Rosie Taubmann

Das Tal der Raben!



Tief im bayrischen Wald liegt ein kleines verträumtes Tal. Hunderte von Raben mit ihrem blauschwarz glänzendem Gefieder bevölkern das Tal. Es ist ihr Tal - das Tal der Raben. Es ist erfüllt von krächzendem Gerede und Gelächter. Ein alter Rabe, Soltan ist sein Name, setzt sich auf einen Baumstumpf, sofort ist alles still - kein Laut mehr zu hören. Heute sagt er, erzähle ich euch von der Inbesitzname dieses Tals durch unsere Vorfahren.
Vor langer Zeit als die Menschen noch in Strohhütten lebten, die Götter noch auf Erden wandelten, fand ein Rabe namens Wotan dieses idyllische Tal. Er besiedelte es nahm sich eine Frau Mirka war ihr Name und lebte glücklich mit ihr bis, ja bis folgendes geschah. Gott Janus beschloss einen Ausflug in den hohen Norden zu machen. Dort lernte er Hel die Göttin der Unterwelt kennen. Sie verliebten sich und ein Jahr später gebar ihm Hel Fünflinge, doch oh Schreck, die beiden Götter hatten so schreckliche Säuglinge noch nicht gesehen. Hel erschrak so sehr daß sie diese häßlichen Kreaturen sofort verbannte und ausgerechnet ins Tal der glücklichen Raben. Die schauten nicht schlecht als sie die häßlichen Kreaturen sahen. Kleine wieselflinke ca 30 cm große, mit zwei Gesichtern wie ihr Vater Janus, doch so abgrundtief häßliche Kreaturen, daß Wotan und Mirka sich schüttelten. Die Haut grünlich-gelb mit Warzen übersäht, spitze hervorstehende Reißzähne und klauenartige Hände und Füße. Diese kleinen Monster töteten und fraßen alles was ihnen bei ihrer Jagt in die Quere kam. Auch die zwei Raben mußten sich höllisch in acht nehmen, denn blitzschnell waren diese Kreaturen auch auf den Bäumen. Wotan und Mirka jedoch wollten ihr geliebtes Tal nicht kampflos aufgeben und es dieser Brut überlassen. Deshalb beschlossen sie, sich Rat beim alten weisen Ranus zu holen. Sie fliegen den weiten Weg zu ihm, erzählen ihre Geschichte und bitten ihn um Hilfe. Nach reiflicher Überlegung und immer noch nachdenklich sagt der alte Ranus zu ihnen; hier hilft nur eine List, ihr könnt sie nicht vernichten, denn damit zieht ihr den Zorn der Götter auf euch. Was ihr braucht ist die Büchse der Pandora. Sind sie erstmal in dieser berüchtigten Büchse, gibt es für sie kein Entkommen mehr. Doch es ist sehr schwer an sie heran zu kommen, denn die Dämonin bewacht sie mit Argusaugen, aber es ist nicht unmöglich. Ihr müßt mit dem Fährmann übers Wasser in die Unterwelt fahren, dort die Pandora suchen und ihr die Büchse stehlen. Ich habe hier zwei Ringe, die ihr euch umlegen müßt, sie machen euch für die Dämonen unsichtbar, aber ihr dürft der Dämonin nicht - auf keinen Fall, in die Augen schauen, sonst seid ihr verloren. Sie bedankten sich bei dem weisen alten Raben und flogen zur Fähre. Dort angekommen legten sie sich die Ringe um und fuhren vom Fährmann unbemerkt mit in die Unterwelt. Nach kurzer Fahrt erreichten sie den Eingang der von einem dreiköpfigen Hundedämon bewacht wurde. Sie fassten sich Mut und flogen über ihn hinweg ins Innere. Er spürte den Luftzug und rief: Ich rieche Frischfleisch, doch ich sehe niemanden. Währendessen flogen die Vögel weiter, da lag die Hydra mit neun Köpfen, Schlangendämonen schlängelten umher, auch Katzen und Hundedämonen laufen oder liegen herum, es ist eine Welt des Grauens in der sie sich aufhalten mußten. Dann endlich sehen sie die Pandora, da sitzt sie und starrte mit ihren feurigroten Augen auf einen Ziegenhaften gehörnten Dämon, der ihr zuwinkte. Als sie auf ihn zuging, vergaß sie die Büchse, schnell griffen sich die Raben sie und flogen zum Ausgang zurück, kurz bevor sie