekt. Mit denen wollte er nicht das Geringste zu schaffen haben. „Also, gut, morgen oder ĂŒbermorgen bekommst du deinen Erbteil.“

 

„Und warum nicht gleich heute?“ wollte Sven von seinem alten Herrn wissen, weil er eigentlich nicht so lange auf sein Erbteil warten wollte.

 

Der alte Moretti war nun wieder die Ruhe selbst, seine angespannten Nerven hatten sich allmĂ€hlich wieder beruhigt. „Weil ich heute nicht mehr zur Sparkasse komme. Morgen frĂŒh muss ich erst noch etwas anderes erledigen. Und ob ich nachmittags dazukomme, um zur Sparkasse zu gehen, um dir deinen Anteil am Erben abzuheben, das weiß ich noch nicht. Also, musst du dich damit abfinden, dass du dein Erbteil vielleicht erst ĂŒbermorgen ausbezahlt bekommst.“

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Sven knurrte und maulte noch eine ganze Weile herum, aber schließlich war er doch damit einverstanden, dass der Vater ihm seinen Anteil seines vĂ€terlichen Erben erst in zwei Tagen auszahlen konnte.

 

Dann war der Tag gekommen, an dem der alte Moretti seinen beiden Söhne, Moritz und Sven zu sich in sein kleines privates BĂŒro rief und unter ihnen sein gesamtes Hab und Gut aufteilte. Er selbst jedoch behielt sich das Recht vor, auf Lebenszeiten von beiden versorgt zu werden und in dem Haus wohnen bleiben zu dĂŒrfen, das er mit seiner HĂ€nden Arbeit erbaut hatte.

 

Bald danach kam der Tag, an dem der junge Sven all seine Siebensachen zusammenpackte und sich flĂŒchtig von seinen Eltern und von seinem Bruder verabschiedete. Er stieg in sein neues Auto, dass er sich von einem Teil seines Erbens gekauft hatte, und fuhr ĂŒber die Autobahn durch DĂ€nemark in Richtung Schweden davon. Zwei Tage spĂ€ter war Sven dann endlich an seinem Ziel angekommen. Er glaubte, nun endlich von seinem Elternhaus weit genug entfernt zu sein. Denn er hatte die Nase bis obenhin voll, sich stets und immer von den Eltern bevormunden zu lassen. Es war aber oft auch der etwas Ă€lterer Bruder Moritz, der ihm vorschreiben wollte, was er zu tun und zu lassen hatte, nur weil dieser vier Jahre Ă€lter war, als er selbst. Es war ein kleiner Ort ganz in der NĂ€he der Landeshauptstadt Stockholm, in der er fortan fĂŒr immer leben wollte.

 

In JĂžnĂ„ker - so hieß der winzig kleine Ort, der nahe am Meer lag - lernte Sven bald ein paar „nette Leute“ in seinem Alter kennen. Mit diesen sau netten Leuten - so glaubte der junge Sven Moretti wenigstens - verkehrte er immer öfter. Mit ihnen fuhr er auch manchmal in die nahe gelegene grĂ¶ĂŸere Stadt und besuchte mit ihnen eine Bar nach der anderen. Oft kam er drei oder vier Tage spĂ€ter erst nach JĂžnĂ„ker zurĂŒck. In den meisten Bars - um nicht zu sagen in allen Bars - wurde Sven von hĂŒbschen Animierdamen nur so umschwĂ€rmt. Und da die hĂŒbschen Damen sehr viel Geld bei Sven schnupperten, scharwenzelten die hĂŒbschen Dinger in Scharen um den jungen Mann herum. Die schönste von den jungen Girls - die sich Tamara nannte und aus der UdSSR zu stammen schien - becircte Sven solange, bis er ihr schließlich erlaubte, sich bei ihn an den Tisch zu setzen. Und dem war noch nicht genug, sie rĂŒckte so dicht an den jungen Mann heran, dass er ihre prallen BrĂŒsten spĂŒren konnte. Dieses Schauspiel trieb die hĂŒbsche Russin Tamara mit Sven solange, bis er die Rechnung bezahlte und sie mit nachhause auf sein Zimmer nahm. Gut, sie gingen zusammen ins Bett und hatten wirklich eine bezaubernd schöne Nacht miteinander verbracht. Aber das lag ja in der Natur eines jeden Menschen. Da fand ja auch niemand etwas dabei.

