Fritz Lenders

Bad-Renovierung ( Fritzii in Action...)

...tja, was soll ich sagen. Meine Frau ist für zwei Wochen nach Budapest gefahren um den Hausbau zu beaufsichtigen. Sie will beweisen, daß auch Frauen etwas Schönes schaffen können. Na klar.., wieso auch nicht.
Fakt ist jedenfalls : ich bin wieder mal alleine zu Hause.
Eine kleine obligatorische Runde durch`s  Haus. Mir ist langweilig.. und es ist erst ein Tag vergangen.
Na super !!
Ein kleiner Blick in`s  Badezimmer.
Irgendwie, ich weiß nicht so recht..., es riecht ein wenig modrig!
Wär ja kein wunder. Wieder mal hängen im Badewannen-Abfluß etwa eine Million Haare meiner Frau.
Es ist an sich schon ein medizinisches Wunder, daß Sie überhaupt noch Haare auf dem Kopf hat, bei der Menge an Rückständen, Ihrer Badeorgien mit Freund " Neptun " ( dem Wassergott ).
Wäre nur ein einziges Haar von mir dabei,, Sie würde mir die Hölle heiß machen und mich mit dem Samuraischwert durch`s  Haus jagen, beim Versuch aus einem Fritz, per kurzem Doppelhieb, vier gleiche Teile zu machen.. Ja, ja... meine Frau das verständnisvolle, zarte Wesen.
Warum fühle ich mich eigentlich einsam ?? 

Also die Haare aus dem Ablauf rausgezogen und nachgespült. Uppps. Das Wasser fließt nicht richtig ab. Zumindest nicht so schnell, wie es sein sollte.
Meine Heimwerkerseele saust mit Jauchzen empor und breitet sich um Aktion bettelnd, in meinem Kopf aus...
Dieses kleine Problem habe ich innerhalb einer Minute erledigt.
Hab` mir vor einiger Zeit im Bauhaus eine Flasche mit Pressluft ( und wahrscheinlich Gasgemisch ) extra für solche Fälle gemacht, gekauft. Mann will eben immer vorbereitet sein.
Also die Flasche an den Abfluß gepresst, den Überlauf mit einem Schwämmchen ( fand leider nur den echten Meeresschwamm meiner Frau ) auf den Überlauf gepresst und zack...
Es war ein Desaster.. ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein.
Der Druck kam durch den Überlauf.., zerfetzte einen Teil des empfindlichen Schwammes und spritzte anschließend Dreck, Haare und vermutlich alle stinkenden Rückstände aus der Kanalisation, zuerst in mein Gesicht und zugleich an die Badezimmerdecke, Wände, Waschmaschiene, sauber gestapelte Handtücher und zwischen die Parfümflankons meiner Frau ( ach ja einer war ja von mir.. ).!

O.K... die Kriegserklärung meiner Wanne, an mich hat gesessen. Ich hab Sie verstanden und den Fedehandschuh aufgehoben und geistig gesehen, mitten ins fette Grinsen der elenden Wanne, zurückgeschleudert...

Irgendwie habe ich durch meinen Gasangriff einen Stau in der Ableitung verursacht, der sich verschoben hat.
Jetzt floß nähmlich auch in der Küche das Wasser nicht mehr ab.
Blöderweise habe ich vor Jahren die Badewanne eingemauert und verfließt, damit rundum ein besonders breiter Rand ist, wo man im Falle eines Falles, seine wichtigsten Badezutaten drapieren konnte. Bücher, Telefon, Pizza, eben Alles was ein Mann braucht, wenn er länger baden will.
Jedenfalls habe ich keine Luke aufgelassen, durch die man eben solche Verstopfungen bekämpfen konnte.
Super, Fritzii.., hast Dich ja wieder mal selbst übertroffen.
Das Wasser stand jedenfalls und floß nicht ab. So war der Stand der Dinge.
Und mir war nicht mehr langweilig. Das sollte ich vielleicht vorsichtig hinzu fügen.

Die Badewanne hatte ohnehin eine kleine Blessur, ( von mir persönlich verursacht).
Also ich bin ein Mann von schnellen Entschlüßen. Kurz nachgerechnet. 13 Tage standen zur Verfügung. Obwohl ich natürlich tagsüber meine Arbeit auch noch erledigen muß.
Also 13 Abende und zwei Wochenenden. Es war machbar..
Kurz und bündig die Mauer rund um die Wanne weggerissen, die Badewanne gleich mit raus. Unvorstellbar viel Müll. Aber ich hab einen großen Garten. Und weil ich gerade so in Fahrt war.., gleich das Fenster mit raußgerissen, und im selben Zuge  ist auch der Bodenbelag eines grausamen Todes gestorben.
Ich habe sehr viel Werkzeug... natürlich.. ich bin ein Mann. 
Meine Werzeug-Schätze habe ich rund um mich herum verteilt. Leider reichte dazu der Platz nicht aus und das Chaos zog eine Spur durch die Küche, quer durch den Garten bis zu meiner Schatzkammer ( Werkzeughütte.. ).
Die Küche ging im Tumult in die Knie und verwandelte sich in eine Baustelle. Schubkarre und Brecheisen tummelten sich in friedlicher Eintracht mit Flex und Vorschlaghammer auf dem Küchenboden vor dem Badezimmer.

