Ioana Geier

Das gebrochene Auge fließt aus, tötet aber noch

 Ich werde von Starsky zerrissen enden! Weil ich eine Idiotin bin. Weil die Welt voller Kretine ist. Weil der Allmächtige sie seit meiner Geburt in komfortable Mäntel gehüllt hat. Und ich habe, habe nichts als diesen bedauernswerten Rest meines Lebens. Und die Kinder ... Splitter! Ob bei Tag oder bei Nacht, Starsky wird mich zerbrechen! Die weißen Wände werden mit meinem Blut bespritzt sein. Aus Kopf oder Herz. Ich weiß nicht, wie man einfacher stirbt, noch nicht.

Die Französische Legion! Womit isst man die Französische Legion?! Ich bin eine Frau und begreife nichts. Ich will nichts begreifen. Die Politik meines Rockes genügt mir. Zum Teufel mit den Kriegen dieser Welt! Mit der Geschichte, der Globalisierung, den Affen in Afrika, glücklicher als ich! Er schläft. Der Allwissende, der mir den Ring auf den Finger gesteckt hat, er schläft. Gerade auf dem tauben Ohr. Und um 12 wird Starsky anrufen. Wenn er nicht soeben einen Mordweg beschreitet, wird Starsky anrufen. Der mit den ungleichen Füßen und dem platten Gesicht, nach Afghanistan. Mit Villa zwischen Stachelbeersträuchern und druckreifem Manuskript von einem aus heiterem Himmel verschwundenen spanischen Schriftsteller.

Schrecklich! Frau sein, um als Ersatzhirn zu dienen, es wäre schrecklich! Ich sehe eine Leere, Starskys Kopf ist für mich ein ausgehöhlter Kürbis. Ich würde ihn zerdrücken! Bis er mich umbringt, würde ich ihn zerdrücken. Und würde er mich auch nicht umbringen, ich würde ihn zerdrücken! Denn es gefällt mir nicht, von einem Kürbis verhext zu werden...

Sie fallen! Türen, Fenster, Wände, Insekten, fallen. Auf Menschen! Auf Menschen! Auf Menschen! Starsky mordet! Das gebrochene Auge fließt aus, tötet aber noch! Für die Geschichte! Alles für die Geschichte!

Ich höre. Ich sehe. Ich fühle. Starsky hat alles in mich geschüttet. Leichen, Flugzeuge, Bomben, Leichen, Panzer, Feuer, Leichen! Ich kann sterben. Vor Angst. Vor dem Mord kann ich sterben. Und der Allwissende wird das Ohr wechseln und weiter schlafen.

Hatte er nicht! Er hatte keine Zeit für mich. So stieß ich auf Starsky. Im Netz. Ich habe die Geschichte mit dem Kopf gerammt. Die Französische Legion. Ich werde an der Französischen Legion zugrunde gehen.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Ioana Geier).
Der Beitrag wurde von Ioana Geier auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.01.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  Ioana Geier als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Oma Millifee und ihre Enkel von Ingrid Hanßen



Oma Millifee ist eine betagte alte Mäusedame, welche so manches Abenteuer mit Ihren Enkeln erlebt. So erfährt ihr Enkel Sebastian zum Beispiel, wie giftig so ein Knollenblätterpilz ist und welch schlimme Bauchschmerzen er verursacht.

„Oma Millifee und ihre Enkel“ ist ein Lesebuch mit 4 kleineren Kurzgeschichten, das mit seinen vielen Bildern und Rätseln große und kleine Kinder zum Mitmachen einlädt, aber auch zum Nachdenken anregt.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Lebensgeschichten & Schicksale" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Ioana Geier

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Adieu kleiner Tippi... von Rüdiger Nazar (Lebensgeschichten & Schicksale)
Ab in den Keller von Norbert Wittke (Glossen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen