Karl Bednarik

Der Time Lord Admiral

 

 

Die frühere Vorgeschichte:

 

 

In seiner Jugend entwickelte Fürst Klaus von Irrwitz den

negativen Laufzeitspeicher.

 

Aus einem positiven Laufzeitspeicher kommen alle hinein

gesandten Daten später in der selben Reihenfolge wieder

heraus, in der man sie hinein gesandt hat.

 

Das kriegt man am besten mit einer Spule aus Lichtleiterfasern

hin, denn es dauert eben eine gewisse Zeit, bis sich die Daten

da durch wursteln.

 

Fürst Klaus von Irrwitz wusste, dass innerhalb der Planck-Zeit

von 5,3 mal 10 hoch minus 44 Sekunden kein Unterschied

zwischen Vergangenheit und Zukunft besteht.

 

Natürlich war ein Bauteil fast völlig wertlos, der die Daten nur

um 5,3 mal 10 hoch minus 44 Sekunden in die Vergangenheit schickte.

 

Der entscheidende geistige Lichtblitz von Fürst Klaus von Irrwitz

war nun, dass man dieses Bauteil mit sich selbst in Reihe, Serie,

oder eben hintereinander schalten konnte, denn diese Worte bedeuten

immer das gleiche.

 

Wenn man nun die Daten 5,3 mal 10 hoch 47 mal hindurch laufen

ließ, dann kamen sie bereits 1000 Sekunden aus der Zukunft.

 

Schon in seiner Jugend war Fürst Klaus von Irrwitz sehr vorsichtig,

das ist der Grund, warum er trotz seiner seltsamen Experimente

auch heute noch immer lebt.

 

Fürst Klaus von Irrwitz errichtete einen Videokanal zum Morgen,

um zu sehen, ob er morgen keinen Unfall haben würde.

 

Was er nun zu sehen bekam, war nicht weiter erstaunlich, denn er

sah sich vor einem Bildschirm sitzen, der das Übermorgen zeigte.

 

Das erforderte nur ein geringes Umdenken.

 

Er ließ vollautomatisch Videoaufzeichnungen mit laufen, und sah

sich diese dann nur noch im Zeitraffer an.

 

Eines weniger schönen Tages sah er nun, dass er beim Überqueren

eines Fußgängerüberganges von einem Auto, das bei rot fuhr,

überfahren wurde.

 

Fürst Klaus von Irrwitz überlegte lange, wie er das ohne

Zeitparadoxon vermeiden konnte.

 

Der erste Schritt war klar, er brauchte nur das Haus morgen

nicht zu verlassen.

 

Dann besann sich Fürst Klaus von Irrwitz auf seine umfangreiche

Sammlung von Videoaufzeichnungen aus der Zukunft.

 

Am nächsten Tag spielte er die Videoaufzeichnungen des Unfalls

in die Übertragung des vorigen Tages ein.

 

So war es sowohl wahr, was er gesehen hatte, und dennoch war es,

zumindest in seiner Variante der Zukunft, nicht geschehen.

 

Das würde die Nachwelt später als die irrwitzsche Zeit-Rochade

bezeichnen.

 

Wenn man sich nun fragen sollte, woher die Aufzeichnung des

Unfalles nun eigentlich her gekommen war, dann kommt man sofort

zur Theorie der parallelen Universen.

 

Sobald sich das Universum durch eine freie Willensentscheidung

in zwei Äste aufspaltet, geht es nur darum, den richtigen Ast

auszuwählen.

 

Genau so verhält sich auch ein Wanderer an einer Weggabelung.

 

 

 

Die spätere Vorgeschichte, beinahe schon Gegenwart:

 

 

Admiral Graf Frederik von Hombug hatte vom galaktischen

Sicherheitsdienst (GASID) Hinweise darauf erhalten, dass

sich ein mirgsches Schlachtschiff im Orbit um Sirius B

befinden würde.

 

Sein ZB-731 tauchte im Ortungsschutz eines Gasriesenplaneten

aus dem Hyperraum auf, und Cortana, seine Lieblings-KI sagte:

 

"Die gute Nachricht ist, dass der Hinweis des galaktischen

Sicherheitsdienstes richtig war. Die schlechte Nachricht ist,

dass zwei mirgsches Schlachtschiffe da sind."

