Werner Wadepuhl

Neuengland, ganz privat

 

 

Amerika, wer träumte nach diesem sinnlosen und letztendlich verlorenen Krieg nicht von diesem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So mancher verließ das zerstörte Deutschland und suchte dort sein Glück. Für andere blieb es ein Traum.

Für den Wiederaufbau der deutschen Luftfahrtindustrie Mitte der fünfziger Jahre wählte die Politik nach und nach französische, italienische und schließlich auch amerikanische Firmen als Lizenzgeber und so lernte ich bald Amerikaner, denen ich vorher nur in Uniformen begegnet war, auch in Zivil und als Partner, ja auch als Freunde kennen.

Dienstreisen nach Amerika, oder wie man genauer sagte „in die Staaten“ waren notwendig geworden, aber auch ein Privileg, das nur wenigen Führungskräften und einem kleinen Kreis von Spezialisten vorbehalten war. Taxi, Flughafen, Flug, Hotel und natürlich die Vertragsfirmen waren die Etappen. Vertragsverhandlungen, Spezifikationen, Fertigungsunterlagen, Managementrichtlinien, Materialquellen, Produktionsverfahren, Controlling, Reporting und das eine oder andere „know how“ bestimmten neben manch anderem die Agenda, Amerikanisch, in einer Form gesprochen, die mit Schulenglisch nicht viel Ähnlichkeit hatte, war das Verständigungsmittel. Häufig hatte man das Gefühl, in einen sportlich fairen Wettkampf verwickelt zu sein, bei dem allerdings nur eine Prämisse galt, der Partner gegenüber will gewinnen und er gewinnt. Let´s have a compromise, do it on my way.

Und so blieb bei diesen „business trips“ von Amerika selbst neben gewaltigen Steaks und teuren Hotels und Lokalen nur das Bühnenbild, die Kulisse. Und die war meist überwältigend, von einer Weite und Größe, wie man in Europa wenig Vergleichbares findet.

 

Peter, unser Erstgeborener, hatte Abitur und Wehrpflicht hinter sich und entschied sich für ein Musikstudium in Amerika. Für ihn kam nichts anderes in Frage und ich stimmte zu, wenn er es eigenverantwortlich durchzieht, finanziell sollte es machbar sein. Er schaute sich bei Freunden in New York um und wählte letztendlich Boston als neues Zuhause. Das Berklee College of Music hatte ihn überzeugt. Von da an sahen wir ihn nur noch von Weihnachten bis Neujahr und es zeichnete sich immer deutlicher ab, wir sollen, wir müssen ihn in Boston besuchen, denn er möchte in Amerika bleiben, wobei sich dieses Amerika aber eben auf die Vereinigten Staaten bezieht.

 

Carola flog zu ihrem Sohn im Mai, um anschließend ihrer mit ihrem Mann nach Kanada ausgewanderten Schwester und deren Familie in Winnipeg einen lang gehegten Wunsch mit ihrem Besuch zu erfüllen. Sie erlebte in Boston eine dieser grandiosen Feiern zum Studienabschluss, die für uns etwas verständlicher werden, wenn man erfährt, dass Eltern dort oft enorme Darlehen aufnehmen, um ihren Kindern eine gediegene Ausbildung zu ermöglichen. Dem Ende des Studiums folgt die Erleichterung über ein Ende der finanziellen Belastungen. Kein Wunder, dass dies neben Stolz über den eigenen Nachwuchs in einem freudig begangenen Fest sichtbar wird.

Meine Reise plante ich erst für den Herbst. Wir konnten nur getrennt über den Grossen Teich, denn unser Jüngster ging noch zur Schule und auch Haus mit Garten, Oma und Hund verlangten nach Obhut und Pflege und Peter, mit summa cum laude fertig, hängte weitere Ausbildungsgänge zum Major in Music Production and Engineering an, einem Tonmeister in etwa vergleichbar. Er würde somit in Boston bleiben. Und so werde ich mit Eric, seinem Bruder, in den Schulferien nach Boston fliegen, privat, Economy Class statt Business, ohne Hotel, ohne Taxi und ohne Reisespesenerstattung, dafür aber auch ohne Pflichten, ohne Zielvorgabe, eben nur ganz privat, ein schönes Gefühl..

Unsere Flüge hatte ich zeitgleich mit Carolas Flügen gebucht. Es erschien eine Ewigkeit bis dahin zu sein, doch die Monate verarbeiteten ihre Tage im Akkord und plötzlich war er da, der August und damit unser Reisetermin.

 

„Würden Sie bitte Ihren Fotoapparat dem Gepäck entnehmen“! Haben Sie einen Film eingelegt“? „Würden Sie den Apparat bitte auslösen! Nein, nicht auf einen Beamten zielen“! So habe ich unfreiwillig mein erstes Urlaubsbild. Es wurde ein Blattschuss!

Es ist das erste Mal, dass ich von dem 1992 eröffneten neuen Münchner Flughafen im Erdinger Moos aus auf Reisen gehe, der mit seinen damals fast an Größenwahn erinnernden Ausmaßen gewissermaßen zur Strafe, wie Dieter Hildebrandt es einmal formulierte, auf den Namen Franz Josef Strauß getauft wurde. Verglichen mit der fast intimen Atmosphäre des alten Flugplatzes in Riem kommt man sich ein bisschen verloren vor, bewegt sich dafür aber  im Flair einer Metropole.

Abflug mit einer Boing 737 der KLM pünktlich um 07:05. Eric sitzt glücklich am Fenster und erlebt seinen ersten Flug in einem Airliner. Als Segelflieger kennt er die Wolken nur von unten. Jetzt sieht er sie zum ersten Male von oben. Wir fliegen in gut 10.000 Metern Höhe über Nürnberg-Würzburg-Frankfurt. Ab Nürnberg geschlossene Wolkendecke. Amsterdam empfängt uns bewölkt, sehr diesig und mit leichtem Sprühregen. Wir schauen uns an und sind uns einig. Schiphol ist so weitläufig und so kurzweilig, wir werden die Stunden bis zum Abflug nach Bosten hier verbringen und nicht in die Stadt fahren.

Gegen elf knurrt uns erstmals der Magen, aber es gibt noch nichts Warmes zu essen. Also ein Sandwich und für Eric Gebäck und Fanta, ein Vorgeschmack auf Amerika?

 

Am Gate 11 steht ein Jumbo in den Farben von North West. Eigentlich hatte ich im Januar nach dem Sitzplan einer DC 10 unsere Plätze hinter der Tragfläche ausgesucht, damit Eric etwas sieht. Beim Jumbo zählen die Sitzreihen ab der Bugspitze. Wir werden über den Tragflächen sitzen, doch Eric ist selig, ein Jumbo.

Ab 14:00 Uhr beginnen die Interviews für jeden einzelnen Passagier als Security Check. „Haben Sie Ihre Koffer alleine gepackt“? „Wo haben Sie Ihre Koffer gepackt“? „Hatte jemand die Möglichkeit, etwas hineinzutun“? „War das Gepäck zu irgend einem Zeitpunkt ohne Aufsicht“? „Haben Sie für irgend jemanden etwas entgegengenommen“? Lockerbie lässt grüßen. Nach endlos erscheinenden Fragen ergänzt ein Aufkleber unsere Bordkarte, wir dürfen einsteigen. Richtiger wäre, wir laufen durch eine schier endlose Tunnelröhre in einen kinoähnlichen Saal. Es dauert bis Viertel nach Drei, bis die 480 Passagiere ihre Plätze eingenommen haben. Die Maschine ist bis auf den letzten Platz besetzt. In der Nachbarschaft beginnen erste Babys zu weinen. Mit einer Stunde Verspätung jagt der mehr als 360 Tonnen schwere Flugapparat, von viermal 26 Tonnen Schub beschleunigt, über die Startbahn und streckt nach 40 Sekunden seine Nase mühelos in den Himmel.

Der Flug im Jumbo mit Billigtarifen entspricht einer etwas gehobenen Form von Massentiertransport. Die Sitzreihen bieten Kniekontakt zur Lehne des Vordermanns und nach knapp zwanzig Minuten bilden sich die ersten Schlangen vor den zehn Toiletten und das bleibt so bis zwanzig Minuten vor der Landung, die nach persönlicher Information durch den Kapitän 130 Meilen vor Boston mit dem Sinkflug aus 39.000 Fuß beginnend um 17:05 Ortszeit oder 23:05 MEZ erfolgen soll.

Der Flug dauert dank Gegenwind sieben Stunden und fünf Minuten, währenddessen wir pausenlos getränkt, gefüttert, mit Filmen oder Werbespots berieselt oder mittels heißer Tücher, per Zuckerzange dargereicht, gelabt werden.

Der Blick aus dem Fenster, wir sitzen auf der linken Seite, zeigt meist gleißendes Einerlei. Die Sonne begleitet uns unendlich langsam von Osten über Süden bis schließlich nach Südwesten. Wir rasen mit mehr als 900 Kilometern in der Stunde mit ihr um die Wette und verlängern so unseren Tag um sechs Stunden, doch sie gewinnt, steht schließlich vor uns an der Küste von Amerika, hat sich schon dem Horizont beträchtlich genähert und formt mit länger gewordenen Schatten die Landschaft um Neufundland, Neu Brunswick und Maine zu weiten Hügeln und Tälern. Wir fliegen auf der kürzesten Strecke, auf dem Großkreis, somit auf der Landkarte in einem weiten, nach Norden ausweichendem Bogen.

