Klaus Georg

Brief an den lieben Gott

 

An den lieben Gott 

Du weißt besser als ich, oh Herr, dass ich mit jedem Tag altere und eines nicht fernen Tages auch alt sein werde. Lass mich die mir noch verbleibende Zeit genießen können und hilf mir Gutes zu tun ohne ein Engel zu werden. Engel sind, verzeih' mir bitte, recht langweilige Weggenossen.

Befreie mich von der absurden Vorstellung stets und überall dabei sein zu müssen um ja nichts zu verpassen.

Hilf mir gegen meine Sucht nach Anerkennung und den manchmal schier übermächtigen Drang, jederzeit und zu Allem etwas intelligentes sagen zu wollen.

Bewahre mich davor, meinen sicherlich einmaligen Wissens- und Erfahrungsschatz anderen Menschen aufzudrängen in der lächerlichen Annahme, alles besser zu wissen.

Führe mich sanft aber bestimmt zu der Erkenntnis, dass ich bei all meiner angesammelten Weisheit immer noch ein Mensch bin und mich also irren kann.

Lass mich meine Fehler machen, oh Herr. Sie sind wie ein Gewürz im täglichen Leben, hast du selbst einmal sinngemäß gesagt. Aber hilf mir aus meinen Fehlern zu lernen und bewahre mich vor der selbstgefälligen Vorstellung, ich würde keine begehen.

Lass es mich erkennen, lieber Gott, wenn ich jemandem eine Geschichte - und sei sie noch so lustig oder spannend - zum dritten Mal erzähle und gib mir die Gelassenheit freundlich 'danke' zu sagen wenn mir in der Straßenbahn ein junger Mensch seinen Platz anbietet.

Ich bin, wie du weißt, ein lebenslustiger Mensch. Solltest du mich also eines - hoffentlich fernen - Tages zu dir rufen würde es mich sehr freuen, statt einer ernsten Mine ein breites Grinsen auf deinem Gesicht zu sehen. Und wenn du mir dann - ich wage kaum es auszusprechen - auch noch einen Witz erzählst den ich noch nicht kenne, werde ich wunschlos glücklich sein. Er muss auch nicht von Petrus handeln.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.04.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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