Philipp Stubbe

Engel - Kapitel 1

In einer Welt voller Chaos und Zerstörung gibt es nur wenige die auserkoren sind um den Guten Schutz zu bieten und das Schicksal dieser Welt zu verändern.

 

Engel

 

Kapitel 1 : Erwache!

 

Ihre Hände waren zusammengefaltet und eine Träne lief über ihr blasses Gesicht während sie leise ein Gebet vor sich hin sprach.

So wie sie vor dem Fenster stand und die Abendröte ihr Antlitz doch noch ein wenig Farbe verlieh glich sie einer trauernden Witwe.

„Hör auf zu Beten!“

Ein junger Mann trat stürmisch in ihr Zimmer.

Wild umher schauend flog sein langes braunes Haar förmlich umher.

Er rempelte seine Schwester um, damit er so schnell wie möglich das Fenster schließen konnte aus dem sie gerade noch geschaut hatte. Halb kauernd lag sie am Boden und eine blonde Strähne hing ihr über das Gesicht, während sie halb wütend und halb verzweifelt zu ihm hinüber schaute.

Er nahm ihre Blicke war und mit einer raschen Bewegung packte er sie grob an ihre Schulter.

„Du weißt ganz genau das wir nicht beten dürfen. Wir ALLE dürfen es nicht.

Stell dir vor, sie hätten es mitbekommen?

Was meinst du was sie denn mit dir anstellen?

Clair, komm bitte zur Vernunft und wach auf!

Die Engel erhören uns nicht mehr!“

Diese Sätze, so oft hatte sie diese schon gehört und doch empfand sie es immer wieder wie ein Dolchstoß in ihr Herz wenn ihr eigener Bruder so etwas von sich gab.

Dann lockerte er seinen Griff und stand auf.

„Wir kommen zu spät zu dem Fest.“ sagte er und griff nach ihrer Hand.

Bevor sie überhaupt realisierte was geschah schliff er sie schon nach draußen.

Als sie draußen war schloss er noch rasch die Tür und sie machten sich eilig auf dem Weg zum Marktplatz.

Sie durchquerten einige Seitengassen und während sie sich halb gezwungen ziehen ließ, schwebten Clairs Gedanken noch an die Zeiten wo die Stadt Sahrmir noch nicht zu kränklich und zerbrochen aussah. Alles änderte sich bevor „Sie“ kamen.

Bei diesem Gedanken beachtete Clair nicht mehr ihre Schritte und stolperte. Doch bevor sie die Pflastersteine unter ihr spürte fing ihr Bruder sie auf. Mit ernsten Blick sagte er zu ihr:

„Ich weiß das es schwer ist, aber bitte Clair, reiß dich zusammen!“

Sie gab ihm halt. Nicht nur jetzt sondern in jeglicher schwerer Lebenslage in der sie sich schon öfters befand. Was sollte sie nur ohne ihn tun?

Die Straßen waren leer. Nur der Marktplatz war überfüllt und sie schlossen sich den anderen Menschen an und lauschten der Rede von dem Propheten.

Niemand kannte seinen Namen. Alle kannten ihn nur als den Propheten.

Man hatte aber auch nie seinen Titel hinterfragt.

Mit finsterer Mimik sprach der Prophet:

„Dämonen werden sich im Land ausbreiten,

sie bringen Chaos und Unheil,

Glück wird zu Pech,

Liebe zu Trauer

und Zufall wird zu Schicksal!

Ja, Schicksal sage ich euch!

Und es gibt nur einen der uns retten kann

Kaiser Oriel!“

Die Dorfbewohner klatschten halb hypnotisiert von der treibenden Rede diese zwielichtigen Mannes.

„Kaiser Oriel?“ fragte Clair leise sich selbst.

„Dieser alte Mann hat seine Besten Zeiten hinter sich. Er war zwar mal ein berühmter Kriegsherr aber heute ist er eher noch eine dunkle Hülle seiner Selbst und das Gold was er trägt fängt auch schon von Staub überdeckt zu werden.“

Sie schüttelte ihren Kopf unglaubwürdig.

„Psst!“. Sagte ihr Bruder.

„Sei still, sonst hören sie dich noch“

Sie schaute zu ihrem Bruder hoch und blickte danach wieder zum Propheten nachdem die Bewohner ihr tosendes Jubeln beendet hatten und der Prophet nun die Gelegenheit hatte weiter zu sprechen.