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Andern tags, als Sven - noch ganz trunken von der tollen Liebesnacht - in  seinem zerwĂŒhlten Bett aufwachte, musste er mit großem Entsetzen feststellen, Tamara lag nicht mehr neben ihm im Bett. Stattdessen lag ein Zettel nebenan auf dem Nachttisch. Er nahm das Blatt Papier in die Hand und las die paar Worte die in großer Eile mit krakeliger Schrift darauf gekritzelt wurden: „Es war eine herrlich schöne Nacht mit dir und danke fĂŒr das Geld. Liebe GrĂŒĂŸe, Tamara!“

 

Was denn fĂŒr Geld? Sven konnte sich beim Besten Willen nicht daran erinnern, Tamara Geld angeboten oder gar gegeben zu haben. Nachdem er das StĂŒck Blatt Papier zusammengeknĂŒllt und weggeworfen hatte, ging er an den Schrank, nahm die Geldschatulle heraus und öffnete sie.

 

Bei dem Öffnen hatte ihn beinahe der Schlag getroffen. Es fehlten einige Hundert Euroscheine daraus. Und nachdem er es nachgezĂ€hlt hatte, musste er mit großem Entsetzen feststellen, es fehlten dreizehnhundertfĂŒnfzig Euro aus der Geldkassette. Eine teure Nacht, fand Sven. In der ersten Wut, schwor er sich, etwas Ă€hnliches niemals mehr wieder zu tun. Wenn er schon mal mit einem netten MĂ€dchen schlafen wollte, dann aber nicht mehr in seinem, sondern in ihrem Bett oder gar nicht.

 

Aber dieser gute Vorsatz hielt bei Sven nicht allzu lange an. Denn nach nur vier Wochen wiederholte Sven diese Liebesszene schon wieder. Und das, obwohl er sich nach der ersten Liebesnacht vorgenommen hatte, dass er etwas Ă€hnliches nicht mehr mit sich machen ließ. Am Morgen nach dieser erneuten tollen, langen Nacht voller ZĂ€rtlichkeit und Liebe, fehlten fast dreitausend Euro aus seiner Kassette.

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Aber auch daraus hatte der leichtsinnige Sven nicht das geringste gelernt. Im Gegenteil, in den nun folgenden Wochen und Monaten wiederholten sich solche NĂ€chte immer öfter und es fehlten jedes Mal riesigen GeldbetrĂ€ge aus Svens Kasse. Es dauerte gar nicht so arg lange, bis der junge Bursche feststellen musste, dass sein Kapital, bis auf einen kleinen Rest, zusammengeschrumpft war. Noch ganze hundertfĂŒnfzigtausend Euro hatte er von seiner 2, 8 Million  Euro ĂŒbrig gehabt.

 

Aber davon musste er noch einige offenstehenden Rechnungen aus alten Spielschulden begleichen. Als er diese beglichen hatte, war seine Schatulle und sein Geldbeutel beinahe völlig ausgebrannt. Er war nun beinahe bettelarm und hatte manches Mal nicht einmal Brot ĂŒber nacht daheim. Zudem musste Sven sich jetzt, da er fast keinen Pfennig mehr in der Tasche hatte, auf dem Arbeitsamt arbeitslos melden.

 

Es dauerte sehr lange, bis er vom Arbeitsamt eine Stelle angeboten bekam. Der Arbeitsvermittler schickte ihn zu einem Bauern, bei dem er die SĂ€ue auf einer Wiese hĂŒten musste. Und weil es die einzige Stelle war, die das Arbeitsamt ihm momentan anbieten konnte, und er nicht verhungern wollte, war er gewissermaßen gezwungen, diese Stellung anzunehmen. Sven musste Schweine hĂŒten, trotzdem es sein jĂŒdischer Glaube es ihm verbot, mit unreinen Tieren umzugehen, oder das Fleisch solcher zu verzehren.

 

Tags darauf trat er bei diesem Bauern seine neue Arbeit an. Er musste ĂŒber dreihundert SĂ€ue etwa fĂŒnf Kilometerweit weit auf ein Feld treiben, um diese dort zu hĂŒten und abends wieder in den Stall zurĂŒckzutreiben. Weil er so einen großen Hunger hatte, aber nichts handfestes zum Essen, wollte er seinen leeren Magen mit den Schoten, die sonst nur die SĂ€ue fraßen, fĂŒllen. Als der Bauer auf irgendeine Weise davon erfuhr, verbot er es Sven: „Du bekommst von mir deinen Lohn. Und wenn du hungrig bist, so musst du dir etwas zum Essen kaufen“, sagte dieser zu dem Schweinehirten und sah ihn dabei von oben herab so abfĂ€llig an, so demĂŒtigte er ihn, dass Sven beinahe im Boden versunken wĂ€re.

