Man benötigt weder subatomare Auflösung, und eben
so wenig muss man flüchtige Zustände übertragen,
wie zum Beispiel laufende Denkprozesse.
Vergessen wir also das quantenmechanische Beamen,
auf das Professor Anton Zeilinger so stolz ist.
Wir werden molekularbiologisch Beamen, denn das ist
viel einfacher.
Einfach aber tödlich: Das destruktive Scannen.
Man schockgefriert die fragliche Person (humaner weise
unter Narkose), und trägt dann den Eisblock schichtweise
mit dem Rasterkraftmikroskop Molekül für Molekül ab.
Interessant sind nur die Lage und die Tertiärstruktur
der Makromoleküle.
Die einfachen, kleinen Moleküle werden nur in ihren
mittleren Konzentrationen erfasst.
Warum sollte man auch Wasser, Kochsalz und ähnliche
Verbindungen ständig neu beschreiben?
Informationskompression ist auf zahlreichen hierarchischen
Ebenen möglich.
Denn es gibt nur 20 Aminosäuren und 4 Nukleotide.
Denn es gibt nur 220 Zelltypen im menschlichen Organismus.
Warum sollte man die Struktur von zum Beispiel Glycin
milliarden mal beschreiben?
Warum sollte man zum Beispiel den Aufbau der Leberzelle
vom Typ A3 milliarden mal beschreiben?
Die menschliche DNS hat zwar drei Milliarden Basenpaare,
aber sie ist in den Billionen Körperzellen immer gleich
aufgebaut, was eine Menge Information einspart.
Es gibt zwar 30000 verschiedene Proteine, jedes davon kommt
milliardenfach im ganzen Körper vor, aber jedes Protein muss
nur ein einziges mal beschrieben werden.
Natürlich gibt es auch noch zahlreiche weitere Ebenen
der Informationskompression, aber die erkläre ich später.
Man hat etwa 10 hoch 14 Synapsen, alle mindestens 100
Atome hoch und 10000 mal 10000 Atome breit.
Ein einziger synaptischer Spalt besteht also mindestens
aus 10 hoch 10 Atomen, und das meiste davon ist Wasser.
Die Bandbreite des Übertragungskanals hängt von seiner
Wellenlänge ab.
Ich empfehle deshalb einen frequenzmodulierten Röntgenlaser.
Falls man die Information zwischenspeichern will, was
empfohlen wird, benötigt man kaum mehr Masse als die
Originalperson auch hat.
Diese Zwischenspeicherung ist auch am Zielort nützlich,
so dass man durch wiederholtes Senden und Empfangen
die Übertragungsfehler eliminieren kann.
In der Empfangsstation wird dann der Eisblock mit
dem Rasterkraftmikroskop Molekül für Molekül wieder
zusammengesetzt.
Natürlich verwendet man am Zielort Material, welches
dort bereits vorhanden ist.
Es werden also nur die Informationen übertragen, und
das mit Lichtgeschwindigkeit.
Frostschäden und Risse kann man dabei bequem ausbessern,
denn dieses mal kann das Eis beim Schmelzen nur schrumpfen.
Danach wird der Passagier durch Diathermie mit Langwellen
rasch auf +37 °C aufgewärmt (Langwellen wärmen gleichmäßig
auch in tiefen Schichten), und mit dem Defibrillator
sanft aufgeweckt (zappel, kreisch).
Das nicht destruktive Scannen:
Über die Blutbahn werden milliarden Nanomaschinen
in den Körper eingebracht, die ihn nach einiger Zeit
genau vermessen können.
Diese Methode hat aber den philosophischen Nachteil,
dass man sowohl abgereist sein kann, und dass man
dennoch zugleich noch anwesend sein kann.
Noch viel schlimmer ist es, wenn man noch mehrere
Duplikate von sich herstellen lässt.
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Der Heisenberg-Kompensator:
http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?33816
Molecules in Motion, Imaging DNA with the Scanning- Force Microscope in Aqueous Solutions:
http://malone.bioquant.uni-heidelberg.de//publications/pdf-files/Rippe_Bioforum_97.pdf
Cornell researchers probe secrets of chemical bonding by assembling molecules one at a time:
http://www.news.cornell.edu/releases/Nov99/molecules.ws.html
Normalerweise hat eine menschliche Zelle eine
Kantenlänge von rund 100.000 Atomdurchmessern.
Eine Zelle hat also rund 1.000.000.000.000.000
Atome, und die Querschnittsfläche der Zelle hat
deshalb rund 10.000.000.000 Atome.
Wenn eine Rasterkraftsonde 1.000 mal 1.000 Atome
abtasten kann, also 1.000.000 Atome, dann benötigt
man 10.000 Abtaster für eine Zellquerschnittsfläche.
Für medizinische Zwecke ist es schon nützlich,
eine einzige Zelle herzustellen, denn man kann
diese danach durch Zellteilung vermehren.
Karl Bednarik, Anmerkung zur Geschichte
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.01.2010.
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