Xenia Novy

Kana da - im wilden Westen 2

- und noch ein paar Tage später aus Banff-

 

Hallo zusammen aus Kanada,

 

wider einmal sind wir online. Raus aus Whistler, unsere letzte Station - die Kanadier haben dort eine ziemlich lukrative Alternative für die schneefreie Saison gefunden - wo sich im Winter Skifahrer auf schneebedeckten Hängen tummeln, stürzen sich im Sommer waghalsige Mountainbiker von den Hängen. Dementsprechend sieht es aus, grau und staubig. Wir wollen aber Berge und Ruhe, von zweiterer war nichts zu finden, und die Berge waren auch nicht besonders (Österreich verwöhnte Meinung).

Also sind wir in den Wells Gray Park weiter gefahren. Der ist bekannt für seine Bärenpopulation und seine Moskitoartenreichtum (30 Arten gibt es dort). Dank eines kanadischen Moskitomittels namens OFF, haben die Biester auch nur dort von uns gekostet, wo OFF nicht hingekommen ist - auf den Handflächen und auf den Augenlidern. Kratz sich einer mal auf den Augenlidern - das juckt wie Hölle!!!

Bären haben wir dafür gesehen, und Bärendreck und Buddellöcher und wunderbare Waldvegetation! Das ist ja so üppig grün dort!! Herrlich! Doch die Moskitos machen einen trotz OFF völlig nervös. Nach zwei Tagen haben wir uns dann Richtung Jasper verabschiedet.

Jasper ist landschaftlich dann schon interessanter (Österreich verwöhnte Meinung). Die Berge hier haben leicht was vom wilden Kaiser. Naja eigentlich sind sie besser. Aber halt kanadischer. Im Japser NP gibt es wunderbare, anstrengende Wanderungen, die einen am Abend todmüde und zufrieden ins Bettchen fallen lassen. Bären haben wir auch gesehen, und Hörnchen aller Art, Vögel, Kojoten, Seeadler, Hirsche, Rehe - aber keine Biber und keine Kolibris und keine Elche:-(

Kommt vielleicht noch - wir sind mittlerweile in Banff. Und dahin kommt man über die schönste Strasse der Welt – der legendäre Icefields Parkway.  Gletscher säumen die Strasse links und rechts (auf einem waren wir sogar drauf, und eine Sicht auf den Saskatchewan Gletscher durften wir uns mühsam erwandern - hat sich aber so was von gelohnt - Dank Uschis Tipp), riesige Eisfelder, grüne Wälder und türkisfarbene Seen begleiten uns.

 

Es hat geklappt - wir haben einen Grizzly gesehen!!!!

Aus sicherer Entfernung, aber es war sooooooo aufregend und schön. Das Tier hat in einem Tümpel gebadet!! Fotos für die Welt. So was Schönes und Liebes! Glaubt man gar nicht, dass ein großes Raubtier wie ein Grizzly so verspielt und tapsig sein kann!

Ein Glückserlebnis für uns. Leider noch immer keine Biber und Elche in Sicht. Die sind wahrscheinlich noch weiter oben in den Bergen (wir sind ja bereits auf 2500m) - wobei ich mich schon frage wo die noch hin wollen, viel höher gibt es hier nicht :o) Es ist nämlich in Baff schon außergewöhnlich heiß. Wir schwitzen ganz schön. Hätte ich nicht erwartet.

Sodala, heute fahren wir in den Glacier NP, vielleicht gibt es die dort, die Elche.

 

- Tage später aus Revelstoke-

 

Hallihallo,

 

2/3 des Urlaubs sind schon vorbei, die Zeit verfliegt...aber das ist ja immer so wenn es schön ist.

Nun denn wollen wir mal berichten...angekommen sind wir mittlerweile im Revelstoke. Die letzten beiden Tage haben wir im Glacier NP und am Revelstoke Mountain verbracht. Lange Wanderungen (fast schon meditativ, wenn die Füße nicht so schmerzen würden) brachten uns bezaubernden Augenblicke mit Murmeltieren und faszinierenden Ausblicke auf die Gletscherketten der Gebirge. Überall sind die Spitzen mit Eis bedeckt, Schneeflecken entlang der Wege zeigen an, dass es doch noch recht kühl ist - laut Thermometer - denn ich habe mir einen mittelprächtigen Sonnenbrand eingefangen. Dabei sollte ich wissen, dass die Höhensonne gefährlich ist.

Aber eigentlich wollten wir von Wasser berichten, von dem es in diesem faszinierenden Land wirklich mehr als genug gibt, in Form von Seen, Flüssen, Gletscher und Wasserfällen.

Wenn der Kanadier von Wasserfällen spricht, dann meint er Waterfall - also Wasser fällt. Und er meint nicht ein Rinnsal, das sich todesmutig den Berg hinunterstürzt, nein er meint Wassermassen. Also wenn immer Waterfall angeschrieben ist, dann gibt es ein Naturschauspiel.

Gleiches mit Seen. Ein See ist nicht ein Schneeschmelzspiegel in einer Talsenke, ein See ist gleich richtig viel Wasser - sei es durch Gletscherschmelze babyblau bis türkisgrün wie Lake Moraine oder Lake Louise oder auch Bow Lake - die erinnern an die Gletschereisbonbons- oder sei es durch natürliche Quellen wie die Vermillion Lakes, Herbert Lake oder Eva Lake. Aber eines haben sie alle gemeinsam - sie sind kalt. Mehr als die Füße bringt man da freiwillig nicht rein.