 

"Es ist mir schon klar, dass das Überraschungsmoment nur bei

einem ersten Treffer wirksam wird. Beim zweiten Schlachtschiff

dürfen wir eben nicht daneben schießen, obwohl es natürlich

ausweichen wird" meinte Graf Hombug.

 

Die nächsten Ereignisse kann man in jedem Handbuch für

Raumkriegsführung nachlesen, am besten in dem Handbuch,

das Admiral Graf Frederik von Hombug geschrieben hat.

 

Raus aus dem Ortungsschutz des Gasriesenplaneten, Torpedo

eins ausklinken.

 

Nicht warten und nachsehen, ob man getroffen hat, denn ein

zielsuchendes Torpedo trifft immer.

 

Das zweite Schlachtschiff beobachten, wie es Fahrt aufnimmt.

 

Man sollte beachten, dass Schlachtschiffe dabei aus allen

Rohren auf den Angreifer feuern.

 

Daraus folgt ein für Anfänger etwas beunruhigender

Zick-Zack-Flug, den aber Graf Hombug mühelos beherrschte. 

 

Im allgemeinen ist es so, dass die Winkelgeschwindigkeit,

die die gegnerischen Geschütze haben müssen um dich zu

treffen, mit sinkendem Abstand immer größer wird.

 

Das bedeutet, wenn du ganz nahe heran gehst, dann bist du

viel sicherer, als wenn du weit weg bleibst.

 

Graf Hombug wusste das schon längst, und feuerte das zweite

Torpedo ab.

 

Nach dem Graf Hombug niemals daneben schießt, ergab das

nun einen hübschen großen Feuerball, und das zweite

Schlachtschiff der Mirgs war ebenfalls ausgeschaltet.

 

Bedauerlicher Weise führte ihn nun der Kurs des ZB-731

genau durch die Ausläufer der nun folgenden Explosionswolke.

 

Der Schutzfeldgenerator zischte verdächtig kurz, und dann

roch es nach brennendem Isoliermaterial.

 

Dann fielen praktisch alle Systeme an Bord des ZB-731 aus.

 

Cortana, seine Lieblings-KI sagte: "Held im Gefecht verschollen".

 

Graf Hombug sagte: "Das würde Dir so gefallen".

 

Natürlich war Graf Hombug froh, dass Cortana nichts passiert

war, denn sie war in seinen Raumanzug integriert, und hing

nicht mit den Systemen des ZB-731 zusammen.

 

Im System von Sirius B gab es eine Reihe von Schlackenplaneten

die alle noch aus der Zeit des roten Riesen Sirius B stammten,

also bevor Sirius B zum weißen Zwerg wurde.

 

Auf irgend einem dieser Schlackenplaneten zu landen war relativ

einfach, wenn man die manuelle Steuerung der Korrekturtriebwerke

verwendete.

 

Notlandungen waren eine Spezialität von Graf Hombug.

 

"Woher das wohl kommen mag?" stichelte Cortana.

 

Graf Hombug stellte bei der Untersuchung des ZB-731 fest, dass

die gesamte Bordelektronik verschmort war.

 

Er bat also Cortana, seine Lieblings-KI, alle diese Dinge mit

Hilfe ihrer Nanomaschinen wieder zu reparieren.

 

Cortana sagte: "Du kaputtmachen, ich reparieren, das nennt man

Symbiose. Es wird aber einige Tage dauern. Damit dir nicht zu

langweilig wird, kannst du eine energetische Anomalie untersuchen,

die ich gerade geortet habe. Dieses Objekt ist zu Fuß nur zehn

Minuten entfernt."

 

 

 

Mehr oder weniger in der relativen Gegenwart:

 

 

Graf Hombug wanderte über die Oberfläche dieses Schlackenplaneten,

und fand am angegebenen Ort eine alte britische Telefonzelle.

 

Nachdem die meisten alten britischen Telefonzellen nicht

raumflugtauglich waren, konnte es sich nur um die TARDIS

von Doctor Who handeln.

