Hannis Eriksson

Die Zeit des Drachen – Freund und Feind

Dymar stand völlig aufgelöst und außer Atem in der Tür von Arvids Unterkunft. Was er gerade gehört hatte, wollte er nicht glauben.

   »Tibion war gerade bei mir«, erklärte er. »Sie haben bereits einen Angriff auf den Kohen durchgeführt.«

   »Was?!«, brach es aus Arvid heraus. »Was genau ist passiert?«

   »Sie haben ihm in der Stadt aufgelauert und dann auf ihn geschossen«, entgegnete Dymar.

   »Ist er verletzt?«, wollte Arvid wissen.

   »Er ist angeblich in tausend Einzelteile zersprungen und stand kurze Zeit später wieder unversehrt vor ihnen«, erwiderte Dymar. »So was ist doch nicht möglich, oder?«

   Arvid atmete durch »Doch, bei ihm ist das möglich«, antwortete er. »Wie hat er auf den Angriff reagiert?«

   »Tibion beschrieb ihn als ein wenig sauer, aber er hat sie nicht angegriffen, wenn du das meinst«, erklärte Dymar. »Nachdem sie ein zweites Mal auf ihn geschossen haben, ist eine größere Gruppe Outsider aufgetaucht. Ob er sich danach wieder unversehrt erhoben hat, wusste Tibion nicht.«

   »Ich denke, dass mit ihm alles in Ordnung ist und er jetzt bei den Outsidern aufgenommen wird«, sagte Arvid. »Das ist vorerst auch das Beste. Wollen wir nur hoffen, dass die Lowé ihn nicht noch mal angreifen.«

   »Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich denke zwar, dass Tibion da nicht noch mal mitmacht, aber es gibt unter den Lowé genug Leute, die es auf einen Krieg ankommen lassen würden.« Dymar sah Arvid an.

   »Nur dass die Lowé jeden Krieg verlieren, den sie jetzt gegen den Kohen beginnen würden«, entgegnete Arvid.

   »Dass sehen die aber leider anders«, sagte Dymar.

   »Oder, was noch schlimmer wäre, es ist ihnen egal«, erwiderte Arvid. »Versuch deine Cousine zu erreichen. Es wäre nicht schlecht, wenn wir schnellstmöglich mit dem Kohen in Verbindung treten können. Es ist zwar möglich, dass er diesem Angriff keine Reaktion folgen lässt, wenn aber die Lowé noch eine solche Dummheit begehen, könnte das schwerwiegende Folgen für uns alle haben.«

   »Ich werd sehen, was ich tun kann«, entgegnete Dymar und ließ Arvid in seiner Unterkunft allein zurück.

 

»Verdammt«, schrie Gerio und schlug mit der Faust auf den Tisch.

   »Vielleicht hat er diese Fähigkeiten ja nicht, wenn er seine menschliche Gestalt angenommen hat«, sagte Matuv. Wir sollten dann aber auch so schnell wie möglich etwas unternehmen, ehe die Outsider reagieren können.«

   Gerio lachte. »Was sollen die schon gegen die anderen Stämme ausrichten?«

   Gerio und Matuv setzten sich mit einigen anderen zusammen. Ihre Informanten brachten alles zusammen, was sie über den Ekwinocs herausgefunden hatten und die Lowé entwickelten einen Plan, wie sie diesen Störfaktor ausschalten und das ganze noch als einen Unfall tarnen konnten.

   Schon heute Abend konnten sie die Sache abhaken und kein Hahn würde mehr nach diesem Typen krähen.

 

Sie hatte gestern noch ihre Kräfte trainiert und beherrschte sie inzwischen sehr gut. Abgesehen von den telekinetischen Kräften hatte sie am Abend auch noch herausgefunden, dass sie Amotari-Fähigkeiten entwickelt hatte. Sie war zwar keine Haæri, aber auch als Amotari konnte man andere Leute gut genug beurteilen, konnte, nur indem man sie ansah, sagen, ob sie einem wohl gesonnen waren oder nicht, und konnte ihre sämtlichen momentanen Gefühle spüren, beinahe so, als wären es die eigenen.

   Heute würde sie erstmal zum Arzt gehen und sich krankschreiben lassen. Dann würde sie versuchen, mit ihm in Kontakt zu treten, immerhin wollte er dieses Wochenende wieder in seiner Heimat sein.

   Sie wusste nicht, ob Arvid ihn inzwischen kontaktiert hatte, aber das war auch egal. Mit ihren Fähigkeiten konnte sie ihn dazu bringen, sie anzusehen und anzuhören und sie würde auch erfahren, was er fühlte, ob er sie noch liebte oder nicht.

   Sie frühstückte und machte sich dann auf dem Weg zu ihrem Hausarzt.

