Adrian Lohmann

Brückschpen



Sonntag um 12:45 am Kiosk vor dem Hauptbahnhof hieß es,ich
wartete bereits 15 Minuten du sie und dachte einfach das sie Verspätung
hat,die Bahn halt. Ich hielt die rote Rose schützend vor meine Brust und
hoffte das mir gleich ein süßes Mädchen genau so eine Rose entgegen
halten wird,mit den Worten:'Hey,ich bin es,Silli'. Mich kannte sie nur
als den 17 Jährigen Passi aus dem Dichterforum,wir lernten uns durch
Kommentare über die Heine Werke kennen,sie war süß und interessant wir
hatten viel zu erzählen und verstanden uns sehr gut,konnte man ihrem
Profil trauen ist sie ein Jahr jünger als ich,hat rot-braune Haare und
steht auf Romantische Spaziergänge die wie solche aus Gedichten endeten -
bei einem wunderschönen Sonnenuntergang tief in die Augen des Liebsten
schauen um ihn dann zu küssen. 'Schon 5 nach' dachte ich mir und steckte
das Handy wieder in die Tasche. Sie ist das erste Mädchen mit dem ich
mich treffe,ich habe keinerlei Erfahrung wie ich mit ihr umgehen soll,
dennoch habe ich keine Angst davor etwas falsch zu machen obwohl mein
Selbstvertrauen noch nie sonderlich ausgeprägt war - Bisher wurde es ja
auch nicht gebraucht,aber heute soll alles anders werden,ein neuer
Lebensabschnitt,ein neues ICH. Ich schwebe immer nur in meinen Gedanken
rum und stell mir dir absurdesten Sachen vor,das ist wohl der Grund für
die wenigen Freunde die ich vorweisen kann - alle meiden mich wegen
meiner starken Fantasie - sie denken ich bin verrückt,zu gut das ich es
besser weiß! Mittlerweile ist es 20 nach und ich aß die zweite Brezel
vom Kiosk hinter mir - Ich LIEBE Salz! - Sie geht nich an ihr Handy und
gemeldet hat sie sich auch nicht. Sorgen machen sich breit in meinem
Kopf,was wenn sie mich versetzt oder gar verarscht hat? Vielleicht bekam
sie es auch einfach mit der Angst zu tun als sie daran dachte mich
endlich zu treffen. Ich schrieb ihr eine Sms mit dem Inhalt; sie solle
sich melden,egal was passiert ist ich wäre ihr nicht böse. Also ging ich
Enttäuscht Richtung Heimat und dachte an das was mich neben Gedichten
am meisten interessierte - Das Senieren über den Tod und die Frage nach
dem Sinn des Lebens - Zuhause angekommen checkte ich sofort meine
Mails,vielleicht hat sie was hinterlassen? , aber auch da war nichts
neues zu finden. Tage verstrichen ohne irgendwas von ihr zu hören lebte
ich in der Enttäuschung die meine Nerven aufrieb,nach und nach gab ich
es auf da ich schon daran dachte das es eventuell ein Streich von
jemanden aus der Schule war,sie tuschelten mehr als sonst,oder es lag
daran das ich meinen Kummer in Alkohol,Schlafmangel und Narben
verwandelte. Nach genau zwei Wochen sah ich zwischen dutzenden Werbe und
Spam Mails einen kleinen Brief,Abesender; Lissi@..Ich wunderte mich,war
dennoch erfreut,sie Entschuldigte sich und fragte nach einem neuen
Termin für ein gemeinsames Treffen,ich lies mich darauf ein,selber
Ort,gleiche Uhrzeit genau in vier Tagen. Ich war überpünktlich und sie
da; sie kam,sie war noch schöner als ich sie mir vorstellte und wir
stiegen in eine U-bahn Richtung Rheinufer ein. Da saß sie endlich neben
ihr und brachte höchstens ein wenig Gestotter heraus,die anderen
Fahrgäste schauten bereits seltsam herrüber,sie erzählte mir viel von
ihrem Tag und den Ärger den sie wieder mit ihren Geschwistern hatte. Am
Rheinufer angekommen stiegen wir aus und machten einen Spaziergang am
Wasser und sprachen über die vielen Dinge die uns durch den Kopf
flogen,nachdem wir uns auf eine Bank setzten hielt sie mir einen Zettel
hin,er war aus ihrem Notizblock den sie die ganze Zeit in fest in der
Hand hielt als ob sie ihn beschützen würde,ich laß den Zettel und war
geschockt,meine Welt brach zusammen. Der kleine Text stellte sovieles
klar;'Tja Passi,wenn man sich auf eine Unbekannte einlässt und jeden Tag
von Liebe stammelt kommt sowas dabei raus! Nun weißt du wie sehr wir
dich alle Hassen, Liebe grüße Felix!'. Felix war wohl der schlimmste von
allen was das Mobben in der Schule anging. Ich drehte mich mit tränen
im Gesicht zu Lissi,ich wollte antworten,doch sie war
verschwunden,selbst ihre Fußspuren im Sand. Ich holte mein Handy heraus
uns suchte nach ihrer Nummer um sie anzurufen doch ich fand sie
nicht,was war nur los? War plötzlich alles von ihr aus meinem Leben
verschwunden? Ich fuhr nach Hause wo mich Tagelange Depressionen quälen -
Ich kann einfach nicht mehr und wollte diesen Enttäuschungen ein Ende
bereiten; der Schmerz brannte auf der Seele - Ich fuhr wieder zum
Rhein,aber diesmal stieg ich auf meine Lieblingsbrücke und es dauerte
nur wenige Sekunden bis man ein lautes Platschen hörte. Da ich
nicht-Schwimmer war und bereit zu gehen kämpfte ich nicht mit dem
Tod,ringte nicht um mein Leben,alles lief an mir vorbei; ich sah ein
Licht,es war warm,wohltuend,es befreite von allen Sorgen,es schloss mich
in sich ein - es war das gefühlte Paradies - Ich erwachte nach 6 Tagen
Koma im Krankenhaus,meine Mutter,ein Arzt und ein Psychologe standen um
mein Bett und erkundigten nach meinem befinden. Später erzählte mir
meine Mutter das sie sich denken konnte warum ich es tat,die Mail von
'Lissi' alias Felix und die ganzen Gedichte an 'sie',eins führte zum
anderen und ich wurde fortan betreut, fing ein Neues Leben an,die
Fiktive Liebe die ich mir vor lauter Einsamkeit ausmalte erlosch nach
langer Arbeit,die Tatsache das sich zuvor schon besorgte Menschen bei
der Polizei meldeten weil ein verwirrter Junge Selbstgespräche in der
U-bahn führte wunderte genauso wenig wie das Wunschdenken eine Frau fürs
Leben zu finden.
 
