Paul Rudolf Uhl

Ganymed 2

 

 

Die digitale Revolution hatte schon 2011 stattgefunden - in praktisch allen Haushalten war ein PC und mindestens ein Handy vorhanden, das Bild- und Ton, ja sogar Krypto-Datenüber­tragung ermöglichte. Das Internet beherrschte das Leben und bestimmte die Wirtschaft.
 
Niemand kaufte ab 2015 noch etwas im Supermarkt, der etwas auf sich hielt... Bar zu zahlen, war völlig "out". - Bestellung und Abrechnung per Internet deckte 95 % aller Warenkäufe. Dienstleistungen und Politik waren eingesponnen in die internationale Vernetzung. Ohne Internet ging praktisch nichts mehr. In der persönlichen Chipkarte des Handys war die Bankverbindung bereits eingespeichert und mit dem Drücken des Sendeknopfes war bereits die Abbuchung des Warenwertes vom Konto des Bestellers vollzogen.
Der Geldverkehr war vom Heimcomputer oder vom Handy aus abzuwickeln. Hacker waren schon in den Zehner-Jahren des Jahrhunderts eifrig bekämpft worden, sie richteten je­doch noch immer Schäden an, indem sie Buchungsaufträge fälschten und Gelder fehl - also in die eigene Tasche - leite­ten. Bei der Polizei entstanden deswegen Tausende von Ar­beitsplätzen zur Bekämpfung der Computer- Kriminalität... Die Chipkarte im Handy enthielt ab 2020 auch die Personal- Legiti­mation, sie ersetzte daher den Personalausweis oder Reise­paß.

Bericht Dr. John Kilgary, 14 April 2025:
 
Ich bin Abteilungsleiter der IETCD (international electronic telecom dept.) in Miami/ Florida und leite die "Secret Re­search- Developing - Abteilung ".
Schon seit 2003 wurden weltweit von fast allen Herstellern (mit ganz wenigen Ausnahmen im südostasiatischen Raum) die Handys so gebaut, daß sie über das Satellitensystem in­nerhalb weniger Sekunden angepeilt werden können. Mit der entsprechenden Ausrüstung ist der Standort des Nutzers des Handys auf 5 m genau im weltweiten Koordinatensys­tem bestimmbar. Ausnahme: beim Senden der superschnel­len "short messages" (SMS).
Meine Abteilung arbeitet daran, nun auch in diesem kurzen Zeitraum eine Standortbestimmung zu ermöglichen.
 
Da die Rate der Gewaltverbrechen seit 2012 ständig stei­gend war, suchten die Regierungen nach Möglichkeiten, die Täter kurz nach der Tat - wenn möglich aber bereits wäh­rend der Ausführung - zu verhaften. Die Verbrechensvor­beugung konnte nicht effektiv genug betrieben werden, weil die Eltern immer mehr daran Interesse hatten, beide einem Erwerb nachzugehen, um den Lebensstandard weiter zu verbessern, falls sie es nicht vorziehen, ohne Arbeit zu blei­ben oder sich dem Vergnügen hinzugeben und die Kinder als versehentlich gezeugte, lästige Produkte anzusehen... Die Erziehung der Kinder wurde in weiten Bevölkerungs­kreisen - hauptsächlich in USA, in Europa und Japan, aber auch in vielen anderen Ländern - also immer mehr vernachlässigt. Buben und Mädchen schauten bereits ab dem 4. Lebensjahr - unkontrolliert und täglich - Sex, Gewalt und Horror- Videos an. Eine religiöse Erziehung gab es kaum noch. Kindergärten, die Schulen und der Staat können meist immer nur zu spät oder gar nicht mehr tätig werden,um diese fatale Gehirnwäsche rückgängig zu machen oder zu verhindern. Die Kriminalität explodierte! Es bot sich deshalb an, den Aufenthalt von Menschen überall auf der Welt kurzfristig über das Anpeilen der Handys festzustellen, weil es heute, 2025, beinahe keinen Menschen über 6 Jah­ren gibt, der nicht ein Handy besitzt. Da die Chipkarte im Handy auch zugleich der Personen- Identifikation dient, war dies wohl der viel versprechendste Weg.
Wie damals, zu Zeiten der Kontrolle der Geschwindigkeits­beschränkungen auf den Highways, gibt es aber einige Spe­zialfirmen, die einen elektronischen Schutz gegen das Anpei­len entwickelt haben und solche Zusatzgeräte auf dem schwarzen Markt anbieten. Meine 650 Mitarbeiter sind zumeist studierte Computer- Fachleute und haben eine be­triebseigene Spezialschulung erhalten. Nicht zuletzt, um solche Schutz-Geräte zu erkennen und unwirksam zu ma­chen, wurde meine Abteilung in letzter Zeit derart verstärkt. Ziel ist es, neben dem normalen Sprechbetrieb auch noch 99 % aller SMS- Kurznachrichten anpeilen zu können und die im Handel befindlichen Geräte auszutricksen.
Der Personalbestand bei der Polizei mußte in allen Län­dern weiter verstärkt werden, um die von meiner Abteilung entwickelten Geräte wirksam einzusetzen. An die Gefängnis­se aller Länder sind mental- controlling- Abteilungen ange­gliedert worden. Hier sollen Gehirnwäschen mit dem Zweck der Rückführung zu einer nicht kriminellen Lebensweise ausgeführt werden... Bald ist wohl mehr als die Hälfte der Menschheit damit beschäftigt, mehr als die Hälfte der Menschheit zu überwachen - meiner Meinung nach ein un­sinniger, auf Dauer nicht haltbarer Zustand, dessen Kosten nie zu bezahlen sein werden.
Die Schulen hatten weitgehend auf digitale Lernsysteme umgestellt, es gab also keine Lehrbücher mehr. Was nicht im Internet abzurufen war, wurde den Schülern als Lernprogramm auf Datenträgern mit nach Hause gege­ben. Unterricht war nur noch vormittags für drei Stunden, in denen die Lehrkräfte stichprobenhaft kontrollierten, was den Schülern im Gedächtnis geblieben war. Prüfungen und Pro­bearbeiten fanden in Sälen mit Computern statt, ein einziger Lehrer im Kontrollzentrum überwachte die Prüfungen vieler Klassen und wenn ein Schüler "Unterschleif" beging, wurde seine Datei einfach durch einen Knopfdruck gelöscht, ­Prüfung somit nicht bestanden!
Nachhilfe- Unterricht war unbeliebt bei Schülern und Leh­rern. Es gab fürdiesen Zweck auch ein besonderes Hypnose Programm, das als Software - jedoch immens teuer, so dass sich solche Hilfen nur die "Oberen Zehntausend" leisten konnten - erworben werden konnte. Der auf solche Weise Lernende vermochte gar nicht mehr anders, als alle einge­gebenen Informationen dauerhaft zu wissen
 
Technische Entwicklung:
2069 erfand das Forschungs- Team von Dr. Thomas G. Dyler eine neuartige Technik, nämlich die des Materietrans­portes durch einen Transmitter. die Moleküle des zu versendenden Materials wurden zerlegt, auf dem Funkwege zu einer anderen Transmitterstation gesendet und dort wie­der zusammengesetzt. Der Dyler-Transmitter funktioniert jedoch nur über relativ kurze Entfernungen von einigen hundert Kilometern, aber dennoch konnte die Entfernung von Planeten zur jeweiligen Raumstation im Orbit damit überbrückt werden. Auch Ziele auf der Erde konnte man damit anreisen.

Fortsetzung folgt

P,U.
 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.09.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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