 

Heute stand er spät auf. Zur Arbeit brauchte er nicht mehr, aber er hatte noch einige Dinge zu Hause zu erledigen, aufräumen und die Wohnung sauber machen. Heute Nachmittag würde er sich dann auf den Weg in seine Heimat machen. Er war zwar erst Mitte dieser Woche von dort hierher gekommen, aber dass er dieses Wochenende zu seinen Eltern fuhr, war schon lange geplant. Außerdem hatte er letzte Woche nur wenig Zeit in seinem Elternhaus verbracht. Er hatte sich mit einigen Freunden getroffen und war auf dem Weg hierher noch bei ihr gewesen.

   Er ging ins Bad, rasierte sich und stellte sich dann unter die Dusche. Danach frühstückte er. Als er seine Mahlzeit beendet hatte, räumte er die Wohnung auf, saugte durch die Zimmer, packte dann seine Sachen zusammen und verstaute sie in seinem Wagen. Er sah sich noch mal in der Wohnung um, ob auch alles an seinem Platz war, ob alle Lichter ausgeschaltet waren, ob die Heizkörper abgedreht waren. Dann setzte er sich in sein Auto und führ los.

   Je nach dem Verkehrsaufkommen würde er zwischen zwei und drei Stunden für die Heimfahrt benötigen, aber er hatte Zeit und konnte ganz ruhig bleiben, auch wenn andere Autofahrer es heute wieder sehr eilig hatten und wenig Rücksicht auf die übrigen Verkehrsteilnehmer nahmen. Er blieb die meiste Zeit auf der rechten Autobahnspur, fuhr nur nach links um die langsamen LKWs oder PKWs mit Anhänger zu überholen.

   Etwa eine halbe Stunde hatte er auf der Autobahn zurückgelegt, als er einen lauten Knall hörte und sein Wagen plötzlich ins Schlingern geriet. Die Geschwindigkeit des Wagens war glücklicherweise noch gering genug, sodass er das Fahrzeug unter Kontrolle brachte und auf dem Standstreifen zum stehen kam.

   Er stieg auf der Beifahrerseite aus, zog sich die Warnweste an und begutachtete sein Auto. Der rechte Vorderreifen war geplatzt. Einfach so? Die Reifen waren doch noch ganz neu. Er drehte sich zur Straße. Ein kleiner Gegenstand war ihm aus dem Augenwinkel heraus aufgefallen. Bei dem Verkehr konnte er ihn wohl kaum auf normale Weise holen.

   Er machte sich bereit loszulaufen. Er startete, rannte auf die Fahrbahn, bückte sich, nahm den Gegenstand auf und rannte zurück. Ein seltsames Gerät, dachte er als er sich den Gegenstand genauer betrachtete. Dann sah er unter seinen Wagen. Das Gerät hatte definitiv im Radkasten gesteckt und den Reifen zerstört. Danach war es dann abgefallen.

   Die Lowé. Langsam reichte es ihm. Gestern hatte er sich noch überlegt, nichts gegen sie zu unternehmen, aber das war jetzt schon das zweite Mal innerhalb von 24 Stunden, dass sie versucht hatten, ihn umzubringen. Er konnte von Glück sagen, dass sie es diesmal nicht auch geschafft hatten, zumindest hatte nicht viel gefehlt.

   Er ging nach hinten an den Kofferraum und holte den Ersatzreifen und den Wagenheber heraus und machte sich daran, den Reifen zu wechseln. Nachdem er damit fertig war, ging er vorsichtshalber noch mal um den Wagen herum und kontrollierte, ob nicht noch irgendwo eingebaute Fallen vorhanden waren. Er öffnete auch die Motorhaube und sah im Motorblock nach, auch wenn er nicht wirklich Ahnung davon hatte, war er doch sicher, dass ihm irgendwelche Veränderungen auffallen würden. Aber er fand nirgends mehr etwas.

   Das Gerät mit dem der Reifen zerstört worden war, lag inzwischen vor dem Beifahrersitz. Er setzte sich wieder in den Wagen und setzte seinen Weg gen Heimat fort. Der nächste Lowé, der ihm begegnen würde, musste sich warm anziehen.

 

Sie war inzwischen wieder zu Hause. Ihr Arzt hatte ihr, ohne groß nachzufragen, einen Krankenschein ausgestellt, den sie auch gleich bei ihrer Arbeit abgegeben hatte.

   Jetzt machte sie sich fertig. Sie wollte unbedingt zu ihm, hatte ihn vermisst, obwohl es noch nicht allzu lang her war, dass sie sich zuletzt gesehen hatten, aber zuletzt geküsst oder sich wirklich intensiv in den Armen gelegen hatten sie doch schon länger nicht. Hoffentlich würde sie dieses Gefühl noch einmal erleben dürfen.

   Sie setzte sich in ihr Auto und fuhr in seinen Heimatort zum Haus seiner Eltern. Sie wusste nicht, ob er schon dort war, aber er würde auf jeden Fall heute dorthin kommen. Wenn er noch nicht da war, würde sie eben warten.

   Sie brauchte nicht wirklich lange für die Fahrt. Nach einer guten halben Stunde hatte sie ihr Ziel erreicht. Da sie sein Auto nicht dort sah, wo er es in der Regel stehen hatte, parkte sie ihr Auto und blieb darin sitzen.