Die Fließen im Badezimmer versuchten einen kurzen, aussichtslosen Kampf gegen mich zu führen. Keine Chanche. Meiner Hilti fiel Alles zum Opfer.
Und die Zeit raste dahin, wie ein verrückt gewordener Marathonläufer.
Eine Woche verschwand wie Nichts..
Und langsam krabbelte eine kleine Panikattake aus meinem Bauchraum, Richtung Herz.
Sollte meine Frau durch einen blöden Zufall früher nach Hause kommen, wäre das nächste Gespräch zwischen uns, vermutlich vor dem Scheidungsanwalt..

Zwei Tage vor dem Eintreffen meiner Frau, kamen meine Schwester und mein Schwager zu Besuch. Es war mir eine kleine Hilfe. Meine Schwester wollte gemütlich bei mir im Garten die Sonne genießen und Kaffee trinken. Aber Ihre nette Seite an Ihr, führte Sie zum Waschbecken und Sie spülte das Geschirr ab, das sich fast zwei Wochen lang gesammelt hatte. War eh nicht so schlimm. Eine Stunde Arbeit und zack.., schon erledigt.
Und Nachmittag sind sie nochmal gekommen um mir was zum  essen zu bringen. Mit 13tagebart und ausgehungert wie ein verwilderter Hund, habe ich scheinbar Ihr Mitleid erregt..
Und jetzt.. Sonntag !
Noch 4 Stunden bis meine Frau ankommt. Das Bad war fertig. Und ehrlich gesagt, es sah sogar sehr schön aus. Wieder ummauerte Wanne. Diesmal noch breitere Ablageflächen, neues Fenster, edler Holzboden, neue Fießen...
Aber der Garten sah aus, wie Nagasaki nach dem Bombenangriff.
Die Zeit rannte dahin.
Und was sollte ich mit dem ganzen Müll machen. Aaaaahhh... hinters Haus. Da kommt meine Frau nie hin. Das ist mein Reich, da hat sie den Krieg schon lange verloren.
Also nochmal die Schubkarre zum Einsatz gebracht. Berge von Müll, flankiert von einer traurig dahinrostenden Badewanne, Fließen, Ziegelsteinen und Holzrückstände gaben sich ein nettes Stelldichein.
Noch eine Stunde...
Weil ich gerade die Schubkarre im Einsatz hatte, hab ich damit mein Werkzeug eingesammelt.
Schnell, schnell... die Türe zur Werzeughütte aufgerissen, das Werkzeug reingekippt ( ich mußte nämlich zweimal fahren.., hab wirklich viel Werkzeug ). Aufräumen konnte ich ein anderes mal.
Schnell rüber ins Wohnzimmer. Umgezogen.. Doppelte Lichtgeschwindigkeit.., Boden gewischt, Staubgesaugt.., dreifache Lichtgeschwindigkeit..: rasiert, flüchtig den Oberkörper abgewaschen... ich hab keine Zeit..
Irgendwie spüre ich schon die Strahlungen meiner nahenden Frau...
Hab Seitenstechen ( und ein bisserl Angst )..
und da höre ich das quietschen der Küchentüre..
Schnell ein Hecht, quer über den Wohnzimmertisch, ruuummmms auf meine Kuschelcoauch.
Meine Frau kommt um die Ecke..
Ich schaue Sie mit lässiger Miene an. ( Mein Puls rast, bin kurz vor einem Herzstillstand )...
" Hallo Fritzi, na wie war Deine Einsamkeit ? Ist es gegangen ? Jetzt bin ich ja wieder da.. ich geh mir nur kurz die Hände waschen..!
Friiiiitziii....."

@PapaWien

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Fritz Lenders).
Der Beitrag wurde von Fritz Lenders auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.08.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • fritzlendersfreenet.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Fritz Lenders als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Im Strom der Zeit-Facetten des Lebens von Heidrun Gemähling



Gedichte aus dem Leben.
Jedes Leben ist Teil eines schöpferischen Werdegangs im Strom der Zeit und bereichert das Zusammenspiel der gesamten Schöpfung. Sie ist ein Meisterwerk höchsten Grades, und uns Menschen ist es gegeben, über Sinn und Zweck unseres Daseins nachzudenken.
Höhen und Tiefen sind ständige Begleiter unseres Lebens, die auf vielfältige Weise zum Ausdruck kommen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (4)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Humor" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Fritz Lenders

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

...Atomkraft*Gorleben*Castortransporte von Fritz Lenders (Fragen)
Oh....dieser Duft von Engelbert Blabsreiter (Humor)
Wunderlappen von Norbert Wittke (Glossen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen