Jakob W.Stadel

Der Kaufhausdetektiv als Weihnachtsmann

 

Ort: Berlin, im Kaufhaus „ LEXUS“.

Der Hausdetektiv Torsten Wieland

 

Würde man den Hausdetektiv  Wieland beschreiben müssen, so würde einem nur spontan einfallen: „ Ein schmieriger Typ“

 

Torsten Wieland war wie geschaffen für diesen Beruf.

Er war ein unauffälliges „ Würstchen“ von dem man kaum Notizen nahm.

1,70m groß, hager, mit einer Habichtnase. Die Haare trug er lang, von vorn nach hinten gekämmt und, damit die Frisur auch hielt, hatte er sie mit viel Pomade eingefettet.

Den Anzug, den er trug, war an den Knien ausgebeult, seine Krawatte könnte man eher als Serviette bezeichnen, denn an ihr ließ sich erkennen was er in den letzten Tagen gegessen hatte.

Wieland war 45 Jahre alt, aufgrund seiner Erfolge bekam er jeden Monat eine zusätzliche Prämie, eine so genannte Fangprämie. Seine Treffer- und Aufklärungsquote lag bei 90 % und sein Kollege Axel Klein hatte mächtigen Respekt vor ihm.

 

Doch so erfolgreich war Wieland früher nicht.

Nach seinem Hauptschulabschluss hatte Wieland eine Lehre als Textilkaufmann angefangen, brach diese aber schon nach einem 1/2 Jahr wieder ab. Danach folgte eine Lehre als Autoverkäufer in einer Renault Vertretung, die nach einem Jahr auch wieder zu Ende war.

Dann versuchte er sich als Versicherungsvertreter, als Kellner und zuletzt als Taxifahrer.

 

Wieland war seit Jahren geschieden, seine Frau hatte ihn mit seinem Chef vom Taxi-Ring betrogen. Der schickte Wieland auf Fahrten an die entlegendsten Orte und in der Zwischenzeit war er zu Besuch bei seiner Frau. Wieland wäre nie selbst dahinter gekommen, hätten seine Kollegen nicht ständig Witze hinter seinem Rücken gemacht.

Wieland hatte seither ein gespaltenes Verhältnis zu Frauen. Er verachtete sie und war ihnen gegenüber misstrauisch in allen Lebenslagen.

 

An seinen Detektiv-Job im Kaufhaus kam er zufällig:  Er sah einem jungen Burschen beim Stehlen zu, hielt ihn dann fest und rief nach dem Abteilungsleiter.

Die Geschäftsleitung bot ihm darauf hin, zur Belohnung und auf Probe, einen Job als Haus-Detektiv an. Bereits nach 14 Tagen erhielt  Wieland eine feste Anstellung, denn nie zuvor wurden so viele Diebe beim Stehlen erwischt. Wieland hatte diesen gewissen Instinkt!

Er hatte ein Gespür dafür. Er war ein Jäger. Er wusste schon nach wenigen Blicken, wem er seine ganze Aufmerksamkeit widmen musste.  Seine Chefs  waren mächtig stolz auf ihn, nur bei den Mitarbeitern war er nicht beliebt. Man tuschelte über seine Methoden, und sein Kollege Klein erzählte von Wielands Vorlieben, wie er die jungen Mädchen begrabschen würde.

 

Die letzte Woche vor Weihnachten hatte begonnen, aus den Lautsprechern ertönte leise:

Stille Nacht, heilige Nacht ……….

 

Wieland, der zur Weihnachtszeit immer als Nikolaus verkleidet war, spielte den lieben Weihnachtsmann, der aus seinem großen Leinensack die kleinen Kinder beschenkte.

Die Verkleidung kam ihm sehr gelegen, wer würde denn hinter dem netten Weihnachtsmann

den Hausdetektiv vermuten  

Wieland blieb hinter einer geschmückten Weihnachtstanne stehen, da war es wieder, dieses Gespür, was seinen Jägerinstinkt  erweckte. Er beobachtete zwei Mädchen, sie mussten um die 18 sein, und seine innere Stimme sagte ihm: Die beiden passen hier nicht her.

Ja , wenn die Mama dabei gewesen wäre, aber so, nein das passte nicht.

 

Er verließ die Etage durch die Fluchttür, und verschwand in einem Nebenraum.

Nur er hatte hierfür einen Schlüssel und keiner außer ihm einen Zutritt.

