Norbert Wittke

Egoisten


Vor einigen Jahren hatte ich die Idee für die Veranstaltung von Lesungen von
Autoren aus allen Bereichen des Schreibens. Die Veranstaltung nannte sich
Literaturquelle und kam bei den Besuchern der Lesungen gut an. Eingebunden
war das Kurensemble und das Heilwasser hier in Bad Ems. Als Ort wählten
wir die dafür sehr gut geeignete Brunnenhalle.

Nach 24 Veranstaltungen wurde die Literaturquelle abgesetzt, weil der Kurdirektor
angeblich nicht mehr die 100,00 € für den Autoren aufbringen konnte. Es waren
auch Lesungen dabei, in denen sehr viele Lyriker und Schriftsteller zusammen
auftraten. Aber die Höhe des Honorars war dadurch nicht höher.

Zu Beginn hatte ich daran gedacht,  dass es über diese Veranstaltungen auch zu
Gegeneinladungen kommen könnte. Aber weit gefehlt, dazu kam es nie. Es
meldeten sich sehr viele Autoren, die eine Lesung wünschten. Selbst als
ich mitteilen musste, dass es keine weiteren Veranstaltungen mehr gibt,
wurde ich noch sehr viel angerufen, weil die Autoren unbedingt ihr neues
Buch vorstellen wollten. Aber dann als es begriffen wurde, dass es keine
Lesungen mehr gibt, hörte ich nichts mehr von den vorher so freundschaft-
lich verbundenen Lyrik- und Prosakünstlern.

Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass der Egoismus nirgends so verbreitet
ist wie bei den Autoren. Jeder sieht nur sich selbst, denkt an andere überhaupt
nicht. Ein jeder betrachtet sich als den Künstler, mit dem kein anderer
mit kommt.

Nach 6 Jahren  hier bei e-Stories.de hat sich bei mir diese Erfahrung verstärkt.
Es gibt viele, die nach Kommentaren betteln, selbst sich aber nicht dabei
einbringen. Gut kann man dazu sagen, alle großen Dichter waren eben
auch Egoisten, sonst hätten sie es nicht soweit gebracht. Talent alleine
reicht nicht aus, wenn man es in dieser Sparte zu etwas bringen will.

31.05.2010                  Norbert Wittke

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.05.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Meine Gedanken bewegen sich frei von Andreas Arbesleitner



Andreas ist seit seiner frühesten Kindheit mit einer schweren unheilbaren Krankheit konfrontiert und musste den größten Teil seines Lebens in Betreuungseinrichtungen verbringen..Das Aufschreiben seiner Geschichte ist für Andreas ein Weg etwas Sichtbares zu hinterlassen. Für alle, die im Sozialbereich tätig sind, ist es eine authentische und aufschlussreiche Beschreibung aus der Sicht eines Betroffenen.

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