René Oberholzer

Der Beweis

"Du, ich habe mich in dich verliebt." "Schön, ich gebe dir 1 Minute, um mir das zu beweisen. Die Zeit läuft jetzt." Sie schaut auf die Uhr. Er schaut auf seine Uhr. Noch 56 Sekunden. Er nimmt ein Taschentuch aus der Hosentasche. Schneuzt sich."Die Zeit läuft", sagt sie. Noch 49 Sekunden. Er beginnt einen Satz: "Ich liebe deine..." Hört auf, beginnt wieder mit: "Ich liebe deine..." Kommt nicht weiter. Setzt sich auf den Boden. Noch 36 Sekunden. Denkt nach. „Ich liebe deine...“ Stoppt, fängt von vorne an. Noch 30 Sekunden. Steht wieder auf. Schaut sie an. Sie schaut ihn nicht an. "Du bist die ...". Stoppt abermals. Sie sagt: "Diese Formulierung ist nicht erlaubt." Noch 18 Sekunden. Er schaut sich um. Eine Frau geht an ihm vorbei. "Schau, diese schöne Frau", sagt sie, "gefällt sie dir nicht?" "Doch", sagt er. Dann schaut er auf die Uhr und schweigt. Die letzten Sekunden brechen an. Er steht ihr gegenüber und schaut wie sie auf die Uhr. Gleichzeitig sagen sie: "Die Zeit ist abgelaufen."


© René Oberholzer






 

EV: Noisma Nr. 39/40, Literaturzeitschrift, St. Gallen (CH), 2004
V: Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden, Nimrod-Literaturverlag, Zürich (CH), 2006
V: e-Stories, Internet-Portal, Nauheim (D), 2010
V: amobo, Internet-Portal, Ursensollen (D), 2011
V: WebStories, Internet-Portal, Berlin (D), 2012
René Oberholzer, Anmerkung zur Geschichte

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Mit dem Schreiben und Dichten, ist das so eine Sache.So war ich oft der Meinung, nur lyrisch Schreiben zu können, falls ich mich in einem annähernd, seelischen Gleichgewicht befände, erkannte aber bald die Unrichtigkeit dieser Hypothese.Wichtig allein, war der Mut des Eintauchens.Das Eins werden mit dem kollektiven Fluss des Ganzen. Meine Gedanken, zärtlich zu Papier gebrachten Gefühle,schöpfte ich stets aus diesem Fluss.

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