Wenn der Puls der Zeit den Rhythmus der Menschen durcheinander bringt und sie
sich neu orientieren müssen, dann geht das Alte und das Neue wird gefunden, mit
leuchtenden Augen, neugierigen Gebärden, aber auch ängstlicher Abneigung. Das
Herz schlägt nicht mehr seinen gewohnten Rhythmus, es verändert den Kurs ins
Ungewisse, ins Neue- man fühlt sich noch nicht geborgen. Der Himmel ist nun hi-
mmel blau, keine Wolke trübt ihn in seiner Stille, vor dem großen Sturm. Das Alte
wird dann hin fort gefegt, es wehrt sich noch, will nicht gehen, war schon immer da.
Doch starke Stürme reißen alles hinweg, sei es gut, sei böse, alt oder jung, erstmal
herrscht das Chaos auf Erden. Und wer wird es wieder richten? Wir Menschen etwa
oder ist es Gott der Schöpfer? Lassen wir uns von Gott denn lenken? Die Gläubigen
werden das so sehen, sie glauben an den „Über-Mensch“(Nietzsche), denn der Glau-
be versetzt Berge, so sagt man. Aber was hat unsere Herrlichkeit mit uns vor? Will
er gutes tun oder doch schlechtes? Der Herr wird sich nicht in die Karten schauen
lassen. Er ist keine fröhliche Gestalt, dafür weiß er zu viel, viel zu viel. Nun, er hält
das Ruder feste in den Händen, er weiß welch schwere Stürme ihm zu Schaffen machen
können. Er hat freilich seine Antagonisten, die wie ein Schatten auf ihm liegen und ihm die
Finsternis auf seine Seele legen. Er ballt die Faust im Zorn, er möchte den Teufel
erschlagen, doch der ist flink, lacht sein zynisches Lachen,ja, er lacht uns Menschen in die
trüben Augen. Wo Gott ist, ist auch der Teufel nicht weit. Sie zanken sich über die
Menschheit, deren Weg erst gefunden werden muss, Gott muss ein Machtwort sprechen,
er muss das schwere Kreuz auf seinem Rücken tragen. Seine Augen werden von der
körperlichen Qual errötet,ja,jetzt sieht er aus wie der wahre Teufel, der ihm im Genick
sitzt und sich lachend in seine „Gottesseele“ bohrt. Ja, das Leben ist nicht schmerzfrei, der
Schmerz kann auch Gewinn sein, er zeigt an, das es in die falsche Richtung gegangen ist.
Ist der Schmerz vielleicht der wahre Teufel? Und ist der Teufel gar sinnlos? Vielleicht
braucht er ja unseren Gott – sie sind sozusagen aufeinander angewiesen. Frage doch die
Hexe: Von äußere Gestalt abstoßend, doch sie ist durchtrieben, kann dir so manchen Tipp
geben, denn Hexen wissen viel zu viel vom schlauen Satan, deshalb wurden sie von der
Menschheit zu Tode gesteinigt oder verbrannt. Leben und Tod müssen sich also ergänzen,
wie Gott und der Teufel , sie stehen im ständigen Wechselspiel zueinander. Isoliert
betrachtet würde es sie gar nicht geben. Es gibt nicht nur die eine Sache, es gibt auch
immer die andere. Wenn wir in den dunklen Himmel sehen, sehen wir nur die hellen
Sterne, es fehlt uns die Sonne in der Finsternis. Glauben ist die eine Sache, sterben die
andere, nur in der Symbiose können sie sichtbar werden. Deshalb verteufelt mir den
Teufel nicht, denn dann würde es unseren Gott nicht geben und umgekehrt.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.12.2009.
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