„Ich weiß es gibt Ungläubige unter euch!

Diejenigen von euch die denken das Engel...“ bei diesem Wort fingen viele Dorfbewohner an zu lachen und auch der Prophet selbst konnte sich sein hämisches Grinsen nicht verkneifen.

„Ja das Engel uns beschützen werden

Sie sind die ersten die im Tosenden Wirbel der Zerstörung untergehen werden!

So sage ich euch nun greift euer Schwert oder euren Prügel und meldet euch bei der Kaiserlichen Armee damit wir gewappnet sind wenn die Dämonen einfallen um uns unsere Liebenden zu nehmen.“

Ein weiterer tosender Beifall folgte und der Prophet stieg von seinem Podest hinab und verschwand mit seinen Dienern in seine Villa.

Nach dieser Ansprache meldeten sich viele Bewohner der Stadt bei den Dienern des Propheten um sich für die kaiserliche Armee anzumelden in der Hoffnung etwas zu ändern.

Damit ihre Enkel und deren Enkel in einer besseren Welt leben können.

 

Clair und ihr Bruder machten sich auf den Weg nach Hause.

„Heute hat er sich ja mal zurückgehalten.“ sagte Clair mit einem Grinsen.

„Warum wolltest du das wir uns dieses Kauderwelsch anhören?“

fragte Clair offen und hielt sich nicht zurück leise zu sprechen.

Ihr Bruder blieb stehen.

„Verstehst du denn nicht das es Zeit ist den alten Glauben zu verlieren und an der realen Welt festzuhalten?

„Du und ich, wir haben gesehen wie Dämonen unser Heimatdorf zerstört haben und unsere Eltern umgebracht haben.

Hast du das schon vergessen?

Der Prophet kommt mir auch seltsam vor aber er und Kaiser Oriel sind unsere letzte Hoffnung!“

Clair verstand nicht wie ihr geliebter Bruder nur seinen Glauben verlieren konnte.

Sie konnte nicht anders, sie musste einfach fragen.

„Wann hast du deinen Glauben verloren?“

Nun hatte sie es geschafft das ihr Bruder erzürnt war. Er trat auf sie zu mit einer Mimik die sie noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte.

„Ich habe gebetet als die Dämonen unsere Mutter vor unseren Augen zerfetzt haben.

Ich habe gebetet als die Dämonen unseren Vater erst die Eingeweide raus gerissen haben um dann anschließen in seinem Blut zu baden.

Ich habe gebetet als diese Dämonen mit ihrem Höllenfeuer unser Dorf niedergebrannt hatten.

Und was ist passiert Clair?

Sie haben alle umgebracht und unser ganzes Dorf niedergebrannt!

Niemand kam von Himmel hinabgestiegen um sie zu retten!“

Heiße Tränen brannten auf seinem Gesicht und seine Zähne knirschten als er die letzten Worte gesprochen hatte.

„Aber Derek, … wir haben überlebt!“

brachte Clair als Argument.

„DAS WAR NUR GLÜCK!“schrie Derek wutentbrannt.

„Sie haben uns nicht gefunden weil Vater uns mit seinem Pferd hinaus geschickt hatte, kurz bevor sie ihn töteten!“

Ein knurren unterbrach ihren Streit. Derek griff nach seinem Schwert und hielt es schützend vor sich während er sich vor Clair stellte.

„Was war das?“ fragte Clair.

„Sei still!“ sagte Derek.

Ein Schatten flog vor den Geschwistern von einer Stelle zur anderen begleitet von einem Knurren.

Und bevor sie realisierten in welcher Ecke dieses Ding nun war schnellte der Schatten auf die beiden zu.

Das Ziel war Derek.

Clair war geschockt von dem Anblick und alte Erinnerungen sprangen in ihrem Kopf.

Sie hatte es schon einmal gesehen. Es war genau so ein Dämon wie sie es schon mal in ihrem alten Dorf gesehen hatte.

Dieser Dämon lag auf Derek und versuchte den Kopf von ihm abzureißen.

Das einzige was ihn daran hinderte war die Klinge in seinem Maul die Derek mit beiden Händen so gut er konnte festhielt. Heißer Speichel tropfte auf Dereks Gesicht.

