Kathryn Hormann

Tagtraum No. 2: Liebes-Déjávue

"So sind alle da?" fragte ich und kramte in meiner Hosentasche nach der Namensliste. Es stand die zweiwöchige Herbstfreizeit vor der Tür. Zum ersten Mal wurde die Freizeit von einer Woche auf zwei Wochen verlängert und die Kids freuten sich riesig.
Christina wandte ihren Kopf im Bus rum und rief zu mir nach vorne, dass noch ein Teamer fehlte ansonsten aber alle da wären. Sie war die Jugendreferentin unserer Kirchengemeinde und als Teamer wurden die ehrenamtlichen, jugendlichen Helfer bezeichnet.
Ich verdrehte unmerklich die Augen, hörte auf nach dieser verdammten Liste zu suchen und setzte mich wieder hin. Die Person, die dann wenig später in den Bus stieg, erschreckte mich fast zu Tode. Birte sah mich entsetztes Menschlein, gab mir einen leichten Kuss auf die Wange und ging dann durch zu Dennis. Sie setzte sich neben ihn, von meinen Augen verfolgt, küsste ihn und fing ein lebhaftes Gespräch an. Ich sah diesen Kuss mit einem bösen Blick und grummelte zu Franky, dem Busfahrer:
"Fahr los."
Er sah schockiert zu mir hoch und sah mich mit weiten Augen an. Ich setzte noch ein tiefes Knurren hinzu, daraufhin schloss er schnell die Tür und fuhr scharf an.
Seufzend setzte ich mich bequem hin und sah aus dem Fenster. Mit der Musik von Megaherz, an deinem Grab, versuchte ich alles zu vertehen.
Warum ich alleine was, warum Birte mit Dennis zusammen war und warum ich überhaupt noch lebte.
Bianca, eine sehr gute Freundin, die mir immer Halt gab und die ich sehr lieb hatte, beobachtete mich die ganze Zeit, beunruhigt und sich sorgend. Ich bekam von alledem nichts mit. Ich versuchte mir meinen Kummer nicht anmerken zu lassen. Doch je weniger ich mich mit den anderen unterhielt, desto unruhiger wurde Bianca. Bald wurde es ihr zu bunt und sie setzte sich neben mich. Sie brachte mich dann doch noch dazu ein paar Worte zu sagen.
"Was ist los mit dir? Der ganze Bus ist in Partylaune und du bist so traurig. Du machst ein Gesicht, als ob du dich gleich vor versammelter Mannschaft umbringen würdest."
Eine Träne rann an meiner linken Wange entlang und ich fing an leise zu schluchzen. Bianca nahm mich in den Arm und sagte: "Wegen Birte, oder? Hast du den Zustand mit Dennis und ihr wohl nicht verkraftet. Ach Süße, lass den Kopf nicht hängen. Es gibt noch Menschen hier, denen du sehr viel bedeutet, die dich lieben, aber bis jetzt zu feige waren es dir zu sagen."
Bieanca spielte dabei auf ihre Gefühle an, die sie für mich empfand, doch ich merkte diese Anspielung nicht.
"Ich halte das nicht mehr aus, ich verzweifle noch total. Ich kann mir diesen Zustand nicht mehr länger reinziehen. Es wird, nein es muss, sich etwas ändern."
"Mach bloß keinen Scheiß hörst du!"
Bianca blieb noch länger bei mir sitzen, doch ich schlief unruhig. Das Weinen hatte mir die letzte Kraft noch wach zubleiben geraubt.
Nach einer vierstündigen Fahrt waren wir da, ich erledigte die Aufgaben, die mir zugeteilt waren und verschwand danach. Bianca suchte mich und fand dann Birte und Dennis.

"Habt ihr Kathryn gesehen?" fragte Bianca und Dennis schüttelte den Kopf. Birte schien ein wenig beunruhigt zu sein und fragte: "Meinst du sie tut sich etwas an?"
"Warum sollte sie das noch gleich?" fragte Biacna ironisch und machte dazu ein Ich-denke-schwer-nach-Gesicht.
"Ach ja, hast du je den Grund für alle ihre Narben erfahren?" Bianca spielte gnadenlos meine vernarbten Unterarme an, die von meinem Kummer und meinem Schmerz so hergerichtet wurden, Birte war Schuld dran.
"Nein."
"Dreh dich doch mal nach links und du weißt ganz genau warum."
Birte drehte ihren Kopf nach links und sah Dennis ins Gesicht. Der blickte verwirrt zwischen Bianca und Birte hin und her.
"Dennis?" fragte Birte und war selbst ein wenig verwirrt ud irritiert. Bianca verdrehte de Augen und ging weier um mich zu suchen.
Sie sging in die Richtun in der auh ich verschwunden war.
Während der Dialog zwischen Birte und Bianna stattfand, ging ich in eine ruhige Ecke. Ich musste allein über den weiteren Ablauf der Freizeit nachdeken, ich musste eine Lösung finden. Ich wusste einfach nicht mehr mit dem Leid umzugehen und ich konnte mir auch nicht länger die Zweisamkeit von Birte und Dennis ansehen.
"Kathryn? Wo bist du? melde dich, bitte", ich hörte Biancas Flehen und

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.08.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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