Prolog:
Vor vielen Jahrhunderten gab es drei gewaltige Königreiche auf der Welt, abgetrennt vom restlichen Kontinent durch ein unüberwindbares Gebirge und einen breiten Fluss, den keine Brücke überqueren konnte. Sie alle lagen an der westlichen Küste. Im Norden lag Halgeria, in der Mitte lag Selmaria und im Süden bei den Bergen Hiverta. Halgeria war ein friedliches Königreich, doch Selmaria und Hiverta waren seit vielen Jahrhunderten verfeindet und lagen in ständigem Krieg, obwohl keiner mehr wusste, weshalb. In diesen Zeiten sollte ein Spielmann zur Legende werden und den Krieg auf alle Zeiten beenden. Es geschah auf dem Schlachtfeld, auf dem sich der dunkle Prinz von Hiverta mit seiner Armee sammelte, als der König von Selmaria mit nur einem Reiter erschien. Dieser Reiter war kein Soldat, kein Krieger, sondern ein Musikant, ein Spielmann. Und noch bevor der dunkle Prinz die Waffen erheben konnte, begann der Spielmann zu spielen und dem Prinzen von Hiverta wurde so warm ums Herz wie noch niemals zuvor. Mit einem Male fragte er sich, weshalb sie sich eigentlich dauernd bekriegten? Er fand keine Antwort und so sagte er laut: „ Sagt, König von Selmaria! Aus welchem Grunde sind unsere Königreiche verfeindet? Ich weiß es nicht mehr. Die Ursache all des Krieges liegt so weit zurück, dass ich mich nicht entsinnen kann.“ Der König antwortete nur: „ Auch ich weiß die Ursache all des Hasses nicht mehr. Aus diesem Grunde will ich euch, Prinz von Hiverta, ein Friedensabkommen vorschlagen. Lasst uns in Zukunft friedlich nebeneinander leben, damit unser beider Völker nicht länger unter diesem sinnlosen Krieg zu leiden haben.“ „ Ich bin des sinnlosen Kämpfens müde und daher willige ich gerne ein. Schließen wir Frieden.“ Und so war der ewige Krieg vorbei. Doch nur wenige Monate später fand man den König von Selmaria ermordet in seinen Gemächern auf und von seinem Spielmann fehlte jede Spur. Man fand den Spielmann an dem Ort, an dem der König einst als kleiner Junge gespielt hatte. Er hatte sich erhängt und nur seine Gitarre, seine Flöte und sein Notenbuch lagen dort. Auf dem Notenbuch lag ein einzelnes Blatt mit einer neuen Melodie. Es war eine Botschaft an die Königin in Noten verschlüsselt. Einzig die Königin konnte ihre Bedeutung verstehen.
Der König und sein Spielmann
Vor vielen Jahren wurde im schönen Selmaria ein junger Prinz geboren. Sein Name war Percy. Er war ein sehr aufgeweckter kleiner Junge mit rotem Haar und Sommersprossen. Zur selben Zeit wurde in einem Dorf am Rande des Reiches bei einem armen Mann ein Junge mit dunklem Haar geboren, der Marcel hieß und großes Talent für Musik entwickelte. Auch in Halgeria wurde ein Kind geboren, Prinzessin Katrina. Sie war ein wunderschönes junges Mädchen mit goldblondem Haar. Als die drei Kinder acht Jahre alt wurden, überfielen Soldaten aus Hiverta die Randgebiete von Selmaria und zerstörten viele Dörfer. Flüchtlinge sammelten sich in der Hauptstadt von Selmaria. Unter ihnen der Waisenjunge Marcel, der nun lernen musste, allein auf der Straße zu überleben. Während Marcel im Dreck schlief, ständig auf der Flucht, sich sein Essen stehlen musste und sich keine Kleidung leisten konnte, lebte Prinz Percy im absoluten Luxus. Percy aber war kein verwöhnter Bengel, er liebte die Freiheit. Er liebte das Abenteuer. Und so schlich er sich eines Tages aus dem Schloss auf die Straße. Doch leider erkannten die Bürger den jungen Prinzen sofort, schon anhand seiner Kleidung und stürmten auf ihn ein. Sie bedrängten ihn so sehr, dass er kaum noch zu atmen wusste. Plötzlich tauchte Marcel auf und half dem jungen Prinzen zur Flucht. In einem alten Schuppe saßen sie nun und Percy sagte: „ Hab Dank. Du hast mich gerettet. Sag. Wie heißt du?“ „ Ich heiße Marcel. Und du solltest wirklich nicht in solcher Kleidung hier herumlaufen. So fällst du überall auf wie ein bunter Hund. Wer bist du eigentlich? Du siehst mir nicht nach einem Bauernjungen aus. Kommst wohl aus dem Schloss oben?“ Percy überlegte. „ Ja. Ich bin ein Botenjunge des Prinzen und wollte einfach mal die Stadt sehen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass ich derart auffällig gekleidet bin. Bei uns im Schloss ist solche Kleidung normal.“ „ Kein Problem. Aber beim nächsten Mal weißt du es. Wie ist eigentlich dein Name?“ Percy überlegte kurz: „ Ben. Ich heiße Ben.“ „ Also gut, Ben. Dann will ich mal schauen, ob sich die Meute wieder beruhigt hat und dir helfen, ins Schloss zurückzukehren.“ „ Ich will nicht wieder ins Schloss. Es ist fürchterlich dort. Regeln, Regeln und nochmals Regeln. Es gibt sogar Regeln dafür, wie man sein Besteck halten soll.“ „ Sei froh, dass du überhaupt so etwas wie Besteck hast. Ich hab nicht einmal etwas zu Essen. Ich würde gerne solche Kleidung tragen wie du und in sauberen Betten schlafen statt auf dem kalten und feuchten Boden. Ich würde gerne jeden Tag genug zu essen haben, ohne es mir erst mühsam stehlen zu müssen. Glaub ja nicht, das Leben auf der Straße wäre ein Kinderspiel, nur weil es hier keine Regeln für alles gibt. Wenn du auf der Straße von einem Soldaten erwischt wirst, gibt’s Prügel oder sie nehmen dich mit und sperren dich in den Kerker.“ „ Oh. Das wusste ich nicht. Aber das Leben im Schloss ist auch nicht einfach. Besonders für den Prinzen. Diese ganzen Anstandsregeln und Unterrichtsstunden. Immer nur arbeiten und lernen. Ich sehe es ihm an. Er würde viel lieber frei sein und Abenteuer erleben.“ „ Dann sag deinem Prinzen, dass die wahre Freiheit kein Abenteuer ist. Es ist nicht wie diese Abenteuer in diesen alten Geschichten, welche die alten Frauen erzählen. Und die meisten Abenteuer gehen nicht gut aus. Ich kenne viele Geschichten, aber das wahre Leben ist ganz anders. Sieh mich an. Ich bin frei, aber sehe ich aus wie ein großer Held?“ „ Nein. Aber du bist nett. Wir könnten Freunde sein. Du zeigst mir das Leben auf der Straße und ich werde es meinem Prinzen berichten. Und vielleicht zeige ich dir sogar einmal das Schloss.“ „ Das wäre toll. Also gut. Aber das nächste Mal versuch alte und abgetragene Kleidung zu benutzen. Ich zeige dir jetzt den Weg zurück ins Schloss und wir treffen uns dann morgen wieder hier. Wann du kommst ist egal. Ich wohne hier, mehr oder weniger.“ „ Gut.“ Und so folgte Percy Marcel hinaus. Sie schlichen durch versteckte Gassen, bis sie die Mauer erreichten, über die Percy ins Schloss zurückkehrte. So trafen sich die beiden Jungen jeden Tag und Percy behielt sein Geheimnis lange Zeit für sich. Doch eines Tages gerieten die beiden Jungen in Schwierigkeiten. Die Soldaten erwischten Marcel dabei, wie er am Obststand auf dem Markt einen Apfel stehlen wollte. Percy musste mit ansehen, wie die Soldaten Marcels Hand auf den Tisch legten und mit dem Schwert auf das Handgelenk zielten. Doch bevor der Soldat zuschlagen konnte, rief Percy laut: „ Haltet sofort ein, Soldat. Ich, Prinz Percy, befehle es euch.