   Nach ein paar Minuten kam seine Mutter an ihr vorbei, sah sie und klopfte ans Fenster.

   »Na! Willst du nicht mit reinkommen und dort auf Sebastian warten?«, fragte seine Mutter, nachdem ihr das Fenster geöffnet worden war.

   Scheinbar hatte er seinen Eltern noch nichts von dem erzählt, was zwischen ihm und ihr vorgefallen war.

   »Wieso nicht!«, antwortete sie und stieg aus dem Wagen aus. Seine Mutter ging voraus und sie setzten sich in die Küche des Hauses.

   »Möchtest du was trinken?«, fragte seine Mutter. »Einen Kaffee vielleicht?«

   »Vielleicht ein Glas Wasser«, entgegnete sie.

   »Und, wie geht’s dir?«, fragte seine Mutter, nachdem sie zwei Gläser Wasser auf den Tisch gestellt und sich zu ihr gesetzt hatte.

   »Könnte besser sein«, antwortete sie. »Aber wird bestimmt besser, wenn Sebastian erst hier ist.«

   Wie auf Bestellung hörten sie von draußen ein Auto vorfahren. Die Autotür wurde geöffnet und wieder zugeworfen und es klingelte an der Haustür. Vielleicht nur die Post, dachte sie.

   »Das ist er wohl«, sagte seine Mutter.

   »Hat er denn keinen Schlüssel?«, fragte sie nach.

   »Doch schon, aber er bringt immer etliche Dinge mit, wenn er heim kommt und dann klingelt er immer, weil er sich leicht überlädt, anstatt mehrmals zu gehen.« Seine Mutter stand auf, verließ die Küche und ging zur Haustür.

   »Hallo«, begrüßte sie ihren Sohn. »Du hast Besuch.«

   »Besuch?«, fragte er überrascht nach.

   »Ja. Nicole ist da.« Sie sah ihn an und fragte dann nach. »Du machst ja kein glückliches Gesicht. Irgendwas nicht in Ordnung.«

   »Doch, doch! Alles OK!«, entgegnete er. »Ich hol noch schnell die anderen Sachen rein, park dann mein Auto und werd mit ihr auf mein Zimmer gehen.«

   Seine Mutter ging wieder in die Küche, nahm dabei schon seine Einkäufe mit, die er von unterwegs mitgebracht hatte und verstaute alles in den Schränken. Währenddessen sagte sie zu ihr:        »Er kommt gleich. Wenn du willst, kannst du ja schon auf sein Zimmer vorgehen.«

   Sie stand auf und wollte sich aus der Küche entfernen.

   »Ist eigentlich alles bei euch in Ordnung?«, fragte seine Mutter jetzt.

   Was sollte sie darauf antworten? Nichts war in Ordnung. Sie hatte ihn einen Ekwinocs genannt und er hasste sie vielleicht sogar dafür, aber Hass und Liebe lagen sowieso dicht beieinander, das wusste sie selbst nur zu gut.

   »Ja! Alles in Ordnung«, log sie. Dann verließ sie den Raum.

   Auf dem Flur standen sich die beiden plötzlich gegenüber.

   »Was willst du denn hier?«, fragte er in einem unfreundlichen Ton.

   »Mit dir reden«, entgegnete sie flehend und mit einer Träne auf ihrer Wange.

   »Wieso sollte ich noch mit dir reden?«, fragte er ohne seine Tonlage zu verändern.

   »Du hast doch gesagt, wenn ich den Rekon finde, kannst du mir wieder vertrauen?! Und ich hab ihn gefunden. Hat er sich noch nicht mit dir in Verbindung gesetzt?« Sie blickte ihn fragend an.

   »Bis jetzt haben sich nur die Lowé mit mir in Verbindung gesetzt«, erwiderte er gereizt. »Und zwar in einer sehr unangenehmen Art und Weise.«

   »Was meinst du?«, fragte sie.

   »Sie wollten mich umbringen!«, entgegnete er schroff. »In den letzten 24 Stunden zwei mal.«

   »Damit hatte ich nichts zu tun. Ich schwöre! Ich liebe dich doch.« Sie sah ihn an und begann zu weinen.

   Die Türklinke der Küchentür wurde heruntergedrückt.

   »Lass uns auf mein Zimmer gehen«, sagte er zu ihr. Sie folgte ihm auf dem Fuß.

   Seine Mutter blickte kurz aus der Küche, blickte ihnen hinterher, doch als sie die beiden in Richtung seines Zimmers verschwinden sah, zog sie sich wieder in die Küche zurück.

   Sie setzten sich in seinem Zimmer hin, sie auf den Schreibtischstuhl und er auf sein Bett. Sie versuchte sich zu konzentrieren, sich auf seine Gefühle zu fixieren, aber es funktionierte nicht. Es schien, als ob er gar nicht im Raum wäre. Sie nahm keinerlei Gefühle bei ihm wahr. Wieso funktioniert das nicht?