 

Höflich wollte Graf Hombug anklopfen, aber die Tür der Telefonzelle

ging von selbst auf, und Doctor Who sagte: "Kommen sie nur herein."

 

Graf Hombug vermutete: "Das ist kein Zufall, dass sie hier sind."

 

Doctor Who bestätigte: "Richtig, das Gefecht bei Sirius B steht

in allen Geschichtsbüchern. Ich wollte sie schon immer treffen,

aber nur dann, wenn sie nichts besseres zu tun haben. Unser

Zusammentreffen steht natürlich in keinem einzigen Geschichtsbuch."

 

"Wo ist eigentlich Rose Tyler?" fragte Graf Hombug.

 

"Die ist gerade in Haight-Ashbury von 1965 in San Francisco, um

sich dort mit Mode einzudecken" war die Antwort von Doctor Who.

 

"Ja, ja, die Frauen, die haben immer nur die Mode im Sinn" meinte

Graf Hombug.

 

"Die Männer sind da viel intelligenter, die führen nur interstellare

Kriege" kommentierte Cortana trocken.

 

Graf Hombug und Doctor Who diskutierten dann noch lange Zeit über

Raumkriegsführung und galaktische Zivilisationen.

 

Dann fragte Graf Hombug Doctor Who: "Haben sie nie versucht, die

Vernichtung ihres Heimatplaneten Gallifrey ungeschehen zu machen?"

 

Doctor Who antwortete: "Das geht nicht, weil ich die Vernichtung

meines Heimatplaneten mit meinen eigenen Augen gesehen habe."

 

Graf Hombug meinte listig: "Man darf den eigenen Augen nicht trauen."

 

Dann erzählte Graf Hombug von der irrwitzschen Zeit-Rochade.

 

Wenn man irgend eine Masse von einem Ort zu einem anderen Ort

transportieren will, dann kostet das um so mehr Energie, je größer

die Masse ist und je größer die zu überwindende Entfernung ist.

 

Wenn man eine Menge Energie einsparen will, dann kann man zwei

annähernd gleich schwere Objekte dazu bringen, ihre Orte mit

einander zu vertauschen.

 

Diesen Trick nannte Fürst Klaus von Irrwitz "Die Dimensionswippe".

 

Objekte von der Vergangenheit in die Zukunft zu transportieren

kostet wesentlich mehr Energie, aber weil das in die gleiche

Richtung wie der Zeitstrom führt, hält sich der Energieverbrauch

in Grenzen.

 

Richtig riesige Energiemengen koste es, ein Objekt von der Zukunft

in die Vergangenheit zu transportieren.

 

Außerdem darf man dadurch keinesfalls die Kausalität des Universums

durch ein Zeitparadoxon gefährden.

 

Normalerweise vernichtet dann das Universum alles in weitem Umkreis

dadurch, dass es alle beteiligten Objekte in Energie verwandelt.

 

Antimaterie ist Materie, die in der Zeit zurück läuft, und wir alle

wissen was mit Antimaterie passiert, wenn sie auf Materie trifft.

 

Graf Hombug und Doctor Who einigten sich auf die Anwendung der

Dimensionswippe, denn der Heimatplanet von Doctor Who war nicht

viel kleiner als die Erde, was einen ziemlich großen

Energieverbrauch bedeuten würde.

 

Dennoch würde man einen blauen Riesenstern fast ganz verbrauchen

müssen, aber in den Systemen von blauen Riesensternen hat das Leben

ohnehin keine Entwicklungsmöglichkeit, weil blaue Riesensterne

nur sehr kurzlebig sind.

 

Natürlich musste man auch genau überprüfen, ob nicht eine

raumfahrende Rasse irgend einen Planeten terraformiert und

besiedelt hatte.

 

Dann benötigte man noch einen Schlackenplaneten mit der gleichen

Masse wie Gallifrey, der Heimatplanet von Doctor Who, aber einen

Schlackenplaneten aus jener Zeit, zu der der Heimatplanet von

Doctor Who zerstört wurde, denn die zur Verfügung stehende

Energiemenge reichte nicht für den Zeittransport eines ganzen

Planeten aus.

 

Graf Hombug und Doctor Who begaben sich zu Cortana, und Graf Hombug

sagte: "Verschiebe die Reparaturarbeiten. Wir müssen etwas basteln."

 

Cortana meinte: "Zwei Wahnsinnige am selben Ort, das sind eindeutig

zwei zu viel. Da bekommt der Begriff 'kritische Masse' eine völlig

neue Bedeutung."

 

 

 

Mehr oder weniger in der relativen Vergangenheit:

 

 

Zuerst sprangen sie mit der TARDIS in eine Zeit, die einige

Monate vor der Vernichtung des Heimatplaneten von Doctor Who lag.

 

Dann baute Cortana mit Hilfe ihrer Nanomaschinen auf einem

sorgfältig ausgesuchten Schlackenplaneten, der um einen blauen

Riesenstern kreiste, die Dimensionswippe und einen Energiezapfer

zu deren Betrieb zusammen.

 

Hilfreich war dabei auch, dass auch die TARDIS so etwas ähnliches

wie Nanomaschinen zu Verfügung stellen konnte, und außerdem noch

einige technische Tricks der Timelords auf Lager hatte.

 

Graf Hombug staunte, wie klein der Energiezapfer und die

Dimensionswippe nach ihrer Fertigstellung waren, denn sie

waren nicht viel größer als ein Häuserblock.

 

Doctor Who erläuterte: "Diese Geräte sind, genau so wie die

TARDIS, innen wesentlich größer als außen ."

 

Der Rest war vergleichsweise einfach.

 

Die Flotte der Daleks überfiel den Heimatplaneten von Doctor Who,

und feuerte ihre Fusionsbomben auf die Planetenoberfläche ab.

 

Der Energiezapfer erzeugte ein hustendes Geräusch, und verwandelte

innerhalb einer Zehntelsekunde den blauen Riesenstern in einen

weißen Zwergstern.

 

Die Dimensionswippe schmatzte kurz, und vertauschte den

Heimatplaneten von Doctor Who mit dem Schlackenplaneten,

auf dem die Dimensionswippe stand.

 

Die Fusionsbomben der Daleks explodierten auf der Oberfläche

des Schlackenplaneten, und vernichteten den Energiezapfer und

die Dimensionswippe, so dass keinerlei Hinweise auf die

Anwesenheit von Graf Hombug und Doctor Who zurück blieben.

 

Irgendwo im Weltraum beobachtete eine frühere Version von Doctor

Who den brennenden Planeten, und zog daraus falsche Schlüsse.

 

Auch die Daleks zogen aus dieser Beobachtung falsche Schlüsse,

denn sie dachten, sie hätten die Raumflotte der Timelords am

Boden zerstört.

 

Das würde den unvermeidlichen Vergeltungsschlag der Raumflotte

der Timelords wesentlich einfacher gestalten.

 

Zeitgleich tauchte Gallifrey, der Heimatplanet von Doctor Who

und den Timelords im System des nunmehr weißen Zwergsternes auf.

 

Graf Hombug meinte: "Die Technologie der Timelords und die

Phantasie der Menschheit geben zusammen eine unschlagbare

Kombination ab. Vielleicht sollten wir ein Waffenbündnis

schließen."

 

Graf Hombug und Doctor Who landeten mit dem inzwischen

reparierten ZB-731 und der TARDIS auf dem Heimatplaneten von

Doctor Who, und informierten die Regierung über die neuen Lage.

 

Die technische Ausstattung und die Industrie war auf dem

Heimatplaneten von Doctor Who natürlich wesentlich besser,

als der Energiezapfer und die Dimensionswippe, die Graf

Hombug und Doctor Who notdürftig zusammen gebastelt hatten.

 

Um jedes Zeitparadoxon vermeiden sprangen die Timelords mit

ihrem ganzen Planeten in die Zeit des Gefechtes bei Sirius B.

 

Auf diese Weise hatten sie in dem Zeitraum, der zwischen dem

Angriff der Daleks und dem Gefecht bei Sirius B lag,

tatsächlich nicht existiert.

 

Dann suchten sie sich eine gelbe Sonne ohne bewohnte Planeten,

und versetzten ihren Planeten in deren Lebenszone, denn ein

weißer Zwergstern war ihnen zu düster.