Von außen war nicht zu erkennen, dass dieses schmale lange Kämmerlein Wand an Wand mit den Umkleidekabinen der Dessous-Abteilung lag.

Wieland hatte alles bestens präpariert, seine Sehschlitze lagen verdeckt hinter einem Aluwinkelprofil mit Lüftungskiemen, das durch die einzelnen Umkleidekabinen lief.

Wie durch einen Schleier hindurch konnte Wieland alles beobachten.

Er sagte zu seinem Kollegen Klein, dass er nicht an den jungen, schönen Körper interessiert

sei, nein, ihm ging es einzig und alleine um den „ Kick“ die Beute zu fangen und die Diebe zu überführen.

 

Wieland machte es sich bequem, er legte sich auf die Lauer, er wusste genau was in den Umkleidekabinen passieren würde. Er konnte warten.

Es machte einmal klick und kurze Zeit darauf wieder klick.

Wieland legte seine Sofortbildkamera bei Seite, griff nach den beiden Bildern die er zum Trocknen auf den Tisch gelegt hatte und verließ sein Kämmerlein.

Langsam hatten die blassen Bilderfarben Konturen angenommen.

Wieland schaute zufrieden und sein Gesicht verzog sich zu einem Lächeln.

Wieder hatte er zwei schöne Vögelchen erwischt.

Bis auf wenige Meter näherte er sich den beiden Mädchen und sah ihrem Treiben zu.

Er wusste, wie sie jetzt versuchten, ihre Erregung zu überspielen.

Er folgte ihnen, als sie die Etage verließen und mit der Rolltreppe hinunter fuhren.

Vor dem Ausgang, kurz vor der großen Drehtüre, kam sein großer Auftritt.

 

Wieland räusperte sich. „Entschuldigen sie meine Damen“, sagte er.

Die Mädchen drehten sich um, keine sagte ein Wort. Wieland hielt ihnen seinen Detektiv-Ausweis unter die Nase, und mit energischen Ton sagte er: „Würden die beiden Damen mir unauffällig folgen.“

 

Das war der Auftritt den er genoss. Er brauchte hier nicht grob zu werden, er kannte den Unterschied zwischen den Ersttätern und den Professionellen.

Er schritt vorne weg, ohne sich umzudrehen. Er wusste dass sie ihm folgen würden.

„Hier hinein bitte.“ Wieland öffnete die Tür seines Büros, es war spartanisch eingerichtet.

Ein großer Schreibtisch und davor zwei einfache Holzstühle.

 

Wieland war höflich: “ Bitte, nehmen sie doch Platz.“

Er wartete bis sie sich gesetzt hatten, und fuhr fort: „Ihre Personalausweise, bitte.“

 

Sie hatten noch kein Wort gesagt, anstandslos reichten sie ihm ihre Ausweise.

Wieland nahm sie entgegen. „Wie ich sehe, sind Sie gerade volljährig, meine Damen.

Sie wissen, was das bedeutet? Ja ?  Nein ? Gut, ich will es Ihnen sagen.

Ich muss Ihre Eltern nicht mehr verständigen. Oder möchten Sie Zuhause anrufen?

Das wäre sicherlich eine schöne Weihnachtsüberraschung!“

 

„Nein ! Bitte nicht.“  Sie hatten fast gleichzeitig gesprochen.

„Gut!“, sagte Wieland. „Heute will ich mich nur mit einer Dame unterhalten, wer möchte gehen“?

Die Mädchen schauten sich an und Karin sagte: „Ich müsste nach Hause, wenn ich darf?“

 

„Ja bitte, sie dürfen gehen, aber ihren Ausweis behalte ich noch hier, ich sehe sie dann morgen wieder. Hier meine Karte, rufen sie mich ab 14 Uhr an, dann gebe ich ihnen einen genauen Termin.“

 

Fast lautlos hauchte sie „Tschüss“, und zu Wieland gewand: „Auf Wiedersehen Herr Wieland.“

 

Torsten Wieland genoss diese Momente.

Wann wurde er schon mit Herr Wieland angesprochen.

 

„Und nun zu Ihnen, Fräulein Christin Keller, wie wollen wir das hier regeln ?

So leit es mir tut, ich werde eine Anzeige machen müssen“.

Christin fing an zu weinen. „Bitte nicht, keine Anzeige, bitte, bitte nicht.