   »Du hast deine Fähigkeiten?«, fragte er, für sie unerwartet.

   »Ich … ja … nein«, stotterte sie.

   »Du kannst sie momentan nicht aktivieren, oder?«, hakte er nach.

   Sie senkte den Kopf. »Nein … aber ich versteh nicht wieso es nicht funktioniert. Ich hatte bis jetzt keine Probleme.«

   »Ich persönlich find es gut, dass deine Kräfte bei mir nicht funktionieren«, sagte er zu ihr und seine Stimme klang dabei völlig verändert im Gegensatz zu dem, wie sie noch vor wenigen Minuten im Hausflur geklungen hatte.

   Sie blickte auf und er lächelte sie an.

   Sie versuchte zurückzulächeln, obwohl sie sich nicht sicher war, wie sein Lächeln gemeint war.

   Er stand auf, ging auf sie zu, zog sie aus dem Stuhl hoch, streichelte ihr durchs Gesicht und sah ihr dann in die Augen. Worauf wartest du, fragte sie nur mit ihren Augen und ohne die Worte wirklich auszusprechen.

   »Du hast dich wirklich in mich verliebt?!«, sagte er.

   »Hab ich, ja! Hast du dich nicht wirklich in mich verliebt?«, wollte sie wissen.

   »Wer weiß, was ihr alles getan habt, damit ich mich in dich verliebe«, erklärte er. »Künstliche Pheromone haben ja sogar die Menschen schon entwickelt.«

   »Ja … ich hatte so was aufgelegt, aber heute nicht«, erwiderte sie. »Es tut mir leid! Bitte gib mir noch eine Chance. Bitte!« Sie blickte ihn mit großen Augen und einem Schmollmund an.

   Ein echter Dackelblick, dachte er. Er liebte sie auch. Sie hatten sich ja nicht oft gesehen und selbst wenn, dann nie für lange. Die Pheromone konnten mit seinen Gefühlen also nichts zu tun haben. Aber wenn er ihr noch eine Chance gab, könnte das auch sie zu einer Zielscheibe für die Lowé machen.

   Jetzt küsste er sie. »Ich liebe dich«, sagte er dann. »Aber es ist besser, wenn wir uns erstmal nicht mehr sehen, zumindest solange nicht, bis die Differenzen zwischen mir und den Lowé beigelegt sind.«

   »Und wie lange soll das dauern?«, fragte sie bedrückt. »Ich brauche dich. Und ich kann dir gegen die Lowé beistehen.«

   »Halte dich bitte daraus!«, sagte er in einem befehlenden Ton. »Ich will nicht, dass dir etwas zustößt. Und ich will auch nicht, dass irgend jemand anderes zu Schaden kommt, zumindest, wenn es sich vermeiden lässt.«

   »Aber ich …«, wollte sie kommentieren, brachte den Satz allerdings nicht zu Ende. »OK! Ich werde mich raushalten, aber nur unter der Bedingung, dass wir uns so oft wie möglich sehen«, erklärte sie konsequent.

   So oft ist das ja nicht, dachte er. »OK! Aber wir müssen aufpassen, dass uns kein Lowé zusammen sieht.«

   »In Ordnung!«, erwiderte sie. »Damit kann ich leben.«

   Sie setzte sich auf das Bett und zog ihn an seiner Hand nach unten. Als er sich neben sie gesetzt hatte, legte sie kurz ihren Kopf auf seine Schulter. Dann blickte sie ihn an und er blickte sie an. Sie küssten und umarmten sich eine Ewigkeit.

 

»Arvid«, stieß Joana hervor, die völlig außer Atem vor ihm zum stehen kam. »Ich habe gerade gehört, dass die Lowé einen zweiten Anschlag auf Sebastian durchgeführt haben. Sie haben sein Auto sabotiert, mit irgendeiner Art zeitgesteuertem Gerät, dass, soweit ich verstanden habe, seine Reifen zerstören sollte.« Völlig aufgelöst und den Tränen nahe, blickte sie Arvid an. »Ich habe doch nie gewollt, dass er getötet wird«, schluchzte sie.

   »Ich werde mich nach seinem Zustand erkundigen, allerdings glaube ich, dass es ihm gut geht«, entgegnete Arvid. »Wäre ihm etwas Schwerwiegendes zugestoßen, wäre ich darüber längst informiert worden. Mach dir also keine Sorgen.« Er ging auf sie zu, berührte sie an ihrem Kinn und hob ihren Kopf an. »Liebst du ihn noch?«, fragte er sie.

   »Nein! Ich hab ja Matuv«, erwiderte sie. »Aber ich denke inzwischen, dass er der Kohen ist und … wir brauchen ihn.«

   »Ja! Das tun wir.« Arvid verließ sie und ging in Richtung Kommandoraum.

 

„Hallo Cousinchen“, schrieb Dymar nieder. „Wir haben da ein Problem, bei dessen Bewältigung, wir deine Hilfe gebrauchen könnten. Bitte melde dich so schnell wie möglich.“ Dann schickte er die e-Mail ab.

