Linda Fallacy

Nur ein Märchen?


Die Vögel ziehen weiter. Sie fliegen mit den Wolken in die unendliche Weite.

Wenn du genau hinhörst,dann hörst du ihr Lied,was sie sanft und leise dabei singen.

Es ist ein Lied des Abschieds, denn sie wissen genau das sie so schnell nicht wieder an diesen Ort zurückkehren werden.

Ein Wenig traurig klingt es. Doch wenn man noch genauer lauscht wird man bemerken dass es auch etwas heiteres hat.
Heitere Klänge in einem Abschiedslied? Hat ihnen der Ort von dem sie kommen denn nicht gefallen?

Doch! Sehr sogar.Aber sie wissen ganz genau das es an der Zeit ist und
auch das sie wieder zurückkehren werden. Früher oder Später.

Hinter ihnen gleiten bereits die ersten godgelben, braunen und roten
Blätter von den Bäumen auf den Laubbedeckten Weg und der Himmel
verdunkelt sich langsam.

Sie sind schon wiet gekommen am heutigen Tag. Wie weit wirklich, wird
sich erst am Ende zeigen, sobald sie die restlichen Landschaften hinter
sich haben.

Es wird Nacht und der helle Mond erhebt sich über die dunklen Wipfel
des Waldes. Es könnte fast ein wenig unheimlich wirken wenn man den
aufgeplusterten Kauz von seinem Ast gurren hört.

Durch die wenigen, vom Mondschein erhellten Stellen des Waldbodens erkennt man dann aber die Feinheiten der Nacht:

Wie kleine Tierchen flink von einem Ort zum anderen huschen um das
müheselig erkämpfte Futter für den Winter in ihren Verstecken
unterzubringen, ohne vorher den hungrigen Vögeln zum Opfer zu fallen.

Wenn man genauer hinsieht erkennt man vielleicht sogar den kleinen Igel
der es sich in seinem Nest aus Zweigen und Blättern gemütlich gemacht
hat und darauf wartet das ihm die ersten Sonnenstrahlen des nächsten
Tages wieder Kraft geben um erneut das ewige Spiel zu spielen, welches
das Leben so mit sich bringt.

Lange wird er sich nichtmehr gedulden müssen, denn man kann schon ganz
zaghaft und leise den Gesang der Nachtigall aus den Tiefen des Waldes hören.

Langsam färbt sich der Wolkenbehangene Himmel in einem beruhigendem Rot
und der Waldboden beginnt seine Farbe mit ihm zu verändern.

Das Gurren des Uhus verstummt und immer mehr Tiere beginnen sich zwischen den Blättern und Zweigen zu regen.
Unsere Vögel erleben dies alles schon nicht mehr, denn ihr Weg erlaubte ihnen keine Pause.

Doch stattdessen sie sich darüber harmen, stimmen sie ein neues Lied an und führen ihre Reise fort.

Die unendliche Weite liegt noch vor ihnen, während hinter ihnen immer
mehr Blätter den Weg zu ihresgleichen auf den Laubübersäten Asphalt
finden.

Und sie fliegen weiter, in der Hoffnung, eines Tages zurückkehren zu
können und von den grünen Wiesen, den Blumenbedeckten Feldern und der
strahlenden Sonne im wolkenlosen Himmel empfangen zu werden.

Und ein ist sicher: Sie werden sich so fühlen, als wären sie niemals fort gewesen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.08.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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