Andreas Rüdig

Schwäbisch Gmünd

Der Heilige Karl-Heinz ist der Schutzpatron der örtlichen Silberschmiede. Er ist es  auch zu Recht. Er hat sich um die fleißigen Handwerker verdient gemacht. Er rührte ewig und drei Tage die Werbetrommel für sie. Er sorgte für jede Menge Tagestouristen, die in die Handwerksläden strömten und für genügend Umsatz sorgten. Er garantierte einen Parkplatz für jeden Kunden. Er sorgte für reichlich Wohlstand für Schwäbisch Gmünd.

Sein Tod war tragisch. Als der hochbetagte Karl-Heinz einen der Silberschmiede besuchte, fiel ein Tropfen Silber auf seinen Handrücken. Zugegebenermaßen war es nur ein kleiner Silbertropfen. Karl-Heinz fuhr aber erschreckt auf und prallte heftig mit dem  Kopf gegen einen Holzbalken. Die Beule und der Schwindel sorgten aber dafür, daß Karl-Heinz so allmählich in eine andere Welt entschwand.

Die Heiligsprechung folgte kurze Zeit später. Karl-Heinz hat in seinem langen Leben dafür gesorgt, daß die örtlichen Kirchen immer mit Gold- und Silberschmiedearbeiten geschmückt sind. Der Arbeitsaufwand wurde als dazugehöriges Wunder gewertet.

Ich habe mirjetzt eine Reliquie gesichert. Es ist die silberne Nase von Karl-Heinz. Wie sie ihm amputiert und ob Karl-Heinz jetzt nasenlos im Grab liegt, habe ich nicht fragen wollen. Es wäre doch zu schauerlich gewesen. Auf jeden Fall kann ich die Silbernase jetzt in jedem Gottesdienst zeigen und anbeten lassen.

 

Igitt. Es ist Durchzug. Ich spüre es ganz deutlich. Kein Wunder: Die Türe da drüben ist offen, das gegenüberliegende Fenster auch. Wenn ich Schnupfen kriege, bekommt der Pfarrer etwas zu hören. Eine Reliquie hat würdig behandelt zu werden. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.11.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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