   Dymar setzte sich vor den Monitor des Rechners in seinem Quartier und blätterte durch sämtliche Berichte, Legenden und Prophezeiungen, die irgendwie mit dem Kohen in Verbindung gebracht werden konnten.

   Nach langem Stöbern fand er, wonach er gesucht hatte. Diese Datei war in den letzten Wochen und Monaten häufiger aufgerufen worden. Es ging darin darum, wie man die Stämme vereinen konnte, ohne einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören. In gewisser Weise passte die Prophezeiung schon auf die Erde, andererseits konnte sich niemand ein gewisses Detail erklären, das ganz und gar nicht hierher passte. Es war die Rede von neun Stämmen, doch selbst, wenn man die Outsider als einen Stamm betrachtete und die Puaro auch zu den Stämmen zählen würde, kam man immer noch nur auf acht Stämme.

   Eine Stelle in dieser Erzählung war allerdings sehr interessant. Sie erinnerte in gewisser Weise an eine Stelle in der Bibel. Es hieß dort, wenn das Blut eines Kriegers geopfert wird können die Stämme in Frieden zusammenfinden.

   Dymar konnte mit keiner der Prophezeiungen etwas anfangen. Arvid kannte sich wesentlich besser damit aus, aber er behielt sein Wissen darüber für sich. Manchmal sind die Rekon doch echt seltsam, sinnierte Dymar.

   „Sie haben eine neue Nachricht“, meldete sich sein Rechner. Dymar öffnete die Nachricht. Sie war von seiner Cousine. Das ging ja schnell, dachte er.

   „Was gibt es denn so dringendes? Und wen genau meinst du mit WIR? Irgendwelche familiären Probleme, oder braucht ihr eine Amotari?“ Damit endete die Nachricht auch schon wieder.

   „Es geht um den Kohen. Wir wissen jetzt, dass er auf der Erde ist und wir wissen auch wer er ist. Du kennst ihn und wir wollen, dass du mit ihm in Verbindung trittst. Dazu müsstest du aber in die Heimat kommen. Wann kannst du das einrichten?“ Er klickte auf abschicken.

   Es dauerte einige Minuten, dann hatte er eine Antwort.

   „Wenn es um den Kohen geht“, schrieb seine Cousine. „Ich komme morgen nach Hause, wir treffen uns dann dort und du erzählst mir alles genau. Bis dann.“

   Wunderbar! Jetzt musste Dymar nur noch zusehen, dass er das nächste Shuttle auf die Erde nicht verpasste. Er packte seine Sachen zusammen und ging dann in den Kommandoraum der Station. Dort angekommen, ging er auf Arvid zu.

   »Ich flieg mit dem nächsten Shuttle wieder auf die Erde. Morgen treffe ich mich mit meiner Cousine und dann werden wir zusehen, dass wir uns mit dem Kohen treffen können«, erklärte Dymar.

   »Dann beeilt euch«, entgegnete Arvid. »Die Lowé sind drauf und dran einen Krieg anzufachen, sie haben schon wieder einen Anschlag auf den Kohen ausgeführt. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit.«

   Dymar verabschiedete sich von Arvid, ging an seinem Quartier vorbei, holte seine Sachen und ging zur Shuttlerampe. In wenigen Minuten würde er wieder auf die Erde zurückfliegen.

 

Sie lagen nebeneinander im Bett. Er wusste immer noch nicht, ob er ihr wirklich vertrauen konnte, aber was spielte das für eine Rolle? Er liebte sie.

   »Wie gut beherrschst du eigentlich deine Kräfte?«, fragte er sie.

   »Ich dachte eigentlich, dass ich sie ganz gut beherrsche, bis ich zu dir gekommen bin«, erklärte sie.

   »Du verfügst über Amotari-Fähigkeiten, nicht wahr?«, hakte er nach. Er kannte die Antwort bereits, auch wenn er selber weder über Haæri- noch über eben Amotari-Fähigkeiten verfügte.

   »Nicht nur«, entgegnete sie. »Ich hab auch telekinetische Fähigkeiten.« Da erinnerte sie sich daran, dass sie diese hier noch nicht ausprobiert hatte. Sie drehte sich in Richtung Schreibtisch, entdeckte die Computermaus und hob sie mit ihren Gedanken an.

   »Wow«, sagte er erstaunt. Jetzt wusste er, dass sie diejenige war, auf die er so lange gewartet hatte.

   Sie ließ die Maus wieder auf den Schreibtisch absinken und drehte sich zu ihm um. Er lächelte sie an und dann küsste er sie.

   »Ich liebe dich«, sagte er.

   »Und ich liebe dich«, erwiderte sie.

   »Ich werde alles tun, damit die Stämme so schnell wie möglich vereint werden. Dann gibt es nichts mehr, das uns voneinander trennen kann«, erklärte er. Sie kuschelte sich in seine Arme und die beiden schliefen ein.