“ Der Soldat stockte kurz und lachte dann. „ Du willst unser Prinz sein, Junge? Erzähl keinen Schwachsinn.“ Doch Percy zog sich das Hemd über die Schulter und zeigte den verdutzten Soldaten das königliche Mal auf seiner Schulter. Nun gingen die Soldaten in die Knie. „ Oh. Verzeiht, mein Prinz. Wir haben euch nicht erkannt anhand eurer unüblichen Kleidung. Doch was tut ihr hier?“ „ Ich helfe einem guten Freund. Und nun lasst ihn gehen.“ In dem Moment kam der König auf seinem Pferd vorbei und schien sehr erzürnt. „ Percy!!! Hier treibst du dich also herum, wenn man dich im Schloss überall sucht. Du kommst sofort nach Hause, Bengel. Und was diesen Burschen dort angeht. Jagt ihn aus der Stadt. Ich will nicht, dass mein Sohn mit einem Straßenbengel groß wird.“ So wurden Percy und Marcel voneinander getrennt. Während Marcel allein durch das Königreich irrte, wurde Percy hart bestraft für seinen Ungehorsam. Dennoch. Er vergaß seinen Freund Marcel niemals. Marcel war sein bester Freund gewesen und das nicht, weil Percy der Prinz war, sondern, weil sie Freunde waren.
Marcel irrte viele Monate in Selmaria umher, als er über die nördliche Grenze hinaus im Königreich Halgeria landete. Dort brach er vor Hunger und Durst mitten auf der Straße zusammen. Als Prinzessin Katrina mit ihrer Kutsche vorbeikam, ließ sie anhalten und nahm den Jungen mit sich, der nun schon fast ein Mann war. Im Schloss von Halgeria wurde Marcel wieder gesund gepflegt. Als es ihm wieder besser ging, besuchte die Prinzessin ihn und bot ihm an, als ihr persönlicher Diener im Schloss zu verbleiben. Marcel nahm dankend an und diente fortan der Prinzessin. Er trug ordentliche Kleidung und bekam immer genug zu Essen. Doch als er nun zum Manne wurde, verliebte er sich in die Prinzessin. Eines Tages bat ihn die Prinzessin in ihre Gemächer und reichte ihm ein Instrument, das einer Gitarre ähnelte und auch genauso klang. Sie sagte: „ Spielt für mich. Bitte. Ich habe erst kürzlich eure Stimme gehört, wie ihr gesungen habt. Spielt mir ein Lied.“ Marcel lief rot an. „ Aber Prinzessin. Ich habe noch niemals zuvor ein Instrument gespielt. Wie kann ich es dann wagen, eure Ohren mit grauenhaften Klängen zu belästigen?“ „ Versucht es einfach. Bitte.“ „ Wie ihr befehlt.“ Und so begann er zu spielen und zu seinem Erstaunen drangen himmlische Klänge aus dem Instrument. Es spielte von ganz allein und es spielte die Melodie, die tief in seinem Herzen lag. Er begann zu singen und sang von seiner Liebe, doch er hütete sich, den Namen der Geliebten auszusprechen. Die Prinzessin völlig in seinen Bann gezogen verstand jedoch, dass dieses Lied ihr allein galt. „ Ihr singt von einer unerfüllten Liebe und das mit so viel Gefühl und Leidenschaft. Ihr spielt, als hättet ihr euer Leben lang nichts anderes getan.“ „ Ich bin selbst erstaunt. Das Instrument hat wie von allein gespielt. Ich muss wohl eine Gabe besitzen, die das ermöglicht hat.“ „ Ihr seid ein guter Spielmann und ich hoffe, ihr spielt mir nun öfter ein schönes Lied. Ich mag euch, Marcel. Und auch wenn ich nicht so gut singen kann wie ihr, empfinde auch ich solche Gefühle wie ihr eben besungen habt.“ „ Aber Prinzessin. Es ist euch verboten, solche Worte zu sprechen. Ihr wisst doch, dass ihr nur einem Prinzen die Hand gewähren dürft.“ „ Das ändert nichts an meinen Gefühlen, Marcel. Ich kann diese Gefühle nicht abschalten oder einfach verbannen. Ich liebe euch.“
