Julius Galla

Der Verlust

Ich ging eines Tages am Straßenrand entlang. Die Sonne strahlte mir ins Gesicht und die Luft war angenehm warm. Die Bäume sprießen voller neuem Grün, nach dem langen kalten Winter. Als ich in Gedanken versunken war, sah ich wie eine sehr alte Frau ihr Geld verlor. Die rüstige Dame sah sehr gebrechlich aus, ging langsam und humpelnd auf ihren Krückstock, ihre vielen Falten sprachen grosse Bände über ihre womöglich lange Vergangenheit. Sie bemerkte anscheinend den Verlust nicht und ging schleichend ihres Weges. Nur ich und ein weiterer Passant haben dies wahrgenommen und gingen zielstrebig zum verlorenen Gut. Der Fremde war vor mir da und eignete sich das Geld an. Anstelle es der alten Frau zurückzugeben, steckte er es ganz Gewissenslos in sein Portmonee. Er muss doch gesehen haben, wie der Zustand der alten Frau sei. Sie hat sehr wahrscheinlich gerade mal soviel Geld um über die Runden zukommen. Ich war empört über sein Verhalten, doch hätte ich anders gehandelt? Wie ich am vorbeigehen erkannt hatte handelte es sich um 300€. Für einen Studenten das reinste Vermögen. Ich empfand einen gewissen Neid, auf den Fremden, der vor mir den grossen Betrag erreicht hatte. Aber vor lauter Selbstgier vergaß ich glatt wem dies überhaupt gehörte. Ich war froh das Ich nicht zuerst dagewesen bin, dass das Unrecht einen anderen getroffen hatte. Ich setzte meinen Weg fort, die Sonne verdunkelte sich und ein leichtes Unwetter machte sich in meinen Gedanken breit.

 

Julius G.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.12.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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