Jürgen Berndt-Lüders

Der X-Faktor

Jahrelang hatte ich selber in einer Band gesungen, „Für Gabi tu’ ich alles“, von Peter Beil, bis hin zu „Are you lonesome tonight“ von Elvis. Das hörte dann irgendwann, auf, aber die Begeisterung des Frontmannes für die Pop-Musik und den ausgefeilten Act blieb.
 
Als die Casting-Shows begannen, wandte ich mich bald angeekelt ab. Die waren reine Unterhaltungssendungen mit oft mäßigen Erfolgen. Ein Casting, dass sich darin genügte, die Spreu vom Weizen zu trennen und Talenten nicht aktiv weiter zu helfen, gefiel mir nicht. Bohlens Sprüche waren oft genug beleidigend, und die Girls-Bands, Geschöpfe von pro7, konnten  mich auch nicht begeistern.
 
Bei den „Superstars“ gab es im letzten Jahr einige gute Ansätze, aber als dann ein netter, aber harmloser Mundharmonikaspieler aus der Fußgängerzone bekannt wurde und ein Hundedompteur gewann, verlor ich die Lust an der Sendung.
 
Dann das Casting  zum „Grand Prix Eurovision de La Chancon » und der Wettbewerb selber. Es gewann eine gewisse Lena, die nicht unbedingt eine schöne Stimme hatte, die aber den Zeitgeist des jungen Europäers verkörperte und begeistert aufgenommen wurde. Auch nicht mein Fall.
 
DsdS. Der Bessere wurde nicht der Sieger. Ihn mochten die Leute wegen seiner Eskapaden nicht. Stattdessen gewann einer, den ich zwar gern höre, der aber irgendwie keine Austrahlung hat und bald vergessen sein wird.
 
Von ferne läutete eine neue Casting-Idee herüber. Leona Lewis, eine 25jährige „Granate“ aus England, hatte dieses Casting gewonnen. Eine Frau, die selber ihre Songs schreibt, mit einem gewaltigen Stimmumfang und einer Ausstrahlung, die eine internationale Karriere erwarten ließ. Sie hatte mit ihrem Song „Bleeding Love“ sofort einen internationalen Nummer-Eins-Hit. 
 
Nebenbei: genau diesen Song hat letzten Sonntag ein schüchternes, 15jähriges Mädel Gesangs-gecovert. Beim Supertalent. Und sie ist super. Für mich der Anlass zur Hoffung. Aber das nur nebenbei.
 
„Girls forever“, eine Casting-Show auf pro7, quält die Mädels mit spannend gemachten Entscheidungen, ob sie weiter kommen oder nicht. Sowas erinnert mich irgendwie an einen Coitus interruptus.
 
Die Casting-Show, ein Format,  the X-factor genannt, aus der Leona hervor ging, wurde vom RTL-Konzern gekauft und kurz nach einem Opening bei RTL von Vox übernommen.
 
Leute: bei zweien wusste ich sehr schnell, dass auch wir Deutschen tolle Stars hervor bringen können, wenn sich auch nach dem Casting produktiv um sie gekümmert wird:
 
Edita Abdieski, eine Kellnerin Mitte 20 mit einer der besten Allround-Stimmen, die ich jemals gehört habe, und Big Soul, eine Gruppe von etwas kräftigeren Powerfrauen mit gewaltigen Stimmen.
 
Was ist anders bei X-Factor? Die Künstler werden durch bewährte Musiker/Sänger/Produzenten als Mentoren betreut, die selber in Konkurrenz zueinander stehen. Jeder gibt sein Bestes, und die Ergebnisse hauen mich um...
 
Euch vielleicht auch.
 
X-Factor ist die beste Möglichkeit, den Nachwuchs an deutschen Postars auszubilden und erfolgreich zu machen, denn was die Engländer und Amerikaner können, können wir allemal.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.10.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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