Zwischen Grönland und Neufundland entdecken wir in der grauen See tief unter uns erstmals kleine weiße Schiffe. Bald fällt uns auf, dass diese weißen Gebilde weder Bug – noch Heckwelle erzeugen, also stehen oder ganz einfach im Meer treiben. Und dann sind da auch größere, unregelmäßig gezackte Schiffe dabei und auf einmal begreifen wir, das sind ja Eisberge! Oder sind da etwa doch Eisbären dabei, die Oma auf ihrem ersten Flug nach Winnipeg gesehen zu haben glaubte? Sie muss wohl die Erklärungen ihres Nachbarn falsch verstanden haben.

 

Green Form und Customs Declaration sind ausgefüllt. „Waren Sie in letzter Zeit auf einer Farm“? Wir beantworten wahrheitsgemäß mit Nein. Bauer Sturm in unserer Nachbarschaft hat einen Hof, manchmal bei Hoffesten auch eine Ranch, aber keine Farm.

Und dann sind wir in Amerika. Wir haben uns Boston aus nordöstlicher Richtung genähert und hatten die Silhouette der Stadt im Landeanflug vor uns. Butterweich berührten die achtzehn Reifen mit kurzem Aufschrei die Landebahn. War das der Moment, in dem wir Amerika erreichten oder war es der, als wir die Maschine durch die Tunnelröhre verließen? Ist ja eigentlich auch egal und nicht so wichtig, denn mit uns erlebten viele hundert Menschen aus mehreren Flugzeugen den gleichen Moment, um sich dann erst mal in verschiedene Schlangen einzureihen.

Armer Peter. Hat so lange warten müssen. Erst eine Stunde Verspätung und dann eine endlose Zeit, bis Einwanderungs- und Zollbehörde mit uns einverstanden waren. Wie einfach kommt man dagegen nach Deutschland. Er hat uns doch mit seinem Auto abgeholt. War auch bequemer, denn der Koffer hatte sein Gewicht

Um Viertel nach Sieben betreten wir Peters Wohnung. Zu Hause ist es sechs Stunden später, zu spät, um Carola noch anzurufen. Peter muss um 21:00 oder neun „pi em“, wie es hier heißt, ins Studio zur Arbeit. Eric hat ihn spontan begleitet und dafür weit nach Mitternacht auf dem Heimweg noch eine Pizza spendiert bekommen. Als dann auch noch Kate, ein Mitglied der Wohngemeinschaft, nach Hause kam, habe ich ihr diese schwarze Gummikakerlake, die sie Carola vor einigen Monaten in den Koffer geschmuggelt hatte und die fortan bei uns Agathe hieß, mit den Worten, sie sei very home sick zurückgegeben. Sie hat herzhaft darüber lachen müssen.

 

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Freitagmorgen. Nach unruhigem, neben Eric auf einem riesigen Futon verbrachten Schlaf schließlich doch mit sanften Klängen aus einem Radiowecker erwacht, einer Melodie, die bis heute mit Boston verknüpfte Erinnerungen in mir wach ruft, die Themenmelodie aus dem Film „Prince of the Tides“. Peter hat sich zwanzig Dollar geben lassen und für uns Frühstück eingekauft. Der Himmel ist klar und das Thermometer zeigt 50 Grad. Was, das kann doch nicht wahr sein durchzuckt es mich und dann fällt mir ein, das sind ja Fahrenheit. Wie war das? Fahrenheit minus 32 mal 0,55. das sind, nachdem ich meine sechs Fuß Körperlänge aufgerichtet hatte, im Kopf überschlagen etwa zehn Grad Celsius, also ganz normal für die Jahreszeit. Was für ein modernes Land mit was für nach unseren Begriffen seltsam antiquierten Maßeinheiten.

Bei einem ausgedehnten Stadtbummel von Peter stolz und glücklich durch sein Boston geführt landen wir schließlich im Visitor Center, einem im 68sten Stockwerk des 241 Meter hohen, neuen Hancock Towers eingerichteten Informationszentrum, von dem aus wir bei erfreulich klarer Sicht einen eindrucksvollen Rundblick auf diese gigantische, mit einer Vielzahl weiterer kleinerer Kommunen zusammengewachsenen Viermillionenstadt, den Hafen und die nähere Umgebung genießen und reichlich fotografieren. Ein besonderer Gag ist hier installiert: Auf den Logan Airport im Südosten der Stadt blickend kann man den Original Flugfunkverkehr mithören und dabei die an- und abfliegenden Maschinen verfolgen.. Und für Eric und mich sehr lehrreich, ein Diorama der Küstenlandschaft um Boston etwa aus dem Jahre 1775, das heißt etwa aus der Zeit, als die einheimischen Siedler bereits offen gegen die Willkür des englischen Mutterlandes rebellierten. Über Tonband hören wir die Geschichte um den Ursprung der Vereinigten Staaten. Mit Diaprojektoren überblendet erfahren wir, wie sich die ganze Gegend um Boston im Laufe der folgenden Jahrhunderte durch Menschenhand verändert hat. Insbesondere durch die sich im damaligen Amerika stürmisch entwickelnde Eisenbahn hat man drei der ursprünglich die Landschaft prägenden Hügel fast vollständig abgetragen und mit dem so gewonnenen Material weit verästelte, aber für die Schifffahrt zu flache Buchten einfach zugeschüttet und so dem Meer weiteres Land weggenommen. Und bei jedem neuen Blick auf diese Modelllandschaft immer wieder faszinierend: ein Plexiglaswürfel, den Hancock Tower verkörpernd, der zur damaligen Zeit mitten im Meer gestanden hätte.

Peter wusste uns später zu Hancock Tower und der daneben stehenden und sich in den Scheiben der Fassadenverkleidung widerspiegelnden Trinity Church eine interessante Geschichte zu erzählen. Beim Bau des 241 hohen Towers hatte die einst aufgeschüttete Erde nachgegeben und an der Trinity Church Schäden verursacht. Folgekosten wurden vom Bauherren abgelehnt, doch die Kirche war bei Hancock Insurance versichert und die musste zahlen. Dumm gelaufen.

Natürlich haben wir den Quincy Market nicht ausgelassen und bei Durgan recht ordentlich zu Mittag gegessen. Die Werbung im Schaufenster dieses altenglischen Lokales lautet auf deutsch: Wahrscheinlich hat hier schon Ihr Vater, vielleicht sogar ihr Großvater gegessen.

 

Am Nachmittag dann endlich bei Carola zu Hause angerufen und so erfahren beide Seiten, dass alles in bester Ordnung ist. Und am Abend muss ich noch ins Kino. Schließlich bin ich mit der Jugend unterwegs und erlebe in einem Film den Kampf der CIA gegen die Drogenmafia in Columbien. Das Kino hat etwa die Größe unserer heimischen, zweitausend Menschen fassenden Kongresshalle. Alles scheint hier etwas größer. Eric konnte dem Film gut folgen, er hatte bereits das Buch gelesen. Ich kam mir vor wie in der Zentralschweiz, in der man eine dem Deutschen ähnliche Sprache spricht. Es klang nach Englisch, aber die Hälfte erreichte nicht mein Hirn.

 

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Samstag, der Dreizehnte. Der Blick aus dem Fenster zeigt eine geschlossene Wolkendecke, es scheint zu regnen und es donnert in der Ferne. Peter hat einen Termin für eine Fremdenführung wahrzunehmen, einer der Studentenjobs, die ihn mit Begeisterung erfüllt. Wir dürfen ihn begleiten. Termin ist Termin und bei urweltartigem Gewitter mit pausenlosen Blitzeinschlägen in der Stadt retten wir uns vom Ausgang der U-Bahn im Laufschritt zu Julie, der Chefin des Reisebüros und sind in kürzester Zeit nass bis auf die Haut. In den Nachrichten des Fernsehens am Abend erfahren wir, das es alle drei Sekunden in der Stadt eingeschlagen hat und mehrere Stadtteile einschließlich U-Bahn zeitweise ohne Strom waren. Bilder von Autos, die bis zur Türkante im Wasser standen, bestätigten, was wir am eigenen Leibe erlebt hatten. Als der Regen aufhörte und keine weiteren Interessenten erschienen, begann die Stadtrundfahrt mit einer handvoll Touristen aus Frankreich in einem komfortablen Reisebus unter Peters Führung und Erläuterungen durch die Back Bay, dem feinsten Wohn - und Einkaufsviertel Bostons, vorbei an Trinity Church und Hancock Tower zum Christian Science Center, weiter nach Fenway zur Symphony Hall und dem Museum of Fine Arts, dann über den Charles River nach Cambridge zur Harvard University und dem MIT, dem Massachusetts Institute of Technology. Auf dem Rückweg zur Boston Waterfront steigen Eric und ich am Heymarket aus und gehen alleine zu Fuß über den Fischmarkt. Die Angebote treiben einem die Augen aus dem Kopf. Preise, von denen wir zu Hause nur träumen können. Lachs, Garnelen, Gemüse und Obst schleppen wir in großen Tüten nach Hause. Die Selbstversorgung ist auf hohem Niveau gesichert.