 

Gerio war außer sich.   »Verdammt! Klappt den gar nichts?«

   »Vielleicht ist er ja doch der Kohen«, entgegnete Matuv.

   »Fängst du jetzt auch noch mit diesem Blödsinn an?«, schrie Gerio Matuv an.

   »Wie willst du dir sonst erklären, dass er nicht zu töten ist?«, fragte Matuv. »Vielleicht hat er eine Aufgabe, die er erst abschließen muss?!«

   »Er hat einfach nur Glück, nichts weiter.« Gerio ging im Raum auf und ab.

   »Vielleicht hast du recht«, sagte Matuv. »Aber dann sollten wir doch erstmal abwarten, ehe wir ihn wieder attackieren.«

   »Ja, vielleicht sollten wir das«, entgegnete Gerio. »Doch allzu lange warten sollten wir auch nicht. Zumindest wenn es sich verhindern lässt, will ich nicht, dass irgendjemand aus unseren Reihen zu Schaden kommt.«

   Matuv nickte seinem Schwager zustimmend zu.

   »Außerdem solltest du doch am ehesten daran interessiert sein, diesen Kerl loszuwerden, immerhin ist er der Exfreund deiner Frau.« Gerio sah Matuv fragend an.

   »Dass ist doch schon solange her«, entgegnete Matuv. »Sie empfindet nichts mehr für ihn.«

   »Na, wollen wir das mal für dich hoffen«, erwiderte Gerio.

 

Der Samstag war angebrochen. Dymar wachte auf, als jemand an seiner Zimmertür klopfte.

   »Ja?!«, sagte er müde.

   Die Tür öffnete sich und seine Cousine warf einen Blick ins Zimmer. »Zieh dich erstmal an. Ich warte unten in der Küche bei deinen Eltern«, sagte sie und schloss die Tür wieder.

   Nach zehn Minuten trudelte Dymar in der Küche seines Elternhauses ein. Seine Eltern und seine Cousine saßen beim Frühstück.

   »Wie spät ist es eigentlich?«, fragte Dymar immer noch müde.

   »Zehn Uhr«, entgegnete seine Mutter.

   Dymar setzte sich an den Tisch und genehmigte sich erstmal eine Tasse Kaffee. Nachdem er mit dem Frühstück fertig war, gingen er und seine Cousine aus dem Haus und machten einen Spaziergang durch ihren Heimatort.

   »Also erzähl«, fing sie an. »Wer ist der Kohen? Du sagtest ich kenne ihn.«

   »Sebastian«, erwiderte Dymar.

   »Sebastian? Welcher Seb… . Du meinst…?«, fragte sie überrascht.

   »Ja! Genau der«, entgegnete Dymar. »Ich war nicht weniger überrascht, aber es ist eindeutig.«

   »Und wieso soll gerade ich mit ihm reden?«, wollte seine Cousine wissen.

   »Du warst mit ihm in einer Klasse, zudem bin ich davon ausgegangen, dass du ihn immer gemocht hast.« Dymar sah seine Cousine fragend an.

   »Er war zwar manchmal ein wenig eigen, aber doch immer freundlich und hilfsbereit. Ich muss zugeben, dass ich sogar eine Weile in ihn verliebt war«, erwiderte sie mit einem Lächeln.

   »Aha«, erstaunte Dymar. »Hast du das vorher schon mal jemandem erzählt?«

   »Es war wirklich nur kurz. Als wir in der elften Klasse auf Klassenfahrt waren, sind er und ich ein wenig miteinander spazieren gegangen, haben uns unterhalten und ziemlich gut verstanden, aber das ist auch schon wieder so lange her«, erklärte sie. »Weißt du, ob er zu Hause ist?«

   »Ich gehe davon aus, ja«, entgegnete Dymar.

   »Dann sollten wir zu ihm fahren«, erklärte seine Cousine.

   »Es gibt da noch etwas, das ich dir unbedingt vorher sagen sollte.« Dymar blickte auf den Boden. Dann sah er seine Cousine wieder an. »Die Lowé haben schon zwei Attentate auf ihn verübt. Er könnte ziemlich sauer sein, wenn er uns sieht.«

   »Vielleicht sollten wir ihm dann nicht gleich auf die Nase binden, wer, oder besser was wir sind«, erwiderte sie.

   »Wäre wohl nicht verkehrt«, stimmte Dymar zu.

   Sie gingen wieder zu Dymars Elternhaus zurück, setzten sich in Dymars Auto und führen los. Eine Viertelstunde, vielleicht zwanzig Minuten brauchten sie bis zum Heimatort des Kohen.

 

Sie hatte die Nacht bei ihm verbracht, das erste Mal überhaupt, seit sie sich kannten. Doch jetzt musste sie wieder nach Hause.

   »Wir sehen uns bald wieder«, sagte er zum Abschied. »Ich rufe dich an.«

   »OK! Mach das. Ich werde drauf warten«, entgegnete sie. »Ich liebe dich.«

   »Ich liebe dich auch«, antwortete er und nahm sie noch mal in den Arm.