Es brannte so stark das Derek das Gesicht verzog. Mit einem kräftigem Tritt schaffte er es den Dämon von sich fern zu halten. Er stand auf und zeigte kampfbereit mit seinem Schwert auf den Dämon. Nun da der Dämon sich nicht bewegte konnte man erkennen das er Ähnlichkeit hatte mit einem Hund nur das dieser hier ein wenig gefährlicher war.

Jeder seiner Tatzen hinterließ Feuer und das schreckliche Gebiss war nur zu einem Zweck da, töten.

Und das konnte es gut, doch mit Derek hatte diese Bestie einen anspruchsvollen Gegner.

Seit Derek und Clair in diese Stadt kamen nahm sich Derek immer Zeit um mit seinem Schwert zu üben.

Endlich machte es sich bezahlt.

„Bewege dich nicht!“ sagte Derek ruhig zu Clair.

Wie könnte sie sich jetzt bewegen? Paralysiert stand sie da und zitterte am ganzen Leib.

Ihre Augen durchdrangen alles Reale und fixierten das Nichts.

Die Bestie schien zu grinsen und begann mit schnellen Schritten auf Derek zu zulaufen.

Anscheinend hatte sie Spaß daran gefunden einen ernsthaften Gegner gegenüber zu stehen.

Derek stand sicher und fest auf dem Boden und wartete ab bis der Dämon in Reichweite seiner Klinge war.

Er holte aus und verfehlte sie.

Mit einem schnellen Sprung hatte sie es geschafft der tödlichen Klinge auszuweichen.

Bevor Derek reagieren konnte riss der Dämon die Klinge aus Dereks Hand und schleuderte ihn gegen eine Häuserwand.

Der Dämon bellte und es klang wie ein schreckliches Lachen.

Der Dämon hatte mehr erwartet, war aber trotzdem zufrieden als es sah wie Blut aus Dereks Kopf floss.

Nun hatte es keinen Gegner mehr sondern nur noch ein Opfer es leckte sich schon die Lippen als es damit begann langsam auf Derek zuzugehen und sein Mahl zu genießen.

Mit einer unglaublichen Schnelligkeit lief Clair zu ihrem Bruder und stellte sich schützend vor ihm.

Sie breitete ihre Arme aus und schrie den Dämon an.

„LASS IHN, DU DÄMON!“

Diese Worte durchdrangen den Dämon und schienen ihn abzuhalten.

Es konnte sich nicht mehr bewegen.

Ein weißer Schleier legte sich über Clair und sie fing an die ganze Straße zu erleuchten.

„LASS MEINEN BRUDER IN RUHE!“

Mit diesen Worte erhellte sie die ganze Stadt und das Licht das sie ausstrahlte durchdrang den Dämon. Wimmernd lag dieser am Boden und verbrannte qualvoll. Es zuckte und wand sich hin und her, aber nichts half. Das Licht war stärker als das Höllenfeuer und verbrannte den Dämon bis nichts mehr von ihm übrig war.

Clair keuchte und ihr war schwindelig.

Derek der inzwischen wieder bei Bewusstsein war traute seinen Augen nicht.

Seiner Schwester umgab eine weiße Aura , reiner als alles was er je gesehen hatte.

Und als er genauer hinsah dachte er sah sah zwei Flügel die aus den Schultern seiner Schwester ragten. Doch so schnell dieser Moment kam so schnell verließ dieser auch wieder die beiden und Clair kippte vor Erschöpfung um.

 

Hey Leutz,
Ich bin am überlegen ob ich diese Geschichte weiterführe. Also schreibt mir bitte einen kommentar oder eine Nachricht mit euer Meinung.

Greetz
Phil
Philipp Stubbe, Anmerkung zur Geschichte

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Philipp Stubbe).
Der Beitrag wurde von Philipp Stubbe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.01.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Gedichte mit und ohne Depresionen von Henriette Toska



In ihrem Erstlingswerk hat die Autorin verschiedene Gedichte zusammengefasst.
Sie beziehen sich auf den Lebenslauf und Alltagsgeschichten zu jeder Jahreszeit.

Viel Spass beim Lesen

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Abenteuer" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Philipp Stubbe

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Starcraft Die Brut von Philipp Stubbe (Science-Fiction)
Pilgerweg VI. von Rüdiger Nazar (Abenteuer)
Spitze Zungen von Margit Farwig (Spannende Geschichten)