Rüdiger Nazar

Wie ich zu meinem Namen kam...

Dunkle...nebeldurchwogte Wälder...Sandwege...Steinhänge...derWeg ist beschwerlich...

immer bergauf.Schlangenförmig windet sich der Pfad nach oben.Absolute Stille. Weit oben...in schier unerreichbarer Ferne...sehe ich ein Gemäuer.Mühsam komme ich immer näher...wie oft bin ich diesen Weg schon gegangen ?  Es ist eine riesige Festung...ein imposantes Bauwerk...ein altes Kloster.Ich war am Ziel... die Limpurch war mein Zuhause.

Mönche in braunen Kutten...kamen mir schweigend entgegen...Gott mit dir...Bruder Rudevicus.Ich nickte schweigend. Leises Raunen und Geflüster...erreichte mein Ohr....

Conradus Rex...der Namen schien wie ein Echo von Wand zu Wand zu prallen.Ich sah stoilze Pferde...auf denen noch stolzere Reiter saßen.Sie ritten in`s Kloster hinein. Als ein Edelmann auf mich zukam...erwachte ich aus meinem Traum. Dieser Traum bohrte und wand sich in mein Gehirn wie ein Bandwurm im Darm.Lange Zeit träumte ich diesen gleichen Traum.Im laufe der Jahre...verblaßte dieser zu einem Nebel meiner Gedanken.

1995...Ich bin Privatdetektiv  und habe einen Auftrag in Bad-Dürheim...eine schwierige Observation.Sie ist nur nachts...so daß ich am Tage Zeit habe...die Umgebung zu erkunden...da ich geschichtlich sehr interessiert bin.Ich lief einfach so herum...als ich in weiter Ferne eine stolze...halbverfallene Ruine auf einem Berg erblickte.Ich hatte genügend Zeit und wollte unbedingt dieses herrliche Bauwerk aus der Nähe sehen.Es war sieben Uhr in der Früh`...

Dunkle...nebeldurchwogte Wälder...Sandwege...Steinhänge...der Weg war beschwerlich...immer bergauf. Schlangenförmig...windet sich der Pfad nach oben...absolute Stille.Weit oben in schier unerreichbarer Ferne...sehe ich ein Gemäuer. Mühsam komme ich immer näher...wie oft bin ich diesen Weg gegangen ? Ich blieb kurz vor dem Bauwerk stehen...das sicher schon bessere Tage gesehen hatte...versteinert mein Blick...nicht fähig...einen klaren Gedanken zu fassen. War ich noch in meinem Bett...und träumte meinen längst vergessenen Traum ? Ich betrat das Portal...und stand im Innenhof...das schon seit Jahrhunderten kein Dach mehr hatte. Touristen liefen so eifrig herum...und photographierten. Ich sah einen vorbeigehenden...und fragte ihn...ob dies`wohl die Limpurch sei. Mein Gegenüber lächelte...nun ja...sagte er...in gewisser Weise schon...aber es wäre wohl schon einige Hundert Jahre her...als dieses Kloster so genannt wurde. Heut ist es die Klosterruine...Limburg...zum heiligen Kreuz.

Wir unterhielten uns lange und intensiv über die Geschichte des Klosters. Konrad der zweite...ein deutscher Kaiser...hatte das Kloster zur damaligen Zeit in Auftrag gegeben und eingeweiht...wußte er mir zu berichten. Nach ungefähr einer Stunde...unsere Lippen hingen schon in Fransen...entschuldigen sie...sagte er...ich habe mich moch garnicht vorgestellt...ich heiße Konrad...lächelnd fügte er hinzu...wie der damalige Kaiser.

Angenehm sagte ich...ich heiße Rüdiger. Er lachte laut los...so ein Zufall. Ich begriff nichts. Er schlug ein Heft auf...und zeigte mir die Geschichte der Limburg und eine Auflistung sämtlicher Äbte...die einst dieses Kloster hatte.Sein Finger blieb an einem Namen stehen...Rudevicus...Abt im Kloster um 1179... Scherzhaft...mit einem Lächeln sagte er...

irgendwann...irgenwie kommen wir alle wieder zurück. Rudevicus ist Latein und übersetzt heißt es so viel wie Rüdiger. Aha sagte ich verdutzt. Weiterhin erzählte er mir von seinen seit Jahren verrückten Träumen...Der ZTraum spielte sich eben in diesem Kloster ab. Er war ein Edelmann...und ritt gerade in`s Kloster...als ein Mönch ihm entgegenkam...dann erwachte er jedes mal aus seinem Traum. Er träumte so wie ich von diesem Kloster...obwohl wir beide nie im leben hier gewesen waren. Wir lachten und alberten herum...muß ich jetzt eure Eminenz zu ihnen sagen ? Nein nein sagte ich...eure Hoheit...

mein Gott...was hatten wir Spaß. Natürlich erzählte auch ich ihm von meinen Träumen...ersah verdutzt aus...gibt es wohl nicht...stammenlte er nur so vor sich hin.

Ich erfuhr das er Oberstudienrat im Ruhestand war. Wir duzten uns. Laß uns ein Experiment machen...schlug er vor.Er schob mir ein Blatt Papier und einen Bleistift zu. So...jetzt zeichnen wir dieses Kloster..wir beide unabhängig von einander...so wie wir es in unseren Träumen sahen. Wir kritzelten beide drauf los. Danach tauschten wir die Seiten zur Begutachtung aus. Bis auf wenige Kleinigkeiten...daß wohl an unseren zeichnerischen Talenten lag... so waren die Skizzen...nahezu identisch. Was ein schöner Zufall sagte er.

ZUFALL ? In geschichtlichen Büchern verfolgte ich die Geschichte und den Bau der Limburg...die Zeichnungen verblüften...diese hätte Konrad oder auch ich gezeichnet haben können. Wir redeten noch sehr lange miteinander...und blieben jahrelang noch in Kontakt.

Und immer wieder besuchte ich das Kloster...fühlte mich dort hingezogen und heimisch...es war mir nicht fremd...eine wunderschöne und ruhige Gegend.

Ich ging jeden Weg...jeden längst vergessenen Gang ...und wußte schlafwandlerisch...wo ich mich jedesmal befand. Ich war jeden Tag oben  im Kloster...ich ging zu Fuß...

ich ließ es mir nicht nehmen...ich wußte...diesen Weg mußt du einfach zu Fuß gehen...so wie ich ihn damals...lang`ist es her...immmer gegangen bin.

Grüß`euch...euer Rüdiger...genannt auch Rudevicus...der einsame Wolf.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.04.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Gestatten, dass ich mich vorstelle. Ich heiße Pedro und bin ein Graupapagei, ja, genau, der mit dem schwarzen Krummschnabel, der weißen Maske, dem grauen Gefieder und den roten Schwanzfedern. Meine drei Freunde Kasimier, genannt »Karl-Karl Kasel«, Grete, genannt »Motte-Maus« oder »Prinzessin«, Peter, genannt »O«, und ich leben seit Dezember 1994 in einem schönen Einfamilienhaus in einem Dorf in der Vorharzregion. Ich habe mir vorgenommen, aus meinem Leben zu berichten, was mir alles so passiert ist, wie mein Tagesablauf ist und war und was mich alles so bewegt.

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