 

Am Nachmittag bekommen wir von Peter eine eigene, private Führung mit umfangreichen Erläuterungen zur Geschichte des amerikanischen Freiheitskrieges. Der Freedom Trail führt uns, als rote Linie auf Bürgersteige und Straßen dargestellt, über vier Kilometer von Boston Common, einem wunderschönen und angeblich ältesten Park Bostons beginnend durch die Innenstadt über den Charles River nach Charlestown zum Bunker Hill Monument. Kirchen, Friedhöfe mit den Ruhestätten berühmt gewordener Menschen, die Statue von Benjamin Franklin, ehemalige Rathäuser bilden die meiner Erinnerung nach sechzehn verschiedenen historischen Punkte dieses Freiheitspfades. Man muss die Wut der Einwanderer auf das englische Königshaus nicht unbedingt nachvollziehen, aber beeindruckend ist es schon, zu hören, wie sie sich beginnend mit der Tea Party 1773 von diesem Joch dann dauerhaft befreit haben.

Den in die nähere Umgebung weiterführenden Freedom Trail haben wir dann noch per Auto verfolgt, zunächst nach Lexington mit dem Denkmal von John Parker, der als Hauptmann jene jungen und hochmotivierten Minute Männer verkörperte, die amerikanische Geschichte geschrieben haben. Dann nach Concord und den Minute Man National Historical Parc mit dem Denkmal am Nachbau der irgendwann abgebrannten Old Northern Bridge, bei der damals fast aus Versehen die ersten Schüsse zwischen den Minute Men und den englischen Soldaten gefallen sind. Weiter nach Salem, traurig berühmt geworden durch seine Hexenverfolgungen, bekannt vor allem aber als bedeutender Hafen und Handelsplatz der damaligen Zeit, schließlich zurück zum Castle Rock auf der Halbinsel Nahant. Peter gab zahlreiche Anekdoten und Hinweise zu diesem manchmal fast etwas verrückt scheinenden Land zum Besten, die wohl mancher Amerikaner nicht einmal kennt. Er scheint sich intensiv mit der Geschichte dieses Landes vertraut gemacht zu haben. Nicht umsonst ist er als Fremdenführer beliebt.

 

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In den folgenden Tagen musste sich Peter fast ausschließlich seinen Verpflichtungen und seinen letzten Prüfungen widmen.. Zeitweise durften wir ihn nun begleiten und lernten Studentendasein im Allgemeinen und das Berklee College als seine Schule wie auch WGBH Radio kennen, ein unserer ARD vergleichbare Institution, die nicht von der Werbung lebt und allgemeinbildende Programme sowie überwiegend klassische Musik ausstrahlt. Peter hatte dort parallel zum Studium ein längeres Praktikum absolviert. Ganze Bücher ließen sich füllen mit den Erkenntnissen und Erlebnissen, mit denen wir dabei überschüttet wurden. Unterricht rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche, eine unglaubliche Fülle von angebotenem Wissen, lebendig und verständlich dargeboten, Professoren, die als Freunde das Studium begleiten und alles irgendwie auf praktischen Erfolg ausgerichtet, keine angestaubte und längst veraltete Theorie. Das hat seinen Preis. Ein einzelnes Trimester kostet Tausende von Dollars, die sich pro Jahr auf rund 20.000 summieren.. Peter bekam aufgrund herausragender Leistungen ein Stipendium. Das bestand zum einen in Preisnachlässen bei den Studiengebühren, zum anderen in einem zugeteilten Kontingent an Arbeitsstunden, die er für das College leisten konnte und die ihm in weiteren Dollars gutgeschrieben wurden. Trotzdem blieb der Gegenwert einer seinerzeit mittleren Eigentumswohnung, doch ich bereue keine einzige Mark, die ich zu seiner Ausbildung beisteuern konnte, auch wenn er nach einem Zweitstudium in Deutschland inzwischen Gymnasiallehrer geworden ist und Musik nur noch nebenberuflich betreibt

 

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Irgendwie waren wir mit unserem Besuch doch noch eine Woche zu früh, denn das College hatte die Trimester wegen der im Winter schneebedingten Unterrichtsausfälle um eine Woche verschoben und damit quasi verlängert und so mussten wir häufig auf Peters Anwesenheit verzichten und uns selbst beschäftigen. Und während Eric mit dem Fahrrad Boston erkundete, gönnte ich mir einen Ruhetag und blieb in Peters Wohnung in der Boylston Street alleine zurück. Der Blick nach Süden auf einen sich dahinwindenden Park, von einem Flusslauf durchzogen, dessen Ufer von mannshohem Schilf bewachsen sind, strömt trotz des davor fließenden Verkehrs irgendwie Ruhe aus. Die Grünflächen parzelliert und mit kleinen Privatgärten belegt lassen an Moritz Schreber denken. Ob solche Kleingartenanlagen wohl auf deutsche Einwanderer zurückzuführen sind? Ein im Grüngürtel liegendes, an ein Mausoleum erinnerndes Gebäude sei, so klärt uns Peter auf, nichts anderes als die zentrale Feuerwache Bostons.

 

Ich sitze am Fenster, schaue den Squirrels, diesen großen, grauen Eichhörnchen zu, wie sie einen Hund veralbern und lasse meine Gedanken spazieren gehen.

Oliver Wendell Holmes, amerikanischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts schrieb: „Boston ist das Denkzentrum des Kontinents und deshalb für den ganzen Planeten“. Das mag etwas überheblich klingen, aber auf jeden Fall ist Boston Keimzelle und Ausgangspunkt der Geschichte der Vereinigten Staaten. So grotesk und tragisch der Irrtum zu Beginn des Schusswechsels zwischen den Siedlern, den Minutemen und den britischen Soldaten gewesen sein mag, der Zeitpunkt war da, zu zeigen, welche Macht einem Volke innewohnt, wenn es sich einig ist.

Die Unbekümmertheit, die Offenheit, die Ehrlichkeit der Amerikaner, so wie ich sie kennen gelernt habe, nötigt uns Deutschen oft ein Lächeln, wenn nicht sogar Überlegenheit ab und nicht nur uns Deutschen. Aber sie erklärt ein wenig die außenpolitischen Einmischungen und sicher auch Fehlschläge der amerikanischen Politik. Sie wollen das Gute, damit aber auch geschäftlichen Erfolg. Es gehört bei ihnen einfach zusammen. Ich habe so Einiges besser begriffen, was mir Jahre früher von großem Nutzen als Mittler und Vermittler für meinen Arbeitgeber gewesen wäre.

Und Boston? Ich bin etwas im Zwiespalt und natürlich sehr subjektiv. Es ist einerseits eine phantastische Stadt mit sauberen, gepflegten Bereichen, hat aber auch verkommene und durchaus kriminelle Gegenden, die beim Anblick des Drecks und der Menschen dort Unbehagen aufkommen lassen. Ich möchte nicht mehr in einer Stadt wohnen, auch nicht hier.

Auffallend sind die enorm vielen übergewichtigen Menschen, vorzugsweise Frauen. Betrachtet man aber die angebotenen Mengen in den Supermärkten, ahnt man, warum. Man kommt zwar unter dem Strich nicht billiger weg als zu Hause, aber die Mindestmengen sind meist doppelt so groß wie daheim. Butter, ein Pfund, Milch, eine Gallone im Plastikkanister, das sind 3,75 Liter. Joghurt? Der kleinste Behälter 905 Gramm. Wo gehen die bloß mit ihrem Verpackungsmüll hin.

Dann natürlich die Erinnerung an den Wochenmarkt. Blaubeeren so groß wie Kirschen, Kirschen so groß wie Pflaumen, Pflaumen so groß wie Äpfel. Buschbohnen? Mindestabnahme zwei Pfund für einen Dollar. Die Fischpreise habe ich schon erwähnt. Ein ganzer Lachs für fünf Dollar, wobei man fairer Weise zugeben muss, dass es sich hier, wie uns Peter aufklärte, um Schleuderpreise handelt. Alles, was am Freitag auf der Fischbörse nicht an den Mann gebracht wurde, wird hier am Samstag verhökert.

Als Eric von seiner Radexpedition nach Hause kommt, gehen wir gemeinsam los, um am Quinzy Markt etwas Essen zu gehen und auf eigene Faust durch die Stadt zu bummeln. Für uns ungewohnt sind die jeweils auf der gegenüberliegenden Straßenseite gültigen Ampeln. Angenehm friedlich verläuft der Verkehr. Geht man bei Rot auf die Straße, wird ohne Hupen angehalten. Keiner pocht auf sein Recht. Und an einem Gartentor lesen wir auf einem Schild „Don’t even think of Parking here“. Klingt einfach netter als „Parken verboten“. Vielleicht liegt es aber auch an den Menschen hier in Boston. Vielleicht sind sie wirklich intelligenter, reifer als anderswo, denn im Straßenverkehr in New York ging es nicht anders zu als in unserer Heimat.

