Paul Rudolf Uhl

USA Reise 1993 (1)

 

1993: USA zum ersten Mal
 
1) „The Apple“:
Der Flug von München mit Zwischenlandung in Paris war lange und ich hatte in der Luft ein bißchen Probleme mit dem Kreislauf. Am Airport „John F. Kennedy“ in New York mußten wir uns um den Transfer selbst kümmern, bekamen auch schnell einen shuttle, der von einem farbigen Mädchen gesteuert wurde. Auf der Fahrt zum Hotel im Zentrum Manhattans sahen wir gleich, welch chaotischer Verkehr hier in der Riesenstadt, die sich selbst „The Apple“ nennt, herrscht. Unser Hotel war The Gorham, ganz in der Nähe des Central Parks und es lag in unmittelbarer Nachbarschaft zu Nobelabsteigen wie dem Hilton und anderen. Ankunft im Hotel 18 Uhr Ortszeit, das hieß, wir waren von unserem Aufbruch zu Hause nun 21 Stunden unterwegs gewesen!
 
Wir schliefen erst mal 14 Stunden durch und machten uns dann an unseren ersten Spaziergang durch einen Teil der Stadt, immer den Kopf steil im Nacken, weil die Wolkenkratzer so ungewohnt und sehenswert waren. Im Ortsteil Greenwich Village brunchten wir im Malibu, zahlten erstmalig- ganz ungewohnt - mit Traveller Cheques. Danach sahen wir das Chelsea Hotel, in dem einst berühmte Schriftsteller (Hemingway und andere) gelebt und geschrieben hatten. Das Hotel ist heute nur noch Museum und steht unter Denkmalschutz. Besuchern hat man aber die Gelegenheit gelassen, in der Halle selbst mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren. Später fanden wir in einem recht tristen und schmutzigen Stadtteil einen interessanten Flohmarkt, genossen ein ausgiebiges „shopping“ und hatten nette Gespräche mit Passanten. Nachmittags nahmen wir an einer Stadtrundfahrt teil, wobei Gelegenheit war, im Chinatown zu bummeln! Auf der Weiterfahrt besichtigten wir einen schönen, gotischen Dom an der Riverside (den wir aber blitzartig verlassen mußten wegen einer Bombendrohung). Zum Dinner hatten wir einen Gutschein für das berühmte Stimmungslokal „Mamma Leone“ am Broadway im Städte- Besichtigungspaket. Leider wurde unser Voucher nicht anerkannt, weil es nur eine Fax-Kopie war. So mußten wir die 70 Dollar erst mal selbst berappen...
 
Der nächste Tag sah uns auf dem „Empire State Building“, dessen Besteigung schon mein Jugendtraum war. Damals war es ja mit 381 m noch das höchste Gebäude der Welt... Der Blick von der oberen Plattform ist umwerfend: in den Straßenschluchten sieht man fast nur Taxen (Yellow Cabs), Lastwagen und Busse, weil kaum jemand in diesem Chaos mit dem eigenen Wagen fährt. Draußen war der Hafen in dem ein paar Kriegsschiffe lagen, drüben die Freiheitsstatue, an der Südspitze Manhattans das World Trade Center mit seinen zwei markanten Türmen und hinten der Central Park. Ich knipste wie ein Wilder, wann hat man denn schließlich Gelegenheit...  Wieder „im Tal“,  besorgten wir uns am Times Square Tickets für das Musical „Cats“, das wir im klassischen Wintergarden Theatre am Broadway erleben durften. Das wahnsinnig aufwendige Bühnenbild ist mir noch heute in Erinnerung.
 
Am dritten Tag fuhren wir mit dem Bus den Broadway hinunter zum Büro von „American Express“, um den verweigerten Gutschein für das Mamma Leone zu reklamieren, gingen dann zu Fuß bis zur Südspitze Manhattans weiter, fanden unterwegs eine hübsche Grünanlage in einem Park für Schwule und Lesben mit entsprechenden Statuen. Dann waren wir gleich am Battery Park, wo wir uns zur Fahrt hinüber zur „Liberty“ einschifften. Ich mußte ja unbedingt innen in der Freiheitsstatue hinaufsteigen, zahlte dafür 5 Dollar. Ich rate jedem ab, dies zu tun: die Warteschlange ist meist unendlich lang, ich sah ein Schild: „von hier noch 2 Stunden bis zur Spitze!“... und in der Statue ist es heiß und stinkt nach Menschen und Achselschweiß. Trotz geringem Andrang brauchte ich eine Stunde und war enttäuscht vom Blick aus der Krone der Statue: kaum etwas zu sehen und die Nachfolgenden schieben dich ungeduldig gleich weiter in den Abstieg...
Danach ging es hinüber zum Ellis Island, wo seinerzeit die Massen der Einwanderer abgefangen, gefilzt, untersucht und zurückgewiesen oder registriert wurden. An so einer Einrichtung könnten sich die Deutschen ein Beispiel nehmen, da gäbe es kaum Asylanten im Land - aber das wäre dann wieder Faschismus. Nur wenn es die Amis tun, natürlich nicht...
Nach Rückkehr zum Festland fuhren wir Subway, Taxi und Bus, aßen zu Mittag im Chinatown, besuchten den Central.-Park (der nachts ausschließlich den Pennern, Asozialen und Gangstern gehört) , der aber tagsüber eine Oase der Ruhe in der Stadt ist.
Sonstige Eindrücke: geometrische Anordnung der Straßen: die Avenuen haben Namen, die Streets tragen Nummern, was die Orientierung sehr erleichtert. Kleine, hübsche Kirchen sind eingeklemmt zwischen den Wolkenkratzern, ein paar Kirchen sind zweckentfremdet als Hotels. Die Moral, das Rotlicht der Verkehrsampeln zu achten, ist bei Fußgängern gar nicht, bei Autofahrern nur bedingt gegeben. An jeder Ecke sahen wir abends (meist Schwarze) Bettler, die manchmal recht aufdringlich waren. Überall gibt es Aircondition, die häufig zu kalt und unangenehm ist und mir häufig einen steifen Hals verschaffte.. Am nächsten Morgen benutzten wir ein Taxi, um zur Pennsylvania Station zu gelangen, wo wir einen Zug bestiegen und die Stadt verließen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.08.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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