Thomas Kreuter

Philippinische Denkweise (Eine wahre Geschichte)

Vor Wochen kam das Leid zu einer Familie. Der einzige Ernährer der Familie verstarb plötzlich und unerwartet, so wie es täglich in tausenden Familien passiert. Nach alter philippinischer Tradition, gehört es sich nun einmal, dass der teure Verblichene, wie auch anderswo üblich, genügend betrauert und zu Grabe getragen wird. So also auch hier der Fall. Die Aufbahrung im Hause, Trauergesänge, Riten, spezielle Spiele und bei den Herren das unverzichtbare Kartenspiel Tong-It. Nun muss man aber wissen, dass gerade hier in Asien die Menschen sehr gerne um das liebe Geld spielen. So spielten auch hier zwei Herren der Schöpfung im Trauerhaus unter Einsatz des Mammons. Einer der beiden verlor das Spiel, welches ja auch Sinn und Zweck der Übung war. Da es aber um das liebe Geld ging, welches der eine verlustig geworden war, so kam man durch den auch noch alkoholisch angeheizten Zustand sehr schnell in Streit darüber, worauf der eine die Waffe zog und den Gewinner ins bessere Jenseits beförderte. Da natürlich hier auch nicht der wilde Osten ist, so kam die Sache vor Gericht um die Schuldfrage zu klären. Der Angeklagte wurde also von dem Richter gefragt, wer denn seiner Meinung nach an dieser Bluttat schuldig gewesen sei. Darauf antwortete der Angeklagte: „Die Schuld liegt eindeutig bei dem ersten Toten. Wäre der Ernährer dieser Familie nicht gestorben, so hätte es wohl keine Trauerfeier gegeben. Ohne die Trauerfeier aber, wäre er seinem Kontrahenden niemals begegnet und somit hätte auch niemals ein Kartenspiel oder Streit stattfinden können. Also sei das doch wohl eindeutig der beste Beweis dafür, dass die Schuld bei der ersten Leiche zu suchen sei.“

© Thomas Kreuter

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.10.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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