Markus Schoppen

Die Macht der Gefühle

Er war besessen von der Vorstellung einen wichtigen Beitrag für die
Menschheit zu leisten

und betrat das Heim voller Verachtung für die anwesenden Personen, die sich
um einen Tisch im Freizeitsaal versammelt hatten, um sich die Zeit mit für
ihn pseudointellektuellen Gesprächen zu vertreiben.

Er hasste sie. Aber jetzt glaubte er in einen Kindergarten geraten zu sein.
Als er an der Zündvorrichtung in seiner Hosentasche fühlte, überkam ihn ein
Gefühl der Gottgleichheit angesichts der Möglichkeit die er nun hattte.

Vor ihm spukten Bilder aus vergangenen Tagen, an denen er ihnen ohnmächtig
gegenüber

stand, um sich ihre abfälligen Kommentare, die seine Person betrafen
anzuhören. Plötzlich widerte es ihn an, in ein Zentrum einstmals mächtiger
Autoritäten, die jetzt nur noch spielten, eindringen zu müssen, um diese zur
Rechenschaft für längst vergangene Schikanierungen zu ziehen und rannte wie
von Sinnen in den vorgelagerten, winterlich kargen Garten, zog an der
Granate und zerbarst in tausend Körperteile. Bei der Grabrede fielen die
Worte, dass er besessen war, von der Idee einen wichigen Beitrag für die
Menschheit zu leisten,

aber leider nicht die nötige Begabung dazu gehabt hätte. Er war schon immer
der geborene Verlierer gewesen.

Niemand wußte, dass der Tod eigentlich ein Geschenk für seine pensionierten
Lehrer war…

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.01.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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