   Sie küssten sich ein letztes Mal, dann setzte sie sich in ihr Auto und führ los. Er ging wieder zurück ins Haus.

   Einige Dinge aus seinen Träumen, die ihn all die Jahre begleitet hatten, hatten ihren Weg in seinen Rechner gefunden. Jetzt wollte er die wichtigsten Dinge zusammensuchen, damit er sie übermorgen mit zu den Outsidern nehmen konnte. Er wollte erst die Träume ordnen, sie in eine zeitliche Abfolge bringen. Zudem wollte er herausfinden, wie viel Zeit seit seinem letzten Leben vergangen war, an das er sich noch in Einzelheiten erinnern konnte.

   Viele Leute aus seinem Volk begriffen die Sache mit den Rekon nicht, auf der Erde gab es zu diesem Thema die unterschiedlichsten Ansichten. Laut Wissenschaftlern waren es hier vor allem Kleinkinder, die sich an ein vergangenes Leben erinnern konnten.

   Seine Erinnerungen waren allerdings erst im Alter von siebzehn, achtzehn Jahren gekommen, vielleicht auch schon in groben Zügen ein, zwei Jahre vorher. Inzwischen erinnerte er sich an drei seiner vorherigen Leben intensiv und zusätzlich an Begebenheiten aus mindestens zwei weiteren Leben. Zumindest konnte er diese Träume keinem der drei Leben zuordnen.

   Das seltsamste aber war, dass er auch Bilder von Geschehnissen vor sich hatte, die noch gar nicht passiert waren und vor allem auch nicht in diesem Leben geschehen würden, vielmehr erst in zwei weiteren Leben. Erklären konnte er sich das auch nicht, er musste sich damit abfinden. Eines wusste er inzwischen aber mit Sicherheit, er sah keine genaue Zukunft, er sah verschiedene Möglichkeiten, zumindest meistens. Manche Dinge schienen allerdings unumstößlich fest zu stehen.

   Er wurde aus seinen Gedanken gerissen. Seine Mutter klopfte kurz an seine Zimmertür und trat dann ein.

   »Du hast schon wieder Besuch«, erklärte sie.

   »Und wer will was von mir?«, fragte er nach.

   »Zwei deiner ehemaligen Schulkameraden, Rüdiger Thon und Hanna Cornelius«, entgegnete seine Mutter.

   Wie wahrscheinlich war das? Erst vor kurzem hatte er wieder an die beiden gedacht. War es möglich, dass sie zu den Wolba Aíra gehörten? Aus welchem Grund sollten sie sonst hier sein?

   »Ich komme gleich«, sagte er zu seiner Mutter.

   »Sie warten vor der Haustür. Ich hab sie hereingebeten, aber sie wollten lieber draußen warten.« Seine Mutter verließ ihn wieder.

   Er ordnete die Daten, die er gerade durchgesehen hatte und speicherte alles ab. Dann verließ er sein Zimmer und ging zur Haustür.

 

»Was denkst du, wie er reagieren wird?«, fragte Dymar seine Cousine.

   »Na ja, wir sind keine Lowé und wollen ihm auch nichts Böses. Ganz im Gegenteil, wir wollen ihn zum Anführer unseres Volkes machen«, entgegnete sie.

   Sebastian trat zu ihnen vor die Tür.

   »Hallo ihr zwei! Was verschafft mir die Ehre eures Besuchs?«, begrüßte er sie.

   »Hast du ein bisschen Zeit für einen Spaziergang?«, fragte Hanna Cornelius.

   »Klar! Ich schlüpf nur schnell in meine Schuhe und zieh mir eine Jacke an. Bin gleich wieder bei euch.« Er ging zurück ins Haus und kam nach etwa einer Minute wieder.

   Sie marschierten los, doch keiner sagte etwas, bis er es übernahm, das Schweigen zu unterbrechen.

   »Also, worum geht es? Nach so vielen Jahren seid ihr wohl kaum aus alter Freundschaft hier.«

   »Na ja«, entgegnete Hanna. »Vielleicht aber aus neuer.«

   »Bedeutet…?«, hakte er nach.

   »Wir wissen, wer du bist«, erklärte Dymar.

   »Solltet ihr, immerhin sind wir zusammen zur Schule gegangen«, kommentierte Sebastian lachend.

   »Das meinte er nicht«, sagte Hanna.

   »Sondern…?«, wollte Sebastian wissen.

   »Wir wissen, dass du der Kohen bist.« Dymar blieb stehen, sah Sebastian an und wartete auf eine Reaktion.

   »Der was?«, spielte er den Unwissenden.

   »Du kannst es zugeben«, sagte Hanna. »Ich bin eine Amotari und frag jetzt nicht was das ist, du weißt es ganz genau.«

   »Ja, ich weiß es«, gab er jetzt zu. »Ehrlich gesagt hab ich es gewusst, als meine Mutter in mein Zimmer kam und gesagt hat, dass ihr mich besuchen wollt. Wie genau kann ich euch helfen?«

   »Eigentlich wollten wir dir unsere Hilfe anbieten«, erwiderte Dymar. »Wir trauen dir zwar viel zu, aber wenn du die Stämme vereinen willst, kannst du sicherlich jede Unterstützung gebrauchen?!«

   »Hat das denn einen Sinn?«, fragte Sebastian nach.