Wissen Sie, Herr Wieland, ich fange in ein paar Monaten eine Banklehre an, die werden mich nicht mehr nehmen, wenn sie davon erfahren.“

 

Wieland überlegte, er überlegte lange, jedenfalls tat er so.

„Sie sind volljährig!“ Er machte wieder eine Pause.

„Sie haben einen Freund?“

-         „Nein“ –

„Sie haben noch keinen Freund gehabt?“

 

           „Doch, doch, früher hatte ich schon einen Freund, nur derzeit nicht.“

 

Wieland tat so als ob er überlegte. „Sie sind daran interessiert dass kein Mensch davon erfährt, ja?“

 

         „Ja, bitte, keiner soll etwas davon erfahren.“

 

Wieland machte wieder eine Pause. „Was halten Sie davon, wenn Sie heute nach Feierabend, so um 19 Uhr, mit mir ausgehen, ich kenn da ein kleines nettes Hotel gleich in der Nähe. Ich bin ein Gentleman, Sie können mir vertrauen, wir trinken eine Kleinigkeit und so, und dann vergessen wir das Ganze. Was meinen Sie dazu?“

 

Christin schaute auf die Uhr, es war 16 Uhr vorbei. „Ich muss aber um 20 Uhr zu Hause sein.“

 

„Kein Problem, es dauert nicht so lang. Sie kennen das Garni-Hotel Werner  drüben in der Einkaufspassage, ja?“

 

Christin nickte.

 

„Gut, dort warten Sie auf mich. Bitte aber pünktlich, Christin, ich darf doch Christin sagen, und dass wir uns richtig verstehen, keiner wird davon erfahren, richtig!  Ich möchte keinen Ärger bekommen, nur weil wir das so regeln.“

 

„ Ja, Herr Wieland, ich werde pünktlich sein.“

 

Wieland verließ sein Büro, lächelnd, leise vor sich hinpfeifend machte er seinen Nikolaus-Rundgang und in Gedanken war er schon bei seinem Schäferstündchen.

Ja, er hatte Übung darin, er war ein Profi, er kannte die Weiber.

 

Sein Freund Werner vom Garni-Hotel drüben, der wusste über alles Bescheid.

Getränke waren im Kühlschrank und die Präservative lagen in der Nachttischschublade.

Er brauchte nichts besorgen, er musste nur kurz drüben anrufen, dann war alles geritzt.

 

Christin war pünktlich, sie stand schon ab 19 Uhr an der Eingangstür des Garnihotels.

Herr Werner bat sie herein, er merkte, wie verlegen sie war, und sagte:

„Fräulein Keller, bitte hier ist der Schlüssel für Zimmer 6, die Treppe hoch und gleich links.“

 

Und während Christin die Treppe hochging, wurde jeder Schritt für sie schwerer und schwerer, tiefe Traurigkeit überfiel sie. Was hab ich nur getan, dachte sie, die schöne vorweihnachtliche Zeit, die Freude auf das bevorstehende Weihnachtsfest, alles habe ich verdorben.

 

Wieland hatte bereits beim ersten Feierabend-Klingelton das Kaufhaus verlassen und war fünf Minuten später bei Werner eingetroffen.

 

„Ist sie schon oben?“

Werner lachte und nickte. „Auch was für mich heute?“, fragte er.

Wieland: „Nein, heute nicht, ein anderes Mal wieder.“ Und mit hastigen Schritten eilte Wieland nach oben. Er klopfte kurz und trat ins Zimmer.

 

Christin ahnte, was Wieland von ihr wollte. Sie hatte sich schon entkleidet und saß aufrecht im Bett, die Bettdecke hatte sie bis zum Kinn hochgezogen und hielt ihre Hände gefaltet.

Sie war in Panik, sie hatte entsetzliche Angst.

 

Wieland: „Was soll das, Täubchen? Ich sagte dir doch dass ich ein Gentleman bin“, und er lachte dabei, „beruhige dich wieder, komm aus dem Bett und zieh dich wieder an“.

 

Christin: „Ich dachte, Sie wollten?“

 

Wieland: „Ja, ich will schon, aber doch nicht so!  Zieh deine Dessous wieder an!“

 

Wieland war an die Hausbar gegangen, entnahm eine Flasche Sekt und Gläser, und  er schenkte ein. Er wartete bis Christin ihre Dessous angezogen hatte. „So, mein Täubchen, wir wollen auf deine künftige Banklehre anstoßen.“

 

Christin ergriff ihr Glas und, ohne es abzusetzen, trank sie es leer.

