Andreas Rüdig

Besuch in Beeck

Beeck heißt ein Duisburger Stadtteil, der nördlich der Ruhr liegt. Er ist vom Duisburger Hauptbahnhof aus leicht mit der Straßenbahnlinie 901 zu erreichen.

Am 31. Dezember 2009 lebten 10.933 Einwohner in Beeck. Bei einer Fläche von 3 Quadratkilometern entspricht das einer Bevölkerungsdichte von 3.644 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Ausländeranteil liegt bei 23,3 %.

Beeck wird am 15. Januar 947 erstmals urkundlich erwähnt. König Otto I bestätigt damals mit einem Schriftstück, daß sein Großvater, Herzog Otto der Erlauchte von Sachsen (880 - 912) den Hof Beki dem Stift in Essen geschenkt hat.

Archäologen haben hier diverse Fundstücke aus frühmittelalterlicher Zeit - Gräber und Höfe seien hier als Beispiel genannt - gefunden. Dies sind weitere Belege für die Besiedlung des heutigen Beecks.

Beeck gehört ab 1338 zu Kleve. Dies soll sich erst im Jahre 1612 ändern. Das Beecker Richteramt wird in diesem Jahr dem Drosten von Dinslaken zugeschlagen. Die nächste größere Veränderung kommt dann erst wieder mit der napoleonischen Besatzung 1806 - das 19. Jahrhundert führt zu wechselnden Zugehörigkeiten Beecks. Endgültig nach Duisburg kommt Beeck im Jahre 1905.

Den örtlichen Marktplatz könnte man als eine Art Zentrum ansehen. Dort findet jedes Jahr auf`s Neue die Beecker Kirmes statt. Dieses Volksfest gibt es inzwischen seit über 450 Jahren. Es kann daher durchaus als "traditionsbehaftet" bezeichnet werden. Um den Marktplatz herum gibt es kleinen Einzelhandel.

Die evangelische Dorfkirche Beeck geht auf eine Kapelle des Beecker Oberhofes zurück. Als Pfarre ist sie bereits für das Jahr 1250 bezeugt. Der heute bestehende Bau ist eine dreischiffige Basilika mit schmalen Seitenschiffen. Sein Kern stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Turm wurde im Jahre 1834 erneuert. Einschneidende Umbaute gab es in den Jahren 1844 und 1937; die letzte Sanierung erfolgte in den Jahren 1963 - 1972.

Größter Arbeitgeber vor Ort ist sicherlich die König Brauerei. Sie hier vorzustellen, würde sicherlich zu weit führen. Wer im Internet bei Wikipedia unter dem Stichwort "König Brauerei" nachschaut, wird einiges über die Geschichte des Unternehmens erfahren. Hinsichtlich der Produkte sei auf die Internetpräsenz (www.koenig.de") hingewiesen. Seit Boris Becker für König Pilsener geworben hat, dürfte die Marke auch bundesweit bekannt sein.

Die Autobahn A 42 liegt am nördlichen Rande Beecks. Sie trennt die beiden Stadtteile Beeck und Bruckhausen. Das Stahlwerk von ThyssenKrupp Steel liegt zwar in Sichtweite Beecks, gehört aber formal zum Stadtteil Bruckhausen.

Ein touristisch interessanter Stadtteil ist Beeck bestimmt nicht. Hier gibt es keine Ausflugsziele, weder Museen noch Landschaftsparks noch sonst etwas. Beeck gehört eher zu den Sanierungsgebieten, die mit viel Geld aufgewertet werden müssen. Ich besuche den Stadtteil an einem kühlen und bewölkten Tag im Oktober 2010. Wenig einladend ist Beeck an diesem Tag. Die katholische Kirche vor wirkt düster und wenig einladend. Daher flüchte ich mich schon nach kurzer Zeit in die örtliche Stadtteilbibliothek. Dort finde ich drei erwähnenswerte Bücher über Beeck.

Bürgerverein Beeck e. V. (Hrsg.): "Unser Beeck im 20. Jahrhundert: ein Stadtteil mit Vergangenheit - auch mit Zukunft?" Eine Dokumentation in ausgesuchten Bildern; Verlag Peter Pomp Essen Bottrop ohne Jahresangabe; 111 Seiten; ISBN: 3-89355-322-1

Bürgerverein Beeck e. V. (Hrsg.): "Unser Beeck im 20. Jahrhundert: ein Stadtteil mit Vergangenheit - auch mit  Zukunft?" Band 2 Eine Dokumentation in ausgesuchten Bildern; Selbstverlag ohne Jahresangabe; 104 Seiten; ohne ISBN

Beeck ist ein Stadtteil im Duisburger Norden; auch wenn er erst seit 1905 zu Duisburg gehört, gibt es den Ort als solchen schon ganz lange. Anhand von sehr vielen historischen Farb- und Schwarzweißfotographien stellt der Bürgerverein die Geschichte des Stadtteils im 20. Jahrhundert vor. Überwiegt im 1. Band die Zeit vor dem 2. Weltkrieg, kommt die Nachkriegszeit im 2. Band zum Vorschein.

Der Bildteil dominiert hier ganz deutlich. Texte kommen hier fast gar nicht vor. Wer sich für die lokale und insbesondere Stadtteilgeschichte interessiert, hält hier auf jeden Fall zwei lohnenswerte Bücher in den Händen, bei denen bestimmt bei den älteren Lesern viele Erinnerungen hochkommen.

Bürgerverein Beeck e. V. (Hrsg.): "Beecker Geschichte(n)" Ein bebildertes Lesebuch für Jung(e) und Alt(e); Verlag Peter Pomp Bottrop Essen 2004; 160 Seiten; ohne ISBN

Anhand vieler historischer Texte und Zeichnungen zeichnet Holger Lambrecht als Autor die Geschichte des heutigen Duisburger Stadtteils nach. So entsteht zwar keine zusammenhängende Chronologie; Hobbyhistoriker werden aber trotzdem ihre Freude daran haben. Hier entsteht ein lebendiges Bild über das Leben in früheren Tagen, wie es aus alten Quellen abzulesen ist.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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