   »Was meinst du?«, wollte Hanna wissen.

   »Die Stämme zu vereinen! Es wird nicht funktionieren, wenn nicht alle Stämme dahinter stehen.«

   »Das tun sie«, entgegnete Dymar. »Zumindest die, mit denen ich so zu tun habe.«

   »Oh, acht der neun Stämme tun das sicherlich, aber bei den Wolba Aíra bin ich mir nicht so sicher.« Sebastian sah die beiden fragend an.

   »Aber wir gehören doch zu den Wolba Aíra?!«, erwiderte Dymar fragend.

   »Ich weiß.«

   »Du sprichst von den Lowé!«, kommentierte Hanna.

   »Von eben denen«, erwiderte Sebastian.

   »Es tut uns leid, was passiert ist«, erklärte Dymar. »Die Attacken auf dich. Wir haben erst davon erfahren, als es zu spät war, etwas dagegen zu unternehmen.«

   »Ich persönlich sehe nur eine Möglichkeit die Stämme zu vereinen. Die Lowé müssen ausgelöscht werden.« Sebastian blickte erst Hanna und dann Dymar an.

   Letzterer zuckte zusammen, während Hanna ganz ruhig blieb.

   »Du hast nicht wirklich vor, jemanden zu töten?«, entgegnete Dymar erschrocken.

   »Das habe ich nicht gesagt, oder«, erwiderte Sebastian.

   »Ich denke, er meint in erster Linie, dass die Ideologie der Lowé der größte Störfaktor bei der Vereinigung der Stämme ist und sie davon überzeugt werden sollten, …«, Hanna wusste nicht, wie sie es ausdrücken sollte.

   »Sie müssen lernen, dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind«, erklärte Sebastian. »Ich weiß, dass die Führung der Lowé fast ausschließlich aus Leuten besteht, die zu autarkischen Adelsfamilien gehören. Aber das macht sie nicht besser als andere. Adel ist kein Privileg und muss sich meiner Meinung nach erst verdient werden. Ich bin Sironi und, wenn ihr wisst, was das ist…?!«, er blickte die beiden fragend an.

   Beide nickten.

   »Also bin ich Demokrat mit sozialistischen Grundideen. Sicherlich ist mir klar, dass der Sozialismus nie vernünftig umgesetzt werden kann, das liegt einfach am menschlichen Egoismus, der immer wieder zum Vorschein kommen wird. Trotzdem, wenn wir die Stämme vereinen können, wird es keinen, wie auch immer, alleinigen Herrscher geben können, sondern es sollte eine auf demokratischen und sozialen Ideen basierte Regierung geben, die als von allen gewählt unser Volk am besten zusammenhalten kann.«

   Er sah die beiden an.

   »Entschuldigt bitte. Ich bin schon an einer Stelle, von der wir noch weit entfernt sind.«

   »Ist in Ordnung, uns hast du überzeugt«, erklärte Dymar.

   »Mit einer solchen Einstellung solltest du die Stämme leicht hinter dich bringen«, fügte Hanna hinzu. »Trotzdem wird es nicht einfach.«

   »Wann ist das Leben schon einfach.« Sebastian lächelte Hanna an.

   Sie gingen langsam wieder zurück zu Sebastians Elternhaus, tauschten noch Kontaktadressen aus und dann verließen Dymar und seine Cousine Sebastian wieder.

   Vor seiner Aufgabe konnte er jetzt nicht mehr davonlaufen, egal, was es im Endeffekt für ihn bedeutete.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.02.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Diagnose: Marathonläufer: Ein autobiografischer Roman von Lothar Altenkirch



Ein 18jähriger bekommt die Diagnose Krebs im Endstadium. Noch 3 Monate zu leben.... Was nun? Aufgeben? Kämpfen? 8 Jahre später wird hier erzählt, wie aus einem pflegebedürftigen Krebspatienten der Marathonläufer Lothar Altenkirch wurde. Seine Leiden, seine Persönlichkeitsentwicklung, sein Kampf, seine Tränen, seine Freude und der Sieg über den Krebs. Lebendiger denn je läuft er heute jedes Jahr mehrere Marathonläufe, und seine Geschichte zeigt, wie selbst aus scheinbar absolut aussichtsloser Lage, mit unbedingtem Willen, viel Mühe und dem Ausbrechen aus der eigenen konventionellen Denkweise der Weg zurück mitten ins Leben möglich ist. Dieses Buch soll allen Kranken und Verzweifelten Mut machen, niemals aufzugeben. Tragisch, spannend, kritisch und mit einem Augenzwinkern wird hier die Geschichte vom Auferstehen aus dem Rollstuhl zum Marathonläufer erzählt.

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