Wieland: „Aber, Täubchen, doch nicht so hastig“, er lachte wieder, nahm die Flasche und schenkte nach. „Nun lass uns aber anstoßen. Prosit!“

 

Wieland nippte nur kurz an seinem Glas, dann stellte er es ab und ging ins Bad.

Die Türe hatte er offen gelassen und rief: „Ich komm gleich, ich mach mich nur noch frisch für dich.“

Christin hatte auch ihr zweites Glas ex ausgetrunken, sie wollte schnell betrunken sein.

Sie sah, wie Wieland sich seiner Hosen entledigte, und sie hörte dann das fließende Wasser.

 

Wieland kam zurück, er hatte nur sein Hemd angelassen und wieder hatte er dieses grässliche Grinsen im Gesicht. Er setzte sich in den Sessel, ganz vorne auf die Kante, und  lehnte sich zurück. Er griff nach seinem Glas, hob es und zu Christin gewand sagte er: „Komm fang endlich an, der kleine Torsten möchte geküsst werden.“

Sie zögerte, schaute ihn verunsichert an.

 

„Ja, wenn du um 20 Uhr nach Hause willst, dann solltest du dich schon ein bisschen beeilen.

Leg endlich los“, herrschte er sie an.

 

Und Christin gehorchte, sie hörte seine Befehle und sie tat was er von ihr verlangte.

Wieland trank Sekt dabei, und hin und wieder lachte er auf.

 

Fünf Minuten ging es so, und dann plötzlich riss Wieland sie an ihren Haaren zurück, er war

befriedigt. Er stieß sie nun unsanft von sich und stand auf.

 

Christin erschrak, sie hatte doch alles getan was er verlangte, warum wurde er jetzt so grob?

Sie stand auf, eilte ins Bad. Sie wollte ihn nicht fragen, warum er plötzlich so grob geworden war, sie hatte keine Lust mit ihm zu reden. Sie wollte ihn nicht mehr sehn und hören.

Schluss, aus. Ende mit dem Alptraum, sie hatte ihre Schuld bezahlt, es war vorbei.

Nie würde sie in ihrem ganzen Leben diese Erniedrigung noch einmal erleben wollen.

 

Wieland zog sich gemächlich seine Hosen an, kramte in seiner Jackentasche und dann rief er zu ihr hinüber: „Es war schön mit dir, hier ist dein Personalausweis.“

Er warf ihn auf den Tisch und verließ das Zimmer.

 

Wieland fühlte sich jetzt gut, dieses Gefühl von Überlegenheit hatte er schon eine ganze Weile vermisst. Er ging an Werner vorbei, zwinkerte ihm zu. „ Vielleicht morgen oder übermorgen Werner, dann bist auch du mal wieder dran.“  Und  lächelnd schritt er zur Tür hinaus.

 

Christin hatte sich zwischenzeitlich wieder beruhigt, Gott sei Dank war er gegangen, sie war allein. Ihr Blick fing sich im Spiegel. Nein, man sah ihr nichts an, man würde nichts bemerken, sie sah wie immer aus.

Eilig hatte sie das Hotel verlassen, sie schaute auf die Uhr und stellte fest, sie würde noch pünktlich zu Hause sein.

 

 

Am nächsten Tag

Es war exakt  14 Uhr, als das Telefon bei Torsten Wieland im Büro klingelte.

Wieland hatte schon mit dem Anruf gerechnet.

„Ja hier Torsten Wieland!“

 

„Guten Tag Herr Wieland, hier spricht Maren, Sie wissen doch?“

„Ja, Fräulein Müller, ich hab schon mit Ihrem Anruf gerechnet, wann passt es Ihnen?“

 

„Ja, ich würde gleich heute um 19 Uhr im Hotel Werner sein, Zimmer 6.“

 

Wieland schien es die Stimme zu verschlagen, er überlegte, war verdutzt, wollte er doch wie gewohnt seine Schau abziehen.

„Hallo Herr Wieland, hören sie? Sind sie noch da?“

 

„Ja, Fräulein Müller, ich bin da, also gut um 19 Uhr im Hotel.“

 

Torsten Wieland war noch immer verwirrt, er dachte nach, irgendetwas stimmte nicht, er hatte diesmal die Situation nicht im Griff.

