
In einer Woche ist Weihnachten. Oma hat noch kein Geschenk für ihr Eng(k)elchen, sie war im Sommer fünf.
Eine Puppe?
Das wäre die Nummer vier. Nein, das muss nicht sein. Vielleicht schaut sie sie gar nicht an, und das würde Oma weh tun.
Ein Bilderbuch? Davon hat sie schon ein Regal voll.
Anziehsachen? Alles ist in vielen unterschiedlichen Farben vorhanden. Mit den Winterschuhen ist es nicht anders.
Einen Schlitten? Davon stehen schon zwei im Schuppen.
Oma fragt sich: Was macht das Kind gerne?
Sie singt oft vor sich hin, eigentlich recht schön.
Wenn sie bei Oma ist, trommelt sie jedes Mal auf dem alten Klavier herum.
Oma mahnt: „Nicht so fest, du machst es ja kaputt.“ Und schon spielt sie piano, aber nicht lange, dann wechselt sie wieder auf forte.
Zum Glück hat sie nicht all zu lange Ausdauer, darüber freuen sich Omas Nerven.
Wenn Oma Weihnachtslieder spielt, sitzt sie auf dem Schoß.
„Oma, du spielst auf dieser Seite und ich auf der anderen. Jetzt wird mit vier Händen gespielt.“
Oma kennt sich aus. Da fehlt bei Fiona nie das hohe C, das Oma bis ins Hirn dringt.
Fiona liebt also Töne.
Oma kommt in Salzburg in der Getreidegasse an einem Musikgeschäft vorbei.
Jetzt hat sie eine Idee. Eine Mundharmonika ist klein und handlich, sie gibt nicht all zu schrille Töne von sich, also nicht so laut wie ein Klavier. Das ist ein Geschenk für Fiona.
Der Verkäufer prüft sogar, ob sie gestimmt ist. Oma erzählt kurz von ihrer musikalischen Enkelin, und er sucht eine besonders schöne mit Holzinnenleben heraus, Marke Hohner. Diese Firma kennt Oma noch aus ihren Jugendtagen.
Wie oft hat sie sich mit diesem kleinen Musikinstrument die Zeit vertrieben.
Oma hofft, dass die Eltern auch Freude an der Musik haben, die Fiona dem Instrument entlockt.
Wenn nicht, haben sie die Möglichkeit, die kleine Künstlerin samt Mundharmonika bei Oma abzugeben.
© C.W.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christine Wolny).
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.12.2010.
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