Mein Leben war fürs erste gerettet,nur
zwei Jahre später erlag ich meinen Verletzungen die ich durch einen
unachtsamen Autofahrer mit einem Handy am Ohr erlitten hatte,er erfasste
eine Handvoll Fußgänger unter denen auch ich war - einen Monat zuvor
fand ich meine Wahre Liebe. 

Ich bedanke mich für jegliche Kritik,die Geschichte beruht zum Teil auf einer wahren begebenheit,nur das Ende sollte zeigen wie viel schlimmer es doch noch kommen kann wenn man sich einfach leichtsinnig auf so einen Kontakt einlässt. In diesem Fall hatte ich gehofft Menschen zum nachdenken anzuregen und sie eventuell auch dazu zu bringen im Netz besser auf unbekannte aufzupassen grad wenn es um mögliche Schmerzen oder gar Straftaten geht.Adrian Lohmann, Anmerkung zur Geschichte

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Trug und Wahrhaftigkeit: Eine Liebesgeschichte von Christiane Mielck-Retzdorff



Zum wiederholten Mal muss sich die Gymnasiastin Lisa-Marie in einer neuen Schule zurechtfinden. Dabei fällt sie allein durch ihre bescheidene Kleidung und Zurückhaltung auf. Schon bei der ersten Begegnung fühlt sie sich zu ihrem jungen, attraktiven Lehrer, Hendrik von Auental, der einem alten Adelsgeschlecht entstammt, hingezogen. Aber das geht nicht ihr allein so.
Die junge Frau muss gegen Ablehnung und Misstrauen kämpfen. Doch auch der Lehrer sieht sich plötzlich einer bösartigen Anschuldigung ausgesetzt. Trotzdem kommt es zwischen beiden zu einer zarten Annäherung. Dann treibt ein Schicksalsschlag den Mann zurück auf das elterliche Gut, wo ihn nicht nur neue Aufgaben erwarten sondern auch Familientraditionen, die ihn in Ketten legen.

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