Christine Wolny

LABSKAUS


Das lese ich auf der Speisekarte an der Nordsee.
Labskaus nach hanseatischer Art mit Spiegelei, rote Beete, Matjes, Rollmops und saure Gurke
Klingt nicht schlecht. Warum nicht probieren?
Ich weiß zwar nicht, was Labskaus ist, aber ich werde mich überraschen lassen und es selbst herausfinden.
Der Ober kommt und stellt mir einen Riesenteller vor die Nase.
Labskaus entpuppt sich als hellbrauner, etwa zu flüssig geratener Kartoffelbrei.
Darauf liegt das Spiegelei.
Dazu gibt es einen extra Teller. Dort finde ich rote Beete, eine saure Gurke, ein Stück Matjes und einen halben Rollmops, alles verziert mit Salatblättern.
Von der langen Wattwanderung bin ich hungrig geworden und freue mich über den reichlich gefüllten Teller.
Als erstes stürze ich mich auf den Labskaus.
Was ist das bloß? Kartoffel schmecke ich heraus, aber das andere?
Am besten schmeckt mir das Spiegelei. Ich gehe sparsam damit um, denn zu jeder Gabel Labskaus will ich ein Stückchen Ei zur Geschmacksverbesserung dazu essen.
Der Matjes passt irgendwie nicht dazu, und der saure Rollmops erst recht nicht.
Doch ich esse alles auf, schließlich zahle ich es ja auch.
Die roten Rüben und die saure Gurke esse ich mit Genuss, aber nun habe ich genug Saures im Magen.
Ob er das alles verträgt? Ich habe meine Bedenken.
Zum Schluss frage ich den Kellner, was ich gegessen habe.
„Wie wird Labskaus gemacht“? So meine neugierige Frage.
„Das sind Kartoffel mit zerkleinertem Pökelfleisch, ähnlich Cornedbeef und etwas Zwiebel, alles püriert, und die braune Farbe entsteht durch das Beimengen von Rote Beetesaft."
Das leuchtet mir ein. Eigentlich logisch.
Aber einmal im Leben Labskaus, das reicht mir.
Jetzt habe ich Appetit auf einen Küstennebel.

© C.W. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.10.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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