Er setzte seine Nikolausmütze auf und begab sich wieder auf einen Rundgang durch die Verkaufsetagen, aber er war nicht richtig bei der Sache.

 

Kurz nach 19 Uhr.

Wieland betrat das Hotel Werner. „Ist sie schon da?“

Werner: „Nein, hab noch niemanden gesehen. Was denkst du Torsten, bin ich heute auch mit dran?“

Wieland versuchte ein Lachen, aber etwas missglückt. „Wir werden sehen, ich geh schon mal nach oben, ich ruf dich dann.“

 

19 Uhr 10

Eine wohlgenährte hübsche Frau um die 45 kam durch die Hotel-Eingangstür.

„Guten Tag, Müller ist mein Name, ich bin mit Herrn Wieland verabredet, ist er schon da?“

 

Werner bekam Herzklopfen, ei, welch ein prächtiges Weib, dachte er. „ Ja, Herr Wieland wartet schon oben.“

Werner schaute ihr nach wie sieh die Treppe hochging, und er dachte, oh, welch eine Augenweide.

 

Frau Müller klopfte an die Tür.

Wieland antwortete: „Ja bitte, herein.“ Er saß schon ausgezogen, nur noch mit seinem Hemd bekleidet, auf seinem Sessel. Auf dem Tisch standen schon die beiden gefüllten Sektgläser.

 

Wieland sprang auf. „Verzeihung, meine Dame, ich glaube, Sie sind hier nicht richtig!“

 

„Doch, doch,  wenn Sie der Herr Wieland sind, dann bin ich hier goldrichtig. Ich komme in Vertretung meiner Tochter.“

 

Wieland: „Ja, wie soll ich das verstehen?“

 

„Herr Wieland, das ist doch ganz einfach“, und während sie das sagte, fing sie an sich auszuziehen.

Wieland: „Halt, halt, so geht das nicht.“

Doch Frau Müller ließ sich nicht beirren, sie war nun nackt und schlüpfte ins Bett.

„So, mein Torsten, herein zu mir.“

 

Wieland stand der kalte Schweiß auf der Stirn.

Verdammt, verdammt, er hatte es  bereits am Telefon gespürt, dass es heute nicht so läuft,

wie es zu laufen hätte.

 

„Du willst doch nicht kneifen, Torsten, oder?

Weißt du Torsten, ich hatte lange keinen Mann,  und ich bin froh über jede Gelegenheit die ich erwischen kann. Du kannst doch wohl eine richtige Frau befriedigen, oder nicht?“

 

Wieland kam in Panik, er schrie: „Natürlich kann ich das, aber nur, wenn ich es will.“

In Windeseile hatte er seine Hosen angezogen, griff nach seiner Jacke,  entnahm einen Personalausweis und warf ihn hin.

„Hier der Ausweis ihrer Tochter, die Sache ist  erledigt!“  Und fluchtartig  rannte Wieland aus dem Zimmer.

 

Werner sah ihn die Treppe herunterkommen und rief ihm zu: „Torsten, was ist los, bin ich jetzt schon dran?“

 

„Halt dein Maul, du blöder Idiot“ fauchte Wieland ihn an und weg war er.

 

Marens Mutter zog sich wieder an, sie konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Ach wie hatte sie ihren Auftritt genossen, sie hatte erreicht, was sie wollte.

Mit Genugtun steckte sie den Ausweis von Maren ein, sie schaute sich nochmals um und verließ voller Stolz den Raum.

 

Sie sah den gierigen Blick von Werner und wusste, dass er mit Wieland unter einer Decke steckte. „Du kleiner Feigling“, sagte sie zu ihm, „warum bist du nicht hochgekommen, ich habe doch gewartet.“

 

Werner bekam einen roten Kopf wie ein Feuermelder, er stammelte: „Ich weiß nicht wovon Sie reden, gnädige Frau.“

 

Frau Müller drehte sich auf dem Absatz um. „Sie wissen von nichts? Nein? Dann muss ich wohl die Polizei vorbeischicken, dann wissen Sie es wieder. Und ihrem Freund Wieland richten Sie aus, dass er sich ein neues Hotel suchen muss, denn ich werde ein Auge auf euch beide haben. Frohe Weihnachten, mein Herr!“

 

Und während sie den Weg zur Tiefgarage einschlug, dachte sie an Maren, und sie wusste, heute hatte sie ihr ein unvergessliches Weihnachtsgeschenk gemacht. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.11.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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