Und dann gibt es da noch das Eis. Gletscher, so viele davon. Berühmt ist das Columbia Eisfeld, das mehr als 80 Gletscher speist. Muss man sich vorstellen wie ein riesiger See aus Eis, von dem die Gletscher wie Flüsse abfliesen. Es ist total beeindruckend! Das Columbia Icefield liegt genau an kontinentalen Wasserscheide, das bedeutet, dass aus den Gletschern die drei großen Flüsse Kanadas abfließen: einer nach Westen in den Pazifik, der Columbia River, einer nach Norden ins Eismeer, der Athabaska und einer nach Osten in den Atlantik, der Saskatchewan. Es gibt noch andere kleinere Eisfelder von denen Gletscher abfließen, viele haben wir gesehen und es ist immer wieder beeindruckend. Auf dem Athabaksa Gletscher waren wir sogar drauf. Eismassen von 300m Dicke und 1km Breite....und wunderschön.

Heute verlassen wir die Bergwelt ohne Biber und Elche gesehen zu haben :o( Dafür werden wir im Okanagan Tal vielleicht baden können.

 

- und eine letzte Meldung aus Vancouver-

 

Hallo diesmal schon aus Vancouver.

 

Wo waren wir bisher? Baden im Okanagan Tal. Eigentlich mehr schwitzen im Okanagan Tal. Bei gefühlten und geschätzten 40 Grad - jaja echt wahr im Schatten waren es 38,2 - und das in Kanada!!! - kam wir schon ins Schwitzen. Dieses Tal ist eine absolute Besonderheit in der Topographie des Kontinents, eigentlich eine Verlängerung der Wüsten in USA. Es ist sehr heiß mit wenig Niederschlag, die einzige Wasserquelle ist der riesige Okanagan See. Durch dieses Klima gedeihen dort Weinreben besonders gut. Eigentlich machen die deutschstämmigen Kanadier einen ausgezeichneten Wein, der sehr gut zu Fisch und Krustentieren passt :o)

Dies Säftchen wird im Land verbraucht und gelangt deswegen nicht oder kaum in den Export. Außer Wein wachsen in diesem Tal - Dank Bewässerung - jede Menge Obst und Gemüsesorten... und Ziegen. Na gut, die muss man nicht bewässern, nur füttern. Aber die geben die Milch für einen guten Käse.

Leider ist die Region durch die geringe Niederschlagsmenge sehr stark Waldbrandgefährdet. Als wir dort waren wurden gerade zwei große Brände unweit von Kelowna (die größte Stadt des Okanagan Tals) (erfolgreich)bekämpft.

Am Ufer des kühlen Sees hatten wir das Glück das Nest eines Fischadlerpärchens mit zwei Küken zu beobachten. Wir waren so begeistert, dass wir sie fast einen Tag lang observiert und fotografiert/ gefilmt  haben. Einen Graureiher gab es als Beigabe dazu.

Am letzten Abend unseres Aufenthalts haben wir hinter dem Seeadlerhorst eine neue Brandwolke entdeckt, die stetig wuchs und an unserem Abreisetag die Stadt mit Rauch verdunkelte. Wir waren froh von dort weg zu kommen.

Es ist erschreckend, wie schnell eine achtlos aus dem Fenster geworfene Zigarette oder ein nicht sorgfältig ausgelöschtes Campfeuer die Natur zur Weißglut bringen kann. Rasch zerstört sie dann Wald, Wiesen und Heime.

Auf dem Weg nach Vancouver sind wir auf der Goldgräberroute bei Hells Gate vorbeigekommen, eine Engstelle im Fraser River, die 2 Mio. Lachse pro Jahr passieren müssen um in ihre Laichgründe zu gelangen wobei dort Millionen von Litern Wasser pro Sekunde durchschießen. Ein ganz schöner Kampf für die Fischleins.

Vancouver selbst in eine Sache für sich. Hier läuft die absolute Freakshow ab! Wenn man seltsame Menschen beobachten will - dann ab nach Vancouver. Was man hier an Merkwürdigkeiten pro Minute Aufenthalt auf der Strasse geboten bekommt, hab ich bisher in keiner Großstadt gesehen! Vom Penner mit dem Einkaufswagen über Skateboarder mit rosa Rastalocken, Typen im Schottenrock, mit und ohne Hose drunter, Asiaten mit absolut schrägem Kleidungsgeschmack, und nicht nur Asiaten....Typen die mit Mauern und Wänden sprechen, oder einfach nur mit einer Parkbank, es gibt es hier alles. Irgendwie schräg, aber für meinen Geschmack zu gehäuft.

Die Stadt ist traumhaft schön, der Hafen, die Hochhäuser, Stanley Park - ein eigenes Stück "unberührte" Natur mitten in der City. Der Vancouveraner kann dem Trubel einfach entfliehen indem er in den Stanley Park zum Joggen, Spazieren oder nur zum ausruhen geht. Man merkt wenig von der Stadt, wenn man in diesem Wald ist.

Und dort gibt es auch Seen und Bäche, Wanderwege und Waschbären. Jajajjaja, Waschbären!! Die sind ultraputzig! Im Moment sind gerade ganze Familien unterwegs.

Biber haben wir keine gesehen, dafür Bisamratten. Und ja, keine Elche. Die sind wahrscheinlich im Yukon Gebiet, oder ist es kälter.

Vielleicht beim nächsten Mal.

Das waren die Urlaubsberichte von Kana Da.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.03.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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