Als Peter dann am Abend nach Hause kam, wollte er uns unbedingt noch „sein“ Boston bei Nacht zeigen und schleppte uns in das 52. Stockwerk des Prudential Centers zu einen

St. Adams, ein Bier der Brauerei, von der er sich schon ein paar Aktien zugelegt hatte, einer Art Altersversorgung in Amerika. Kartoffelchips in einer großen Schüssel auf dem Tisch gibt es gratis und die Aussicht aus zweihundert Metern Höhe auf das pulsierende Lichtermeer dieser Stadt ist natürlich grandios. Und weil das amerikanische Bier nicht viel anders wirkt als das englische, erreichen wir auf dem Heimweg unter erheblichem Druck gerade noch das Berklee College. Hier empfängt uns nach 22:00 Uhr fast noch mehr Trubel als am Tag. An welcher deutschen Universität wird nachts noch derart hart gearbeitet. Unglaublich. Ich habe immer stärker das Gefühl, dass drei Jahre Berklee fast fünf Jahre Musikhochschule in Deutschland bedeuten, wenn hier bei uns überhaupt so praxisnah gelehrt wird.

 

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Ein freier Mittwochnachmittag für Peter und schon sitzen wir in seinem Toyota und fahren auf der 93 nach Norden. Peabody, Salem, Beverly, Manchester, Glaucester nach Rockport. Neuengland lässt grüßen. Die Städtenamen habe ich doch schon mal bei uns in der Nachbarschaft gelesen.

Unendlich viele schöne Häuser sind in eine überwiegend von Laubbäumen beherrschten, auf Golfplatz ähnlichen Grundstücken in der Landschaft verstreut, nahezu durchweg Holzhäuser, von gleichen Stilelementen geprägt und doch jedes individuell gestaltet. Die Landstraßen erinnern irgendwie an unsere ersten Eindrücke bei Fahrten in die ehemalige DDR, nein, nicht  so schlecht, aber auch nicht so eiskalt und akkurat die Natur zerschneidend, sondern mit losen, unregelmäßigen Rändern, bewachsen bis an den Straßensaum und von weit ausladenden Bäumen beschattet.

Freeways oder Turnpikes, wie die Autobahnen oder Fernstraßen hier im Gegensatz zu Englands Motorways heißen, sind pro Richtung meist vierspurig, speed limit 55 miles, das heißt 90 Kilometer in der Stunde, schnell genug, um zügig voranzukommen und trotzdem auch als Fahrer noch etwas von der Landschaft mitzukriegen.

 

Diese Speed Limits sind von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. New Hampshire erlaubt 65 Meilen, das sind knapp 100. Auch das wird hier häufig gefahren, aber die Differenz stört nicht. Man wird halt überholt und das erlaubter Weise auch rechts. Rückspiegel sind hier wichtiger als Blinker, die offensichtlich nur selten benutzt werden.

Eindrucksvoll sind die gewaltigen Trucks konventioneller wie auch modernster Bauart mit riesigen Chromteilen und einer oft aufwendigen Bemalung, wie ich sie in kleinerem Maßstab nur von England her kenne. Hier ist überhaupt alles größer, ob Spülbecken in der Küche, Kühlschrank, Armaturen an den Urinalen und, und, und. Als Techniker hat man den Eindruck, hier sind Zentimeter und Zoll oder Inches mitunter Eins zu Eins umgesetzt worden.

Nur die Bierflaschen sind so entsetzlich klein, 28 bis 32 Oz, nicht mal 0,3 Liter.

 

 

Habe eine Menge fotografiert, auch die weniger schönen, dafür pittoresken Dinge wie Batterien von verrosteten Briefkasten irgendwo am Straßenrand, die jedes Straßenbild verschandelnde Verlegung von Strom- oder Telefonleitungen, Verkabelungen und Stromzähler an den Außenwänden der Häuser, wie überhaupt unter Putz verlegte Leitungen auch innerhalb der Häuser selten anzutreffen sind.

 

Rockport selbst besitzt noch einen historischen Teil eines ehemaligen Fischerdorfes. Hier geht es zu wie in der Drosselgasse in Rüdesheim oder im Schnorrviertel in Bremen.. Viele Künstler, viele Galerien und Souvenirläden, Porzellan- und Tonfiguren, so hässlich wie die meisten Menschen, die hier rumlaufen. Man wird das Gefühl nicht los, die Amerikaner „derblecken“ sich hier selber. Und immer wieder maßlos schwabbelige Frauen, denen man weiträumig ausweichen muss.

Beim Mittagessen saß so ein Paar am Nachbartisch, zusammen mindestens fünf Zentner. Man bewundert die Stabilität der Stühle. Sie aßen bereits, als wir unsere Plätze zugewiesen bekamen und aßen noch, als wir die obligatorischen fünfzehn Prozent Trinkgeld ausrechneten, die dem Rechnungsbetrag hinzuzufügen sind.

Peter und ich hatten uns je eine fisherman platter bestellt, Eric gegrillte Hühnerbrust. Wir haben unsere Fischteller nicht geschafft und prompt eine hellblaue Styroporschachtel auf den Tisch zurück bekommen, gefüllt mit unseren Resten. Doggy Bags gibt es angeblich nicht mehr. Man soll seine Reste gefälligst selber und zu Hause essen.

Das Lokal, in dem wir zu Mittag aßen, hat keine Liquor Lizence. Man trinkt Seven Up, Coke, Eistee oder eben nur Wasser. Hat man sein Sprite ausgetrunken, bleibt ein Glas voller Eiswürfel zurück, zu Hause möglicherweise ein Grund zur Reklamation.

Hier ist eben alles ganz anders wie auch das Essen bisher immer besser aussah als es dann letztendlich schmeckte.

 

Später auf dem Heimweg dann überall der übliche Feierabendstau auf den Straßen ins Zentrum und man wird mit einer weiteren Einrichtung konfrontiert, car pools genannt. Es bleibt eine Überholspur den Fahrzeugen vorbehalten, in denen mehr als zwei Personen sitzen. Es soll Fahrzeuglenker geben, die sich mit Schaufensterpuppen umgeben. Leider haben wir die Einfädelung verpasst und spielen auf diesen riesigen Stahlkonstruktionen von Brücken, Rampen, Hochstraßen und ihren Verteilungen, im Amerikanischen mit Arterien bezeichnet und nur wenige Jahre später mit der Verlegung des Verkehrs in den Untergrund aus dem Stadtbild verbannt, ein bisschen Stau mit. Es lief trotzdem nicht schlecht.

 

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Ein neuer Morgen. Mein Gedächtnis gerät durcheinander. Zu viele Eindrücke in kurzer Zeit. Das dumpfe Rauschen eines Lechwehres hat mich aufgeweckt. Es regnet „en bloc“. So viel Wasser vom Himmel kenne ich nur von meinen Segeltörns entlang der jugoslawischen Küste. Dann fährt die Feuerwehr hier durch. Man hat den Eindruck, sie wecken absichtlich den ganzen Stadtteil, denn sie fahren im Schritttempo mit dem hier eigenen „Hui-Hui“-Sirenenklang und dem tiefen Röhren der Zweiklanghörner, als wollten sie sagen „hurry up“, schaut in Euren Kellern nach, ob da nicht schon das Wasser steht.

Die Nachrichten bringen es wenig später: die Straßen entlang des Charles River sind bis zu vier Fuß überflutet, die geparkten Autos stehen im Wasser. Wie sagte ich bereits? Hier ist eben einfach alles größer, breiter, gewaltiger, maßloser.

Peter ist schon früh ins College, ein bisschen arbeiten und Dollars machen, wie er sagte. Wir werden uns, solange es regnet, mit Revierreinigen befassen und später in die Stadt gehen, um ihn abzuholen.

Auf dem Weg dorthin zieht mich Eric in die Boston Public Library. Die müsse ich mir unbedingt ansehen, sagt er, er sei schon zweimal drin gewesen. Den ausgetretenen Steintreppen nach waren schon Millionen vor uns hier und die beherbergten Schätze sind gewaltig. Um die Vielfalt der Literatur zu testen, suche ich mal etwas herausfordernd unter dem Stichwort Railroad und finde sogar unendlich viele deutsche Titel, unter anderem alle preußischen Bau- und Betriebsverordnungen ab 1864. Man scheint da 1945 allerhand mit nach Hause genommen zu haben. Eric blieb und ich treffe mich mit Peter, um mit ihm gemeinsam zum Friseur zu gehen, rein der Neugierde halber.

Man geht ins Souterrain, meldet sich am Desk mit Vornamen, ( please, spell the word

wörner  ), wird nach wenigen Minuten aufgerufen, zehn Stühle, vier Friseusen und bringt die geistvolle Mantafahrerin völlig durcheinander. Das „how are you today“ lass ich ja noch gelten, „how do you want your haircut“ ist bei meinen drei Federn immer wieder eine Herausforderung und ich sage „full covered and curly, please“ „What do you mean with curly”? Na eben “curly”! Mag sein, dass man hier zu lockig ein anderes Wort bemüht. Peter ruft vom Nebenstuhl: „Don’t believe him any word, give him a haircut, nothing else“. Sie beginnt zu schnipseln und nach vier Minuten pinselt sie mir den Kragen aus. Kostet acht Dollar fünfzig und einen Dollar Trinkgeld.

Anschließend kurz zum Starmarket reingeschaut und ein paar Vorräte ergänzt und dann ab nach Hause, quer durch den Park, an der Feuerwehrzentrale vorbei, links das Kriegerdenkmal für die Opfer Bostons in Korea – da ging ich noch zur Schule – und die Vietnams, wie lange ist das schon wieder her. Dahinter das von Bäumen umrahmte Museum of Fine Art, das ich auch noch besuchen möchte, wenn es wieder regnet.