So entbrannte eine leidenschaftliche Liebe zwischen der Prinzessin und Marcel, doch schon sehr bald sollte der König von dieser Liebschaft erfahren. Einer der Diener versprach sich im falschen Moment und der König erfuhr alles. Mitten in der Nacht stürmte er in das Gemach von Marcel und ließ ihn durch seine Soldaten aus dem Lande vertreiben. So nahm Marcel sein Instrument und wanderte verlassen durch seine alte Heimat Selmaria. Wie er bald hörte, war Prinz Percy wegen eines frühen Todes seines Vaters zum König gekrönt worden und so zog Marcel in die Hauptstadt. Dort angekommen wollten ihn die Soldaten sogleich als Landstreicher verhaften, doch Marcel nahm sein Instrument hervor und begann zu spielen. Die Soldaten hielten ein und lauschten der himmlischen Melodie. Marcel erkannte, dass er nicht nur mit seinen Gefühlen die Melodien seines Instruments beeinflussen konnte. Er konnte mit seiner Musik auch seine Zuhörer manipulieren und ihre Gefühle beeinflussen. So ließ er sich von den Soldaten zum Schloss bringen, wo er dann vor dem ganzen Volk spielte. König Percy hörte die himmlischen Klänge auf der Straße und machte sogleich einen Ausritt in die Stadt, wo er den Spielmann vor seinen Toren entdeckte. Percy erkannte sofort, dass dieser Spielmann ein Talent hatte, doch als er das Gesicht erkannte, stockte ihm der Atem. Er ritt langsam auf seinen einstigen Freund zu und sprach ihn an. „ Ihr seid ein talentierter Spielmann. Es wäre mir eine große Freude, wenn ihr mir als persönlicher Spielmann des Königs am Hofe dienen würdet.“ „ Es wäre mir eine Ehre, an eurem Hofe spielen zu dürfen.“ Percy lächelte. „ Sagt. Wie lautet euer Name und was führt euch hierher?“ „ Man nennt mich Marcel und ich suche meinen alten Freund Ben, mit dem ich einst durch diese Straßen gelaufen bin.“ Nun war sich Percy sicher. Marcel war immer noch sein Freund und er war endlich wieder zurück. Percy nahm Marcel mit in sein Schloss, wo sie endlich freier miteinander reden konnten. Percy verließ fortan nur noch selten das Schloss, ohne seinen Spielmann, der inzwischen im ganzen Land für seine Gabe bekannt war. Jeder liebte seine Melodien, da sie aus dem Herzen kamen. Nur hin und wieder brach Percy allein auf, um nach Halgeria zu reisen. Es ging dabei um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Königreichen. Dort in Halgeria verliebte Percy sich in die wunderschöne Prinzessin und eines Tages bat er den König um ihre Hand. Als Percy nun nach seiner Reise nach Halgeria mit seiner neuen Königin zurückkehrte, war ein großes Fest angesagt, an dem sein Spielmann spielen sollte. Als die Königin jedoch das Lied des Spielmanns vernahm, erkannte sie ihn sofort und ihre Liebe, die sie als vergangen angesehen hatte, entflammte in neuem Feuer. Doch Marcel hütete sich, sich der Königin zu nähern. Auch er liebte Katrina noch immer, doch er wusste auch, dass Percy sie liebte. Und seinem Freund zur Liebe verbarg Marcel seine Gefühle, besonders vor Katrina. Doch war seine Freundschaft zu Percy stark genug, diese Leidenschaft und Liebe zu zügeln?
