Helmut Wendelken

Sachen gibt `s........

 

 

 

 

Ich stehe an der Bushaltestelle unter vielen anderen, die auf den nächsten Bus warten.

Da kommt ein Betrunkener, sein Fahrrad durch die Menge schiebend, geradewegs auf den Mülleimer zu und greift hinein. Er holte die Getränkedose heraus, die gerade ein anderer dort hineingeworfen hatte.

Und schon wieder 25 Cent verdient, dachte ich mir. Doch weit gefehlt, er nahm sie an den Mund und holte noch den letzten Rest aus dieser heraus, wohl um seinen Durst zu stillen.

Als er es geschafft hatte, warf er diese Dose auf die Straße und ging weiter. Als er an mir vorbei kam, konnte ich nicht umhin ihn zu fragen, ob er sie nicht wieder in den Mülleimer werfen könne. Darauf die weit ausholende Antwort . ? Nö ? und so ging er weiter, nicht ohne noch einmal laut zu Rülpsen.

Na ja, wenigstens das konnte er.

Ich nahm die Dose auf und ging mit ihr zum Mülleimer, um sie dort zu entsorgen.

Während ich dies tat, ging mir durch den Kopf, dass der Besoffskie nicht materiell eingestellt sein muss. Denn nicht nur die Dose mit einem Pfand von 25 Cent hatte er einfach weggeworfen, anstatt sie mitzunehmen, sondern er hat auch eine Damen - Handtasche ignoriert, die in diesem Mülleimer lag. Da sie geöffnet war, konnte man gleich sehen, dass alles, was drinnen sein musste, auch drinnen war. Sei es die obligatorische Schminke, die Geldbörse samt Papiere, die herausgerutscht waren, und sogar ein Handy, was noch nicht sehr alt zu sein schien.

Als ich diese Tasche aus den Müll gezogen hatte, kamen gleich ein paar Neugierige auf mich zu, und gaben ihre klugen Ratschläge ab, was ich nun machen sollte.

Darunter sogar einer, der meinte ich solle doch die Frau anrufen, sie würde sich bestimmt freuen, wenn sie ihre Tasche wieder bekommen würde.

Na klar, sagte ich, aufs Handy, oder was ? Klugscheißer, so dachte ich.

Ich nahm mein Handy, und rief die Polizei an, und erzählte von meinem Fund.

Man mag es nicht glauben, aber nach 10 Minuten kamen sie angefahren, um diese Tasche abzuholen. Mein Bus war natürlich weg. Logisch.

Dann begann es wie im Film. Verstohlen blickte ich mich um, ob irgendwo Kameras zu sehen waren. War aber nicht der Fall.

Der noch junge Polizist kam mit seiner sehr charmanten und gut aussehenden Kollegin auf mich zu und grüßte. Dann kam eine sehr blöde Frage, nämlich, ob ich der Herr sei, der eine Tasche gefunden hätte. HALLO ??? Laufe ich sonst mit Handtasche durch die Gegend ?

Gewiss nicht. Da ich sie aber in der Hand hielt, hätte sich diese Frage eigentlich erübrigt.

Nach dem nochmaligen Erzählen, wie es zu diesem Fund kam, holte die charmante und gut aussehende Polizistin Block und Schreiber raus, um meinen Namen und meine Adresse aufzuschreiben.

Das ich so was noch erleben darf.  SIE fragte MICH. Sonst ist es doch immer umgekehrt gewesen.

Gerade als ich ihr beides nennen wollte, ertönte ein Lautes Klingeln, das mir sagte, das ich jetzt aufstehen muss. Es war mein Wecker. Verfluchtes Miststück das.

 

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Autobiographisch deshalb, weil ich es wirklich geträumt hatte.

© Helmut Wendelken 27.12.2009

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.12.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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