Peter entschuldigt sich am Abend, wir hätten bisher kaum etwas gemeinsam unternommen. Er akzeptierte dann aber, dass alles, was für ihn Routine ist, für uns ein neues, ungewohntes Erlebnis darstellt. Wir brauchen zwischendurch ganz einfach auch mal Pause, um alles verarbeiten, verdauen zu können.

 

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Prince of the Tides wird zur Basismelodie unseres Boston Aufenthaltes. Um sieben Uhr früh hat uns die Streisand Babs an der „Mische“ geweckt, wie Peter sein Mischpult im Studio nennt. Muss mir heute unbedingt so eine Postkarte mit einer fetten Amerikanerin besorgen. Sie kommt ins Reisealbum als Verkörperung des „maßlosen“ Amerikas. Und bei der Feuerwehr müssen wir uns drei dieser T-Shirts kaufen mit der eindrucksvollen Beschriftung auf dem Rücken „Keep back 300 feet“.

 

Die oberen Stockwerke des Prudential Centers stecken in den Wolken. Es regnet mal wieder, gleichmäßig wie in Salzburg. Peter hat für seine Arbeit Studio G bekommen. Wir schauen ihm bis Mittag zu, wie er Werbespots vertont und synchronisiert. Mit allem möglichen Humbug natürlich, aber irgendwie eindrucksvoll und verblüffend, wie man mit Digitaltechnik und Computer solche Dinge machen kann. Ist zwar immer noch eine Menge Arbeit, geht aber präzise und – ich glaube es ihm von meiner Praxis des Filmevertonens her – trotzdem einfacher und weniger nervtötend als analog Tonbänder und Geräusche an den richtigen Start, das richtige Ende zu bringen. Nebenbei kann man Geräusche und Stimmen leicht verändern, dehnen, kürzen, Tonhöhen manipulieren.

Als Kibitz hat man aber nach drei Stunden genug, also neuer Zielpunkt. Und was ist bei Regen in einer Stadt besser geeignet als Museen und davon bietet Boston mehr als genug.

Eric und ich einigen uns auf einen Besuch im Aquarium. Also mit der „T“, wie die U-Bahn hier heißt, zum Hafen.

Wir sind nicht die Einzigen, die diese Idee haben. Geduldig reihen wir uns im Nieselregen in die Schlange ein, bekommen irgendwann einen Stempel auf den Handrücken und betreten das Innere eines mystisch durch wassergefüllte Schaufenster beleuchteten Gebäudes.

Das Ganze mehr als gut und eindrucksvoll gestaltet, aber auch hier wieder riesig. Ein komplettes Karibik Korallenriff ist in einem, natürlich größtem Salzwassertank der Welt nachgebildet und lebt! Riesenschildkröten von nahezu zwei Metern Länge schwimmen neugierig zwischen vier Metern langen Haien, Riesenrochen und sonstigen Kameraden, von denen nicht mal eine Schuppe in mein Portemonnaie passen würde, wozu auch. Dazwischen Taucher, die die Fische füttern und ständig dieses Bassin von zehn bis zwölf Metern Durchmesser und sechs Stockwerke an Höhe sauber halten.

Eine Unzahl liebevoll den verschiedenen Lebensräumen in und um Amerika nachgebildete Aquarien zeigen von Molchen bis zur Anakonda alles, was hier so im oder am Wasser lebt. Sogar ein Heringsschwarm aus 2722 Matjes, wer die wohl gezählt hat, ziehen ihre Kreise. Quallen aller Arten, Krokodile, Leuchtfische, man könnte tagelang die Vielfalt der Meerestiere beäugen, wenn man nicht wie auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt unerbittlich vorwärts geschoben würde.

Ein Film über das Leben der Haie kommt unseren müden Beinen entgegen. Nach zwei Stunden werden wir wieder hinausgespült in den Nieselregen.

Für den Abend hatte sich Peter mit Mitchell im Harvard Brew House verabredet. Eigentlich sollten wir mit. Da aber Jugendliche unter 21 Jahren selbst in Begleitung Erwachsener abends in kein Lokal dürfen, außer zum Dinner, bleiben wir Beide zu Hause. Schließlich wollen wir Morgen zeitig losziehen.

 

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Was noch festzuhalten wäre oder einfach: Gedanken am Abend.

Boston und Massachusetts sind sicher nur ein kleiner Teil Amerikas, vielleicht nicht einmal das typische, weil noch zu europäische Amerika, mit Sicherheit aber ein essentieller und vielleicht sogar der bedeutendste Teil, was Intelligenz, Literatur, Kultur, Geschichte betrifft.

Und es scheint mir wichtig, festzuhalten, dass es sicher ein gewaltiger Unterschied ist, ob man beruflich Amerika besucht, ob man als unbekümmerter oder gar enthusiastischer Urlauber einer Reiseorganisation überlässt, einem das Land aus der Postkartenperspektive nahe zu bringen oder ob man, wie wir, mit kritischem, vielleicht sogar skeptischem Blick, durch Peter geführt, kennen lernt, wie hier junge Leute aller Nationen im Streben nach Glück und Erfolg eine – gegen viel Geld – wohl einmalige Ausbildung genießen, erfahren können.

Ich habe das Gefühl, dass dieses Land jungen, begabten Menschen mit Hang und Drang nach Erfolg und Karriere weit mehr bieten, ja helfen kann, als es in Deutschland der Fall wäre. Wahrscheinlich gilt das aber für Menschen mit weißer Hautfarbe doch mehr als für solche mit schwarzer.

Karriere und Erfolg in Amerika scheinen mir sehr viel Ähnlichkeit zu einem Überlandflug mit dem Segelflugzeug zu haben. Man muss immer wieder einen Bart, eine Thermikblase finden, um sich oben halten, ans Ziel kommen zu können. Genauso verlangt Amerika offensichtlich neben Können und Glück viel Flexibilität und Mobilität und die Mehrheit der Amerikaner zieht angeblich im Durchschnitt alle zwei Jahre um, um neue Geldquellen zu erschließen.

„Esse quam videre“ ist der Berklee Wappenspruch. Für die Schule, die Studenten, ihre Lehrer scheint es zu gelten. Die Unmenge an Schuldenberatungsagenturen, die in der Zeitung annoncieren, weist eher auf das Gegenteil hin.

 

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Ein Trompetensignal auf einem Kasernenhof, jeweils gefolgt von einem akustischen Schlag aufs Hirn, weckt uns. Peter hat offensichtlich ein unerschöpfliches Reservoire an akustischem Klamauk. Es ist fünf Uhr früh. Wir wollen heute nach New York.

Duschen, Frühstückrichten und, oh Schreck, keine Milch für Eric im Kühlschrank, habe ich gestern vergessen. „Macht doch nichts“ meint Peter, „White Hen Pantry um die Ecke hat 24 Stunden am Tag geöffnet“. Also runter und durch den Keller ins Nachbarhaus und um halbsechs eine Gallone Milch erstanden. Ich war nicht der einzige im Laden. Ist schon toll.

 

Kurz nach sechs geht es los, erst die 93, dann die 95 nach Süden. Massachusetts, Rhode Island, Connecticut und schließlich New York werden mir als amerikanische Bundesstaaten nicht mehr wie böhmische Dörfer vorkommen. Jetzt weiß ich, wo das ist. An der Grenze zu Connecticut lesen wir an einem modernen Werk „MAN Roland“, wenig später „Osram“, heimatliche Namen und Schriftzüge.

Providence, New London, New Haven, Bridgeport, Stamford und wir sind nach guten vier Stunden an der Stadtgrenze von New York. Weitere zwei Stunden dauert es dank mehrerer Staus an den Mautstellen, bis wir durch die Bronx über die Trough Neck Bridge, quer durch Queens, vorbei an Brooklyn über die Manhattan Bridge die weltberühmte Skyline von New York wahrnehmen. Welch eine gigantische, quirlende, verkommene Stadt.

Das Sea Air Space Museum am Hudson River in Höhe der 45th / 46th Strasse ist Zielpunkt für Eric, der endlich einen Flugzeugträger in natura sehen wollte. Die Intrepid, voll mit Flugzeugen und sonstigen Museumsgütern, liegt hier an einer Pier. Ein Zerstörer und ein

U-Boot ergänzen die Schau. Alles wird fast drei Stunden lang beäugt.

Das Wetter spielt mit. Es ist heiß und diesig. New York liegt auf der Höhe von Neapel und das Klima ist durchaus vergleichbar.

Später sind wir dann über die 46ste Straße, über den Time Square bis zum Rockefeller Center gebummelt, haben uns dort in die Underground gesetzt, um an das South End von Manhattan zu fahren. Die Hin- und Rückfahrt mit der Fähre nach Staten Island haben wir uns aus Zeitgründen verkneifen müssen. Die Freiheitsstatue habe ich mit dem Teleobjektiv herangeholt und fotografiert. Das gilt auch.