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Also nahm Sven sich ein bisschen zusammen und arbeitetet mit leerem Magen weiter. „Mein Vater hat in seiner Firma so viele Arbeiter, die ganz sicher Geld genug verdienen, um sich jede Menge zum Essen kaufen zu können. Und ich armer Schlucker wĂŒrde vor lauter Hunger mit den Schweinen zusammen aus einem Trog fressen, um nicht verhungern zu mĂŒssen. Morgen werde ich nach Hause zu meinem Vater fahren. ‚Vater’, werde ich zu ihm sagen, ‚ich habe gegen den Himmel und vor dir gesĂŒndigt und bin es nicht mehr wert, dass ich dein Sohn bin. Aber sei so gnĂ€dig und stell mich als Hilfsarbeiter in deiner Firma ein.’“

 

Andern tags machte Sven Moretti sich auf, um in sein Heimatland zu seinem Vater zurĂŒckzufahren.

 

Am Tag darauf wurde Karl Moretti - der Vater von Sven - von einem Vertreter seiner Firma wegen eines Auftrages von Hamburg aus angerufen. Unter anderem erfuhr Karl von diesem Vertreter aus Hamburg, dass er vor einer guten Stunde Sven auf dem Hauptbahnhof von Hamburg gesehen habe. Und dass er ihm gesagt habe, Sven wolle wieder zurĂŒck nach Hause zu seinem Vater kommen.

 

Der alte Moretti ließ alle Arbeit, einfach Arbeit sein, setzte sich in seinen schnellen Porsche und fuhr, so schnell der Sportwagen war, nach Hamburg, um seinen geliebten Sohn dort am Hauptbahnhof abzuholen.

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Als Karl Moretti in Hamburg auf dem Hauptbahnhof ankam, fand er Sven in der KĂŒche des Restaurant beim GeschirrspĂŒlen vor, denn er musste sich doch irgendwie etwas Geld fĂŒr die Weiterreise und um Essen zu kaufen verdienen.

 

Als Sven nun seinen alten Herrn ausmachte, ließ er alle Arbeit stehen und liegen und lief zu seinem Vater hin, um ihn zu begrĂŒĂŸen. Als die beiden sich trafen, fielen sie sich gegenseitig in die Armen und kĂŒssten sich herzlich. Moretti war sehr froh, dass der fĂŒr tot gehaltene Sohn wieder bei ihm sein konnte.

 

Als sie mit kĂŒssen fertig waren, sagt Sven mit dicken TrĂ€nen in den Augen: „Vater, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein, denn ich habe gegen den Himmel und vor dir gesĂŒndigt.“

 

„So etwas darfst du nicht einmal denken“, sagte der Vater zu dem Sohn, nahm ihn einfach bei der Hand und zog ihn mit zu seinem Porsche. „Komm zuerst einmal mit nach Hause. Dann sehen wir weiter!“

 

Als die beiden nach lĂ€ngerer Fahrt zu Hause in Sulzbach ankamen, rief der alte Moretti zwei seiner besten Diener und zwei seiner besten Metzger zu sich. Den beiden Dienern befahl er: „Badet meinen Sohn in duftendem Wasser, zieht ihm schnellstens seine besten Kleider und seine besten Schuhe an und steckt ihm einen goldenen Ring an die Hand!“ Und zu den beiden Metzger sagte Moretti: „Nehmt das best gemĂ€stete Kalb, das in meinem Stall steht, schlachtet es und bereitet es vor. Heute Abend feiern wir zu Ehren meines Sohnes ein fröhliches Fest. Denn Sven, mein Sohn, war tot und nun ist er wieder lebendig geworden; Sven war verloren, und ich habe ihn wieder gefunden.“

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Dann kam der Abend, an dem die Familie Moretti das grĂ¶ĂŸte, das schönste und das lauteste Fest feierte, das sie jemals gefeiert hatten. Alles vom Feinsten und Besten wurde aufgetragen. Das Beste vom Kalb, das Beste aus dem Obst- und GemĂŒsegarten und der beste Wein von der ganzen Welt. Und die besten Musiker des ganzen Saarlandes spielten nach dem Festessen zum Tanze auf. Das ganze Haus erstrahlte in besonders festlichem Glanz. Alle Dienerinnen und Diener hatten zu diesem feierlichen Anlass neue KostĂŒme und Smokings bekommen. Es waren die besten Dienerinnen und Diener des ganzen Kontinents gewesen. Der alte Moretti hatte sie extra zu dieser Festlichkeit in den besten Ausbildungsschulen fĂŒr Diener ausbilden lassen.

