Andrea Küppers

Zum Geburtstag ein Besuch im King David

Im April 2007 hielt ich mich das erste Mal gemeinsam mit meinen Eltern in Israel auf. Nachdem wir die ersten fünf Tage in Tel Aviv-Jaffa sowie in Haifa und am See Genezareth verbrachten zogen wir im Anschluss für neun Tage nach Jerusalem.

Dort stand u. v. a. auch die Besichtigung des Hotels King David auf unserem Programm. Dieses auch für mich noch neue Highlight habe ich bewusst auf meinen Geburtstag am 20.04. gelegt. Das King David ist weit mehr als eine normale Edelherberge. Es gehört zu den wenigen weltweit noch existierenden traditionsreichen Luxushotels. Es wurde während der britischen Mandatszeit 1932 gebaut und sowohl seine Architektur als auch teilweise sein Interieur erinnern noch heute an diese Zeit. Es strahlt auf besondere Weise das Flair des Empire aus. Ähnlich wie ich es auch in Hotels auf Sri Lanka sowie in Brighton und Bristol gespürt habe.

Es ist eine israelische Geschichtsinstitution in welcher bei spiritueller Veranlagung der Geist und Hauch internationaler, zum großen Teil bereits verstorbener Könige und Staatsoberhäupter noch spürbar sind.

Hier fungierte die politische Weltspitze, wie z. B. Konrad Adenauer, Harry S. Truman, David Ben Gurion, Michail Gorbatschow, George Bush, Jacques Chirac, Vladimir Putin oder Condulica Rice, aber auch Friedensaktivisten wie Mahatma Ghandi, Nelson Mandela und der Dalai Lama gaben diesem Hotel die Ehre. Hier werden u. a. private Geschäfte abgewickelt und (religiöse) Familienfeste gefeiert  Auch jüd. Heiratsvermittler wählen das King David gerne als ersten Treffpunkt für ihre fast ausschließlich orthodoxe Klientel. Diese diversen Gegebenheiten inspirierten wohl einen deutschen Fernsehsender einen Bericht über das King David zu produzieren welcher kurze Zeit vor unserer Abreise in einer Exklusivreportage ausgestrahlt wurde.

Dutzende Prominente verschiedener Genres, welche hier zu Gast waren, verewigten sich auf einem schätzungsweise 50 Meter langen geradlinigen Starwalk welcher aus quadratischen hellen Steinplatten besteht. Auf diesem kann man u. v. a. die Unterschriften der bereits erwähnten Politiker sowie die von den jüd.-amerik. Regisseuren und Filmproduzenten Steven Spielberg und Roman Polanski sowie den jüd. Starmusikern bzw. genialen Dirigenten Yehudi Menuhin, Arthur Rubinstein, Leonard Bernstein und Daniel Barenboim aber auch von Schauspielern wie Dustin Hoffman, Kirk Douglas, Richard Gere und Paul Newman kennenlernen. Außerdem sind mir noch die Ehrenplatten für Haile Selassie, Bill Gates, Sting, Paul McCartney, Arnold Schwarzenegger, Yves Montand und Barbara Streisand in Erinnerung geblieben.

Diese besondere "Hall of Fame" befindet sich unmittelbar hinter dem Eingangsbereich und führt in Längsrichtung bis zu den beiden Enden des Hotels. Die ca. 50 cm x 5o cm großen Platten werden jeweils von der entsprechenden Unterschrift dominiert und durch die Eingravierung der Namen in kleinen lateinischen Blockbuchstaben sowie dem entsprechenden Besuchsjahr ergänzt. Zwischendurch wurden für zukünftige Prominente noch einige Fließen blanko gehalten.

Nachdem wir uns den Promiwalk längere Zeit interessiert anschauten gingen wir auf die Sonnenterrasse, welche aufgrund der Mittagszeit und dem sonnigen Wetter sehr gut besucht war. Von hier aus kann man einen herrlichen Ausblick auf die Jerusalemer Altstadtmauer genießen. Viele Gäste nahmen hier ihren Lunch. Beeindruckend war die konservative aber absolut edel wirkende und angemessene schwarz-weiße Kleidung der KellnerInnen. In unmittelbarer Nähe der Terrasse führt eine Treppe abwärts in den gepflegten Garten welcher durch reiche Botanik besticht. In diesem befindet sich ein großer Swimmingpool welcher teilweise parallel zum Hotelkomplex verläuft und mit diesem wegen seiner ebenfalls rechteckigen Architektur eine harmonische Einheit bildet.

Danach ruhten wir uns in der großzügig konzipierten und stilvoll eingerichteten Lobby etwas aus. Dabei machte ich eine Phantasiereise bei welcher ich das Treiben der High Society in diesem Flagschiff der israelischen Hotellerie an längst vergangenen Tagen vorstellte. Diese wurde noch durch ein schwarz-weiß Bild aus den 30er Jahren, welches an einer Säule hing, verstärkt.

Bevor wir das King David verließen schauten wir uns noch in einem Treppenhaus zahlreiche Momentaufnahmen welche überwiegend in der Lobby aufgenommen wurden und aus verschiedenen Jahrzehnten stammen an. Auf den älteren waren z. B. Politiker wie Winston Churchill, Willi Brandt und Golda Meir abgelichtet. Auf anderen Bildern waren u. a. Elisabeth Taylor, Daliah Lavi und Mohammed Ali in unterschiedlichen gesellschaftlichen Situationen sichtbar. Auf zwei neueren Bildern sieht man zum einen Gerhard Schröder und zum anderen Angela Merkel mit den entsprechenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barack und Ehud Olmert.

Unmittelbar gegenüber des King David befindet sich das Hotel Three Arches welches dem YMCA (christlicher Verein junger Männer) gehört. Dort wohnte ich 1998, es war das Jahr des 50. Staatsjubiläums Israels, mehrere Nächte mit einer Freundin. Außenarchitektonisch gefällt es mir, nicht zuletzt wegen seiner Kolonnade und seinen angrenzenden Rundkuppeln noch um einiges besser als das King David. Ein Reiseführer charakterisiert dieses besondere Hotel als eine Mischung aus Kreuzfahrerburg und Münster. Ein weitläufiger Treppenaufgang welcher zum Hoteleingang führt wird beidseitig von je sechs Zedern gesäumt. Sein markanter ca. 50 Meter hohe Glockenturm, welcher das Gebäude in zwei Hälften unterteilt zählt zu den Wahrzeichen Jerusalems. Dieser besitzt die größte Glocke des gesamten Nahen Ostens und sein sehr schönes langanhaltendes Spiel beinhaltet u. a. die Melodien der "Hatikva" (isr. Nationalhymne) und der "Ode an die Freude". Nach Verlassen des King Davids und weiteren Besichtigungsaktivitäten nahmen wir hier zu Beginn des Shabbats das Geburtstagsdinner ein.







































 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.12.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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