Schon bald war der Frieden in Selmaria erneut gestört. Ein weiterer Kriegsausbruch gegen Hiverta stand bevor, als Marcel seine geheime Gabe enthüllte. Marcel war ein Spielmann mit magischen Kräften, der seine Zuhörer manipulieren konnte. Und nun sollte diese Gabe das Schicksal der drei Reiche verändern. Eines Tages standen sich die Königreiche Selmaria und Hiverta wieder auf dem Schlachtfeld gegenüber. Auf der einen Seite stand der Prinz von Hiverta mit seiner Armee. Auf der anderen Seite der König von Selmaria und sein Spielmann. Doch bevor der Prinz seine Waffen erheben konnte, begann der Spielmann zu spielen und alle Wut und aller Zorn waren verschwunden. Der Prinz von Hiverta fühle eine Wärme in seinem Herzen, wie er sie niemals zuvor verspürt hatte und fragte sich, weshalb all dieser Krieg eigentlich stattfinden musste. So schlossen die seit Jahrhunderten verfeindeten Königreiche endlich Frieden und das Volk freute sich darüber. Es gab viele Feste und Feiern. Die Tage vergingen, als die Königin Marcel in ihr Gemach rief. Marcel folgte dem Befehl, doch er sollte dies schon bald bereuen. Die Königin gestand ihm in dieser Nacht, dass sie ihn immer noch liebte und dass sie mit ihm fliehen wollte. Marcel aber sagte nur: „ Bitte. Euer Majestät. Tut das nicht. Auch ich liebe euch noch genauso wie damals, doch ich kann meinen Freund nicht betrügen. Ihr tragt einen Erben des Thrones in euch und ich bin nur ein Spielmann. Bitte macht es nicht schlimmer als es schon ist. Meine Liebe zu euch wird niemals enden und ich werde auch noch lange davon singen können. Doch lasst meine Liebe nicht zur Leidenschaft werden, indem ihr mein Herz mit Liebe erfüllt.“ Percy hatte die Worte gehört und kehrte betrübt in seine Gemächer zurück. Er ließ Marcel rufen und Marcel folgte dem Ruf. „ Du liebst meine Katrina. Wie, wie kannst du nur?“ „ Eure Königin hat mich damals vor dem Tode bewahrt und mich an ihrem Hofe aufgenommen. Bitte Percy. Ich kann nichts für meine Gefühle, doch ich werde euch beiden stets treu dienen und meine Gefühle verbergen, wie ich es all die Zeit getan habe.“ „ Ich glaube dir kein Wort.“ Plötzlich zog Percy einen Dolch und griff Marcel an. Beide rollten sich über den Boden und kämpften verbittert. Im nächsten Moment geschah es. Marcel hielt den Dolch in der Hand, beschmiert mit dem Blute des Königs und Percy brach stöhnend zusammen und rührte sich nicht mehr. Marcel war entsetzt. Hatte die Liebe zu einer Frau ihre Freundschaft zerstört? War er, Marcel, nun zum Mörder an seinem einzigen und besten Freund geworden und das nur, weil er dessen Frau liebte? Marcel floh aus dem Schloss und ging an den einzigen Ort in der Stadt, an dem er sich immer sicher gefühlt hatte. Der alte Schuppen, in dem er und Percy Freunde wurden. Dort spielte er eine völlig neue Melodie und notierte die Noten auf einem Blatt Papier. Dann nahm er sich einen Strick, hängte ihn an den Balken und erhängte sich selbst. Als die Soldaten ihn fanden, war er bereits tot. Doch seine letzte Melodie sprach eine deutliche Botschaft, die nur die Königin verstehen konnte.
„ Liebste Katrina. Nun habe ich dich aus Liebe nicht nur zur Witwe gemacht, sondern auch selbst von dir Abschied genommen. Ich konnte die Schmach nicht ertragen, dich nicht lieben zu dürfen und bin zum Mörder an meinem besten Freund geworden. Nun bin ich ihm in den Tod gefolgt, auf dass mein Herz frei werde von meiner Sünde. Leb wohl, meine über alles Geliebte.“
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.06.2010.
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