 

New York ist für mich unbeschreibbar. Man sollte es gesehen, gehört, gerochen haben. Bis jetzt kannte ich es nur aus Büchern, Filmen oder vom Fernsehen. Für mich ist es ein Moloch, der einem wohl nur seine Fassade zeigt. Um dahinter schauen zu können, muss man wohl eine ganze Weile hier leben. „Love it or leave it“ steht in von Lojewskis Buch über Amerika. Vielleicht bin ich nicht mehr neugierig genug oder schon zu alt, als dass mich eine solche Stadt noch so begeistern könnte, um mich in sie zu verlieben. Nein, wir werden sie sowieso heute Abend wieder verlassen. Aber wenn ich jetzt irgend wo lese, 49th Street East, dann weiß ich jetzt immerhin, das ist in Manhattan auf der „feinen“ Seite.

Auf den Straßen dominiert die Farbe gelb. So viele Taxis auf einem Haufen habe ich noch nirgendwo gesehen. Irgendwo habe ich gelesen, dass es seit 1937 konstant 12.000 sein sollen, denn die Lizenzen sind auf diese Zahl begrenzt und nur zu haben, wenn einer stirbt oder diese aus irgend einem anderen Grund zurück gibt. 120.000 Dollar soll so eine Lizenz kosten. Das Taxi, das mit einer solchen Kühlerplakette herumfährt, ist oft weniger als 800 Dollar wert. Peter erzählte uns, das hier die Polizei jeden Monat dreißig oder mehr Taxis beschlagnahmt, die ohne Lizenz ihr Geschäft zu machen versuchen.

Dann natürlich diese Straßenschluchten, diese Hochhäuser. Auffallend, weil im Kontrast zum Modernen die meist hölzernen Wasserbehälter auf den Dächern und Reklame von riesigen Ausmaßen. Einer der Gags, eine Kaffeetasse auf einer Tafel, so vier mal sechs Meter groß, aus der es oben ständig leicht herausdampft. Frischer kann Kaffee wohl nicht mehr dargestellt werden.

Peter meinte, auch hier entscheidet der erste Eindruck, ob man New York mag oder nicht. Sicher hat er recht. Er selbst hat hier mehrere Wochen bei einem Freund gelebt und kennt sich in der Stadt genau so gut aus wie etwa in München oder Hamburg. Aber 15 Millionen Menschen aller Rassen, aller Hautfarben auf diesem Raum zusammengedrängt und in schwindelnde Höhen gehoben sind mit dem Leben in unserer Heimatstadt, auf unserem Dorf, absolut nicht mehr vergleichbar. Und diese Massen, diese Vielfalt findet man in den Straßen wieder. Die Stadtteile und ihre Häuser, die wir gesehen haben, waren, vom Theater- und Finanzviertel bis hin zum UN Gebäude im Ostteil Manhattans abgesehen, überwiegend dreckig und verkommen, kaputt. Kein Wunder, New York ist seit vielen Jahren pleite, lebt aber trotzdem.

Auffallend für mich war der öffentlich geführte Kampf gegen Waffenbesitz und Gewalt.

27 Millionen Waffen in Privatbesitz, allein im Jahr unseres Besuches auf einer Leuchttafel mit ständig aktualisierten Zahlen angezeigt in den USA bereits 2720 Morde. Auch wir haben einen erlebt, auf der Ausfallstraße durch die Bronx.

Und da war dann noch Peters Hinweis, im Westteil Manhattans lieber die Fotoapparate wegzupacken und zielbewusst und ohne zu zaudern bei Rot über die Kreuzung wie ein Einheimischer zu laufen. Ja keine Unsicherheit aufkommen lassen und womöglich einen Stadtplan studieren. Gilt übrigens mit dem Auto durch die Bronx ebenfalls Das stempelt einen als Fremden ab und fordert Straßenräuber geradezu heraus.

Bei Rot mit dem Wagen als Erster an der Ampel zu stehen kostet Geld oder zieht wilde Verwünschungen nach sich. Blitzschnell steht nämlich ein Schwarzer vor dem Auto und putzt die Windschutzscheibe. Ein Dollar Trinkgeld ist das Mindeste.

Und dann noch ein Wort zum Straßenverkehr. Hatte ich nicht von der menschenfreundlichen Fahrweise in Boston geschwärmt? Hier fahren die gleichen Idioten wie auf deutschen Autobahnen, nur eben alles mit 55 bis 60 Meilen speed limit. Ob wir wohl je in dem viel kleineren Deutschland ein vernünftiges Tempolimit erleben? Mit den gleichen drakonischen Strafen wie hier, die sich übrigens nicht nur bar in Dollars auswirken sondern auch auf die Höhe des Beitrags für die Haftpflichtversicherung.

Auf der Heimfahrt sind wir dann bei Milford noch eingekehrt und haben tatsächlich einen

Big Mac mit Pommes verzehrt und ein Coca Cola getrunken. Es blieb uns nichts weiteres übrig, denn alle Autobahnraststätten werden von MacDonald bewirtschaftet

Eigentlich war es für Eric und mich ein historischer Tag, erstmals in New York. Warum sollte man es nicht gesehen haben. Man kann aber genauso gut darauf verzichten.

 

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Peter hatte Dan einst in Deutschland kennen gelernt, als dieser mit einer Schulklasse auf Deutschlandfahrt war und dabei auch sein Gymnasium besucht hatte. Dan hatte in Heidelberg Germanistik studiert und sprach nahezu akzentfreies Deutsch. Schon damals hat Peter diese jungen Amerikaner als Stadtführer betreut und aus dem von Dan leicht hingeworfenen „wenn Du mal in Amerika bist, komme mich besuchen“ ist in den Folgejahren eine innige Freundschaft entstanden, die sich über Dans ganze Familie erstreckt. Dan wohnt in Hampstead in New Hampshire. Peter wollte ihn heute mit uns besuchen, erfuhr aber am Telefon, dass er gerade auf dem Weg nach New York sei. Wir fahren trotzdem und eben ins Blaue.

Es ist schwülwarm mit leichter Bewölkung. Ich fange schon wieder an zu schwitzen, ein Ausdruck, den man hier als ordinär tunlichst vermeidet. Hier „despired“ man, nix „sweat“.

 

Der Terzel läuft für seine zehn Jahre und 170.000 Meilen noch erstaunlich gut, nur die Klimaanlage funktioniert nicht mehr und die Polster riechen nicht mehr allzu frisch. Also fahren wir von Massachusetts nach New Hampshire und weiter nach Maine, über Porthmouth nach Kittery, dann ans Meer bis York. Die Landschaft auch hier wieder wunderschön und überwiegend Laubwälder, die Häuser weitläufig auf Golfrasen im Waldgelände verstreut, in der Mehrzahl Holzhäuser, jedes anders, winzig kleine, bunt angemalte wechseln sich ab mit großzügigen Villen, mitunter auch mal verspielte Steinhäuser mit Türmchen und Zinnen in Dimensionen, bei denen man meint, irgendwo möchten Amerikaner auch mal normal sein. Oder ist es noch das englische Blut in den Adern?

Erstaunlich rege zeigt sich der Sonntagsverkehr auf den Autobahnen, erfreulich leer sind die Landstrassen. Auffallend die unterschiedlichen Verkehrsregeln. Verkehrszeichen,  Verkehrshinweise stehen fast ausschließlich als Texttafeln in der Landschaft. Man ist ständig nur am Lesen. In New Hampshire gilt die Anschnallpflicht bis zum Alter von zwölf Jahren, in Maine bis neunzehn. Als Speed Limit in N.H. gilt 65 Meilen, in Maine wiederum 55. Dafür stehen Distanzen in Maine sowohl in Meilen als auch in Kilometer, seit Kanada auf das metrische System umgestellt hat. Hierher kommen viele Kanadier aus Quebec, daher auch das „Bienvenue“ unter dem „Welcome to Maine“.

Amerikaner, sagt uns Peter, fahren am Sonntag mit der ganzen Familie zum Einkaufen in die Malls, riesige Einkaufsparks mit quadratkilometergroßen Parkplätzen. Denn eines gibt es in diesem Land fast unbegrenzt und das ist Platz, Fläche, Raum.

Trotzdem, die Staus sind hier wie in Deutschland, nur werden sie geduldig und ohne Aggressivität ertragen. Sie gehören zum täglichen Leben und ohne Auto geht hier eben gar nichts. Man winkt sich lächelnd zu und verzichtet auf sein Vorfahrtsrecht. Wie meinte Peter sarkastisch? Man muss hier jeden Augenkontakt vermeiden, wenn man vorwärts kommen will.

 

Maine ist so groß wie die alte Bundesrepublik. Wir haben nur den Südzipfel kennen gelernt, doch selbst der ist schon richtig kanadisch, Busch und Seen, wo immer man hinschaut. An der Küste reiht sich Bucht an Bucht mit unzähligen vorgelagerten Inseln, 12.000 Kilometer lang soll sie sein. Im nach wie vor puritanischen Massachusetts gibt es sonntags keinen Alkohol, die lizenzierten liquor stores haben geschlossen. In New Hampshire bekommt man Bier, Wein und sonstigen Alkohol in jeder Tankstelle gleich neben Waffen, Pulver und Munition. Wir haben vorsorglich ein Päckchen mit sechs Fläschlein St. Adams als Mitbringsel für Roger, Dans Vater gekauft und für uns eine kleine Gallone Kalifornischen Burgunder. Alles unsichtbar im Kofferraum zu verstecken ist ein Muss, sonst kann es Ärger geben mit der Polizei. Der Wein hat uns allerdings in den Folgetagen auch so einige Kopfschmerzen bereitet.

Auf dem Rückweg versuchen wir unser Glück am Wochenendhaus von Dans Familie und werden in diesem an einem großen See gelegenen Grundstück fündig. Roger, von Beruf Tierarzt, empfängt uns mit einer umwerfenden Freundlichkeit. Selbstverständlich steht uns das Haus offen und wir sollten auf jeden Fall baden, schwimmen gehen, denn der See sei im Gegensatz zum Meer angenehm temperiert.

Es erinnert mich an von Lojewskis Schilderung von der Herzlichkeit der Amerikaner, die für uns stets überraschend und ungewohnt sei, die man aber auch nicht allzu ernst nehmen sollte.

 

Als wir schließlich zum Schwimmen gehen bereit waren, musste ich mich von meinen beiden Söhnen fragen lassen, wann ich das letzte Mal ins Wasser gegangen sei. Meine Badehose sei ein Vorkriegsmodell und für Amerika schockierend. Man geht eben heute in Boxershorts, Bermudas oder Jeans zum Schwimmen. Meinetwegen, ich jedenfalls nicht.

Später kam noch Nathan, Dans Bruder dazu. Er sollte uns mit dem Motorboot auf den See hinaus fahren. Doch eine eindrucksvolle Sturmwalze mit anschließend sintflutartigem Regen vereitelte das. Auch nicht schlecht, denn es ging auf Abend zu. Auf der Heimfahrt war dann die Autobahn wieder hoffnungslos verstopft, aber die Landstraße für uns leer. Es regnete auch noch in Boston.

 

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Noch dreieinhalb Tage trennen uns vom Heimflug und es regnet in Strömen. Der Wetterfrosch im Fernsehen behauptet, es regnet heute bis Mitternacht. Was kann man bei diesem Wetter schon tun, wenn, wie überall auf der Welt, die Museen am Montag geschlossen haben?

Man bummelt durch diese mehretagigen gepflegten Einkaufszentren, die ganze Stadtteile bilden und die man inzwischen auch bei uns in Deutschland nicht nur in den ganz großen Städten immer mehr findet. Marmor, Mahagoni, Messing poliert empfängt einen in diesen überdachten und vollklimatisierten Galerien oder Passagen, dekoriert mit großen Pflanzengruppen und Wasserspielen und mit einer Unzahl eleganter Restaurants, auch wenn sie meist nur Pizza oder sonstiges Fastfood bieten, Banken, Reisebüros, Juweliere, Boutiquen, Schuhgeschäfte, Buchläden, Sportgeschäfte, Modezentren, dann wieder die Empfangshalle, die Rezeption eines Hotel. Alles ist nah beieinander und trockenen Fußes zu erreichen Gerade bei einem Schmuddelwetter wie heute oder wenn man an die strengen Winter hier mit meterhohen Schneeverwehungen denkt, eine kurzweilige und bequeme Einrichtung. Durch überdachte Fußgängerbrücken kommt man von einem Stadtteil, von einem Hochhauszentrum ins nächste und wenn die Füße wehtun, setzt man sich auf bequeme Polstergarnituren und schaut den Menschen in ihrer unglaublichen Artenvielfalt zu. Das Leben ist schön und die Mehrzahl der gepflegten Menschen hier auch, besonders der Schwarzen.

Jeder Stadtbummel erschöpft sich irgendwann und so sitzen wir am Abend halt vor dem Fernseher und der läuft mit leichtem Schneetreiben im Bild. Die Wohngemeinschaft benutzt nur eine Zimmerantenne. Kabelanschluss ist ihnen für die miserablen Programme zu teuer, die ihrer Meinung nach nur der totalen Verblödung dienen. Eric stellt die Antenne aufs Fensterbrett, das Bild wird besser, so einfach geht das.

Trotzdem kriegt man das Gefühl nicht los, das Fernsehen hier hält sich für den Nabel der Welt. Wer nur die vielen Comics und Reklamespots produziert. Werbung stört jede Sendung, oft bösartig, denn vergleichende Werbung ist hier erlaubt und insbesondere in der Autowerbung metzelt einer den anderen nieder. Günstige Angebote werden nie mit Preis genannt, sondern wie viele Dollars man gegenüber der Konkurrenz spart. Wettervorhersagen, Lokalnachrichten und Talkshows beherrschen den Rest der Programme. Auslandsnachrichten fallen kaum ins Gewicht, interessiert wohl auch nicht. Auch die Zeitungen beschäftigen sich im Wesentlichen mit lokalen Ereignissen und Problemen. Bildung, Schule, Sport, Aktienkurse, Börsenberichte, Firmenbilanzen, Kriminalfälle und Gerichtsverhandlungen werden in ganzer Breite gebracht. Die benutzten Wörter stehen meist nicht in meinem Wörterbuch, wie überhaupt die Sprache in denkbar liederlicher Weise benutzt wird, genuschelt, abgeschliffen, Endsilben verschluckt oder weggelassen. Man muss schon etwas länger hier bleiben, um sich daran zu gewöhnen, Ohr und Hirn mit einer ganz kurzen Leitung zu verbinden, um alles mitzukriegen. Ich bewundere Peter.

 

Und dann klappert draußen  etwas vor sich hin, auch so eine skurrile Einrichtung in diesem Lande. Das ist der Dosenmann. Zur Erklärung sei vorausgeschickt: Auf grundsätzlich alle Getränkedosen und Flaschen wird ein Pfand erhoben. Viele Zeitgenossen, und da unterscheidet sich Amerika nicht von Europa, viele Zeitgenossen werfen diese Dinger trotzdem einfach weg, manchmal in den Papierkorb, meist aber auf die Straße, in den Park. So sieht man dann auch immer wieder Schwarze und ich habe, ausgenommen einmal ein altes Mütterchen, eigentlich nur Schwarze gesehen, die entweder mit riesigen Plastiksäcken auf dem Rücken oder bisweilen „ausgeliehenen“ Einkaufswägen durch Straßen und Parks ziehen und diese Fünfcentdinger sammeln. Das Geld liegt eben auf der Straße, man muss sich nur danach bücken. Nur, so wie ich dieses Land inzwischen einschätze, steht über allem garantiert ein Konsortium, ein Syndikat, das die Stadt gegen entsprechende „Schutzgelder“ längst in einzelne Sammelzonen aufgeteilt hat.

 

oooooOOOooooo

 

Ein mit weit ausgebreiteten Armen wohl die Sonne anbetender Indianerhäuptling auf einem Pferd steht als beeindruckend schöne Statue vor einem der Eingänge zum Museum of Fine Art und weckt Kindheitserinnerungen in mir. Warum haben wir als Kinder so gerne „Indianerles“ gespielt? War es Karl May, war es Lederstrumpf, ich weiß es nicht mehr.

Heute habe ich mir ganz alleine noch diese überwältigende Sammlung an schönen Dingen gegönnt. Unglaublich, was man hier aus der ganzen Welt an Kunstschätzen zusammengetragen hat, aus Europa, aus Nord- und Südamerika, aus Asien. Das Museum hat zusammen mit der Harvard University, so liest man im Prospekt, über vierzig Jahre lang Ausgrabungen in Ägypten unterstützt und damit Schätze erhalten, die denen des Ägyptischen Museums in Kairo ebenbürtig sein sollen. Griechische, römische, etruskische Fundstücke aus der Zeit des vierten und fünften Jahrhunderts vor Christi stehen einer umfangreichen Sammlung japanischer, chinesischer, indischer sowie aus der islamischen Welt Südostasiens stammender Kunstgegenständen gegenüber. Es sei der umfangreichste Fundus asiatischer Kunst, der hier in sechsundzwanzig Galerien unter einem Dach vereint sei.

Man findet aber auch unzählige Erinnerungen aus der Geschichte Bostons während der britischen Kolonialzeit und aus der Zeit der Freiheitskämpfe in Form erlesener Sammlungen amerikanischen Silbers, amerikanische Möbel und in vielen Bildern und Portraits. Und weil man sich in der vergangenen Jahrhunderten in Boston auch für französische Malerei interessierte, findet man großartige Gemälde aus diesen Epochen, deren Anblick einen kurzzeitig vergessen lassen, in Amerika zu sein.

Viele Stunden Kunstgenuss streifen dennoch nur die Oberfläche, man kann es in seiner Tiefe, in seiner Ausstrahlung gar nicht genug verarbeiten. Am eindrucksvollsten blieb mir das Gemälde eines spanischen Künstlers in Erinnerung, ein alter, bärtiger Mann mit entblößtem Oberkörper. Sein Blick verfolgte mich durch den ganzen Saal und nahm mich ständig aufs Neue gefangen.

Auch wenn irgendwann die Beine weh taten, es hat sich gelohnt und war eine weitere Bereicherung unseres Amerikabesuches.