ihn erreichten hörten sie einen fürchterlichen Schrei. Der Diebstahl war von der Dämonenfrau bemerkt worden. Sie mußten so schnell wie möglich weg, konnten nicht auf den alten Fährmann warten. Als sie aus dem Tor zur Unterwelt kamen, war über ihnen Dunkelheit und unter ihnen schmutzig braunes brennendes Wasser. Die brodelnden Wassermassen türmten sich wild zu Monsterfiguren auf die mit mächtigen Armen nach ihnen greifen. Immer wieder mußten sie ausweichen, höher fliegen doch dort oben in der Dunkelheit lauerten Drachendämonen die nach ihnen schnappten. Sie erlebten das Grauen pur. Und dann nach schier einer Ewigkeit schimmerte Sonnenlicht über ihnen, sie hatten es geschafft, waren der Hölle des Grauens entkommen. Schnell flogen sie zu ihrem Tal und stellten die Büchse in der Mitte auf. Aus der Ferne beobachten sie die weiteren Geschehnisse. Neugierig wie die Doppelgesichtigen waren liefen sie zur Büchse. In einigem Abstand blieben sie stehen um sich dieses Fremde Ding anzusehen. Sie flitzten um es herum, als es sich nicht rührte kommen sie immer näher. Da öffnet sich die Büchse und sie konnten nicht widerstehen sich dieses Ding auch von innen anzusehen. Also grabbelten sie hinein und hinter dem letzten schloss sich die Büchse wieder. Sie lärmen und schreien vor Angst, doch sie kommen nicht wieder heraus, sie sind gefangen. Seufzend sagte Wotan zu Mirka: Endlich haben wir unser Tal wieder, alle unsere Mühen haben sich gelohnt. Doch in diesem Augenblick verdunkelt sich das Tal und ein furchtbarer Schrei erschallte. Da stand sie, die schreckliche Pandora außer sich vor Wut, die glühenden Augen schossen Blitze, geifernd und spuckend schaut sie sich um, sieht die Büchse und stürzt sich auf sie. Sie hält sie hoch und schaut hinein sieht die kleinen Kreaturen und sagt mit grollender Stimme: Da haben wir sie ja, die Brut von Janus. Ängstliches Geschrei kommt aus der Büchse. Ja schreit nur ihr Missgeburten sagte die Dämonin, ihr seid jetzt meine Gefangene und werdet mir so lange dienen bis ihr diese Schuld, mir die Büchse zu stehlen, getilgt habt. Nach diesen Worten verschwand die Dämonin wieder. In all den Jahren kehrte nie wieder ein Dämon in das Tal zurück. Wotan und Mirka gründeten eine Familie und lebten noch viele Jahre in Liebe miteinander. Und wir sagte der alte Soltan sind die Nachfahren dieses glücklichen Paares und wir werden uns ihrer würdig erweisen. Mit diesen Worten beendet er seine Geschichte und hüpft vom Baumstumpf herunter. Minutenlang herrscht beeindruckendes Schweigen, doch dann bricht ein frenetischer Beifall hervor und der alte Soltan lässt sich für seine Geschichte stolz feiern!  

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Rosie Taubmann).
Der Beitrag wurde von Rosie Taubmann auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.12.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  Rosie Taubmann als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Blinzle mit den Augen ... und alles kann anders sein von Martin Huber-Siegl



Blinzle mit den Augen … und alles kann anders sein

Seine Lebenssituation zu verändern von jetzt auf gleich,
das wäre manchmal ganz praktisch.
Auch für Gunther Marsch.

Burn-out, Probleme mit Frauen, die Frage nach dem Sinn …

Spielt Gott eine Rolle?

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Mystery" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Rosie Taubmann

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Das Drachoctupaga ! von Rosie Taubmann (Fantasy)
Egoisten von Norbert Wittke (Ernüchterung)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen