Helmut Wendelken

Die Fliege

Einen schönen Tag auf dem Balkon, so wollte ich mein Wochenende genießen. Ich saß mit einem schönen Becher Kaffee draußen, und habe die Sonne genossen.

Eigentlich bin ich kein Typ dafür, mich in der Sonne braten zu lassen, aber Heute wollte ich den Tag genießen, und alle fünfe gerade sein lassen.

Es war einfach herrlich, die Sonnenstrahlen und den feinen Wind auf meiner ach so weißen Haut zu spüren. 

Bald merkte ich, das trotz mangelnder Bewegung meinerseits, mir der Schweiß von der Stirn lief, und ich stand auf, um mir ein Handtuch zu holen.

Kaum den Kaffee beiseite gestellt und aufgestanden, bemerkte ich, das ich doch nicht so alleine war, wie ich dachte. Eine dicke fette Fliege, wohl angelockt vom Schweiß, gesellte sich zu mir.

Alle versuche sie von mir fern zu halten, scheiterten daran, das sich die Fliege nicht Vertreiben lassen wollte.

Gut, dachte ich, Schweiß weg = Fliege weg, und holte mir nun mein Handtuch und brachte mir auch gleich ein Buch mit, welches ich schon lange zu ende lesen wollte.

Handtuch geholt, Schweiß abgewischt,Fliege weg, Buch genommen, hingesetzt.

Gerade mal zwei Seiten gelesen, dabei den Kaffee genossen, war auch die Fliege wieder da. Erst ließ ich mich ja nicht von ihr stören, da mein Buch spannend war.

Aber es dauerte auch nicht lange, da ging sie mir mächtig auf den Geist, und ich versuchte wieder, ihr durch wegscheuchen zu signalisieren, das ich auf soche Spielchen keine Lust hatte.

Aber die Fliege dachte nicht daran aufzugeben, und flog weiter um mich rum.

Dann fing ich Idiot auch noch an, mit ihr zu reden, und sagte ihr, sie sollte doch andere Nerven und mich in Ruhe lassen. Als hätte ich es geahnt, sie hörte nicht auf mich.

Selbst, als ich noch ein " Bitte " nachsetzte, drehte sie weiter ihre Runden um mein Gesicht, um sich an meinem Schweiß zu laben.

Ganz schön abartig diese Viecher.

Gut, sagte ich zu ihr, wenn Du nicht hören willst, musst Du wohl leiden. Ich wusste, ich hatte noch irgendwo eine Fliegenklatsche rum liegen, die ich dann auch suchen ging.

Jeder weiß aus eigener Erfahrung, wer Ordnung hält, ist zu faul zum suchen.

Also hat es bei mir auch ein wenig gedauert, bis ich dieses Teil dann auch gefunden habe.

Gleich noch mal frischen Kaffee mitgenommen,und zurück auf den Balkon, Kaffee hingestellt, hingesetzt, Buch genommen und wieder angefangen zu lesen.

Irgendwie konnte ich mich dann aber doch nicht auf das Buch konzentrieren, und schaute immer wieder hoch, um zu sehen, wo die Fliege ist.

Sie war weg

Na geht doch, so dachte ich mir, warum nicht gleich so. Aber nein, man muß ja erst schwere Geschütze, in form einer Fliegenklatsche, auffahren, um endlich seine Ruhe zu haben.

Ich nahm also wieder mein Buch, um diesen Tag nun endlich zu genießen.

Nach einigen ungestörten Seiten, nahm ich mir meinen Kaffee, und staunte nicht schlecht, als ich sah, warum ich in ruhe lesen konnte.

Da schwamm diese mistige Fliege in meinem Kaffee rum, macht wohl gerade ihren Freischwimmer, und freut sich wohl auch noch, das sie mir nun auch noch den Kaffee versaut hat.

Ganz ehrlich, erst wollte ich sie ertränken, erschlagen hätte ich sie ja kurz vorher auch, wenn ich sie gesehen hätte. Aber ich nahm meine ganze nächstenliebe zusammen, und schüttete den Kaffee über den Balkon, auf den darunter liegenden Rasen.

Vielleicht bricht sie sich ja dabei das Genick, und läßt mich dann in ruhe den Tag genießen.

Ich holte mir einen neuen Becher Kaffee, und hatte doch noch zwei Stunden meine ruhe, und genoss die Zeit mit meinem Buch, meinem Kaffee, ohne Fliege.

Wie gesagt, zwei Stunden.

Erst dachte ich, die dicke wäre wieder da, aber beim genauen hinsehen, stellte ich fest, das mussten wohl Verwandte von ihr sein.

Sie waren deutlich kleiner, oder nicht so wohlgenährt, wie die andere, aber sie verfolgten das gleiche Ziel, wie die andere.

Sie wollten nerven.

Ich hatte auf dieses erneute Spiel aber wirklich keine Lust mehr, und beschloss, mein rest Wochenende in der Wohnung zu verbringen.

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Das Fazit dieser kleinen Geschichte ist, das Fliegen in meiner Wohnung, keine großen Überlebens Chancen haben.



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.09.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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