 

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Unser letzter voller Tag in Boston, morgen geht es wieder nach Hause. Peter bekam heute die Bestätigung seiner neuen Vermieterin. Die Wohngemeinschaft hat sich mit dem Studienende seiner Bewohner aufgelöst. Wenn wir ihn das nächste Mal besuchen, wird er in Jamaica Plain wohnen, ganz in der Nähe des Arboretums, jenes wunderschönen Parks der Harvard University. Wir werden sehen. Peter meinte, es sei schön mit uns gewesen, weil er damit selbst mal wieder etwas vom Land gesehen hätte, denn er wäre inzwischen wie die meisten hier zum workaholic geworden.

Er hat heute nochmals mit uns eine schöne Tour gemacht, nach Süden oder genauer nach Südosten Richtung Cape Code über Quincey, Braintree, Hingham nach Hull. Von da sind wir nach einem ausgedehnten Strandlauf mit Muschelsammeln, weil es so schöne Salatschüsselchen sind, selbst Muscheln sind hier mehr als doppelt so groß wie in Europa, zurück nach Plymouth und haben in der Nachbarschaft der Mayflower II, einem Nachbau des ersten Einwandererschiffes aus England, bei Mama Mia und Alfredo mal versucht, italienisch zu essen.

Der zugewiesene Tisch mit seinen Stühlen könnte italienisch nachempfunden sein. Ein Antipasti Büffet verwöhnt uns zwar nicht, doch ein Schälchen grüner Oliven und ein Glas mit Grisini stehen auf dem Tisch zusammen mit einer Waserkaraffe. Il primo wird anstatt mit in der Karte angebotenen pasta alla carbonara dann doch mit spaghetti alla bolognese abgearbeitet, die nicht mehr al dente waren, weil sie schon zu lange auf uns gewartet hatten.. Danach waren wir eigentlich satt, doch was ist mit dem secondo, nur noch so per la gola, italienisch halt? Eric bestellt sich eine zwölf Zoll Pizza Margherita, die auch für vier Personen gereicht hätte. Peter eine Lasaghne al forno, zu der er danach behauptete, meine zu Hause sei besser und ich entscheide mich für haddock, einem schlichten Schellfisch, der dann auch recht blass und wässrig auf der Platte liegt. Gegen eine nasello alla salvia, einem Dorsch in Salbeibutter gebraten, mit dem der haddock ja eigentlich verwandt ist, wäre nichts einzuwenden gewesen.

„A tavola non si invecchia mai“ sagt man mitunter in Italien, was eigentlich meint, beim Genießen altert man nicht. Hier wird es wohl anders übersetzt mit „Am Tisch wird man nicht alt“, denn kaum sind unsere Teller leer, steht auch schon die quicklebendige Bedienung mit dickem Portemonnaie vor uns und meint „oh gosh, you did a real good job“ Ob das ein Kompliment sein sollte, wage ich zu bezweifeln, wahrscheinlich meinte sie mehr „na, da habt ihr ja ordentlich gefressen“. Leider hat sie wohl Italien noch nie gesehen, die Köstlichkeiten der italienischen Küche noch nie erlebt. Eigentlich war es nur teuer, erinnerte mich aber an das Urteil eines europäischen Gourmets über die amerikanische Gastronomie, als er meinte, er kenne in Amerika nur zwei Spezies von Köchen. Die einen, die es meisterhaft verstehen, Steaks von beiden Seiten schwarz zu brennen und die anderen, technisch etwas versierten, die mit der Mikrowelle Tiefkühlkost auftauen können.

Ein fröhlicher Sonnenschein und eine traumhafte Landschaft entschädigen uns für unseren Fehlgriff, als wir uns vor der Mayflower noch fotografieren. Was müssen damals die ersten Einwanderer gedacht, gefühlt haben, als sie nach langer Seereise hier anlandeten. Sie müssen sich doch wie im Paradies gefühlt haben.

 

OooooOOOooooo

 

Der Aufenthalt neigt sich dem Ende, es ist der letzte Tag. Wir sind am Vormittag nach Jameica Plain rausgefahren, in die St. Rose Street, um das Haus anzusehen, in das Peter nächste Woche umziehen wird. Der Grüngürtel quer durch die Stadt ist schon etwas herrliches, fast einmaliges. Wir sind am Arboretum vorbei gefahren, von dem Peter sagt, am schönsten sei dieser Park im Frühjahr, wenn der Flieder blüht oder im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt und in für uns unwahrscheinlichen Farben leuchtet. Wir sind durch das Medical Center zurückgefahren, in dem eine Spezialklinik, ein Krankenhaus neben dem anderen steht wie in München die Brauereien. Wir haben zu Hause unsere Koffer gepackt und alles an Büchern und Ordnern, die Peter nicht mehr braucht, in eine Tasche verstaut, um es mit zu nehmen. Wir sind anschließend noch in das Mapparium, einer Einrichtung der Christian Science Church gegangen, einem gläsernen Globus von neun Metern Durchmesser mit einem politischen Kartenstand von 1936, innen über eine Brücke begehbar. Peter wollte uns unbedingt noch die frappierende Akustik vorführen, an die der Erbauer nicht gedacht hatte und die erst später in ihrer Wirkungsweise untersucht und erklärt wurde. Die gläserne Kugel schickt jede Schallwelle mit doppelter Lautstärke zurück. Es klingt echt verrückt, doch steht man in der Mitte der Brücke im Zentrum der Kugel, bekommt man jedes geflüsterte Wort in unanständige Lautstärke als Echo ins Ohr.

Wir haben noch zu Hause angerufen und erfahren, dass es kühl geworden sei und regnet. Endlich, meinte Eric, mal wieder so ein richtiges deutsches Scheißwetter. Doch über allem schwebt eine leise Wehmut und übertönt die Freude, wieder nach Hause zu kommen.

Und jetzt sitzen wir im Flugzeug, es ist viertel vor sieben und es ist alles so gelaufen, wie wir es vorhatten. Wir haben gegen vierzehn Uhr an leeren Schaltern eingecheckt und unser Gepäck abgegeben, sind zurück und durch die Stadt gebummelt durch Einkaufspassagen und Parks bis zum Government Center, dann mit der U-Bahn zurück zum Airport, dort mit dem Bus noch zum Tower, haben dort aus dem 17ten Stockwerk noch eine ganze Weile dem Treiben auf dem Flugplatz zugeschaut und sind dann zu unserem Terminal E.. Hunderte von Leuten standen vor den sechs Northwest Schaltern Schlange mit riesigen Gepäckhaufen. Was die nur alles mit sich rumschleppen.

Ein letzter Abschied von Peter, ich schäme mich meiner Tränen nicht. Ab durch die Fremdkörperkontrolle und wenig später sitzen wir im gleichen Flugzeug, das uns hierher gebracht hatte. Mal sehen, ob sie die Kopfhöreranschlüsse der Sitzreihe 39 repariert haben, sonst sehen wir wieder Stummfilme. Doch, es ist repariert, aber der Kapitän entschuldigt sich, das sie ab Reihe 51 Audioprobleme hätten, deren Fehlerursache während des kurzen Aufenthaltes in Boston nicht lokalisiert werden konnte. Irgendwas ist an so einem komplizierten Apparat immer kaputt. So etwas ist noch das kleinste Übel.

Mit wiederum einer Stunde Verspätung haben wir um 20:20 Uhr vom Logan Airport abgehoben, doch wird der Flug wegen kräftiger Rückenwinde diesmal nur fünf Stunden und fünfzig Minuten betragen.

Kurz nach Sieben geht die Sonne auf und bis acht Uhr ist es taghell und unter uns eine geschlossene Wolkendecke. Eric hat gut drei Stunden tief und fest geschlafen. Als das Frühstück serviert wurde, musste ich ihn wecken. Ich stelle meine Uhr um und versuche mir klar zu werden, ob der Tag jetzt kürzer oder länger wird. Mein Hirn mag noch nicht denken. Eigentlich fliegen wir ihm sechs Stunden entgegen, also hat er nur achtzehn Stunden. Aber wir sind gestern weggeflogen und haben praktisch eine Nacht durchgemacht, aber um diese sechs Stunden verkürzt. Einigen wir uns doch darauf, dass unser Freitag nur achtzehn Stunden dauert, wir aber einen zweiundvierzig Stunden Doppeltag durchleben müssen. Ist das akzeptabel? Falls nicht, es bleibt auf jeden Fall verrückt.

 

Pünktlich landen wir in Amsterdam und genau so pünktlich später im Erdinger Moos und während wir kurze Zeit auf unser Gepäck warten, hat uns Carola mit Nellie, meinem Hund, entdeckt. Carola wird kaum eine Chance haben, uns spontan zu begrüßen

In einer guten Stunde fahren wir nach Hause. Ich habe mich so an das Tempolimit in Amerika gewöhnt, dass ich hier gar nicht mehr schneller als achtzig fahren möchte

Unser Amerika Aufenthalt 1994 ist vorüber. Es wird nicht der letzte bleiben. Ich stehe noch eine ganze Weile neben mir, „muss warten, bis Seele nachkommt“ soll ein Indianer mal gesagt haben, als er nach einer langen Eisenbahnfahrt am Ziel war. Es war schön, eindrucksvoll und manchmal fast überwältigend und mein eigentliches Reisetagebuch ist mehr als doppelt so lang geworden, so vieles gäbe es noch zu erzählen, doch bei dem Wort Indianer kommt wieder so eine schwache Kindheitserinnerung zurück. War Amerika nicht wegen seiner Indianer auch mal das Land meiner Träume? 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.12.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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