 

Moritz, der Ă€lteste Sohn der Morettis, war den ganzen Tag auf dem Feld und schuftete, bis zum spĂ€ten Abend, schwer. Von der Heimkehr seines Bruders, Sven, hatte er natĂŒrlich keinen blassen Schimmer. Und von dem Fest, das zu dessen Ehre gefeiert wurde, schon gar nicht. Das ĂŒberraschte ihn desto mehr, je nĂ€her er zu seinem Elternhaus herankam. Schon von weitem hörte er den Gesang und die ĂŒberlaute Tanzmusik, die wie ein Echo durch Sulzbachs Straßen und durchs ganze Tal dröhnte. „Was ist denn hier los?“ fragte Moritz einen der Diener, der an der Pforte zur BegrĂŒĂŸung der GĂ€ste abgestellt war.

 

Der TĂŒrsteher winkte einen anderen Lakaien heran, der Moriz’ Rock abnehmen musste, um ihn an einen Haken in der hierzu eingerichtete Garderobe aufzuhĂ€ngen. „Wussten Sie denn nicht, dass Ihr Herr Bruder nach langer Zeit wieder heimgekommen ist?“ fragte der TĂŒrsteher, nachdem er wieder am Eingang seinen Platz bezogen hatte. „Ihr Herr Papa ließ zu Ehren Ihres heimgekehrten Bruders das beste gemĂ€stete Kalb schlachten, er ließ den Besten vom Besten Wein auftischen, und er bestellte die besten Musiker des Saarlandes zum musizieren.“

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Moritz, der seit dem Fortgang seines Bruders aus dem gemeinsamen Elternhaus von Sven ĂŒberhaupt nichts mehr hielt, Ă€rgerte sich ĂŒber seinen Vater, der mit seinem Geld zu verschwenderisch umging. Nur weil sein kleiner, verschollen geglaubter Bruder wieder nach Hause gekommen war, musste sein Vater, der alte Moretti, doch nicht gleich soviel Tara darum machen. Ohne sich um die Feier zu kĂŒmmern, wollte Moritz den festlichen Saal seines Elternhauses erst gar nicht betreten. Ostentativ nahm er seine Kleider von dem Haken wieder herunter und machte auf dem Absatz kehrt. Moritz wollte soeben schon wieder eiligst verschwinden, um sich im nĂ€chst besten Hotel eine Bleibe fĂŒr die kommenden Tage zu suchen.

 

Genau in diesem Moment wurde die TĂŒr des Festsaales aufgerissen und der alte Moretti, Moritz’ Vater, kam heraus. Als er gewahrte, dass sein Erstgeborener sich heimlich wieder verkrĂŒmeln wollte, ging er zu ihm, nahm ihn freundschaftlich um die Schulter und bat ihn in den Festsaal zu kommen. „NatĂŒrlich bist du auch zu Svens großer Feier eingeladen!“

 

„Seit fast dreißig Jahre bin ich dir ein treuer Diener, ich habe wĂ€hrend der ganzen Zeit immer peinlich darauf geachtet, dass ich dir auch alles gerecht gemacht habe, nie in meinem ganzen Leben war ich ungehorsam! ? - Aber noch nicht ein einiges Mal hast du auch nur das kleinste StĂŒck Vieh fĂŒr mich schlachten lassen. Auch durfte ich niemals mit meinen Freunden irgendein Fest feiern, bei dem ich ihnen das Fleisch von dem kleinsten StĂŒck Vieh anbieten durfte. Auch hattest du dafĂŒr niemals eine Flasche des billigsten Weines ĂŒbrig.

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Doch fĂŒr deinen Lieblingssohn, der nach etlichen Jahren in der Fremde wieder nach Hause zurĂŒckgekommen ist, und der dein ganzes Geld in FreudenhĂ€user mit den einschlĂ€gigen MĂ€dchen unsinnig verprasst hat, hast du das beste gemĂ€stete Kalb geschlachtet.“ Moritz war ĂŒber seinen jĂŒngeren Bruder, der in seinen Augen ein Taugenix war, sehr wĂŒtend.

 

Karl Moretti jedoch wollte in seiner Familie keinen Zank, keinen Streit, er wollte, dass Moritz mit seinem Bruder Sven wieder Frieden hatte. „Mein Sohn, du bist und warst die ganze Zeit ĂŒber bei mir, und du weißt, dass mein ganzer Besitz, der mir noch verblieben ist, einmal dir gehören wird. Du sollst dich mit deinem Bruder Sven wieder vertragen. Denn dein Bruder war tot und nun ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und nun komm herein, sei froh, dass dein Bruder wieder lebt und feiere fröhlich mit uns!“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.08.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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