Hella S.

3 Tage Dresden, eine Fotoreise (1. Tag)

 

1. Tag

Bei Armin im Auto sitzen vorne Renate, dahinter Sabine und Marina und im Kofferraum Ulla und Hella, das bin ich. Herbert ist mit Angelika allein gefahren, Angelika hat nur 2 Sitze im Auto, dafür aber einen Kofferraum, wo Ulla und ich noch unser Gepäck verstauen können. Lothar fährt später ab, denn Edeltraut, seine Frau muss noch arbeiten und sie nehmen auch noch Gabi mit.  

Es fängt schon seltsam an, um 7:30 Uhr sollte Treff bei Armin und Renate sein, doch als ich an die erste Ampelkreuzung komme, rammt mich ein Auto, das bei rot gefahren ist. Seit Jahren hat an dieser Kreuzung der Gegenverkehr rot. Ich habe nur zwei Taschen mit, außer zwei Jackentaschen und zwei Hosentaschen, außer zwei Innentaschen und mindestens vier Außentaschen. Ich suche verzweifelt mein Handy und als ich es endlich gefunden habe fehlt mir noch der Zettel mit den Telefonnummern. Bei Renate ist die Mailbox dran, die kapiert nichts und ich versuche eine andere Nummer. Muss man eigentlich von Handy zu Handy auch eine Vorwahl wählen? Ich benutze sonst nie mein Handy. Mir zittern die Hände und die Knie. Ich wähle 3-mal. Zum Glück ist es keine Bankkarte und das Handy sagt nicht beim dritten Mal: Das war ihr letzter  Versuch, ich schalte jetzt das Netz ab…              

Nun müssen alle, auch Angelika, mich von der Unfallstelle abholen. Die Polizei lässt sich Zeit. Der Polizist glaubt mir nicht die Geschichte mit der roten Ampel und als ich sage, er kann das doch kontrollieren, kriege ich zur Antwort: „ Das konnte eben anders sein.“ Zur Sicherheit gehe ich selber noch mal nachschauen. Es ist immer noch rot, wenn der Gegenverkehr  grün hat. Das Kind, dass bei meiner Gegnerin im Auto sitzt sagt am laufenden Band: „Ich will aber zur Schule“ und die Frau sagt am laufenden Band: „Ich hatte grün.“ Ich versuche die Polizei zu beschleunigen, ich will doch nach Dresden. Polizisten antreiben klappt nicht.

Ich bin eher fertig als die anderen bei mir ankommen, also wozu die Aufregung.       

Ulla holt ihren Laptop raus und fängt an Hochzeitsbilder zu bearbeiten. Sie muss sich ranhalten bis zum Abgabetermin. Irgendwie scheint das wohl ansteckend zu sein, denn der zweite Laptop erscheint, auch Sabine arbeitet, nun haben wir ein Autobüro. Ich arbeite im Geiste an meinem Reisebericht, und Renate, die heimlich Kuchen mithat, vergisst den Kaffee zu kochen. Armin arbeitet mit Händen, Kopf und Füßen und natürlich, Marina schläft. Genau so wie in einem Büro, nur dass es rollt. Ach so, das hätte ich fast vergessen, ich rede und erzähle wie aufgezogen. Ich brauche nur ein Stichwort und schon habe ich eine passende Geschichte dazu. Ulla sagt, das stört sie nicht, sie kann gut zuhören beim Arbeiten.

Irgendwann schlafen zwei, wer, verrate ich nicht, Armin der Fahrer ist es jedenfalls nicht.

Als wir im Hostel in Dresden ankommen sind alle überrascht. Ein sehr geschmackvolles Ambiente empfängt uns, kleine rote Sesselchen und runde Tische, Ikeastile. Jetzt packt Renate den Kuchen aus, der schmeckt richtig gut und verkürzt uns die Zeit bis zum einchecken. Eine gute Idee, Renate. Wir können erst um 15 Uhr in die Zimmer, noch eine Stunde Zeit. Das Gepäck kann so lange in den Gepäckraum in den Keller. Betten beziehen, wie Angelika  glaubte, brauchen wir nicht, sogar ein Duschtuch liegt auf dem Bett. Die Leute am Empfang sind sehr freundlich, jedenfalls zu mir. Nun denkt man gleich, die schöne Einrichtung wie in der Empfangshalle geht so weiter…

In meinem Zimmer sieht es aus wie gleich nach der Wende, Balatum Fußboden  (siehe Wikipedia), Kastenbetten, ein Tisch, ein Stuhl, ein Schrank wo der Schlüssel fehlt und der keinen Griff zum öffnen hat. Man muss oben an der Tür ziehen. Die Fenster lassen sich nicht aufmachen, oder ich habe keine Kraft dazu. Ich bin zufrieden, denn es ist sehr sauber  und alles andere hatte ich fast so erwartet, denn es ist ja nur ein Hostel und entsprechend billig. Renate ist unzufrieden. Vor meinem Fenster sehe ich eine Skaterbahn, wo sich viele Jugendliche tummeln. Kein Straßenlärm.

Fortsetzung 2. Tag

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.06.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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