 

Natürlich verbrauchten die Timelords für diese Dimensionssprünge

noch einige weitere blaue Riesensterne ohne bewohnte Planeten.

 

Dass ihre Raumflotte die Daleks restlos auslöschte, das war

Graf Hombug und Doctor Who selbstverständlich klar.

 

Dass die Timelords den Überfall der Daleks nicht vorher gesehen

hatten, das war eine Folge ihrer Selbstüberschätzung gewesen, und

das würde ihnen kein zweites mal passieren.

 

In Zukunft würden sie die bewährte Methode von Fürst Klaus von

Irrwitz anwenden.

 

Die Regierung der Timelords verlieh Graf Hombug den Titel

"Time Lord Admiral" als Zeichen ihrer Anerkennung.

 

Graf Hombug vermutete, dass die Timelords die Menschheit der

fernen Zukunft waren, die dann in die ferne Vergangenheit

gesprungen war, um die primitive Menschheit zu beschützen,

denn die körperliche Ähnlichkeit zwischen den Timelords und

den Menschen war auffällig.

 

Doctor Who antwortete: "Wenn es so wäre, dann dürften wir es

ihnen nicht sagen."

 

Cortana kommunizierte angeregt mit der TARDIS, aber die meisten

Dinge, die sie erfuhr, durfte sie Graf Hombug nicht verraten,

denn das hätte die Integrität der Zeitlinie gefährdet.

 

Graf Hombug verabschiedete sich mit den Worten: "Ich gehe dann

wieder, denn ich muss noch eine Menge mirgsche Schlachtschiffe

abschießen."

 

 

 

Die verhältnismäßig nahe Zukunft:

 

 

Im Zeitalter der Nanotechnologie waren selbstverständlich alle

Menschen unsterblich und vollkommen gesund, denn die Nanomaschinen

konnten alle lebenden Zellen immer wieder reparieren.

 

Graf Hombug fand es nur bedauerlich, dass einige gute Bekannte

schon vor dem Zeitalter der Nanotechnologie gestorben waren.

 

Graf Hombug ging zu Fürst Klaus von Irrwitz und besprach seine

neueste Idee mit ihm.

 

Diese hieß: "Das Institut für Auferstehung".

 

Der Glaube an ein Leben nach dem Tode war früher weit verbreitet

gewesen, obwohl man ja mit den eigenen Augen sehen konnte was mit

dem Körper nach dem Tode wirklich passierte.

 

Graf Hombug sagte es bereits: "Man darf den eigenen Augen nicht

trauen."

 

Zuerst beschaffte man sich mit einer Zeitsonde die DNA, Zellproben

und das Aussehen der zu rettenden Person.

 

Dann züchtete man aus der Zellprobe einen Ersatzkörper, der

innerlich und äußerlich der zu rettenden Person völlig glich,

der aber keine Gehirnfunktionen aufwies.

 

Im Augenblick des Todes trat die Dimensionswippe in Funktion, und

vertauschte die zu rettenden Person mit der künstlichen Leiche.

 

Sobald man die zu rettenden Person in das Zeitalter der

Nanotechnologie transportiert hatte, wurde sie durch die

Nanomaschinen zum Leben erweckt, anschließend geheilt und

verjüngt.

 

Nachdem die geretteten Personen ebenfalls gute Bekannte

hatten, die gestorben waren, würde man nach und nach

überhaupt alle jemals verstorbenen Menschen in das Zeitalter

der Nanotechnologie holen und wiederbeleben müssen.

.

Graf Hombug fragte sich, ob man bei den Neandertalern aufhören

sollte, Menschen wieder zu beleben.

 

In früheren Zeiten kam es gelegentlich vor, dass ein Tod

langsam und qualvoll war.

 

In diesen Fällen musste man den Austausch schon etwas früher

durchführen.

 

Damit das nicht auffiel versah man die künstlichen Leichen

mit Nanomaschinen, die deren motorische Nerven steuerten.

 

Das war weniger schlimm, als Luigi Galvanis Experiment mit

den Froschschenkeln, sah aber überzeugend aus.

