Andreas Rüdig

Der Bücherwurm

Das Kleist-Museum liegt in Frankfurt an der Oder. Nach eigenen Angaben widmet es sich dem Leben und Werk des dort 1777 geborenen Dichters Heinrich von Kleist. Kleist lebte bis 1811. Das Museum wurde 1969 im Gebäude der ehemaligen Garnisonsschule eingerichtet. Es ist wohl als "kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung" im Blaubuch der Bundesregierung verzeichnet.

"Mit über 34.000 Bestandseinheiten in der Bibliothek und den Sammlungen verfügt das Haus über die derzeit umfangreichste Dokumentation zu Kleist und seinem literaturgeschichtlichen Umfeld. Der Ausbau der Sammlungen konzentriert sich vornehmlich auf den Erwerb von Primär- und Sekundärerzeugnissen zu Leben und Werk Heinrich von Kleists. Dies schließt Werke der bildenden Kunst sowie auch Zeugnisse der darstellenden Kunst und der Musik ein. Darüber hinaus ist das Museum dem Erbe der Dichter Ewald Christian und Franz Alexander von Kleist sowie Friedrich de la Motte Fouque verpflichtet. Ergänzt werden die Sammlungen durch den Nachlaß des Kleist-Forschers Georg Minde-Pouet als Dauerleihgabe der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Die Dauerausstellung im ersten Stock des von Martin Friedrich Knoblau 1777 errichteten Gebäudes gibt einen Überblich über Kleists Leben und Werk und informiert über Aspekte seiner Wirkung. Wechselausstellungen ergänzen die Präsentation," berichtet das Museum in einer Handreichung.

Ich muß gestehen: Ich war noch nie in Frankfurt an der Oder. Dementsprechend kenne ich das Museum nicht aus eigener Anschauung. Was mich aber nicht davon abhält, hier einen Hinweis auf das Museum zu platzieren.


Der Bücherwurm, der Bücherwurm,
lebt in einem Elfenturm
sein ganzes Wissen
ist nur angefressen
lesen, rechnen, schreiben
läßt er lieber bleiben
Mein Bücherwurm, der geht zur Schule
auf daß er sich in Wissen suhle
die Schule ist weit, die Schule ist fern,
mein Bücherwurm, der rennt nicht gern
ich finde ihn bei Dürrenmatt
der Mann macht ihn noch immer satt.


2 Bücherwürmer zu kaufen - nur 200 D-Mark das Ehepaar. Sie reparieren alte Bücher, halten Büchereien in Schuß, essen und entsorgen alte, unbrauchbare Bücher und können hinterher den Inhalt problemlos wiedergeben. Für öffentliche Büchereien ungeeignet, da auf Eßgelegenheit, Arbeitsraum, Ruhestätte und Darmentleerungsmöglichkeit angewiesen. Wunsch nach Bücherwurmproduktion nicht gegeben.

Du, Egbert, schau doch mal, hier sind 2 Bücherwürmer im Angebot. Sollen wir uns nicht ein ausgehungertes Paar kaufen, ihnen unsere ganzen alten Aktenbestände zum Essen geben und das wohlgenährte Paar dann mit Gewinn kaufen?

Klar, machen wir.

"Emma, wir sind im Paradies! Schau dir mal die ganzen Lebensmittelvorräte an. Davon können wir bestimmt lange zehren." So dachte ich anfangs. Doch ich hatte meine Papierstauballergie nicht bedacht. Vor jedem Essen mußten wir erst einmal Stauwedel und Luftbefeuchter holen und unser Essen säubern. Hinzu kommt: Feuches Essen schmeckt nicht gut. Also aßen wir oft nur mit mäßigem Appetit. Wirklich wohlgenährt sind wir auf der Papierfarm also nicht geworden.


Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum befindet sich mitten in der Greifswalder Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft von Dom St. Nicolai, St. Spiritus und Universität. Es liegt im denkmalgeschützten Haus der ehemaligen Friedrichschen Seifensiederei. Dort wurde Caspar David Friedrich am 5. September 1774 geboren.
Das Zentrum versteht sich nach eigenen Angaben auf der einen Seite als Personalmuseum, das Informationen zur Person Friedrichs, zu seiner Familie und Heimat, zu seinen Weggefährten und Zeitgenossen, zum Werk und zur Romantik bieten möchte. Auf der anderen Seite nutzt es die historische Atmosphäre, um den Besuchern Friedrich in seiner Zeit nahezubringen. Friedrich gehört demnach zu den herausragenden Künstlern, deren Werk populär und berühmt ist.

In den Räumen der ehemaligen Seifensiederei kann der Besucher das traditionelle Handwerk des Seifensieders und Lichtgießers, das Friedrichs Vater ausübte, auch praktisch kennenlernen. Der Nachbau einer Ladeneinrichtung nach Friedrichs Entwurf zeigt den Maler als praktischen Gestalter.

Die Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft versteht sich nach eigenen Angaben als eine Vereinigung aller Freunde des Künstlers, die sich gemeinsam um die Pflege seines Werkes kümmern wollen. Vorträge, Exkursionen, Veröffentlichungen und Ausstellungen sollen dazu beitragen.


Für mich gibt es einen handfesten Grund, warum ich Ihnen, liebe Leser, das Caspar David Friedrich Zentrum vorstelle. Wie Sie wissen, sind meine Frau und ich ehrbare Bücherwürmer. Wir sind bisher immer stolz auf unserer Herkunft, unsere Arbeit und unsere Reputation gewesen. Doch nun mußten wir feststellen, daß wir ein schwarzes Schaf, nein: einen Schandfleck in unserer Familie haben. Es ist unser eigener Sohn. Er ist kein Bücherwurm mehr, möchte es auch nicht sein. "Ihr seid fast schon alle Büchereien durch und habt sie leergefressen," behauptet er. "Da gibt es nichts mehr für mich, weder Arbeit noch Essen." Und Nachschub gebe es inzwischen auch keines mehr, da immer mehr Bücher in elektronischer Form erscheinen und die Silberscheiben nicht sehr bekömmlich seien.

Also habe er sich ein anderes Betätigungsfeld erschlossen. Er kümmere sich um alte Bilder. Er hole sie aus der Mottenkiste, säubere sie und stelle sie aus. Seien sie zu sehr beschädigt, vertilge er sie auch. Er sei eben ein Bilderwurm...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.08.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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