Steffi Lasch

Weihnachtsmann in Nöten

Der 3. Advent ist ein ganz wichtiger Tag. Am 3. Advent ist Generalprobe für den Heiligabend. Da zieht der Weihnachtsmann seine rote Weihnachtsmannuniform an, dann spannt er die Rentiere vor den Schlitten und dreht eine Proberunde über dem Nordpol.

Heute war nun der  3. Advent und es war so ziemlich alles schiefgegangen was nur schiefgehen konnte. Es hatte schon vor Tagen damit begonnen, dass sich die Elfe Malwine den Magen verdorben hatte. Die Elfe Malwine hatte eine wichtige Aufgabe in der Weihnachtsbäckerei. Sie musste von jedem Blech Plätzchen, das gebacken wurdem eine Kostprobe nehmen. Das konnte sie nun nicht mehr und da war der Weihnachtsmann für sie eingesprungen. Der liebte Plätzchen über alles und von so manchem Blech war nicht nur die übliche Kostprobe in seinen Mund gewandert. Die katastrophale Auswirkung war heute ans Licht gekommen. Der Weihnachtsmann hatte ordentlich zugenommen und seine Weihnachtsmannuniform war ihm viel zu eng geworden. Der Mantel klaffte weit auf und die Hose konnte er nur noch bis über seine Knie ziehen. Nun war er auf dem Weg zur Schneiderei. Mal sehen, ob die Elfen dort noch etwas retten konnten. Für einen neuen Anzug reichte die Zeit nicht mehr.

Kaum hatte sixh der Weihnachtsmann auf den Weg zur Schneiderei gemacht, als der Streit zwischen Wichtel Roderich und Wichtel Hubert aus der Spielzeugwerkstatt losging. Die beiden stritten heftig und plötzlich schubste Wichtel Roderich den Wichtel Hubert gegen ein Regal mit Spielzeug, das schon fertig war und zum Einpacken gebracht werden sollte. Das Regal kam fürchterlich ins Wanken und viele der Spielsachen purzelten herunter genau auf Wichtel Huberts Kopf. Nun lag Wichtel Hubert im Bett mit einem Eisbeutel auf dem Kopf, um die riesige Beule zu kühlen. Von dem heruntergefallenen Spielzeug war das meiste zerbrochen und musste repariert werden. Worum es in dem Streit ging, hatten die beiden Kampfhähne vor Schreck vergessen.

Und dann geschah auch schon das nächste Unglück. Ein lauter Schmerzensschrei hallte durch die Spielzeugwerkstatt. Sämtliche Wichtel liefen zu der Stelle von wo der Schrei gekommen war. Wichtel Waldemar war der Unglücksrabe. Sein Daumen war feuerrot und er schwoll zusehends an. Wichtel Albert raufte sich die Haare. Als Chef der Spielzeugwerkstatt hatte er dafür zu sorgen, dass pünktlich am Heiligabendd alles fertig war. Der Weihnachtsmann würde toben, wenn er von der Schneiderei zurück kam und von den Ereignissen erfuhr.

Tapfer beichtete Wichtel Albert dem Weihnachtsmann von den Missgeschicken und er war erleichtert, als das erwartete Donnerwetter ausblieb. Der Weihnachtsmann kratzte sich am Kopf und erkundigte sich danach, wieviele Wichtel in den letzten 10 Jahren in Rente gegangen waren. Wichtel Albert brauchte ein paar Minuten bis er begriff, was der Weihnachtsmann damit sagen wollte. Aber dann überzog ein breites Grinsen sein Gesicht, Wenn das klappte, war Weihnachten gerettet. Sicher würden die Senioren das als willkommene Abwechslung betrachten und in 10 Jahren verlernte doch ein Wichtel sein Handwerk nicht.

So kam es, dass das Hämmern und Klopfen viel lauter war als in anderen Jahren. Auch die Bäckerei machte Überstunden und schickte jeden Tag einen grossen Korb voller leckerer Weihnachtsplätzchen herüber.

Die Elfen in der Schneiderwerkstatt hatten ein paar Nachtschichten eingelegt und so schafften sie es, dem Weihnachtsmann einen neuen Mantel zu schneidern. In die Hose hatten sie hinten einen breiten Keil aus rotem Stoff eingesetzt.

Pünktlich am Heiligabend legte der Weihnachtsmann seinen Rentieren das Zaumzeug an und spannte sie vor seinen Schlitten. Auf dem Rücksitz stand ein riesengrosser Sack mit Geschenken. Als der Weihnachtsmann auf den Kutschbock geklettert war,  kam die kleine Elfe Dorothee gelaufen und brachte noch ein letztes verspätetes Geschenkpaket. Der Weihnachtsmann schmunzelte und legte es gleich neben sich auf den Sitz. Gerade noch rechtzeitig. Es wäre schlimm, wenn ein Kind kein Geschenk bekommen würde.

Dann liess er die Peitsche durch die Luft knallen und die Rentiere setzten sich in Bewegung. Immer schneller und schneller bis ihre Hufe den Boden nicht mehr berührten.  Im nächsten Moment waren sie am dunklen Nachthimmel verschwunden und man hörte nur noch ein lautes: "Ho ho ho ..."

Der Weihnachtsmann schaute auf das Geschenk neben sich.  Er wusste genau, was in dem Päckchen war. Das Kind, das es bekam, würde sich sicher freuen.

Bist du jetzt neugierig geworden?

Lauf schnell und schau unter deinem Weihnachtsbaum nach. Vielleicht hat es der Weihnachtsmann für dich dorthin gelegt?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.11.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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