 

Graf Hombug sagte: "Ich habe schon öfter die Menschheit gerettet,

aber so vollständig habe ich sie noch nie gerettet."

 

Fürst Klaus von Irrwitz meinte: "Das Institut für Auferstehung

wird damit eine Zeit lang beschäftigt sein."

 

Graf Hombug entgegnete: "Wir haben jede Menge Zeit."

 

 

 


Weiter führende Literatur:

http://de.wikipedia.org/wiki/Doctor_Who

Wenn es wirklich für jede Gegenwart zahlreiche Zukünfte geben
würde, dann würde man in einem Videokanal zum Morgen ein völlig
überlagertes und verschwommenes Bild aller möglichen zukünftigen
Paralleluniversen sehen.

Nachdem die Zahl der möglichen zukünftigen Paralleluniversen
vermutlich mit der Zeitdifferenz exponentiell ansteigt, wäre
es ratsam, zuerst nur wenige Sekunden in die Zukunft zu sehen,
und dann nach und nach mit dem Computer die sich überlagernden
Bilder auseinander zu sortieren.

Aus jenen Zukünften, in denen die Videokamera vernichtet werden
würde, würde man aber überhaupt kein Bild mehr erhalten.

In allen anderen Fällen hätten die Bilder aus den wahrscheinlichsten
Zukünften vermutlich die höchste Signalstärke.

Sobald man aber auf die Informationen aus der Zukunft reagieren
würde, würden sich sofort die Wahrscheinlichkeiten der verschiedenen
möglichen Zukünfte verändern.

Eine Möglichkeit, die verschiedenen Bildsignale weitgehend zu
trennen, wäre es, ständig auf anderen Frequenzen zu senden, die
durch einen durch radioaktiven Zerfall gesteuerten
Zufallszahlengenerator ausgewählt werden.

In der relativen Vergangenheit müsste man dann nur noch auf
allen überhaupt möglichen Frequenzen die verschiedenen
Bildsignale suchen und empfangen.

Das deterministische Chaos beruht vor allem auf der
Verstärkung von Abweichungen.

Beim Billard oder Pool ist es der Abprallwinkel von einer
relativ zum Abstand zwischen den Kugeln kleinen Kugeloberfläche.

Der Verkehr von Fußgängern und Autofahrern ist ebenso
ein starker Abweichungsverstärker.

Wenn ich einmal huste, dann gehe ich irgendwann hinter jemand
anderen statt vor jemand anderen vorbei, und diese Person geht
dann deshalb irgendwann vor jemand anderen vorbei statt hinter
jemand anderen, und so weiter und so fort, und das gesamte
Verkehrsmuster ist danach völlig anders.

Dazu kommen natürlich noch die vorbei flatternden Schmetterlinge,
das von ihnen gesteuerte Wetter, die Brownsche Molekularbewegung,
die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation, und die Effekte aus
der Hintergrundstrahlung.

Die selbst gefälschten Bilder aus der Zukunft wird man vermutlich
an ihrer guten Bildqualität erkennen.

Ich hege allerdings leise Zweifel daran, dass irgend jemand
Informationen aus der Zukunft bekommen kann.

Vermutlich ist das Kausalitätsprinzip im Universum viel stärker
wirksam als die Regel, dass Informationen nicht überlichtschnell
sein können.

Einige Vertreter der Quantenmechanik behaupten allerdings, dass
die zeitliche Reihenfolge von Zuständen nur von ihrem Beobachter abhängt.

Das verträgt sich leider nicht ganz mit den Weltlinien der
Elementarteilchen im Minkowski-Digramm.

Rein theoretisch erlaubt es aber das Kausalitätsprinzip, dass
man jede beliebige Information aus der Vergangenheit erhalten
kann, solange sie innerhalb des Lichtkegels erzeugt wurde.

Rein theoretisch könnte man deshalb die komplette Struktur von
früher verstorbenen Personen in die eigene Gegenwart kopieren.

In der Geschichte "Beamen für Anfänger" wird eine ähnliche Methode
beschrieben, abgesehen vom Transport der Informationen durch die Zeit.

http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?27992


Karl Bednarik, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.02.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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